1920 / 268 p. 3 (Deutscher Reichsanzeiger, Thu, 25 Nov 1920 18:00:01 GMT) scan diff

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en Verbände die Verantwortung für alle grundsätzlichen haben. Der Rechenschaftsbericht enthielt die die Vereinsarbeit und brachte genaue An⸗ roßartige Liebesarbeit der Deutschen Frauen im Ausland, vor allem der „Deutschen Frauenbhilfe in Buenos Aires“ und der demtschen Frauen in Windhuk, die den Vaterländischen Frauen⸗Vexein mit der Ausführung ihrer Wünsche und mit der Verteilung ihrer Gaben beauftragt hatten. Besonderer Dank wurde auch dem Automobilfabrikanten Ford aus New York, der im Frübling dieses Jahres eintausend Kisten dänischer Milch zur Verteilung überwiesen hatte, ausgesprochen. Dem Kassen⸗ bericht folgten Berichte aus einzelnen Vereinsgebieten, die von werk⸗ tätigster Arbeit trotz schwierigster äußerer Verhältnisse Kunde gaben.

treter der gr mitzutragen inzelheiten über gaben über die

Ein dringender Appell, den notleidenden Studenten zu zelfen, und, wie in der Kriegszeit, auch dieses Jahr den in den Versorgungslazaretten noch jetzt liegenden tapferen Kämpfern aus dem Weltkrieg den Weihnachtsbaum a 7

warmen Widerhall. v

Die Fahrt zur Volksabstimmung schlesien. Der Deutsche Schutzbund teilt durch „W. mit: Die Stimmberechtigten,

die in Schlesien außerhalb d

Abstimmungsgebieies wohnen, haben damit zu rechnen, daß sie infolge ihrer Teilnahme an der Volksabstimmung sieben Tage von ihrem Wohnsitz entfernt bledben müssen. Bei den Abstimmungsberechtigten, die in den anderen Teilen des Reiches wohnen, wird die Abwesenheik vom Wahnort im Durchschnitt zw ölf Tage be⸗ tragen. Danach muß sich jeder Reisende mit dem Gevpäck ein⸗ richten, das er mit auf den Weg nimmt. Man vergesse nichts Notwendiges (Seife, Handtuch, Eßgeschirr, Besteck). Man ver⸗ meide alles Ueberflüssige. Kostenfrei wird nur Handgepäck befördert. Die Mitnahme von Waffen ist strengstens untersagt. Reise⸗ begleiter für alte, kranke und kriegsbeschädigte Stimmberechtigte 822 durch Vermittlung der Vereinigten Verbände heimattreuer Oberschlesier aus den Reihen der Abstimmungsberechtigten be⸗ schafft. Nicht stimmberechtigte Persönlichkeiten können als Reise⸗ begleiter in den Sonderzügen überhaupt nicht befördert werden, in den Zügen des öffentlichen Verkehrs müssen sie Fahrkarten auf eigene Kosten lösen und sich außerdem eine Einreife⸗Er⸗ laubnis beschaffken. Kinder können auf die Reise nicht mitgenommen werden. Für Umterbringung und Betreuung allein zuruͤckbleibender Kinder und Familienmitglieder wird im Wohnort nach Möglichkeit geforgt werden. Kostenfreie V ersiche⸗ rung genießt jeder Stimmberechtigte in folgendem Umfange: Unfall⸗ versicherung, worin die Unfälle ausdrücklich eingeschlossen sind, die aus Anlaß bürgerlicher Unruben entstehen, bis zur Höhe von 10 000 im Falle der Ganzinvalidität oder des Todes, bei teilweiser Invalidität mit entsprechendem Prozentsatz, bei Unterbrechung der Erwerbsfähigkeit infolge des Unfalles mit 5 täglicher Entschädigung bis zur Dauer eines Jahres. Eine Erhöhung der Sätze für die Unfallversicherung ist in Aussicht genommen. Gegen Verlust des Reisegepäcks ist jeder Abstimmungsberechtigte bis zur Höhe von 1000 versichert. Ueber die freie Reise, Verpflegung und Unterkunft hinaus werden im Be⸗ darfsfalle aus den Mitteln der „Grenz⸗Svrende“, die die Ge⸗ samtkosten bestreitet, auch Reiseunterstützungen gezahlt. Die Auszahlung erfolgt durch die Ortsgruppen der Vereinigten Verbände heimattreuer Oberschlesier. Alle Anträge auf Unter⸗ stützung und auf Barzahlungen jeder Art müssen vor An⸗ ritt der Reise gestellt und und bewilligt sein. Der Verzicht auf Sachleistungen der Abstimmungsorganisationen gibt

ch auf Ersatz in Geld. Alle Beamten, Ange⸗

tellten und Arbeiter im Reichs⸗, Staats⸗ und Kommunaldienst erbalten für die Volksabstimmung Sonder⸗ rlaub unter Forthezahlung der Gehälter oder Löhne. Ebenso wird die Erwerbslosenunterstützung weitergezahlt, wenn er Nachweis der Teilnahme an der Abstimmung erbracht wird. Für Angestellte und Arbeiter im Privatdienst wird ebenfalls Sonder⸗ urlaub unter Fortbezug von Gehalt oder Lohn angestrebt. Die großen Arbeitgeberverbände haben sich hierzu fast ausnahmslos schon bereit⸗

—erklärt. Ueber die Papiere, die zur Abstimmung erforderlich

sind, und die durch die Ortsgruppen der Vereinigten Verbände Oberschlesier beschafft werden, können erst Bekannt⸗ machungen erfolgen, wenn die Vorschriften der Interallijerten Kom⸗ mission amtlich bekanntgegeben sind. Eine so umfangreiche Massen⸗ wie die aus Anlaß der bevorstehenden Volksabstimmung kann nur dann glatt und reibungslos verlaufen, wenn alle Beteiligten iwillige Disziplin üben. Alle Anordnungen, die getroffen ind, mußten im Interesse der Allgemeinheit der Reisenden getroffen werden. JFeder einzelne wird also dringend gebeten, sich den auf das Notwendigste beschränkten Bestimmungen weise und willig zu fügen. London, 23. November. (W. T. B.) Heute vormittag wurde die Tagung des Internationalen Gewerk⸗ schaftsbundes fortgesetzt. 12 deutsche Vertreter saßen neben den britischen Vertretern. Der Sekretär des Bundes Fimmen brachte eine Entschließung ein, in der Versuche der herrschenden Klassen der Welt, die Organisationsfreibeit der Arbeiter zu unterdrücken, ver⸗ urteilt werden. Es wird den Arbeitern, die den weißen Terror in Ungarn bekämpft hätten, Dank ausgesprochen und gegen die Fort⸗ setzung des Krieges gegen Rußland Einspruch erhoben. In der Ent⸗ schließung werden internationale Ausstände als zweckmäßige Waffe gegen die Reaktion bezeichnet. Fimmen bedauerte die Abwesenheit der amerika⸗ nischen und russischen Arbeiter. Er erklärte, daß Briefe und Tele⸗ gramme, die an sie gesandt worden sind, unbeantwortet blieben. Der deutsche Delegierte Graßmann antwortete, die deutschen Arbeiter seien fest entschlossen, den Bolschewismus zu hekämpfen. Er brachte eine Entschließung ein, in der gegen die Angriffe der Internationale von Moskau auf dem internationalen Gewerkschaftsbunde Einspruch erhoben wird. Der Kongreß nahm die von Fimmen unterbreitete Entschließung mit 21 906 000 gegen 2 710 000 Stimmen an. Nor⸗ wegen, Italien und Kanada stimmten gegen die Entschließung.

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1ö“ Handel und Gewerbe. 8

Die Elektrolytkupfernotierung der Vereinigung

für deutsche Elektrolytkupfernotiz stellte sich laut Meldung des „W. T. B.“ vom 24. d. M. auf 2248 für 100 kg.

Die Rombacher Hüttenwerke, Koblenz, berufen laut Meldung des „W. T. B.“ auf den 10. Dezember 1920 eine ordent⸗ liche Generalversammlung, in der die Rechnungslegung für die Ge⸗ schäftsjahre 1918/19 und 1919/20 stattfinden wird. Der Reingewinn beträgt 10 630 317,67 ℳ. Es wird vorgeschlagen, für beide eab zusammen 12 vH für die Aktie zur Ausschüttung zu

gen. In der gestrigen Aufsichtsratssitzung der Berliner Maschinenbau⸗ Aktien ⸗Gesellschaft vormals 2. Schwartzkopff wurde laut Meldung des „W. T. B.“ be⸗ schlossen, der zum 16. Dezember d. J. einzuberufenden General⸗ versammlung vorzuschlagen, 18 vH auf die alten und 9 vH auf die jungen Aktien gegen 12 vH im Vorjahr und je 25 vH in den drei borangegangenen ahren zu verteilen und im Hinblick auf das 50 jährige Bestehen der Aktiengesellschaft den Beamten⸗ und Arbeiterunterstützungskassen 1 000 000 zu über⸗ weisen.

Zur Verkebrslage im Ruhrrevier berichtet „W. T. B.“ aus Essen: Infolge der außerordentlichen Einschränkungen der Transporte auf dem Rhein und der notwendigen Uebernahme der Kohlensendungen auf die Strecken, namentlich nach Süddeutschland, ist die Betriebslage der Eisenbahnen stark angespannt. Zwar hat die werktägliche Wagengestellung der vorigen Woche eine geringe Zu⸗ nahme, nämlich von 19 650 auf 20 152 Wagen erfahren, dem⸗ gegenüber sind aber die Fehlziffern um 1700 Wagen auf 4980 Wagen rpeitetäglich

gestiegen. Die Haldenbestände nahmen betächtlich zu, so daß insgesamt am 20. d. M.

330 6389 Tonnen Koblen,

Koks und Briketts auf den lagerten. Der Umschlag in den Duisburg⸗Ruhrorter Häfen bezifferte sich auf 17 394 (16 771) Tonnen werktäglich. Der Abtransport von der Ruhr geht nur mit starken Einschränkungen und Schwierigkeiten von statten, weil das Wasser des Rheins an altend weiter fällt. Weiter heißt es: Die Gebirgsstrecken können nur von wenigen Schlepp⸗ hooten befahren werden. Dazu kommen zahlreiche Havarien, welche im Zusammenhang mit der geringen Beladungsmö lichkeit und den umfangreichen Leichterungen die Umlausszeit der Kähne stark be⸗ einträchtigen. Der Umschlag in den Zechenhäfen und in den Kanälen ist seit Wiederaufnahme der Arbeit auf 20 000 Tonnen am 20. d. M. gestiegen. Da der Rhein nur in geringem Umfange aufnahmefähig ist, gehen die meisten Kanaltransporte nach dem Osten und Norden. Umgeschlagen wurden durchschnittlich auf dem Kanalweg 14 733 Tonnen gegenüber 10 953 Tonnen in der voraufgegangenen Woche.

In der gestrigen Generalversammlung des Stahlwerks Hösch, Dortmund, wurde laut Meldung des „W. T. B.“ die Dividende auf 24 vH. festgesetzt. Der Vorsitzende teilte mit, daß di Nerhandlungen zwischen den Verwaltungen des Köln⸗Neuessener Bergwerksvereins und des Stahlwerks Hösch nun“ mehr feste Form angenommen haben und von beiden waltungen angenemmen worden sind. Es handelt sich um eine Interessengemeinschaft, die für 80 Jahre geschlossen werden soll, deren Einzelheiten sich noch in Ausarbeitung befinden. anteilige Verbältnis ist für beide Gesellschaften das gleiche. Das Stahlwerk Hösch wird das Kapital um 10 Millionen erhöhen. Damit ist, abgesehen von den bei beiden Gesellschaften bestehenden Vorzugsaktien, das S tammkapital beider Gesellschaften gleich. Von den neu geschaffenen 10 Milljonen Mark Aktien erhalten die Hösch⸗

aktionäre 5 Millionen Mark, also in. Eherbältni von 7:1, die andere Hälfte von 5 Millionen Maä übernimmt Köln⸗ Neuessen zum dauernden Besitz. Direktor Trowe teilte mit, die Gesellschaft hoffe, daß es gelinge, auch in dem neuen Geschäftsjahr zu angemessenen Ergebnissen zu ge⸗ langen. Abgesehen von den schädlichen Folgen, welche eine etwaige Sozialisierung des Bergbaues für den Betrieb haben würde, wirkt infolge des großen Koblenmangels die für die Eisenerzeugnisse zwangs⸗ weise erfolgende Preisbestimmung ungemein ungünstig und bringt der gesamten deutschen Wirtschaft bedeutenden Schaden. Durch die Preis⸗ herabsetzung im Inlande ist in das Auslandsgeschäft eine große Be⸗ unruhigung gekommen. So hat die Ausfuhrtätigkeit seit der ersten Preisherabsetzung aufgehört, und an vielen Stellen im Inlande ist es infolgedessen zu starken Produktionseinschränkungen gekommen. Erst nachdem die Preise für die Ausfuhr dem Inlandspreis gefolgt sind, fängt das Ausfuhrgeschäft an, sich wieder zu beleben. Der Jahresabschluß der Maschinenfabrik Augs⸗ burg⸗Nürnberg A.⸗G. ergibt laut Meldung des „W. T. B.“ nach den gesetzlichen Abschreibungen von 2 460 474 gegen 2 284 964 im Vorjahre einen Reingewinn von 6,081 992 gegen 4 216 475 im Vorjahre. Es wird die Verteilung von 12 vH

gegen 10 vH im Vorjahre auf das alte Aktienkapital von 36 Millionen

Mark und von 6 vH auf die im Jahre 1920 ausgegebenen 18 Millionen Mark Aktien vorgeschlagen. Auf neue Rechnung gelangen 681 000 gegen 616 000 im Vorjahre zum Vortrag.

Ueber die gegenwärtige Preisbewegung in den Ver⸗ einigten Staaten von Nordamerika teilt Blättern zufolge das „Federal Reserve Board“ der amerikanischen Fegierung mit, daß der allgemeine Preisrückgang in letzter Zeit mit erheblicher Beschleunigung zugenommen habe und nur eine verhältnismäßig kleine Zahl von Bedarfsartikeln von dieser Abwärtsbewegung unberührt geblieben sind. Viele der wichtigsten Rohstoffe, wie Häute, Leder, Gummi, Zerealien, Zucker, Baumwolle und Kartoffeln sind im Preise ziemlich plötzlich gesunken, ebenso haben gewisse Fabrikartikel, hauptsächlich Textilwaren, Automobile und andere gleichfalls erbebliche Preisverkürzungen er⸗ fahren. Die einzige Gruppe von Bedarfsartikeln, die im Preise stetig gestiegen sind, sind bezeichnenderweise Brenn⸗ und Leuchtmaterial, Wirtschaftsgegenstände, Hauseinrichtungen (Möbel usw.). Chemikalien und Drogen. Der Frößte Preisrückgang hat in Kleiderstoffen und Kleidern stattgefunden, aber anch Farbenprodukte und Nahrungs⸗ mittel haben erhebliche Preissenkungen erfahren.

New York, 22. November. (W T. B.) Die von einer Berliner Zeitung in einer Meldung aus New York gebrachte Be⸗ merkung, die Guaranty Trust Company gelte hier als un⸗ sicher, wird von zuverlässigster Seite als in jeder Hinsicht grundlos bezeichnet.

Wien, 23. November. (W.T. B.) Ausweis der Oesterreichisch⸗ Ungarischen Bank vom 7. Novrember 1920, alle Summen in tausend Kronen (in Klammern die Veränderung gegenüber dem Stande vom 31. Oktober 1920); Anlagen. Metallschatz: Goldmünzen der Kronenwährung, Gold in Barren, in ausländischen und Handels⸗ münzen, das Kilo fein zu 3278 Kronen gerechnet, 222 669 (—,—), Goldwechsel auf auswärtige Plätze und ausländische Noten 44 131 (Abn. 7848), Silberkurant⸗ und Teilmünzen 56 468. (Abn. 3), Metallschatz im ganzen 323 269 (Abn. 7851), Kassenscheine der Kriegsdarlehensfasse 424 227 (Abn. 30 108), Ungarische Staats⸗ noten 963 019 (Zun. 59 021), Eskont. Wechsel, Warrants und Effekten 28 816 755 (Zun. 782 590), Darlehen gegen Hand⸗ pfand 8 415 244 (Ahn. 25 201), Schuld der k. k. österreichischen Staatsverwastung 60 000 (—,—), Darlehensschuld der Staatsverwaltung auf Grund besonderer Vereinbarung 22 034 000, Darlehnsschuld der k. ungarischen Staatsverwaltung auf Grund besonderer Vereinbarung 10 920 000, Kassenscheinforderung ga. d. k. k. Staatsverwaltung 177 513 (Abn. 31), Kassenscheinforde⸗ rung a. d. k. ungarische Staatsvermwaltung 101 595. (Abn. 18), Forderungen a. d. k. k. Staatsverwaltung aus fälligen Kassen⸗ scheinen 4 306 377 (Zun. 31), Forderung a. d. k. ungarische Staatsverwaltung aus fälligen Kassenscheinen 2 452 132 (Zun. 18), Forderungen an die ungarische Staatsverwaltung 3 140 288 (Abn. 27), Effekten 71 521 (Zun. 476), Hypothekardarlehen 204 981 (Abn. 1457), Oesterreichische Devisenzentrale 1 909 331 (Abn. 81 674), andere An⸗ lagen 2 584 866 (Abhn. 490 956), Uebertrag Oesterr.⸗Ungar. Bank 15 087 117 (Abn. 278 603). Anlagen im ganzen 101 992 242 (Abn. 73 791). Verpflichtungen. Aktienkapital 210 000, Reservefonds 40 313, Banknotenumlauf 73 394 970 (Zun. 492 365), Giroguthaben und sonstige sofort fällige Verbindlichkeiten 9 744 568 (Abn. 185 676), Sfandbriefe im Umlaufe 202 783 (—,—), Kassenscheinumlauf 279 109 Abn. 50), sonstige E1.“ 3 033 379 (Abn. 101 827), Uebertrag Oesterreich 7 840 334 (Abn. 119 751), Uebertrag Ungarn 7246 782 (Abn. 158 852). Vervpflichtungen im ganzen 101 992 242 (Zun. 73 791). Steuerpflichtiger Banknotenumlauf 22 624 156 (Zun. 471 282).

Berichte von auswärtigen Wertpapiermärkten.

Köln, 24. November. (W. T. B.) Englische Noten 241,00 bis 242,50, Französische Noten 425,00 427,50. Belgische Noten 448,00 bis 452,00, Holländische Noten 3120,00 2135,00. Rumänische Noten 103,50 104,50, Amerikanische Noten 67,25 68,25, Schweizerische Noten 1090,00, IStalienische Noten —,—,. Stockholmer Noten —,—. Amerika Kabelauszahlung 68,50 69,00.

Hamburg. 24. November. (W. T. B.) Börsenschlußkurse. Deutsch⸗Australische Dampfschiff⸗Gesellschaft 279,00 G., 282,00 B., Deutsche Dampschiff.⸗Gesellschaft Kosmos 449,00 bis 457,50 bez., Deutsch⸗Ostafrika⸗Linie 349,50 bis 366,00 bez., Havag 201,50 bis 202,25 bez., Hamburg ⸗Sürdamerika 439,00 bis 446,00 bez., Nord⸗ deutscher Lloyd 193,00 G., 195,00 B. Verein. Elbeschiffahrt 319,00 G., 324,00 B., Hamburg⸗Bremen Afrikalinie —,— G., 265,00 B., Schantungbahn 589,00 594,00 bez, Brasilianische Bank —,— G., 670,00 B., Commerz⸗ und Privat⸗Bank 210,00 G., 212,50 B., Vereinsbank 212,00 G., 216,00 B., Alsen⸗Portland⸗Zement —,— G., 415,00 B., Anglo⸗Continental 409,50 bis 410,50 bez, Asbest Calmon 315,50 318,50 bez., Dvnamit Nobel 375,00 383,25 bez., Gerbstoff Renner 534,50 bis 535,00 bez., Norddeutsche Jutespinnerei 312,00 bis 318,00 bez., Harburg⸗Wiener Gummi 429,00 bis 470,00 bez, Caoko 250,00 bez., Sloman Salpeter 2727,00 bez, Neuguinea 680,00 G.

Ver⸗

700,00 B., Otavi⸗Minen⸗Aktien 760,00 G., 780,00 B., do. Genußsch. 625,00 G. 64500 B. Tendenz: Fest. . Wien, 24. November. (W. T. B.) Die

mangels einer kräftigen A

schieden, da die fortwährenden Sckwankungen Spekulation unsicker machten. Größere Ümsätze fanden nur ver⸗ einzelt statt. Die Kulisse wendet ihr Hauptinteresse den Kreditaklien

zu, die auf Grund einer vorliegenden Jeihungemelrupg über die

bevorstehende Errichtung einer neuen zsterreichisch⸗bolländischen Bank zu steigenden Kursen umgesetzt wurren, ihren höchsten Kurs von 1210 Kronen aber unter dem Druck einer schließlich allgemeinen Ab⸗ schwächung nicht behaupten konnten. Im Schranken zeichneten sich Petroleumwerte durch Festigkeit aus. Schiffahrts⸗, Montan⸗ und Zuckeraktien waren billiger angeboten. Am Anlagemarkte stiegen Notenrenten um 2 vH. 8

Wien, 24. November. (W. T.B.) Türkische Lose 3005,00, Staatz⸗ bahn 4590,00, Südbahn 1702,00, Oesterreichische Kredit 1180,00, Ungarische Kredit 1700,00, Anglobank 1065,00, Unionbank 948,00, Bankverein 1225,00, Länderbank 1888,00, Oesterreichisch⸗Ungarische Bank 5500,00, Alpine Montan 5090,00, Prager Eisen 12800,00, Rima Muranyer 3330,00, Skodawerke 3110,00. Salgokohlen 7620,00, Brürer Kohlen 8800,00, Galizia 28000,00, Waffen 3180,00, Aovd⸗Aktien —,—, Poldihütte 4600,00, Daimler 1450,00, Oester⸗ reichische Goldrente —,—, Oesterreichische Kronenrente 99,75, Februar⸗ rente 100,00, Mairente 100,00, Ungarische Goldrente —,—, Ungarische Kronenrente 120,00, Veitscher 23300,00, Siemens⸗Schuckert 1829,00.

ien, 24. November. (W. T. B.) Notierungen der Devisen⸗ zentrale: Berlin 731,00 G., Amsterdam 15150,00 G., Zürich 7725,00 G., Kopenhagen 6675,00 G., Stockholm 9450.00 G., Christiania 6700,00 G., Marknoten 729,00 G., London 1720,00 G. 8 Prag. 24. November. (W. T. B.) Notierungen der Devisen⸗ zentrale: Berlin 119.25 G., Marknoten 119,25 G., Wien 16,25 G.

London, 23. November. (W. T. B.) Wechsel aut Paris 596.79, Wechsel auf Belgien 53,55, Wechsel auf Schweiz 22.25, Wechsel auf Holland 11,40. Wechsel auf New York 349 ⅞, Wechsel auf Spanien 26,50, Wechsel auf Italien 89,75, Wechsel auf Deutsch⸗ land 243,00. Privatdiskont 6 ¼7. 2 ½ % Englische Konsols 44 % 5 % Argentinier von 1886 90, 4 % Brasilianer von 1889 41, 4 % Tapaner von 1899 59. 5 % Mexikanische Goldanleihe von 1899 63, 3 % Portugiesen 23 ½, 5 % Russen von 1906 21, 4 ½⅞ % Russen von 1909 17, Baltimore and Ohio 54, Canadian Pacific 165, Pennsylvania 57, Southern Pacific 156, Union Pacific 170, United States Steei Corporation 116, Rio Tinto 26, De Beers 15, Goldfields 12 ⁄16, Randmines 211⁄16.. 4 % fundierte Kriegsanleihe 67 ½, 5 % Kriegsanleihe 831⁄16, 4 % Siegesanleihe 735⅛.

London, 24. November. (W. T. B.) Wechsel auf Paris 57,25. Wechsel auf Belgien 53,95. Wechsel auf Schweiz 22,26 ½, Wechsel auf Holland 11,39, Wechsel auf New York 349,25, Wechsel auf Spanien 26.51 ½, Wechsel auf Italien 93,95, Wechsel auf Deutsch⸗ land 241,50. Privatdiskont 6 ¼. 1

Paris, 24. November. (W. T. B.) Dervisenkurse. Deutsch⸗ land 23,50, Amerika 16,40,0, Belgien 106,00, England 57,36 ½, Holland 520,50, Italien 61,50, Schweiz 256,50, Spanien 215 50.

Paris, 24. November. (W.T. B.) 5 % Französische Anleibe 85,20, 4 % Französische Anleihe 69,60, 3 % Französische Rente 55,40, 4 % Spanische äußere Anleihe 177,25, 5 % Russen von 1906 —,—, 3 % Russen von 1896 —,—, 4 % Türken unifiz. 68,25, Suezkanal 6075, Rio Tinto 1500.

Amsterdam, 24. November. (W. T. B.) Wechsel auf London 11,40, Wechsel auf Berlin 4,67 ½, Wechsel auf Paris 20,30, Wechsel auf Schweiz 51,32 ½, Wechsel auf Wien 1,00, Wechsel auf Kopenhagen 44,40, Wechsel auf Stockholm 63,20, Wechsel auf Christianig 4420, Wechsel auf New York 325,75, Wechsel auf Brüssel, 21,22 ½, Wahsel auf Madrid 4325, Wechsel auf Italien 12,50. 5 % Niederlärndische Staatsanleibe von 1915 821⁄16. 3 % Niederländ. Staatsanleihe db Königlich Niederländ. Petroleum 688,50 Holland⸗Amerika⸗Linie ——, Atchison. Topeka u. Santa 109,00, Rock Island —,—, Soutbem Pacisfic 145,00, Southern Railway —,—, Union Pacific 154,25, Anaconda 110,00, United States Steel Corp. 106,75. Schwach.

Aeronantisches Observatorium. Lindenberg, Kr. Beeskow. 888 24. November 1920. Drachenaufstieg von 5 ¼ a bis 7 a.

Relatipe Wind

Seehöhe Luftdruck enghee. Geechwind. eit Richtung Seru⸗d⸗⸗

unten % Meter

4 10 10

8 10 10 10

Temperatur C0

1 oben

122 759,4 410 733 580 717 830 8696 1290 657 1770 8620 2500 566 3550 495

II11“

75 75 85 52 52 Nebel. Sicht 4 km.

S=24

802Sn

99992

,500Sn 995

9906600090

L

4— 9 08 8

Opernhaus. (Unter den Linden.) bezugsvorstellung. Licht. Silchonetten. Bajazzi. 6 ½ Uhr.

Sonnabend: Ritter Blanbart. Anfang 7 UIha

Schaufpielhaus. (Am Gendarmenmarkt.) Freitag: 216. Dauer⸗

König Richard der Dritte. Anfang 7 Uhr.

Sonnabend: Nachmittags: Jugendvorstellung. Nathan der Weise. Anfang Uhr. Abends: 217. Dauerbezugs⸗ vorstellung. Friedrich der Große. I. Teil: Der Krouprinz⸗ Anfang 7 Uhr. 1

bezugsvorstellung.

Familiennachrichten.

rlobt: Frl. Ilse von Negenborn mit Hrn. Major a. D. Henning Loyden bei Bartenstein Wusterhanse, Kr. Neu⸗ ettin. 2 Gestorben: Hr. Kommerziemat Eugen Protzen (Berlin). Hr. Kommerzienrat Hugo Landau (Berlin). Hr. Geheimer Kom⸗ merzienrat Emil Engelhard (Mannheim) 8 8

Verantwertlicher Schriftleiter: Direktor Dr. Tyrol. Charlottenburg.

Verantwortlich für den Anzeigenteil: Der Vorsteher der Geschäftsstelle Rechnungsrat engering in Berlin

Verlag der Geschäftsstelle (Mengering) in Berlin. Druck der Rorddeutschen Buchdruckerei und Verlagsanstalt, Berlin. Wilbelmstr. 32. Sechs Beilagen (einschließlich Börsenbeilage und Warenzeichenbeilage Nr. 93 4 ind F) und Erste, Zweite und Dritte Zentral⸗Handelsregister⸗Beilage

Freitag: 210. Dauer.

zum Deutschen Reichs

Nr. 268.

Berlin, Donnerstag, den 25. November

anzeiger und Preußische

Nichtamtliches.

(Fortsetzung aus dem Hauptblatt.)

8 Deutscher Reichstag. 34. Sitzung vom 24. November 1920, Nachmittags 1 hr. (Bericht des Nachrichtenbüros des Vereins deutscher Zeitungsverleger“*).)

Am Regierungstische: der Reichskanzl und der Reichsminister des c. er Fehrenbach

Eingegangen ist ein Weißbuch über die Fi 3 5 Beüngs s ßbuch über die Benons geterem. Vor Eintritt in die Tagesordnung weist

Präsident Löbe auf Grund des Stenogramms einen Vorwurf des Abg. Höllein (H. Soz.) gegen . neg. der Vize⸗ präsidenten zurück, der in varlamentarisch unzulässiger Form sich darüber beschwerte, daß ein Antrag der Abgg. Bartz und Genossen

eeschäftsordnungswidrig vom Präsidium behandelt worden sei. Der Präsident stellt fest, daß das Präsidium im Recht gewesen sei, da Anträge zu Interpellationen erst bei der Besprechung gestellt werden dürften, der Antrag aber bereits eingegangen sei, noch bevor die Interpellation auf der Tagesordnung gestanden hätte.

Die Abg. Frau Lüders hat dem Präsidium mitgeteilt, daß sie zweimal dem Büro Mitteilung davon gemacht habe, daß sie an der Verlesung einer von ihr gestellten kurzen Anfrage ver⸗ hindert sei; gestern sei sie infolge von Zugverspätung nicht in der Lage gewesen, zu Beginn der Sitzung anwesend zu sein.

Darauf tritt das Haus in die zweite Beratung des Neichshaushalts für 1920, und zwar in die des Sonderhaushaltsplans für die Aus führung des Frie⸗ densvertrags ein.

Der Hau tausschußbeantragt durch seinen Be⸗ richterstatter Abg. Dr. Breitscheid u. a., die Ausgaben Ur den „hohen Ausschuß“ der alliierten und assoziierten

ächte von 20 auf 40 Millionen und die Summe für Grund⸗ tückserwerbungen, Neubauten und Umbauten anläßlich der

nterbringung der Besatzungstruppen im einland auf 611 750 000 zu erhöhen (statt 446 Millionen). Aehnliche Er⸗ höhungen sind vorgesehen für Instandhaltung und Einrichtung der Unterbringungsgelegenheiten. Ferner beantragt der Aus⸗ schuß, bei den Ländern erneut auf eine möglichst weitgehende Anstellung der vormaligen elsaß⸗lothringischen Beamten zu dringen, sowie darauf, daß die Zahl und die Tätigkeit der im Rheinland bestellten Delegierten sich im Rahmen des Rhein⸗ landabkommens hält. Gefordert wird eine Denkschrift über die bisherigen Kosten des Oberausschusses der Entente und der Unterhaltung der Besatzungstruppen in den Rheinlanden.

In weiteren Anträgen fordert der Hauptausschuß, daß die Reichsregierung auf Herabsetzung der Besatzungsziffer und Begrenzung der Kosten dränge, daß sie beschleunigt eine Denk⸗ schrift über die bisherigen Lieferungen und Leistungen aus dem Friedensvertrag und seinen Vorverträgen vorlege und daß bei den alliierten und assoziierten Mächten dahin gewirkt werde, daß Kriegsmaterial aus Glockenbronze Deutschland be⸗ lassen werde und für die Wiederherstellung zerstörter Kirchen⸗ glocken verwendet werden dürfe.

Abg. Wels (Soz.]: Der Friedensvertrag muß revidiert werden im Interesse aller vertragschließenden Parteien. Solange wir aller⸗ dings der siegreichen Macht des Imperialismus der Entente gegenüber⸗ stehen, werden wir die Vertragsgläubiger nicht zur Revision des Ver⸗ sailler Monstrums bestimmen können. Wir müssen deshalb unserer⸗ seits die hauptsächlichsten Forderungen der Entente, die Beseitigung jeder militärischen Drohung von feiten Deutschlands und den Schaden⸗ ersatz für die Kriegsverwüstungen, erfüllen. Die gepanzerte Faust, deren sich Herr von Graefe in Hannover rühmte, nützt uns nichts. Wir wollen die Revision des Vertrages nicht zum Agitationsmittel Die Rechte ruft: Weg mit dem Vertrag von

raefe behauptet zwar, in Hannover hätte nie⸗

mand nach Revanche geschrieen, aber nach dem Bericht der „Kreuz⸗ zeitung“ hat Herr von Graefe selbst den Tag der Rache herbeigesehnt, (Hört! Hört! links.) Kann man hiernach überhaupt verlangen, da Frankreich einen so unversöhnlichen Gegner, wie unsere Alldeutschen, von den Fesseln losbindet? Revanche und Revision, eins schlägt das andere tok; die klare Entscheidung kann nur sein: entweder Revanche oder Revision. Jede Wahlstimme mehr für die Rechte bedeutet einen Schrei Redanche für das Ausland. Der Nachfolger Tardieus, Herbette, hat die Eindrücke aus seinem Besuch im Ruhrrevier dahin geschildert, daß eine friedliche und nützliche Arbeit nur möglich sei mit den Parteien, die die demokratischen Einrichtungen in Deutschland ent⸗ wicheln und die republikanische Staatsverfassung aufrechtechalten wollen. Die Wähler müssen sich klar sein, daß jede Verstärkung der Rechten das Mißtrauen in der Welt gegen uns verstärkt. Mit Herrn von Graefe zusammen für die Revision kämpfen zu wollen, das hieße für das deutsche Volk, sich bewußt um jeden Erfolg bringen. (Sehr richtig! links.) Der Vertrag ist nur zu ändern, wenn die ganze Mentalitat der Völker und Regierungen sich ändert. Der Imperiglis⸗ mus kann nur besiegt werden durch den Pazifismus. Mit den deutschen und französischen Helfferichen wird sich nichts ändern. Die berechtigten Forderungen des Friedensvertrags mülssen wir anerkennen und erfüllen. Die Rechte ruft: Gebt uns den Militarismus zurück! Den berechtigten Eigennutz der Entente für das Revisionsverlangen einzuspannen, ist der einzige erfolgversprechende Weg für die Revision des Vertrages. Die zweite Internationale gibt die Richtlinien für die Sozial⸗ demoktatie an, diese ist die einzige politische Partei, die wirklichen Menschheitsboden zunter den Füßen hat. Auch unser franzöosischer Parleigenosse Jouhaur, der jeden Einmarsch in das Rubrgebiet als unmcralisch ansieht, verlangt den Wiederaufbau des zerstörten Frank⸗ weichs Der englische Premierminister hat vor einigen Tagen unserer Regicrung für die ü Entwafsnung und die Erfüllung unserer Lieferung gefus die Revition ist, daß wir den guten Deutschlands beweisen. (Zwischenrufe rechts.) Glauben Sie, 8 England vor Ihrem Ge⸗ Eer kapituliert? Sie mögen schreien, soviel Sie wollen. nur durch affung einer andesen Atmosphäre erreichen wir die Revision. Die Konferem in Spaa ein Mißerfolg. Es sind uns nicht nur die Koblenlieferunger auferlegt worden, sondern auch die gemachten Zu⸗ sicherungen sind nicht gehalten worden. Die Summen, die für die Er⸗ nährung der Bergarbeiter dienen sollten, sind, wie der Minister Simons in Düsseldorf zugegeben hat, zur Deckung anderer Verrflich⸗ tungen aus dem Friedensvertrage verwendet worden. Das hätte man

nicht erst durch eine Versammlungsrede das Ministers erfahren dürfen,

sendern ee hätte amtlich bekanntgegeben werden müssen. Die kommenden Verhandlungen werden darüber entscheiden, ob der Vertrag von

Mit Ausnahme der Reden der Herren Minister, die im aute wiedergegeben werenaä. TA1AeX“

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aufbaus gerecht zu werden

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Versallles das Todesurteil für Europa werden wird oder ob ein neuer Bauplan für den Kontinent entworfen werden kann. der Höohe unserer Verpflichtungen ist micht nur uns nicht wohl zu Mute, sondern auch nicht Fran eich und den foanzösischen Revanchepolitikern. Es kann kommen, daß Frankreich aus dem Himmel stürzt und die Regierung dabei mit fortgerissen wird. Verlangt man

von uns unmögliche Summen, dann werden wire als ehrliche Männer

unsere Zustimmung und unsere Unterschrift verweigern müssen trotz aller Einmarschdrohungen. Danm erst hat die Schicksalsstunde Europas Pschlagen. Der Osten und Westen werden wie zwei Sturmfluten über Deutschland zusammenfallen. Angesichts der in der Presse genannten ungeheuren Ueberlastung ist an eine sicherte regelmäßige oder nennenswerte Zahlung nicht zu denken. In Frankreich zei sich auch schon die Erkenntnis, daß für uns der Friedensvertrag unerfüllbar ist, man sinnt auch da schon auf eine anderweite Regelung unserer .-. 7-e. ver Peheene v gnissen, wie sie tte vorschlägt. Obgleich dieser Vors

rein kapitalistisch ist, sind wir doch die letzten, die diesen Weg b8. gehen würden. Dann muß unsere aber angekurbelt und das Arbeiterkontrollrecht erweitert wer Aus der Wiedergutmachung muß eine Brücke zwischen der deutschen und französischen ölkerung

erden, das zerstörte Frankreich muß der Acker für den Wiederaufbau sein. Der Franzose ist Linfoch nicht 8 des Wieder⸗ G . 5 er sind zerstört, die Wohnungsnot ist groß, aber es fehlt auch an der Unterbringungsmöglichkeit der Arbeiter, um diesen Wiederaufbau vorzunehmen. Selbst unser er⸗ bittertster Gegner Poincaré denkt bereits an die Verwendung deutscher Arbeitskraft und deutscher Techniker. Hierin sollten wir einen Finger⸗ zeig sehen, wie der Völkerhaß zu beseitigen ist. Die deutsche Arbeiter⸗ schaft, namentlich die Bauarbeiter, werden sich durch den Wiederaufbau unvergängliche Verdienste erwerben. Wir wollen die Revision des Friedensvertrages, der niemand mehr drückt als die Arbeiterschaft; ie läßt sich aber nicht erzwingen, notwendig ist die Aufklärung der ganzen Welt über die Unerfüllbarkeit des Friedensvertrages, und dahin werden wir Sozialdemokraten stets wirken. Aufklärungsschriften, die von sozialdemokratischer Seite kommen, wie dos Buch Stampfers, dürfen nicht, eben weil sie von sozialdemokratischer Seite kommen, EE werden. Wir sind die Partei der Gesundung und des

iederaufbaues.

Minister der auswärtigen Angelegenheiten Dr. Simons: Meine Damen und Herren! Ich habe das Wort erbeten, nicht um auf alle diejenigen Teile der Rede des Herrn Abgeordneten Wels einzugehen, die sich mit der Frage der Revision des Vertrages von Versailles befaßt haben, sondern nur um zwei Punkte zu berühren. Der erste Punkt betrifft eine Aeußerung, die ich in Düsseldorf getan habe, und die der Herr Abg. Wels so wiedergegeben hat, als hätte ich da gesagt wenigstens ist mir so berichtet worden (Abg. Wels: Wie amtlich hier nach Berlin gemeldet wurde!) Jedenfalls ist die Sache dahin aufzuklären, daß es sich keineswegs um den Vor⸗ wurf gegen die Alliierten handelte, als wenn sie uns diese Vorschüsse nicht gezahlt hätten, sondern es handelt sich darum, daß die Vorschüsse nicht den wirtschaftlichen Zweck erfüllen können, den wir damals, als wir sie in Spaa beantragt und durchgesetzt haben, von ihnen erhofften. Es war doch durch diese Vorschüsse und durch die Gold⸗ prämien zum ersten Male für uns die Möglichkeit gegeben, daß wir die für die Lebenshaltung unserer Arbeiter notwendigen Bezüge von Lebensmitteln aus dem Auslande nicht mehr durch bloße Papier⸗

diese Funktion der Vorschüsse und der Prämien ist dadurch unmöglich gemacht worden, daß gleichzeitig unsere Gemer bestanden haben auf der Barauszahlung in fremden Devisen derjenigen Saldi, die bei der Berechnung der Forderungen von der Vorkriegszeit zu unseren Ungunsten entstanden.

Es ist Ihnen bekannt, daß nach dem Friedensvertrag jetzt zwischen den betreffenden Ausgleichsstellen von Monat zu Monat abgerechnet werden muß, und daß, wenn Deutschland nach dieser Monats⸗ abrechnung ein Saldo schuldig ist, dieses Saldo den Gegnern in bar zu zahlen ist, wenn aber nach dem Saldo die Gegner uns schuldig sind, sie uns das gutschreiben können auf die Reparationsrechnung, die noch keinen Boden hat.

Nun hat sich herausgestellt, daß trotz unserer Bitten, diese Salden nicht in bar zu verlangen, weil wir tatsächlich bei dem außerordent⸗ lichen Mangel an Devisen dazu nicht in der Lage waren, man doch verlangt hat, daß wir diese Zahlungen in bar leisteten, und daß in⸗ folgedessen die Papierinflation trotz der Devisen, die wir aus dem Spaa⸗Kohlenabkommen bekommen haben, noch immer weiter geht. Das ist der Punkt, auf den ich in Düsseldorf hingewiesen habe, daß selbst diese Hoffnung, die wir damals in Spaa auf die Kohlen⸗ prämie und den Kohlenvorschuß gesetzt hatten, nicht erfüllt worden ist.

Dann hat der Herr Abgeordnete Wels hier ausgeführt, es wäre eine Schrift von dem Herrn Abg. Stampfer über den Frieden von Ver⸗ sailles von einer oder von mehreren das hat er offen gelassen deutschen Vertretungen im Ausland nicht verteilt worden, oder es wäre für ihre Verbreitung nicht gesorgt worden, mit der Begründung, es sei nicht Aufgabe einer deutschen Vertretung, Schriften von Sozialdemokraten zu verbreiten. Meine Herren, bevor mir nicht die betreffende Stelle genannt wird, kann ich das nur für eine äußerst unwahrscheinliche Behauptung erklären. Ich halte es für gänzlich unmöglich (Abgeordneter Wels: Ich halte es aufrecht!) dann möchte ich bitten, daß, wenn derartige Sachen in der Oeffentlichkeit gesagt werden, sie mir vorher persönlich zur Verfügung gestellt werden, damit ich die betreffenden Stellen zur Verantwortung ziehen kann! Ich brauche nicht zu sagen, daß eine derartige Haltung weder der Regierung noch irgendeiner ihrer Vertretungen irgendwie entsprechen würde, da es uns selbstverständlich nicht darauf ankommt, welcher Parteirichtung der Verfasser eines solchen Buches angehört, sondern darauf, ob es gut oder schlecht ist. Ist es gut und diplomatisch brauchbar, dann wird es selbstverständlich angenommen werden, welcher Parteirichtung immer der betreffende Herr auch angehört.

Abg. Dr. Schreiber (Zentr.): Der Etat für die Aus⸗ führung des Friedensvertrages ist das dunkle Finale in der Leidensgeschichte des deutschen Volkes. Es ist ein unerträglicher Zustand und ein trübes Bild, daß, während der ordentliche Bedarf des Reiches ohne Ueberweisung an die Länder 30 Milliarden beträgt, der Bedarf aus Anlaß des Friedensvertrages und für die besetzten Gebiete auf 41 Milliarden zu veranschlagen ist. Dieses Bleigewicht kann die deutsche Wirtschaft auf die Dauer nicht mit sich schleppen. (Sehr richtig!) Allein 15 Milliarden sind zum 1nve der vefesee ehes im Rheinland notwendig. Tief

daß die Besatzungsbehörden jede Rechnungslegung

3 8 S. des Ruhrgebiets hinausläuft. inflation, sondern durch auswärtige Devisen bezahlen konnten. Und

ablehnen, dabei handelt es sich um die elementarste Gerechtigkeit. Zu 11g ist es, daß die belgische ndsätzlich bereit erkla

orderung der 1 esatzung sich be ärt hat, ihre Kosten zu spezifizieren.

as Auswärtige Amt muß immer wieder auf die Ver⸗ minderung der Besatzungsziffer drängen, alle Noten müssen aber von starkem Wiederhall im deutschen Volke getragen werden, sonst sind sie nutzlos. Die 150 000 Mann Besatzung stehen auf einem Gebiete, das im Frieden nur 70 000 Mann Militär hatte. Damit müssen wir einen erheblichen Teil der französischen Truppen erhalten und den Miliarismus stützen, gegen den die Entente an⸗ geblich zu Felde gezogen ist. (Sehr gut! im Zentrum.) Nachdem bei uns im großen Stile die Entwaffnung des Volkes durchgeführt worden ist, müssen wir das amerikanische Volk darauf hinweisen, daß alle Liebesgaben und ⸗werke der Huäker⸗ und anderer Or⸗ ganisationen für unsere Säuglinge, Kinder und Unterernährte öwecklos sind, wenn wir uns an den Besatzungskosten verbluten müssen. (Lebhafte ustinevaea Wir müssen den Amerikanern sagen, daß es edelste Humen ität is t, wenn sie das Gros ihrer Truppen vom linken Rheinufer zurücknehmen. (Sehr gut!) Mit tiefem Be⸗ dauern stellen wir fest, daß immer noch 45 000 Mann farbiger Truppen am linken Rheinufer vorhanden smd. Das ist bie der französischen Truppen überhaupt und ein Drittel der ge⸗ amten Besatzungsarmee. Die gesamte weiße Rasse kann noch eimmal bitter bereuen, daß am Rhein ein europäisches Kulturvolk von schwarzen Stämmen vergewaltigt worden ist. (Lebhafte Zustim⸗ mung.) Mehr als 3000 Deutsch⸗ sind in die Fremdenlegion ver⸗ schleppt worden; das ist auch Sklavenhandel und Militarismus. Be⸗

terlicherweise wird durch deutsche Filme das Leben der Fremden⸗ legionäre unter dem Zauber der Romantik und des reizvollen Aben⸗ teuers so dargestellt, daß unsere Jugend verlockt wird, als Fremden⸗ legionäre in die Tropen zu gehen. Trotzdem am linken Rheinufer noch 12 Flugplätze vorhanden sind, hat die belgische und französische Be⸗ satzung noch 9 neue Flugplätze angelegt. wisse Kreise 2. Entente scheinen das Rheinland und die Pfalz als Aufmarschgelände in das inere Deutschlands anzusehen. (Sehr richtig!) Die Fliegerstationen ind sinnlos, da wir die Flugzeuge abgeliefert haben. Es geht uns dadurch

auch fruchtbares Ackerland verloren. Zudem ist die Anlage der Flieger⸗

stationen rechtswidrig und widerspricht dem Friedensvertrag und dem Rheinlandabkommen. Das Rheinlandabkommen ist ein 3 eiseitiger und erlaubt keine 85b Auslegung. Die Rheinland⸗ kommission hat nicht das Recht, Verordnungen für die Ruhe und Sicherheit zu erlassen, Preßverbote auszusprechen, den Zeitungen Anweisungen zu geben, unseren Verwaltungen zuzumuten, sich ihren Anordnungen zu fügen, Bürgermeister ö und eine so hoh Z85- von Delegierten aufzustellen. (Sehr richtig)) Nach dem R heinlandabkommen gibt es nur vier Delegierte bei der Oberkommission in Koblenz, in Wirklichkeit sind 98 Delegierte vor⸗ handen, die nicht nur 20 Millionen Mark kosten, sondern auch ein System geistiger Bevormundung unseres Volkes durchführen, um fronzösische Kulturpolitik muw treiben. Wir erheben 3 gegen diese penetration pacifigaue Einspruch, weil sie rechts⸗ widrig und ein Angriff auf dos Selbstbestimmungsrecht der Völker ist. Die Völker müssen auch über ihre Kultur selbst be⸗ stimmen. (Sehr wahr!) Die rheinische Bevölkerung zeigt ße Opferfreudigkeit und behauptet die deu sche Gesimnung; Sen Fün Heldentum gebührt unser tiefster Dank. (Lebhafter Beifall.) Wir danken auch manchen Franzosen im besetzten Gebiet, die sich von Humanität leiten lassen. Wir danken auch dem Gewerk⸗ schaftsführer Jouhaux und Herrn Herbette, der nur seinen Studien⸗ aufenthalt in Deutschland hätte länger ausdehnen sollen. Auch die Zeitschrift „Oeuvre“ verurteilt die Politik, die auf eine Eroberung . e ind t. Die Besatzung muß vermindert werden, die Garnisonen 1 die Besetzung dem Text des Rhein land⸗ abkommens gerecht werden, die Ansprüche der Offiziere für Woh⸗ nungen, Quartierlast, ..... usw. müssen der Notlage des gesamten deutschen Volkes entsprechen, und die Besetzung muß das freie Selbstbestimmungsrecht der Völker achten. (Beifall.) Wir wollen den Friedensvertrag loyal erfüllen, aber von einem zusammen⸗ gebrochenen Volk darf nicht Uebermenschliches verlangt werden. Auch kein Siegerstaat könnte diese Belastung auf die Dauer ertragen. Wir empfehlen auch einen parlamentarischen Ausschuß für die Angelegen⸗ heiten des besetzten Gebietes. Wir gedenken auch der schwierigen Lage der Ostdeutschen und wünschen eine grofgügige Ansiedlung zu deren Gunsten. Trotz des unsagbaren Elends in Oberschlesien müssen wir zu einem modus vivendi mit den Polen kommen, an dem auch die Polen selbst trotz ihrer Beziehungen zu Paris Interesse haben. Das Reich, die Gliedstaaten und die Kommunen müssen für die Versor⸗ gung der elsaß⸗lothringischen Beamten sorgen. Durch unsere inneren Sorgen dürfen wir uns von wichtigen außenpolitischen Fragen nicht abzjehen lassen. Wir müussen den Blick für die Außenpolitik plan⸗ mäßig schärfen. Wie unseren Schülern die Verfassung ausgehändigt wird, so muß auch jeder Staatsbürger über die ungeheuren Lasten aus dem Friedensvertrag aufgeklärt werden. (Sehr richtig!) Unsere Wissenschaft muß gleichfalls die Beziehungen zum Ausland regeln und einen wissenschaftlichen Kontakt mit dem Ausland suchen, aber unsere deutschen Gelehrten müssen auch in engere Beziehungen zu unserem öffentlichen Leben treten. Unser deutsches Volk muß eine feschlossene EEEE aller Parteien bilden, die ich auf den Grundsätzen des Rechts und der sittlichen Fo zusammenfinden. (Beifall.)

Abg. Dr. Reichert (D. daß von Graefe zur Revanche teil, er hat erklärt: Solche Narren sind wir nicht, 3 wir heute, wo wir keine Waffen in der Hand haben, auf Re⸗ vanche rechnen. Leider ist es nicht gelungen, im Haushalt einen voll⸗ kommenen Ueberblick über die olgen des unglücklichen Kriegsausgangs zu geben. So niederdrückend die schweren Belastungen an Zahlungs⸗ verpflichtungen sind, noch viel schwerer sind die Leiden unserer Brüder und Schn estern in den besetzten und abgetretenen Gebieten. Ist es richtig, daß der deutsche Botschafter in Rom es gewagi hat, die Rede des Außenministers über Südtirol zu korrigieren? (Sehr gut! rechts.) Eine vollkommene zahlenmäßige Erfassung unserer Verluste ist noch nicht möglich. In Spaa ist es zum ersten Male versucht worden, den Feinden zu erklären, wie ungeheuer groß die Not des deutschen Volkes ist. Ueber das, was Deutschland bisher geleistet hat, muß uns baldigst eine genaue Uebersicht vorgelegt werden. Die Gegner und die ganze Welt müssen wissen, was wir geleistet haben. Selbst bei den Pazifisten, zu denen auch Abg. Wels gehört, zeigt sich eine Dämmerung, sie sind kuriert vom Wilsonismus. Das Pharisäertum der Besatzungsbehörden will nicht einmal, daß wir unsere Schuld kennenlernen. Jeder feindliche Soldat am Rhein kostet uns hunderttausend Mark, statt der vier Delegierten haben wir beinahe hundert, und jeder kostet uns zweihunderttausend Mark. (Foeih hörth Solche Riesenlasten müssen erdrückend wirken. Wahr⸗

heinlich werden die Endsummen noch größer sein. Wachsen die Besatzungstruppen derartig an, so ist an der Reparationskosten nicht zu denken. Die Regierung muß auf baldige Verminderimng oder Beseitigung der Besatzun hinwirken. Wichtige,. Spezialmaschinen werden vernich

wir müssen deshalb wissen, was überhaupt an deutschem Eigentum verlorengegangen ist. Wundern wir uns nicht über die Ruhe im Lande, sie deutet den Wiederaufstieg nicht an, sie ist nur Grabesruhe. Möge die Regierung alles tun um das Abkommen zu mildern. Ich verkenne die Schwierigkeiten der gn“ keines· wegs. Der pharisäische Engländer sagt: Vetter, ich will nur Euez

Nuch Frankreich verleugnet sein Inneres, wenn es auch nicht

Nat.): Es ist nicht wahr, aufgefordert hat, im 88

ein Tragen

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