1920 / 258 p. 4 (Deutscher Reichsanzeiger, Fri, 12 Nov 1920 18:00:01 GMT) scan diff

(Sehr richtig! rechts.) Hätten die Städte von der Möglichkeit in der Verordnung vom 21. Mai in vollem Umfange Gebrauch gemacht, so märe uns viel Unruhe beim Uebergang von der Zwangswirtschaft

in die freie Wirtschaft erspart geblieben. (Sehr richtig! rechts.)

Zu Unrecht behauptet der Herr Abgeordnete Leinert weiter, daß die Reichsregierung, nachdem nicht 120 Millionen Zentner Kartoffeln durch Lieferverträge erfaßt worden sind, diese Verordnung kurzerhand

aufgehoben habe.

Nachdem seitens der Kommunalverbände lediglich 32 Millionen Zentner Kartoffeln angemeldet worden waren, gab es für die Reichs⸗ regierung drei Möglichkeiten: Erstens: sie konnte die abgeschlossenen Verträge für null und nichtig erklären und zur Zwangswirtschaft zurückkehren; zweitens: sie konnte die abgeschlossenen Verträge auf⸗ heben und die freie Wirtschaft in vollem Umfange einführen, oder

drittens: sie konnte die abgeschlossenen Verträge bestehen lassen und die freie Wirtschaft einführen. Das Reichsministerium für Er⸗ nährung und Landwirtschaft hat, ehe es seine Entscheidung traf, diese drei verschiedenen Möglichkeiten eingehend geprüft und sich von neuem mit Vertretern der Produzenten, Konsumenten und des Handels, so⸗ wie mit Vertretern der Regierungen der Länder in Verbindung gesetzt.

Von wesentlicher Bedeutung für die Entscheidung der Frage

waren der voraussichtliche Ausfall der Ernte und die Ermittlungen über den Umfang der Anbaues. Die Nachrichten über die Ernte lauteten im allgemeinen günstig. Desgleichen wurde aus einer An⸗ zahl wichtiger Produktionsbezirke eine nicht unwesentliche Ver⸗ mehrung des Anbaues gemeldet. Auch von seiten vieler Konsu⸗ menten, insbesondere von den Vertretern der großen, auch der sozia⸗ listischen Konsumgenossenschaften wurde in den Verhandlungen be⸗ tont, daß die Fortführung der Zwangswirtschaft nach allen bisherigen Erfahrungsergebnissen nicht zweckmäßig sei. Anderseits erschien es dem Reichsministerium gefährlich, ohne jede Reserve die freie Wirt⸗ schaft einzuführen. Es wurde daher vorgeschlagen, die abgeschlossenen Verträge bestehen zu lassen, weiter eine starke Reichsreserve zu bilden, im übrigen aber die freie Wirtschaft einzuführen. Derselbe Vorschlag wurde der Reichsregierung auch seitens des wirtschaftspolitischen Ausschusses des Reichswirtschaftsrats unterbreitet. Mit Rücksicht auf die wenig günstigen Ergebnisse der vorjährigen Zwangswirtschaft und die übereinstimmend günstigen Nachrichten über die Ernte glaubte die Reichsregierung, von einer Fortführung der Zwangswirtschaft ab⸗

sehen, anderseits aber auch nicht ohne Reserven die freie Wirtschaft

einführen zu sollen. Sie unterbreitete daher den parlamentarischen

Köxperschaften einen Verordnungsentwurf, der die Verordnung vom 21. Mai soweit bestehen ließ, als auf ihrer Grundlage Verträge ab⸗ geschlossen waren, im übrigen aber die freie Wirtschaft einführte. Diese Verordnung wurde, nachdem sie die Billigung der parlamen⸗ tarischen Körperschaften gefunden hatte, unter dem 24. August ver⸗ öffentlicht. Wenn der Abgeordnete Leinert meinte, daß der Grund der damaligen Erregung darin zu erblicken sei, daß die Regierung nicht die Verordnung vom 21. Mai in allen Teilen aufgehoben habe, son⸗ dern die Lieferverträge habe weiter bestehen lassen, so dürfte das auf einer irrtümlichen Auffassung beruhen. Die Aufhebung der Verträge würde ja dazu geführt haben, daß die Städte ohne jede Reserve hätten in den Winter hineingehen müssen, und die Folge wäre gewesen, daß sie in Zeiten des Frostes, wo der Handel nicht in der Lage war, Kartoffeln in die Kommunen zu werfen, ohne jede Möglichkeit der Versorgung ihrer Bevölkerung gewesen wäre, und dann wäre zweifel⸗

los die Erregung in der Zukunft sehr viel größer gewesen, als es damals der Fall war.

Durch Verträge gesichert sind 53 Millionen Zentner. Davon sind den Bedarfsstellen auf Grund ihrer Bedarfsanmeldungen 33 Mil⸗

lionen Zentner unmittelbar zugewiesen, während die restlichen 20 Mil⸗ lionen Zentner als Reichsreserve in der Hand der Reichskartoffelstelle sind. Ueber. 60 Prozent dieser Reichsreserve ist inzwischen bereits disponiert. Die Menge von 53 Millionen Zentnern ist um etwa 7 Millionen Zentner größer als diejenige, die während des vorigen Wirtschaftsjahres innerhalb der Zwangswirtschaft überhaupt den Kommunalverbänden zugeführt worden ist. (Hört, hört! rechts.) Mit Rücksicht auf den starken Bedarf der Bevölkerung an Speisekartoffeln war es darum wie im Vorjahre notwendig, die Verarbeitung selbst⸗ gebauter Kartoffeln in landwirtschaftlichen Betrieben nur in be⸗ schränktem Umfange zuznlassen, während die Verarbeitung gesunder Kartoffeln in gewerblichen Betrieben überhaupt verboten ist. Den landwirtschaftlichen Brennereien sind lediglich 33 ½ Prozent des Durch⸗ schnittsbrandes zur Verarbeitung freigegeben. Eine Freigabe in diesem Umfange war notwendig zwecks Herstellung des für industrielle und medizinische Zwecke notwendigen Spiritus. Durch ständige Revisionen der Zollbehörden sowie der Landes⸗ und Provinzialkartoffelstellen wird sorgfältig überwacht, daß keine Mehrvevarbeitung erfolgt. Auch sind die Preise, wie der Herr Abgeordnete Schimthelpfennig bereits an⸗ geführt hat, für Spiritus so niedrig gehalten, daß günstigstenfalls eine Verwertung der Kartoffeln von 18, 19 Mark resultiert, während der Speisekartoffelpreis ja nicht unerheblich darüber liegt. Wenn in diesem Herbst Nachrichten über starke Aufkäufe von Kartoffeln durch gewerbliche Brennereien durch die Presse gingen, so kann es sich hier lediglich um Schleichhandelsbrennereien gehandelt haben. Aber auch den zuständigen Stellen, die allen derartigen Gerüchten bisher sehr eingehend nachgegangen sind ist es nicht möglich gewesen, konkrete Fälle aufzudecken. Für die Stärkefabriken ist vorläufig ein Kontingent festgesetzt, das sich auf etwa ein Zehntel der im Vorjahre verarbeiteten Mengen beläuft.

Die Nachrichten über die Ernte lauten im allgemeinen günstig. Ich darf hierbei⸗ nur kurz auf die Ziffern von Preußen verweisen. Das Anbauareal hat sich gegenüber dem Vorjahre um 291 299 Hektar vermehrt, und zwar von 1 344 091 auf 1 635 390 Hektar = 21,77 . Hierin spricht sich die Wirkung der Mindestpreispolitik des Reichs⸗ wirtschaftsministeriums entscheidend aus, nicht etwa, wie der Herr Abgeordnete Schimmelpfennig meinte, die Wirkung der Lieferverträge. Das war ein späteres Stadium. Es ist das in erster Linie die Wir⸗ kung der Festsetzung des Mindestpreises.

Gleichzeitig ist der Hektarertrag von 110,9 Doppelzentnern auf 125 Doppelzentner, also um 14,1 Doppelzentner, gestiegen, so daß sich in Verbindung mit der Anbauflächenzunahme die Gesamternte an Kartoffeln in Preußen erheblich gesteigert hat, und zwar von rund 149 Millionen Doppelzentner auf rund 204 Millionen Doppel⸗ zentner, das heißt um 37,13 Prozent gegenüber dem Vorjahre. (Hört! Hört! bei den Deutschnationalen.) Seit der günstigen Hackfrucht⸗ ernte im Jahre 1917 waren derartig günstige Staatsdurchschnitte in Preußen nicht mehr zu verzeichnen. Wenn auch aus den anderen deutschen Ländern noch kein zuverlässiges Material vorliegt, so darf doch nach den bisherigen Nachrichten damit gerechnet werden, daß auch dort Anbaufläche und Ertrag gegenüber dem Vorjahre zu⸗

Mit Rücksicht darauf, daß die artoffelernte in diesem Jahre wesentlich früher als in andern Jahren erfolgte, ist es in der Hauptsache gelungen, die Kartoffeln bereits, bis Ende Okkober zu bergen. Die durch den außergewöhnlich frühen Frost eintretenden Schäden werden deshalb voraussichtlich nicht die katastrophale und bedenkliche Wirkung wie im Vorjahre haben. Immerhin hat der Frost die Verladung aus den östlichen Bezirken stark unterbunden, so daß die täglichen Wagengestellungen von 5600 auf 1600 zurück⸗ gegangen sind.

Diese Unterbindung des Transports macht sich besonders ir den westlichen Bezirken sehr stark fühlbar, da die Transporte nach diesen Bezirken erst Ende Oktober infolge der verspäteten Bedarfs⸗ anmeldungen in stärkerem Umfange eingesetzt haben. Ich will hierbei noch auf ein Moment besonders hinweisen, das für den Westen, insbesondere für das Rheinland, aus dem viele Klagen kommen, von Bedeutung ist. Die rheinische Bevölkerung hat sich vielfach darauf versteift, nur rheinische Kartoffeln zu kaufen. Die. Ware ist in der Qualität besser als die Ware im Osten und er⸗ fordert weniger Frachtkosten. Sie leidet nicht unter dem langen Transport und ist demgemäß haltbarer, Vorzüge, die das Verlangen nach rheinischer Ware begreiflich machen. Dabei ist aber zu berück⸗ sichtigen, daß die rheinische Produktion nur einen verhältnismäßig kleinen Teil des Bedarfs zu decken in der Lage ist, und daß daher der Osten zur Befriedigung des Kartoffelbedarfs stark herangezogen werden muß. Das ist ein Moment, das die Verbraucher im Westen begreifen lernen müssen. .

Im übrigen darf auch darauf hingewiesen werden, ieh in diesem Jahre zweifellos mit einem weit stärkeren Verbrauch von Kar⸗ toffeln zu rechnen sein wird (Zustimmung), und daß deshalb auch jetzt die Bestrebungen nach einer stärkeren Wintereindeckung im vollen Gange sind. Das ist ein Moment, das man bei der Beur⸗ teilung der ganzen Kartoffellage und den Klagen, die kommen, sehr wohl im Auge behalten muß. (Sehr richtig! bei den Deutsch⸗ nationalen.)

Zu einer Besorgnis und zu Angstkäufen, wie sie leider auch jetzt wieder vorgenommen werden, liegt nach dem Gesagten keine Ver⸗ anlassung vor, zumal im Gegensatz zum Vorjahre auch bereits erheb⸗ lich größere Mengen nach Maßgabe der Wagenübersichten an die Bedarfsstellen geleistet worden sind. Während im Vorjahr in der Zeit vom 13. September bis 1. November rund 136 000 Wagen ge⸗ stellt worden sind, sind in diesem Jahre bis zum gleichen Zeitpunkt bereits 219 000 Wagen abgerollt. (Hört, hört! rechts.) Legt man zu⸗ grunde, daß jeder Wagen etwa 250 Zentner enthält, so würde dies bedeuten, daß in diesem Jahre bis zum 1. November bereits 52 Mil⸗ lionen Zentner Kartoffeln bewegt worden sind, während im vorigen Jahre im gleichen Zeitraum die Ziffer nur 34 Millionen Zentner betrug. Im ganzen vorigen Jahre sind 46 Millionen Zentner ab⸗ geliefert worden. Wir haben also bereits bis zum 1. November dieses Jahres 18 Millionen Zentner Kartoffeln mehr als bis zum gleichen Zeitpunkt im Vorjahr und 6 Millionen Zentner mehr bewegt als

regierung nicht entschließen, da sie nach den gemachten Erfahrungen darin ein zweckmäßiges Mittel nicht zu erblicken vermag. (Sehr richtig! rechts.) Der Erfolg wäre höchstens der gewesen, daß der gesetzliche Höchstpreis auf dem Papier gestanden hätte, daß die Kar⸗ toffeln vom Markt verschwunden wären, während sie von Schiebern und Schleichhändlern ohne Rücksicht auf die Preise wieder hervor⸗ geholt worden wären. Es würde mithin im freien Verkehr nicht möglich gewesen sein, Kartoffeln zu erwerben, und dadurch wäre die Kartoffelversorgung zweifellos erheblich beeinträchtigt worden.

Desgleichen konnte die vielfach gewünschte und anscheinend auch vom Abgeordneten Leinert empfohlene Herabsetzung der Vertrags⸗ kartoffelpreise im Wege des Zwanges nicht angeordnet werden, da eine solche Regelung dem Erzeuger die Möglichkeit gegeben hätte, vom Vertrage zurückzutreten, wodurch aber der Zweck des ganzen Vertrags⸗ systems illusorisch gemacht worden wäre.

Dagegen erschien es, entsprechend dem einmütigen Wunsch der Spitzenverbände der Verbraucher, insbesondere der Gewerkschaften, der Landwirtschaft, des Handels, zweckmäßig, für den Preis der freien Kartoffel Richtlinien aufzustellen, und für die Einhaltung dieser Richt⸗ linien haben sich die landwirtschaftlichen Organisationen eingesetzt. Es ist meines Erachtens zweifellos, daß diese Richtlinien ein über⸗ mäßiges Anziehen der Preise im Herbst hintangehalten haben, und daß sie weiter dazu geführt haben, der minderbemittelten Bevölke⸗ rung in den ländlichen Ueberschußgebieten und in vielen Bedarfs⸗ gebieten, die in unmittelbarer Nachbarschaft von Produktionsgebieten liegen, Kartoffeln zu einem ermäßigten Preise zuzuführen.

Noch ein Wort über die Konzessionierung des Kartoffelhandels! In Ausführung der in der Sitzung vom 28. September gegebenen Amregung hat das Reichsministerium für Ernährung und Landwirt⸗ schaft zwecks Bekämpfung übermäßiger Preisüberbietungen den Re gierungen der Länder empfohlen, eine besondere Konzessionierung für den Kartoffelhandel einzuführen; denn die Unterstellung des allge⸗ meinen Lebensmittelhandels unter die Verordnung vom 24. Juni 1916 hat sich nicht als ausreichend erwiesen, um bestehende Mißstände zu beseitigen. Es erschien daher zweckmäßig, ebenso wie beim Fleisch, eine besondere Konzessionierung für den Kartoffelhandel einzuführen in der Weise, daß jeder, der mit Kartoffeln zu handeln beabsichtigt, eine besondere Erlaubnis einer von den Regierungen der Länder zu bestimmenden Behörde, sich zu beschaffen hat. Ich darf hierbei fest⸗ tellen, daß Preußen und die übrigen Länder eine devartige Ver⸗ ordnung bereits erlassen haben.

Von einem polnischen Konsortium hat die Reichskartoffelstelle eine Million Zentner Kartoffeln zum Preise von 25 Mark frei deutsche Grenze erworben, und es ist beabsichtigt, diese Kärtoffeln in der Hauptsache zur Belieferung von Erwerbslosen und Minder⸗ bemittelten zu verwenden. Die Lieferung dieser Kartoffeln wird nach Eintritt milderer Witterung beginnen. Auch wird beabsichtigt, dem Handel die Möglichkeit zur Einfuhr von Kartoffeln aus Polen mit Zustimmung der Reichskartoffelstelle zu gestatten, sofern es ihm ge⸗ lingt, die Kartoffeln zu einem angemessenen, unseren Markt günstig

im ganzen Vorjahr in der Zwangswirtschaft. (Hört, hört! rechts.) hsst lae. Preise hereinzuholen.

Ich darf hierbei darauf hinweisen, daß die Eisenbahnverkehrs⸗ verwaltung im Rahmen des Möglichen den Kartoffeltransporten jede Unterstützung angedeihen läßt. Die Schwierigkeiten sind aber außerordentlich groß. Wir stehen in enger Fühlung mit der Reichs⸗ verkehrsverwaltung und hoffen, auf eine wesentliche Steigerung auch der Transportmittel zu kommen, sobald wieder offenes Wetter einsetzt.

Was die Preisfrage anlangt, so darf betont werden, daß die Regierung ständig bemüht gewesen ist, ein übermäßiges Anziehen der Kartoffelpreise auf dem freien Markt hintanzuhalten. Sie hat zu diesem Zweck bereits im August die in Frage kommenden Stellen darauf hingewiesen, daß einerseits durch Angstkäufe des Publikums vermieden werden müsse, die Preise unnötig in die Höhe zu treiben, daß anderseits aber auch von seiten der Behörden gegen die wucherische Ausbeutung mit Nachdruck vorgegangen werden müsse.

In mehreren Besprechungen mit den führenden Organisationen habe ich gleich beim Uebergang von der gebundenen in die freie Wirtschaft betont, daß Landwirtschaft und Handel sich der gegen früher erhöhten Verantwortlichkeit bewußt sein müßten, und daß alles daran gesetzt werden müßte, um die Preissteigerung in erträg⸗ lichen Grenzen zu halten. Ich darf feststellen, daß die Führer der landwirtschaftlichen Organisationen volles Verständnis dafür bekundet haben, und daß es durch ersprießliches Zusammenarbeiten der Pro⸗ duzenten und Konsumenten in einer ganzen Reihe von Fällen ge⸗ lungen ist, die Kartoffeln für die minderbemittelte Bevölkerung zum Preise von 25 Mark zur Verfügung zu stellen.

Ich muß aber auch leider feststellen, daß gewisse Erzeuger und Händler glauben, es sei die Stunde für schrankenlose Preissteigerung gekommen ohne Rücksicht auf das Interesse der Verbraucher. Ich möchte keinen Zweifel darüber lassen, daß die Reichsregierung einem solchen Gebahren nicht untätig zusieht. Das Reichskabinett ist sich grundsätzlich darüber einig, daß die Notwendigkeit einer ver⸗ schärften Bekämpfung von Wucher und Schiebertum besteht, und wird ein gegenwärtig der Beratung unterliegendes Gesetz mit größter Be⸗ schleunigung fertigstellen und zur Vorlage bringen. (Bravol rechts.)

An die führenden Organisationen der Landwirtschaft und des Handels richte ich erneut die ernste Bitte, auch ihrerseits in der Be⸗ kämpfung unlauterer Elemente in ihren Reihen nicht nachzulassen und rücksichtslos jeden öffentlich an den Pranger zu stellen, der die Notlage des Volkes wucherisch ausbeutet. (Bravol rechts.)

Ich muß bei dieser Gelegenheit allerdings gegenüber einer weit verbreiteten irrigen Auffassung über die gegenwärtigen Kartoffel⸗ preise doch einmal darauf hinweisen, daß ein einwandfreies Urteil über die Preise nicht bei einem bloßen Vergleich der jetzigen Preise mit den früheren Preisen für die auf Marken bezogenen Kartoffeln gewonnen werden kann. Wie liegen denn die Dinge? Bei dem völlig unbefriedigenden Funktionieren der Zwangswirtschaft im vorigen Winter konnten oft wochenlang keine Kartoffeln verteilt werden, so daß die verbrauchende Bevölkerung in großen Scharen hamsternd auf das Land hinauszog und sich unter Ueberwindung vieler Mühen und Schwierigkeiten die Kartoffeln zu Preisen erwarb, die weit über dem heutigen Preis der Kartoffeln lagen. Preise von 70 bis 80 Mark für den Zentner waren keine Seltenheit hört, hört! rechts), und wenn man dann Fracht, versäumte Arbeitsgelegenheit und alles hinzu⸗ rechnet, kommt man nicht selten auf einen Preis von sogar über 100 Mark für den Zentner. *.

Es erscheint notwendig, zu betonen, daß die rückhaltlose Dar⸗ legung dieser wahren Verhältnisse das erste Gebot einer wirklichen und einwandfreien Aufklärung unseres Volkes ist. (Sehr richtig! rechts.)

Zu einer Festsetung von Höchstpreisen konnte sich die Reichs⸗

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Meine Damen und Herren, die bisherigen Ausführungen dürften ergeben haben, daß zur Besorgnis und zu einer zu pessimistischen Be⸗ trachtung der Lage kein Anlaß vorliegt. Voraussetzung ist jedoch, daß von der Bevölkerung Ruhe bewahrt wird und daß insbesondae alle Stellen, die den Transport überwachen, sich jeder eigenmächtigen Gm⸗ wirkung und jedes selbständigen Eingriffs in die Transporte en· halten. (Sehr richtig! bei den Deutschnationalen.) Auf diese Weise wird nur die Kartoffelversorgung aufs schwerste gefährdet werden können. Nur durch das einmütige und verständnisvolle Zusammen⸗ wirken aller Kreise wird es uns möglich sein, über die unleugbaren Schwierigkeiten der Uebergangszeit hinwegzukommen. (Bravo! bei den Deutschnationalen und im Zentrum.)

Verkehrswesen.

Der Berliner Elektrizitätsstreik und die Post⸗ beförderung. Der Streik der Berliner Elektrizitätsarbeiter und neuerdings der Straßenbahner stört den Berliner Postbetrieb ganz empfindlich. Zunächst mußte vom 6. November ab infolge Unter⸗ brechung des elektrischen Lichts der Dienstbetrieb von 5 Uhr Nach⸗ mittags bis 7 Uhr Vormittags vollständig eingestellt werden. Da sich der Postbeförderungsdienst zum weitaus größten Teil während der Abend⸗ und Nachtstunden abwickelt, läßt sich ohne weiteres er⸗ messen, welche Stockungen seitdem in dem genau ineinandergreifenden Netze von Posteinrichtungen hervorgerufen worden sind, nament⸗ lich aber im Paͤckereiverkehr, weil hier die für den Massenbetrieb bestimmte Beförderung durch Straßenbahnzüge jetzt gänzlich ausfällt. Infolgedessen häufen sich die auf den Bahn⸗ bespostanstalten ankommenden Paketmassen an, verstopfen die Bahn⸗ höfe und erleiden erhebliche Verspätungen. Gerade die für die Er⸗ nährung so wichtigen Pakete mit Lebensmitteln müssen in Mengen verderben. Die Bevölkerung von Groß Berlin leidet weiter empfindlich unter der unregelmäßigen und bedeutend verspäteten Zu⸗ stellung nicht nur der Pakete, sondern auch der Briefe, Zeitungen, Telegramme und Rohrpostsendungen, denn bei Eintritt der Dunkelhett werden jetzt die meisten Häuser geschlossen, eine Bestellung kann also nicht mehr stattfinden. Die durch den Streik hervorgerufenen Stockungen im Postverkehr bleiben jedoch nicht auf Groß Berlin beschränkt; sie pflanzen sich wellenartig auf das ganze Reich fort. Bei der zentralen Lage Berlins werden sonst die Sen⸗ dungen von West nach Ost und in umgekehrter Richtung sowie zum größten Teil auch zwischen Nord und Süd in Berlin von Bahnhof zu Bahnhof mittels Straßenbahn und nur zum geringen Teil durch Gefpanne umgeleitet. Mangelt es deshalb an dem Hauptverkehrs⸗ mittel, der Straßenbahn, so kann von einem geordneten Verkehr nicht mehr die Rede sein. Selbst nach Wiedereintritt normaler Verkehrs⸗ verhältnisse werden noch verschiedene Tage vergehen, ehe alle auf den Bahnhöfen angehäuften Paketmassen abbefördert sind. Die Poßt verwaltung ist zwar nach Möglichkeit bestrebt, den Verkehr aufrecht

u halten. Bei einer derartig einschneidenden Streikbewegung vermag sie jedoch der von allen Seiten auf sie eindrängenden Schwisrigkeiten

nicht Herr zu werden.

Flugpostverhindung Frankfurt (Main) Lörrach mit Postanschluß nach Basel. Vom 11. No⸗ vember an wird von der Badischen Luftverkehrsgesellschaft, Oos (Baden), eine tägliche Flugpostverbindung Frankfurt (Main)— Lörrach mit Zwischenlandung in Mannheim und Karlsruhe (Baden) her⸗ estellt. Abflug Frankfurt (Main) 7,45, ab Mannheim 8,40, ab arlsruhe 9,25, an Lörrach 10,30. Zurück ab Lörrach 11,00, ab Karlsruhe 12,20, ab Mannheim 1,5, an Frankfurt (Main) 1,45. Zwischen Lörrach und Basel werden Postans lußverbindungen ein⸗ gerichtet. Nach der Schweiz und Italien sind Briefe, Postkarten und Drucksachen als Flugpostsendungen zulässig. Die Flugzuschläge sind dieselben wie im übrigen Auslandsflugverkehr. Eine gewöhnliche Flugpostkarte nach der Schweiz kostet also z. B. 40 + 40 = 80

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bedeutend erhöhte Zahlen.

Handel und Gewerbe.

Die Gesamtsumme der im Umlauf befindlichen Berliner fandbri efe, einschließlich der der Sicherheitsmasse und der fandbriefkasse des Instituts gehörigen Stücke, betrug Ende Oktober 920 insgesamt 297 905 300 ℳ, gegen 292 284 100 im Vorjahre.

In der Zeit vom 1. November 1919 bis 31. Oktober 1920 sind

f1g und Naechbeleihan worden. on den auf diese Meldungen hin genehmigten ihungen sind

14 668 200 noch nicht n 8 8 dühe

Die Elektrolytkupfer⸗Notierung der Vereinigun für deutsche Elektrolptkupfernotiz stellt sich lauf Meldung 8 des „W. T. B.“ vom 11. d. M. auf 3012 für 100 kg.

Wiederaufnahme des deutschen Schiffs⸗ verkehrs mit England. Das Verkehrsbüro der Handels⸗ kammer zu Berlin weist die beteiligten Verfrachter darauf hin, daß seit einiger Zeit wieder ein regelmäßiger Dampferverkehr zwischen Bremen und Hull und umgekehrt besteht, den eine deutsche Reederei mit deutschen S iffen unterhält. Hull ist an der englischen Ostküste der wichtigste Hafen für Nordengland und das mittelenglische Industrien⸗ zentrum, so daß diese Verbindung für die Wiederaufnahme des Handels⸗ mit England eine außerordentliche Bedeutung gewinnen wird. Den Verladern kann im Interesse der deutschen Volkzwirtschaft und der Wiedererstarkung der deutschen Handelsflotte die Benutzung deuts Schiffahrtslinien nicht warm genug empfohlen werden, zumal da sie vielfach auch günstigere Frachtraten bieten. Näheres ist im Verkehrsbüro der Handelskammer zu Berlin, Berlin C. 2, Klosterstraße 41, oder bei geeigneten Speditionsfirmen oder der Reederei selbst zu erfahren.

Das österreichische Staatsamt der Finanzen hat laut Meldung des „W. T. B.“ angeordnet, daß auf Güud des deutsch⸗österreichischen Uebereinkommens zur Regelung gewisser finanzieller Fragen vom 1. September des Jahres, Punkt 6, nunmehr den deutschen Reichsangehörigen der Besitz von altausländischen Wertpapieren ohne ücksicht 5 ihren in⸗ oder ausländischen Wohnsitz von der in dem öster⸗

chischen Gesetz vom 4. Juli 1919, Staatsgesetzblatt Nr. 353, an⸗

eordneten Ablieferung freigelassen werde, wofern sie die betreffenden Vertpapiere schon am 10. Juli 1919 im Besitz hatten und diese nicht etwa erst nachher erworben haben. Die Gesuche sind bis spätestens zum 20. November des Jahres bei der Oesterreichischen Devisenzentrale, Abteilung für ausländische Wertpapiere, Wien 1, Börsegasse 11, einzureichen.

In der gestrigen Aufsichtsratssitzung der Commerz⸗ und Privatbank, Actiengesellschaft, Berlin, wurde laut Mel⸗ dung des „W. T. B.“ die Bilanz für das erste Semester 1920 vorgelegt. Die auf die Verschmelzung mit der Mitteldeutschen 1 A. G. gesetzten Erwartungen haben sich in vollem Um⸗ ange erfüllt. Das Geschäft hat auf allen Gebieten eine erhebliche Ausdehnung erfahren, und die Gewinnkonten zeigen dementsprechend

Jedoch sind auch die Unkosten sehr stark gestiegen.

Die in gestriger Nummer (I. Beil.) des „R.⸗A.“ enthaltene Meldung aus Hamburg bezieht sich laut Berichtigung des „W. T. B.“ auf die außerordentliche Generalversammlung der Deutschen Waren⸗ Treuhand⸗Gesellschaft (nicht der Deutschen Treuhandgesellschaft).

Wien, 11. November. (W. T. B.) In der heutigen Sitzung des Verwaltungsrats der Südbahngesellschaft berichtete Generaldirektor Fall über seine mit der italienischen Regierung in Rom gepflogenen Besprechungen. Die Konferenzen der vier an der Südbahn territorial beteiligten Staaten mit der Association Nationale und der Südbahn sollen noch im November in Paris beginnen. Die

französische Regierung habe die vier beteiligten Regierungen zur Ent⸗ sendung von Delegierten für diese Konferenzen bereits eingeladen.

Wagengestell für Kohle, Koks und Briketts

am 10. November 1920.

Ruhrrevier Oberschlesisches Revier Anzahl der Wagen

21 284 1 715

20 550

Gestellt..

Nicht gestellt.

Beladen zurück⸗ geliefert.

Berichte von auswärtigen Wertpapiermärkten.

Frankfurt a. M., 11. November. (Abendbörse.) (W. T. B.) Bei ziemlich lebhaftem Geschäft wurden Harpener in Foßen Posten F Der Kurs schwankte zwischen 528 und 535. Buderus

lieben weiter gesucht, 632; ebenso fanden Rheinstahl mit 518 rege Beachtung. Nicht so dreben aber doch ziemlich lebhaften Verkehr wiesen Phönix bei 605, Oberbedarf bei 323 bis 325, Deutsch Luxemburger bei 409,50 und Gelsenkirchen bei 399 auf. Elektrowerte waren im allgemeinen ruhiger, teil⸗

E

1. Untersuchungssachen. 2 Futeghie Verlust⸗ u. Fundsachen, Zustellungen u. dergl. 3. Verkäufe, Verpachtungen, Verdingungen ꝛc.

4 Verlosung ꝛc. von Wertpapieren.

5. K ften auf Aktien u. ommanditgesellschaften auf Aktien u. Aktiengesellschaften. dem wir

22☛ Befristete Anzeigen müssen drei Tage

weise schwächer. Felten Guillaume notierten 498, Deutsch Uebersee 1245, aber Allgemeine Elektrizitätsaktien lagen fester bei einem Kurse von 339. Lahmeyer stellten sich auf 260, Licht und Kraft auf 229, Chemische Albert auf 1080 und Rütgerswerke auf 445. Schantungbahn wurden mit 630, Hapag mit 199,75, Norddeutscher Lloyd mit 192,50 notiert. Auslandspapiere unterlagen einer schwächeren Tendenz. Mexikaner waren auf Gerüchte über den Ausbruch einer Revolution stärker schwankend, später aber wieder mäßig befestigt auf Dementi dieser Nachricht. 5 % Goldmexikaner 955, 5 % Silbermexikaner schwankten zwischen 693 und 685, 4 ½ % Irrigationsanleihe 590, 5 % Tehuantepee 585 bis 588, 3 % Mexikaner 439,75. Oesterreichische Kreditanstalt notierte auf Wiener Anregung 82 ¼, Diskontogesell⸗ schaft 253; Kassaindustriewerte verfolgten bei lebhaftem Geschäft steigende Richtung. Hirsch Kupfer 465. Devisen unterlagen einer mäßigen Abschwächung. Brüssel 533, Holland 2555, London 293, Paris 503, Schweiz 1325, Italien 292,50 Nkw York 86,50.

Leipzig, 11. November. (W. T. B.) Sächsische Rente 56,50, Bank für Grundbesitz 139,00, Chemnitzer Bankverein —,—, Ludwig Hupfeld 499,00, Piano Zimmermann 454,00, Sächs. Emaillier⸗ u. Stanzwerke vorm. Gebr. Gnüchtel 424,00, Stöhr u. Co. 590,00, Thür. Wollgarnspinnerei 519,00, Sächs. Wollgf. vorm. Tittel u. Krüger 420,00, Chemnitzer Zimmermann 240,00, Peniger Maschinenfabrik 184,50, Leipziger Werkzeug Pittler u. Co. 436,00, Leipziger Kammgarnspinnerei 490,00, Hugo Schneider 340,00, Wurzner Kunstmühle vorm. Krietsch 182,00, Halle Zucker 382,75, Fritz Schulz jun. 383,00, Riebeck u. Co. 235,00.

Köln, 11. November. (W. T. B.) Englische Noten 293,50 bis 294,75, Französische Noten 501,00 504,00, Belgische Noten 531,00 bis 534,00, Holländische Noten 2590,00 2610,00, Rumänische Noten 125,00 126,00, Amerikanische Noten 86,25 86,50, Schweiz. Noten 1320,00 1330,00, Italienische Noten 292,00 295,00, Stockholmer Noten —,—. Amerkkanische Kabelauszahlung —,—.

Hamburg, 11. November. (W. T. B.) Börsenschlußkurse. Deutsch⸗Australische Dampfschiff⸗Gesellschaft 236,00 G., 240,00 B., Hapag 196,25 199,25 bez., Hamburg⸗Südamerika 317,50 323,00 bez., Norddeutscher Llord 199,50 193,50 bez., Vereinigte Elbeschiffahrt 315,00 bis 319,00 bez. Schantungbahn 619,50 bis 631,00 bez., Brasilianische Bank 699,00 bis 705,00 bez., Commerz⸗ und Privat⸗ Bank 192,25 G., 194 25 B., Vereinsbank 218,50 G., 220,50 B., Schuckert ult. 298,00 bis 299,50 bez., Alsen⸗Portland⸗Zement —,— G., —,— B., Anglo⸗Continental —,— G., —,— B., Asbest Calmon —,— G. —,— B., Dynamit Nobel —,— G., —,— B., Gerbstoff Renner —,— G., —,— B., Norddeutsche Jutespinnerei —,— G., —,— B., Harburg⸗Wiener Gummi —,— G., B., Slomann Salpeter 3450,00 G., 3500,00 B., Neuguinea 790,00 800,00 pez., Otavi⸗Minen⸗Aktien 860,00 G., 870,00 B., do. Genußsch. 700,00˙ G., 720,00 B. Tendenz: Fest.

Wien, 11. November. (W. T. B.) Nach der gestrigen Ab⸗ schwächung erfolgte heute eine neuerliche Steigerung der fremden Zahlungsmittel. Namentlich brachten Dollarnoten, italienische und rumänische Valuten sowie westeuropäische Devisen nicht nur ihre gestrigen Einbußen wieder ein, sondern erfuhren noch darüber hinaus namhafte Höherbewertungen. Im Zusammen⸗ hange damit bildeten naturgemäß valutarische Papiere den Ge⸗ genstand lebhafter Nachfrage, sonst aber waren dem Verkehr durch die bevorstehende viertägige Geschäftsvause von vornherein enge Grenzen gezogen. Erst gegen Schluß nahmen leitende Kulissenwerte auf Wochendeckungen und infolge des niedrigen Züricher Kronenkurses einen Anlauf zur Aufwärtsbewegung. Auf dem Anlagemarkte waren Notenrenten um ¾ vH gebessert. Die nächste Fondsbörse findet am 16. November statt. b

Wien, 11. November. (W. T. B.) Türkische Lose 3000,00, Staats⸗ bahn 5000,00, Südbahn 1925,00, Oesterreichische Kredit 1123,00, Ungarische Kredit 1757,00, Anglobank 1100,00, Unionbank 947,00, Bankverein 1098,00, Länderbank 1850,00, Oesterreichisch⸗Ungarische Bank 5408,00, Alpine Montan 5575,00, Prager Eisen 12350,00, Rima Muranyver 4168,00, Skodawerke 3275,00, Salgokohlen 7790,00, Brüxer Kohlen 9180,00, Galizia 31900,00, Waffen 4480,00, Llovyd⸗Aktien 30000,00, Poldihütte 4100,00, Daimler 1448,00, Oester⸗ reichische Goldrente —,—, Oesterreichische Kronenrente 99,00, Februar⸗ rente 99,00, Mairente 98,75, Ungarische Goldrente —,—, Ungarische Kronenrente 109,00, Veitscher —,—, Siemens⸗Schuckert 1885,00.

Prag, 11. November. (W. T. B.) Notierungen der Devisen⸗ zentrale: Berlin 114,25 G., Marknoten 114,25 G., Wien 17,05 G. Freitag, 12. November, Nationalfeiertag. Montag, 15. November, Leopoldstag. Die Börse bleibt an diesen Tagen geschlossen.

London, 10. November. (W.T. B.) 2 ½ % Englische Konsols 45 ⅞, 5 % Argentinier von 1886 90, 4 % Brasilianer von 1889 45, 4 % Japaner von 1899 60, 5 % Mexikanische Goldanleihe von 1899 60, 3 % Portugiesen 26 ½, 5 % Russen von 1906 22 ½, 4 ½ % Russen von 1900 18, Baltimore and Ohio 63, Canadian Pacific 176, Pennsylvania 61, Southern Pacific 162, Union Pacific 185 ½, United States Steel Corporation 122, Rio Tinto 28, De Beers 16 ½, Goldfields 15⁄16, Randmines 2 ⁄. 4 % fundierte Kriegsanleihe 68, 5 % Kriegsanleihe 8218⁄16, 4 % Siegesanleihe 73 7 %.

Amsterdam, 11. November. (W. T. B.) Wechsel auf London 11,23 ½, Wechsel auf Berlin 3,82 ½, Wechsel auf Paris 19,35, Wechsel auf Schweiz 51,40, Wechsel auf Wien 0,92 ½, Wechsel auf Kopenhagen

H. erhoben.

44,25, Wechsel auf Stockholm 63,25, Wechsel auf Christiania 44,25, Wechsel auf New York 335,25, Wechsel auf Brüssel 20,55, Wechsel auf Madrid 41,75, Wechsel auf Italien 11,50. 5 % Niederländische Staatsanleihe von 1915 83,25, 3 % Niederländ. Staatsanleihe 52 Königlich Niederländ. Petroleum 734,50, Holland⸗Amerika⸗Linie 337,06, Atchison, Topeka u. Santa —,—, Rock Island —,—, Southern Pacific 150,50, Southern Railway 38 ⁄, Union Pacific 164,00, Anaconda 132,75, United States Steel Corp. 111,25. Behauptet. Amsterdam, 11. November. (Mitgeteilt durch die von der S Bank.) (W. T. B.) Wechsel auf London 11,34, zerlin 3,77 ½, Paris 19,30, Schweiz 51,40, Wien 0,91, Kopenhagen 44,20, Stockholm 63,10, Christiania 44,20, New York 333,50, Brüssel 20,50, Madrid —,—, Italien 11,40.

Kopenhagen, 11. November. (W. T. B.) London 25,72, do. auf New York 761,00, do. auf Hamburg 9,10, do. auf Paris 44,25, do. auf Antwerpen 47,50, do. auf Zürich 116,75, do. auf Amsterdam 227,00, do. auf Stockholm 143,50, do. auf Christiania 100,25, do. auf Helsingfors 17,25.

Stockholm, 11. November. (W.T. B.) Sichtwechsel auf London 17,95, do. auf Berlin 6,15, do. auf Paris 31,00, do. auf Brüssel 33,00, do. auf schweiz. Plätze 81,25, do. auf Amsterdam 158,30 do. auf Kopenhagen 70,00, do. auf Christiania 70,00, do. auf Washington 529,00, do. auf Helsingfors 11,65. 8

Christiania, 11. November. (W. T. B.) Sichtwechsel auf London 25,68, do. auf Hamburg 8,85, do. auf Paris 44,50, do. auf New York 7,57, do. auf Helsingfors 16,75, do. auf Antwerpen 47,00, do. auf Stock⸗ holm 143,50, do. auf Kopenhagen 100,00.

New York, 11. November. (W. T. B.) Bei Eröffnung der Fondsbörse ließ die Tendenz Einheitlichkeit vermissen. Es kam dann zunächst zu einer Aufwärtsbewegung der Kurse infolge von Käufen Im weiteren Verlaufe bewirkten Liquidationen und der wieder schwächere Stand des englischen Wechselkurses eine Abschwächung. Die Börse schloß in gedrückter Stimmung. 830 000 Stück Aktien wechselten den Besitzer. Geldsätze 7—8, Wechsel auf London Cable Transfers 3,36,00, Wechsel auf London (60 Tage) 3,31,75, Wechsel auf Paris 5,69, Wechsel auf Berlin 1,13, Wechsel auf Belgien 7,08, Wechsel auf Madrid land 80 ⅞, Silber Inland 99 ½, Atchison Topeka u. Santa 87 Atchison Topeka u. Santa pref. 77, Baltimore u. Ohio 43 ½ Canadian Pacific 121, Chesapeake u. Ohio 66 ½, Chicago, Milwaukee u. St. Paul 39 ⅞, Chicago, Rock Island u. Pacific 337 %, Denver und Rio Grande 1 ¼, Erie 161 , Great Northern pref. 878 ⅞, Illinois Central 90, Interborough Consolidated Corporation 32 Kansas City u. Southern 22 ¼, Kansas City u. Southern pref 46 ½, Louisville u. Nashville 104 ½, Missouri Kansas u. Texas 4, Missouri Pacific 25 National Railways of Mexiko 2nd pref. 6 1, New York Central u. Hudson River 80, New York Ontario u. Western 20 ¾, Norfolk u. Western 97, Northern Pacific 90 ¾, Pennsylvania 417 ⁄, Reading 96, St. Louis u. San Francisco 265 ⅞, Southern 27 ½3, Southern Pacific 112 ¼, Texas Pacific 23 ½, Union Pacific 124 ⅜, Wabash pref. 27 ¼. American Can 26 ¾, American Hide u. Leather 9, American Hide u. American Smelting u. Refining 54, Anaconda Copper Mining 47¾ Bethlehem Steel Corporation „B“ 61 ¼, Central Leather 39 International Mercantile Marine 15 ⅛,

in Spezialwerten.

do. auf Amsterdam 226,25, do. auf Zürich 116,50,

Wechsel auf Schweiz 15,28, 12,27, Wechsel auf Rom 3,40, Silber, Aus⸗

American Car u. Foundry 128, Leather pref. 55 ½,

Sichtwechsel auf

International Mercantile

Marine pref. 58 ½, Studebaker Corporation 50 8, United States 8

Steel Corporation 83 ½, United States Steel Corporation pref. 105 ½, Aktienumsatz 830 000.

Berichte von auswärtigen Warenmärkten.

London, 10. November. (W. T. B.) Heute wurden auf der llauktion 10 712 Ballen angeboten. Feine und mittlere

Merinosorten wurden zu den gleichen Notierungen verkauft wie gestern. 8

Andere Sorten wurden meist zurückgezogen.

London, 11. November. auktion waren 12 880 Ballen angeboten. Der Absatz war matt. Die Preise waren gegen den Eröffnungstag unverändert.

Liverpool, 10. November. (W. T. B.) Baumwolle. Umsatz 7000 Ballen, Einfuhr 5000 Ballen, davon amerikanische Baumwolle —,— Ballen. November 14,18, Dezember 14,12, Januar 13,96. Amertkkanische sowie brasilianische 50, ägyptische 100 Punkte niedriger.

Liverpool, 11. November. (W. T. B.) Baamwolle. Umsatz —,— Ballen, Einfuhr 39 300 Ballen, davon amerikantsche Baumwolle —,— Ballen. November 14,28, Dezember 14,22, Januar 14,05. Amerikanische und brasilianische 43 Punkte höher, ägyptische unverändert.

„Bradford, 11. November. (W. T. B.) Am Wollmarkt wies das Geschäft trotz der den Käufern günstigen Tendenz keine Besserung auf. 3

New York, 10. November. (W. T. B.) Die unerledigten Aufträge der United States Steel⸗Corporation be⸗ trugen am 1. November 9 837 000 t gegen 10 375 000 t im Vor⸗ monat, 6 437 000 t zur gleichen Zeit des Jahres 1919, 8 353 000 t 1918 und 9 010 000 t im Jahre 1917.

6. Erwerbs⸗ und Wirtschaftsgenossenschaften.

7. Niederlassung ꝛc. von Rechtsanwälten.

8. Unfall⸗ und Invaliditäts⸗ ꝛc. Versicherung.

9. Bankausweise.

10. Verschiedene Bekanntmachungen. 11. Privatanzeigen.

Offentlicher Anzei ffentlicher Anzeiger. Anzeigenpreis für den Raum einer 5 gespaltenen Einheitszeile 2 ℳ. Außer⸗ d auf den Anzeigenpreis ein Teuerungszuschlag von 80 v.

———————— % dem Einrückungstermin bei der Geschäftsstelle eingegangen sein. Ml

1) Untersuchungs⸗ sachen.

[82381] Beschluß. In der Strafsache gegen den Musketier iry Petersen der 11. Kompagnie

beantragt. Donnerstag,

Gericht,

Serie 47 Lit. B Nr. 1488 über 1000 Der Inhaber der Urkunde wird aufgefordert, spätestens in dem auf am den 23. Juni 1921, Vorm. 11 Ühr, vor dem unterzeichneten II. Stock, Zimmer 114, raumten Aufgebotstermine seine Rechte anzumelden und die Urkunde vorzulegen, widrigenfalls die Kraftloserklärung der

Reichsschatzanweisungen, Reihe 411, Nrn. 9124 bis 29 über je 1000 ℳ, fällig 20. September 1920, verboten, an einen anderen Inhaber als die oben⸗ enannte Antragstellerin eine Leistung zu ewirken. Berlin, den 9. November 1920.

Amtsgericht Berlin⸗Mitte. Abteilung 83.

[82682]

anbe⸗

[60698]

Bekanntmachung. 5. Nr. Abhanden gekommen: 1000 Deutsche Petroleum⸗Aktien Nr. 4300 = 1/1000. 6. Berlin, den 11. November 1920. Der Abteilung IV. Wertpapiersperrstelle.

Aufgebot. Der von uns unter dem 29.

1 479 567, Ploß, Mathilde. über 198, aus Chemnitz, Nr. 3 929 039, Hofer, Elisabeth, v. 27. August 1918 über 190, aus Selb b. Hof,

Erkennungsdienst. 7. Nr. 1 931 858, Götz, Marie, v Wp. 282/20. 2. April 1913 über 276, aus Wöhr b. Neustadt uli 1905 „8.,Nr. ,3 984 912, Braun, Karl. ä

olizeipräsident.

nfanterieregiments Nr. 96, z. Zt. unbe⸗ annten Aufenthalts, wegen Fahnenflucht, wird die Fahnenfluchtserklärung und Be⸗ schlagnahmeverfügung des Gerichts der 38. Division vom 26. Juni 1913 auf⸗ gehoben. Altona, den 25. Oktober 1920. Das Landgericht. Strafkammer I. Oppenheimer. Jebsen. chnidt⸗Pychsen.

———

2) Auf ebote, Ver⸗ lust⸗und Fundsachen, Zustellungen u. dergl.

[81975] Aufgebot. Die Bank für Handel und Industrie sh Stuttgart hat namens ihrer Depositenkasse in Stuttgart, Tübinger Straße, das Aufgebot des Pfandbriefs der Rheinischen Hypothelenbank Mannheim

Urkunde erfolgen wird. Zahlungssperre. Auf Antrag der Bank für Handel und Industrie, Filiale Stuttgart, Depositenkasse, wird der Rheini⸗ schen Hypothekenbank in Mannheim und der Rheinischen Kreditbank in Mannheim als Zahlstelle verboten, an den Inhaber des Pfandbriefs der Rheinischen Hypo⸗ thekenbank Mannheim Serie 47 Lit. B Nr. 1488 über 1000 eine Leistung zu bewirken, insbesondere neue Zins⸗, Renten⸗ oder Gewinnanteilscheine oder einen Er⸗ neuerungsschein auszugeben. Mannheim. Amtsgericht. B. G. 9. Karlowa.

[82388) Die Zabluggs peree über die 5 % Reichs⸗ schuldverschrei vr Nrn. 225 649 bis 650 über je 200 ist aufgehoben. Amtsgericht Berlin⸗Mitte. Abteilung 83.

[826811 Zaͤhlungssperre. 8

Auf Antrag der N öecen Nürnberg wird der Reichsschuldenver⸗ waltung in Berlin betreffs der an eb⸗ lich alhandengekommenen

[82389]

Die Zahbungssgeee⸗ vom 16. Januar 1919 über die Schuldverschreibung der 5 % Reichsanleihe von 1915, 2,O., Lit. E Nr. 3 613 957 über 200 ist auf⸗ gehoben. 154 F. 955. 18.

Berlin, den 6. Oktober 1920.

Amtsgericht Berlin⸗Mitte. Abteilung 154.

[82390] .

Die Zahlungssperre vom 24. Juni 1919 über die Reichsschuldverschreibung der 50 % Kriegsanleihe des Deutschen Reichs Lit. D Nr. 6 313 343 über 1000 ist aufgehoben worden. 154. F. 840. 19.

Berlin, den 6. Oktober 1920. Amtsgericht Berlin⸗Mitte. Abteilung 154.

[82391] 1

Die Zahlungssperre vom 15. Angust 1919 über die Schuldverschreibung der 5 % Anleihe des Deutschen Reichs, Kriegs⸗ anleihe von 1917 Lit. D Nr. 7 588 639 über 500 ist aufgehoben worden. 154 F. 1048. 19.

Berlin, den 6. Oktober 1920.

Amtsgericht Berlin⸗Mitte. Abteilung 154.

ausgefertigte Versicherungsschein Nr. 286 530 über 60 3 rete Wolff in Charlottenburg, geb. am 19. Dezember 1902, ist abhanden ge⸗ kommen. Der gegenwärtige Inhaber des Scheins wird aufgefordert, sich binnen sechs Monaten bei uns zu melden, widrigenfalls der Schein für kraftle er⸗ klärt und eine neue Ausfertigung erteilt wird. Berlin, den 2. September 1920. Victoria zu Berlin Allgemeine Bersicherungs⸗Actien⸗Gesellschaft. Dr. Utech, Generaldirektor.

[82299] Aufruf. 3 Nachstehende von uns ausgefertigte nb erungsscheine sind in Verlust ge⸗ raten: 2. April 1909 über 124, aus Schönbach, 2. Nr. 1 053,366, Meyer, August, v. 17. September 1909 über 74, aus Aue, 3. Nr. 1 055 250, Mädler, Lina, v. 9. Juli 1910 über 74, aus Steingrub, 4 Nr. 1 054 631, Schmidt, Karl, v.

2. April 1919 über 285, aus Sel

b. Ho 9 0h auf das deben der Marga. b. 09. 1000 822, Schtndler, Eljabeth.,

v. 29. Januar 1911 über 76, aus Ochsenfurt, Nr. 1 944 733, Schindler, Martin, v. 22. Januar 1914 über 156, aus Ochsenfurt,

10. Nr. 1 087 928/1 088 001 Schrenk, Johanna, v. 12. 140 bezw. 194, aus München,

12. Februar 1915 über. 252, aus München 12. Nr. 3 930 782, Horath, Margarethe

v. 22. Oktober 1918 über

Naila b. Hof,

27. August 19 14. Nr. 3 932 890/1, Böhm, Nikol und Sabine. v. 8. Januar 1919 über

15. Nr. 9164/1 920 363, Ringle, Elis⸗ beth, v. 15. Januar 1910 über 76 aus Kaiserslautern,

16. Pol. Nr. 1 063 459, Krippendorf, Mathilde, v. 13. August 1909 über 78,

26. März 1908 über 78,

aus Hofeck.

ovember 1910 über 11. Nr. 1 955 884, Kofler, Marie, v.

13. Nr. 39 725, Böhm, Minna, v. über 148, aus Hof i. B.

292 bezw. 297, aus Naila b. 8 G Llisa

(W. T. B.) Auf der Woll⸗

1