1921 / 234 p. 5 (Deutscher Reichsanzeiger, Thu, 06 Oct 1921 18:00:01 GMT) scan diff

gelaufen seien. Ich kann Herrn Clarfeld sagen, daß wir uns s an ein früheres Mitglied seiner Partei hier im Hause, das dem Landtage jetzt nicht mehr angehört, in Handwerkerkreisen aber sehr bekannt ist, herangetreten sind und ihm gesagt haben: Sie stehen doch im Handwerk, Sie gehören doch den Vorständen an, die hier in Frage kommen, können Sie uns denn nicht Material ver⸗ schaffen? Sie ersehen daraus, daß wir die Sache objektiv angefaßt habene. Es ist uns aber von dem Herrn geantwortet worden: Ja, es wird davon gerechnet, aber etwas Authentisches weiß ich nicht. So war es nicht möglich, hierüber irgendwelches Material zu erlangen; daher hatte ich auch keine Möglichkeit, einzuschreiten. Der Vorwurf fällt auf diejenigen zurück, die angeblich etwas Authentisches gewußt, aber ihr Material der Oeffentlichkeit nicht zur Verfügung gestellt haben. (Sehr richtig! bei den Demokraten und Sozialdemokraten.) Aus alledem muß man den Schluß ziehen, daß es sich bei diesem ganzen Vorgehen damals weniger um die Reinlichkeit als um wahltaktische Gründe gehandelt hat. (Sehr richtig! Sehr guth Nun hat Herr Abgeordneter Esser mit Recht darauf hingewiesen, daß das Handwerk von der Staatsaufsicht befreit werden will. Aber Herr Holzamer verlangt von uns, daß wir uns in Dinge einmischen, an deren Unterstellung unter die Staatsaufsicht bisher noch kein Mensch gedacht hat. Wenn ich neuerdings eingeschritten bin, so ist es nicht auf Grund der vagen Behauptungen in genannten Flugblättern geschehen, sondern ich habe es getan, nachdem mir ein Beamter der Handwerkskammer, den ich gegebenenfalls eidlich vernehmen lassen kondite, Material über die Tätigkeit des Herrn Rahardt in der Hand⸗ werkskammer hat zugehen lassen. Nun lag die Möglichkeit zum Einschreiten vor. Wenn hier von Unterschlagung in Höhe von Millionen und aber Millionen gesprochen worden ist, so will ich nur bemerken, daß in bezug auf die Handwerkskammer Unter⸗ schlagungen in dieser Höhe nicht stattgefunden haben, daß aber Unregel⸗ mäßigkeiten vorgekommen sind, allerdings ganz anderer Art, von denen in diesem Flugblatt überhaupt keine Rede ist. Wie die Herren selber in diesen Dingen verfahren, dafür liefert die Zeitschrift des Bundes der Handwerker das beste Beispiel. Als damals die Wirtschaftspartei und die Urheber dieses Flugblattes diese Angriffe veröffentlicht hatten, erschien ein Gegenflugblatt des bekannten Schneidermeisters Herrn Vogt, in dem er die Behauptungen dieses Flugblattes für unerhörte Verleumdungen, Handwerkerfeindlich⸗ keit, wissentliche Unwahrheit usw. erklärt. (Zuruf bei der Wirt⸗ schaftspartei.) Ja, das sage ich ja eben, Sie bestätigen mir das: Derselbe Herr, der das alles für Verleumdung usw. erklärt hat, erläßt dann einen offenen Brief an Herrn Thürkopf in Magdeburg, in dem er sich die Behauptungen des Flugblatts mit einem Male zu eigen macht. (Hört, hört! und Heiterkeit in der Mitte und links.) Wie ich bei derartigem Verhalten überhaupt die Möglichkeit haben soll, greifbare Unterlagen zu gewinnen, das ist mir nicht klar. (Sehr wahr! bei den Deutschen Demokraten.)

Nun noch eins, was mich eigentlich am meisten frappiert hat. Herr Holzamer sagt: Der Minister hat Handwerkskammerwahlen ausgeschrieben; wir wollen aber keine Handwerkskammerwahlen haben, wenn nicht das Wahlrecht geändert wird. Das besprochene Flugblatt ist aber in erster Linie gegen mich gerichtet, und da heißt es:

Fischbeck hat als Minister das Handwerk um sein Wahlrecht zur Handwerkskammer gebracht, indem er durch seine Veröffentlichung vpom 15. April 1920 die Amtsdauer der Mitglieder der Handwerks⸗ kammer bis 1924 und 1927 verlängert. Dann heißt es: „Welcher Berufsstand läßt sich das gefallen?“, und dann „Auf zur Wahl gegen diesen Wahlrechtsraub!“ Das weiß doch Herr Holzamer auch, daß ich das Wahlrecht nicht ändern kann; wenn er es nicht weiß, dann soll er es unterlassen, in solchen Dingen über⸗ haupt mitzusprechen. Also ich kann das Wahlrecht nicht ändern. Wenn ich Wahlen ausschreiben soll, dann kann ich es nur auf Grund des bestehenden Wahlrechts. Nachdem ich nun die Wahlen aus⸗ geschrieben habe, sagt Herr Holzamer: Das geht unter keinen Um⸗ ständen, Wahlen dürfen so nicht stattfinden. Meine Herren, ich über⸗ lasse es getrost Ihrer Beurteilung, wie Sie sich zu solchem Ver⸗ halten stellen. Wir haben uns das kann ich Ihnen sagen in dieser ganzen Sache nichts vorzuwerfen. Wir sind mit der größten Objektivität dabei verfahren. Als wir die Handhaben hatten, ist gegen Herrn Rahardt eingeschritten worden, als wir Material hatten, ist es der Staatsanwaltschaft übergeben worden, wie sich das für einen Staatsbeamten der Aufsichtsbehörde geziemt. Die zweite Frage, die ich eigentlich nur ungern noch einmal hier anschneide ich muß aber darauf eingehen, nachdem die Erörterung darüber von Frau Hanna wieder eröffnet ist, bezieht sich auf den Fall Siering. Als unmittelbar nach dem Erlöschen des Mandats der alten Regierung die neue Regierung hier auf diesen Plätzen erschien und nun die Scozialdemokratie in die Oppo⸗ sitionsstellung ging, da habe ich es wirklich nicht allzu tragisch genommen, als im „Vorwärts“ ein Artikel erschien „Der Hinauswurf beginnt“, und der nun daraus, daß Herr Siering nicht mehr Beirat im Handelsministerium war, einen solchen Vorwurf herleitete. So etwas passiert in der Agitation draußen bfter. Aber nachdem ich den Sachverhalt authentisch dargestellt hatte, ist es mir doch nicht ganz erfindlich, wie noch solche Vorwürfe erhoben werden können, wie sie neuerdings wieder hervorgetreten sind. Frau Hama, am 24. Januar hat der Herr Ministerpräsident Braun einen Erlaß, eigenhändig unterschrieben, an die Ministerien gehen lassen, in dem es heißt: 1 Bei der Beratung des Haushalts des Staatsministeriums im Hauptausschuß der Landesversammlung ist ohne Widerspruch fest⸗ gestellt worden, daß die Einrichtung der parlamentarischen Staats⸗ sekretäre und Beiräte von Anfang an nur als eine Einrichtung der Uebergangszeit gedacht war, die mit dem Eintritt normaler Verhältnisse fortzufallen habe, zumal sie weder im Reiche noch in einem andern deutschen Lande besteht oder bestanden hat. Da die Mandate der gegenwärtigen Stellen inhaber ohnehin mit der Auf⸗ lösung ders Landesversammlung hinfällig werden, beabsichtige ich nicht, in dem dem Herrn Finanzminister vorzulegenden Haushalts⸗ entwurf des Staatsministeriums für 1921 noch Mittel für den ge⸗ dachten Zweck vorzulegen. Die Rücksicht auf die Finanzlage des Staates legt den Verzicht darauf um so näher, als allein für den Staatsrat und die Vertretung der Provinzen im Reichsrat eine Mehrausgabe von rund zwei Millionen Mark vorgesehen ist.

Auf Grund dieses Erlasses sind Mittel für die Beiräte nicht mehr

in den Etat eingestellt worden. Als nun der neue Landtag gewählt

war, die alte Regierung nur noch provisorisch ihr Amt führte, ist

Ministerpräsidenten Braun in der Sitzung vom 7. März d. J. nach dem Protokoll der Staatsministerial⸗ sitzung beschlossen worden:

Zu Punkt 3 der Tagesordnung bestätigte das Staatsministerium seinen Beschluß vom 1. Juli 1920, wonach die Tätigkeit des parlamentarischen Staatssekretärs und der Beiräte der Ministerien mit dem Zusammentritt des Landtages ein Ende finde.

(Hört, hört! bei den Sozialdemokraten.) Auf Grund dieser Be⸗ schlüsse, di e von Ihren Mitgliederninder Regierung mitgetätigtsind, sind eben die Stellen der parlamentarischen Beiräte erloschen, und ich konnte gar nicht anders, als Herrn Siering und Herrn Hartmann ein Schreiben zugehen zu lassen, in dem ich mitteilte, daß ihre Aufgabe als Beirat im Ministerium erledigt sei.

Nun beziehen Sie sich darauf, daß Herr Hartmann heute noch im Ministerium tätig sei. Ich habe schon wiederholt darauf hin⸗ gewiesen, daß diese Beibehaltung des Herrn Hartmann darauf beruht, daß er schon vorher, ehe das Amt des parlamentarischen Beirates überhaupt geschaffen wurde, Referent in meinem Ministerium war. Ich habe mich vorher in einer Unterhaltung mit Herrn Hergt noch⸗ mal davon überzeugt, daß mein Gedächtnis mich nicht täuscht. Das Amt ist noch vor der Revolution geschaffen worden. Ich habe zu dieser Zeit mit dem Reichsarbeitsminister Bauer, dem damaligen Staatssekretär des Arbeitsamts, über diese Frage gesprochen. Ich habe ihm mitgeteilt, daß die Hirsch⸗Dunckerschen Gewerkschaften sich darüber beklagten, daß er Herrn Giesberts aus dem Zentrum, mehrere Herren aus den freien Gewerkschaften usw. als Referenten berufen habe, aber keinen Herrn aus den Hirsch⸗Dunckerschen Gewerkschaften. Darauf hat er mir gesagt: Sie haben doch auch die Möglichkeit, in Ihrem Ministerium einen solchen Referenten anzustellen; Sie be⸗ schäftigen sich auch mit allen diesen Fragen der Arbeiter⸗ politik. Nehmen Sie doch einen Hirsch⸗Dunckerschen Ver⸗ treterl! Ich habe damals mit dem Finanzminister Hergt verhandelt, und er hat mir die Mittel dafür zur Verfügung gestellt. Nun ist eben Herr Hartmann als Referent in meinem Ministerium geblieben, und Sie können aus meinem Vorgehen doch wirklich nicht schließen, daß eine Animosität gegen eine Gewerkschaftsrichtung daraus spräche, wenn ich Herrn Hartmann weiterhin als Referenten im Ministerium belasse.

Wenn Sie dann vielleicht sagen, es sollten noch weitere Referenten berufen werden, so muß ich darauf antworten, daß die Finanzlage des Staates dem widerspricht. Wir können unsere Aufgabe hinreichend erfüllen, wenn wir einen Arbeiter⸗ vertreter zur Mitarbeit in diesen Dingen heranziehen.

Dann noch ein Wort über die Interpellation wegen der Griesheimer Vorgänge, die Große Anfrage Knoth und Genossen. Ich habe darauf zu erwidern: Mir ist erst gestern diese Große Anfrage vorgelegt worden, und ich kann sie selbst⸗ verständlich heute nicht authentisch beantworten. Wir müssen dazu Material von den Provinzialbehörden einziehen. Soweit ich unterrichtet bin, schweben Verhandlungen, und ich hoffe, sie werden zum Ziele führen. Wenn aber in der Großen Anfrage davon gesprochen wird, daß die Belegschaft unter nichtssagenden Vorwänden entlassen sei, so lauten allerdings die vorläufigen Berichte, die uns darüber geworden sind, anders. Ich stütze mich dabei gar nicht so sehr auf Berichte der Regierungspräsidenten, sondern auf die Berichte der Arbeiterzeitungen jener Gegend, einmal die „Freie Presse“ in Höchst, die am 26. September sagt:

„Auch bei den Demonstranten vor dem Hauptbüro der Farbwerke machten sich wieder sogenannte Raketen bemerkbar, und leider muß gesagt werden, sie fanden unter den gewerk⸗ schaftlich Ungeschulten den gewünschten Anhang. Unbegreiflich ist es, daß besonnene, gewerkschaftlich geschulte Arbeiter diesen Elementen nicht ein für allemal das Handwerk legen. Oder glaubt noch irgendjemand, der Arbeiterschaft gereiche es zur Ehre, wenn sie ruhig mit ansieht, wie von zweifelhaften Ele⸗ menten verdiente Arbeiterführer verhöhnt, beschimpft oder sogar tätlich angegriffen werden? Gereicht es der Arbeiterschaft zur Ehre, wenn ihre Führer in Verhandlungen mit den Arbeitgebern stehen, um für die Arbeiterschaft in besonnener Verhandlung das Bestmöglich herauszuholen, daß dann von Schreiern und Maulhelden die Fenster des Verhandlungsraumes mit Steinen eingeworfen werden?“

Und so geht es fort. Sie wissen, daß diese Unruhen dazu geführt haben, den Betrieb zu schließen. Die „Wiesbadener Volksstimme“ verurteilt in gleicher Weise diese Vorgänge. Sie sagt:

„Wohin soll es führen, wenn die Arbeiterschaft, anstatt auf ihre gewerkschaftlichen Führer, auf zweifelhafte, in der Arbeiterbewegung nicht bewährte dunkle Existenzen hört? Da⸗ durch wird nicht nur der Zertrümmerung der Gewerkschaften Vorschub geleistet, sondern auch die ganze Arbeiterbewegung wird schwerstens geschädigt.“

Diese Stimmen aus der eigenen Arbeiterpresse lassen darauf schließen, daß die Dinge nicht so liegen, wie sie geschildert worden sind, nämlich daß es nichtssagende Vorkommnisse seien, die die Direktion zum Schließen der Werke veranlaßt hätten. Ich bin nach Lage unserer ganzen Wirtschaft auch der Meinung, daß die Werke sehr töricht handeln würden, gerade vom Standpunkt der sogenannten Profitgier, wenn sie die Werke heute ohne Grund schließen wollten. Wie diese Verhandlungen ausgehen werden, darüber werden wir uns noch des näheren unterhalten. Wenn aber hier gefordert wird, wir sollten die Stillegungsverordnung zur Anwendung bringen, so kann ich heute schon sagen, daß das nicht der Fall sein wird, aus dem einfachen Grunde, weil wir nicht gegen das Gesetz handeln können. Das Gesetz schreibt aus⸗ drücklich vor, daß in solchen Fällen, wo Arbeitsstreitigkeiten vor⸗ liegen, die Stillegungsverordnung nicht Platz greift. Es wird uns etwas zugemutet, was dem Reichsgesetz widerspricht. (Zurufe links: Der richtige Scharfmacher!)

Meine Damen und Herren, Sie wollen mir gestatten, daß ich in bezug auf einen großen Teil der sonstigen Verhandlungs⸗ gegenstände auf die Berichte verweise, die über die Verhandlungen des Hauptausschusses vorliegen, wo auch die Regierungsvertreter in ausgiebiger Weise sich über alle diese Fragen geäußert haben. Ich muß sagen, der preußische Handelsminister müßte ein sehr mächtiger Mann sein, wenn er alles das zur Ausführung bringen wollte, was in diesen Debatten im Ausschuß und in der Voll⸗ sitzung hier von ihm verlangt wird. Wir werden uns bemühen, nach Möglichkeit dasjenige, was wir können, zur Ausführung zu

bringen, und ich hege die Hoffnung, daß es uns in gemeinsamer

72

b

Arbeit wenigstens zu einem Teile gelingen wird, unser Wirtschafts⸗ leben wieder aufzurichten. (Bravo! rechts, im Zentrum und bei den Deutschen Demokraten.)

Abg. Janssen⸗Barmen (D.⸗Nat.): Der Fall Rahardt zeigt uns, daß in den Spitzenorganisationen nur Männer sitzen dürfen, die allgemeine Achtung zu beanspruchen haben. Die Pflicht⸗ organisation müsse so ausgestaltet werden, daß jeder einzelne Dazu⸗ gehörige auch wirklich zur Erfüllung der wirtschaftlichen Aufgaben geeignet gemacht wird. Bei den neuen Steuern, besonders den Umsatzsteuern, verdient das Handwerk größte Schonung. In den gewerblichen Fach⸗ und Forthildungsschulen müssen die Lehrer mit ganzem Herzen bei der Sache sein. Ihre Besoldungs⸗ verhältnisse sind zu verbessern. Die Berufsberatung darf um keinen Preis schematisch oder bürokratisch vor sich gehen. Die Arbeitsnachweise sind leider zu einer rein politischen Einrichtung geworden. Die fachliche Einteilung ist auf diesem Gebiete der terri⸗ torialen vorzuziehen. Den Werkgemeiuschaften der Innungen ist bei der Ausführung von Aufträgen der Gemeinden vor jedem Regiebetrieb der Vorzug zu geben. Der Minister des Innern ist bei dem Erlaß, der die Verantwortung für die Andauer und das Weiter⸗ anwachsen der Teuerung der Lebensmittel und Bedarfs⸗ artikel dem Kleinhandel und den Kleingewerbetreibenden zu⸗ schob, offenbar schlecht beraten gewesen; darüber wird ihn der einmütige Protest dieser Kreise inzwischen belehrt haben. Die Teuerung war unpermeidlich und wird weiter steigen. (Zurufe links.) Mit dem Steigen der Preise bei Einführung der freien Wirtschaft mußte man rechnen. (Hört! hört! und Gelächter links.) Die Teuerung der Kartoffeln ist vor allem durch Unberufene verursacht und wird von der ordentlichen Landwirtschaft am meisten bedauert. (Lachen links.) Fragen Sie (nach links) doch die Leiter ihrer Konsumgenossen⸗ schaften! Die Schädlichkeit der Börse hat durch diese eine neue Illustration erfahren. Ge en den Wucher muß mit rücksichtsloser Energie eingeschritten werden, damit diesem Krebsschaden endlich wirksam Abbruch geschieht. Auch der Kaufmannsstand muß sich noch weiter organisieren; er muß dem Bei⸗ spiel des Handwerks auch im Punkte der sachlichen Gliederung folgen und seine so gestaltete Organisation muß öffentlich rechtli en Charakter und entsprechende Befugnisse erhalten. Der Verkehr mit den Verbraucherorganisationen ist s zu ordnen, daß eine gemeinsame Arbeit verbürgt wird. Ueberall vaß es sich um Mußrechte, nicht bloß um Sollrechte handeln. Bei der Einrichtung der Bezirks⸗ wirtschäftsräte wird das preußische 2 diesen auf die Herbeiführung einer Arbeitsgemeinschaft ge⸗ richteten Bestrebungen seine Unterstützung zu widmen haben. Aus dem „vorläufigen“ Reichswirtschaftsrat muß alsbald ein definitiver werden. Dem heimlichen, besser gesagt, dem unheimlichen Waren⸗ handel muß gesteuert werden; der Straßenhandel und der Hausier⸗ handel zeigen Auswüchse, die verschwinden müssen. Der Unfug der Wanderlager hat sich his in behördliche Räume hinein ausgedehnt. Die Gemeinden sollten die Marktstandgelder erhöhen. (Andauernde Zurufe und Widerspruch links.) ür jeden Warenaustausch muß eine gesetzliche Anmeldepflicht statuiert werden. (Zuruf links: Und die Kriegsgesellschaften?) Sie haben ja gar nichts kapirt. (Lachen links.) Handel und Gewerbe dürfen nicht durch Steuer⸗ druck ruiniert werden. Die Einkommensteuer muß wieder nach dem dreijährigen Durchschnitt veranlagt werden. Schonung der kleinen Vermögen! Die Gewerbesteuer muß radikal umgestaltet werden; mit der heutigen Willkür kann es nicht so weiter gehen. Die Umsatzsteuer 1 besser gehandhabt werden, damit wird die Er⸗ höhung von selbst überflüssig. Der Sechsuhrladenschluß liegt nicht im Interesse der Verbraucher (Widerspruch links), den Angestellten eine ordentliche Mittagspause zu gewähren, ist viel zweck⸗ mäßiger und ihnen selbst viel angenehmer. Kein Parlament der Welt hat foviel für Kulturzwecke bewilligt, wie das fruͤhere preußische Abgeordnetenhaus. (Gelächter links.) Die altpreußischen Tugenden wieder zu gewinnen, ist unsere vornehmste Aufgabe. Der Wieder⸗ aufbau ist nur möglich mit dem Aufgebot aller sittlichen Kräfte, die auch das Handwerk immer beseelt haben. Handwerk. (Beifall rechts, Lachen links.)

Abg. Bayer⸗Waldenburg (D. Vp.): Mit Freuden stelle ich fest, daß die Daseinsberechtigung des Handwerks allseitig zugegeben worden ist. Auch der Minister hat eingeräumt, das die Meisterlehre immer noch besser ist als die Industrielehre. Widerspruch und Unterbrechungen links.) Die Ausführungen der Frau Hanna haben mich als odwerketmessten gekränkt; sie hat diesem abgestritten, daß er überhaupt am Lehrling Erziehungsarbeit leisten kann. Nicht um billige Arbeitskräfte zu haben, halten wir an der Meisterlehre fest. Uebelstände und Auswüchse kommen in jeder großen Organisation vor und müssen abgestellt werden. Nicht die Innungen lehnen die Gesellenausschüsse ab, sondern die Gesellen felber, die nicht einmal zu den Ausschußwahlen erscheinen. (Zurufe und Lachen links.) Die Gewerkschaften betrachteen wir keineswegs als Fremdkörper; die besten Verhandlungen führt eine starke Organisation zu einer anderen starken Organisation. Der Fortbildungsunterricht darf nicht in die Arbeitszeit gelegt werden. (Hört! und Aha! linkz.) Nur Unverstand oder böser Wille kann es anders wollen; denn gegen früher ist heute die Lernzeit ohnehin schon um Tausende von Stunden verkürzt und dabei wird doch die Ausbildung von Qualitätsarbeitern in erster Linie von uns verlangt. (Zurufe links.) Die Bauunternehmungen sind ja durch Geld aus öffentlichen Mitteln auf die Beine gebracht worden. Ein ordentlicher Handwerksgeselle geht nicht auf den Arbeitsnachweis, sondern sucht sich den Meister aus, bei dem er arbeiten will. Der Achtstundentag ist für das Hand⸗ werk durchaus kein Segen, sondern etwas ganz Ungesundes. (Andauernde Zurufe und Unterbrechungen linse Ich kann nicht jedem einzelnen jetzt antworten, draußen im Restaurant stehe ich nachher gern zur Verfügung. (Große Heiterkeit.) Der Ministerialerlaß betr. den

ucher hat das Kleingewerbe schwer verletzen müssen und wird auch von uns gemißbilligt. Aus dem Falle Höchst hat Abg. Brückner ver⸗ geblich eine Haupt⸗ und Staatsaktion zu machen persucht; die Direktion hatte jenen Lümmel scsen längst hinausgesetzt, ehe die Arbeiterschaft etwas unternahm. Hinsichtlich des Leuna⸗ werkes dürfte es zur Beruhigung der Bevölkerung, gereichen, daß dort nicht die gleichen Stoffe hergestellt werden wie in Oppau. Man gewinnt dort den Salmiakgeist, den wir zum Putzen unserer Sachen gebrauchen, und dann Stoffe, die zum Imprägnieren gegen

euersgefahr verwendet werden. Es handelt sich also nicht um

Explosipstoffe. Wenn man das Entgegengesetzte behauptet, so ist das ein Spiel mit Feuer, und das sollte nicht Aufgabe eines Volksver⸗ treters sein. Wir können nur im gegenseitigen Verstehen und Ver⸗ trauen vorwärts kommen. Das allein ist der Weg, auf dem wir unser Volk, unser Vaterland, Handel und Gewerbe einer sonnigeren Zukunft entgegenführen können. (Beifall.)

Darauf tritt die Vertagung ein.

Abg. Holzamer (Wirtschaftspartei) versucht in persönlicher Bemerkung darzulegen, daß das vom Minister Fischbeck angeführte Flugblatt bezüglich des Falles Rahardt nicht von ihm, sondern vom Vorstand der Wirtschaftspartei stamme, wird aber vom Präsidenten, als er auf die Entstehungsgeschichte des Flugblatts näher eingehen will, daran sibindar⸗ da das nicht in den Rahmen einer persönlichen Bemerkung hineingehöre.

Nächste Sitzung Donnerstag 1 Uhr. (Fortsetzung, Be⸗ sprechung von Anträgen und Anfragen über Schulverhältnisse, wie Befreiung der Lehrer vom niederen Küsterdienst, die Vor⸗ gänge an der Fürstin⸗Bismarck⸗Schule in Charlottenburg, An⸗

Handelsministerium auch

träge über Frachtermäßigung hgch Ostpreußen und Verbilligung

der Lebenshaltung der ostpreußis

en Bevölkerung.) Schluß nach 5 Uhr. 3

Es wurde beschlossen, nicht,

Amsterdam⸗Rotterdam

Gott segne das ehrbaree

Amerikanische Banknoten 1000 —5 Doll.

111“

ite Beilage

eichsanzeiger ind Preußischen S

Nr. 234.

Berlin, Donnerstag, den 6. Oktober

———

Nichtamtliches. (Fortsetzung aus der Ersten Beilage.)

Parlamentarische Nachrichten.

Der sozialpolitische Ausschuß des Vorläufigen Re wirtschaftsamts hält heute, der Umsatzsteuerausschuß heute und morgen eine Sitzung ab. 8

8 Q—

Der Aeltestenrat des preußischen Landtags hielt gestern erneut eine Sitzung ab, um über die Geschäftslage zu beraten. wie vorgesehen war, bereits am Freitag ieser Woche eine Pause in den Vollsitzungen eintreten zu lassen, ondern man will bis zum 22. Oktober zusammenbleiben und sich dann bis einschließlich 2. November vertagen. Während der Ver⸗ tagung soll der Hauptausschuß sich insbesondere mit der weiteren Vorberatung des Staatshaushalts befassen. Die Beratung des Sonderhaushalts des Ministeriums für Wissenschaft, Kunst und Volksbildung im Hauptausschuß soll mit Rücksicht auf den Parteitag der Deutschen Volkspartei erst am 27. d. M. beginnen. Der Sonn⸗ abend und der Montag sollen in der Regel sitzungsfrei sein.

Handel und Gewerbe. Heute fand kein Börsenverkehr statt.

Telegraphische Auszahlung.

5. Oktober

Geld Brief 4043,45 4051,55

40,45 4055 881,60 883,40 1496,00 1499 00 2322,65 28327,35

2814,65 2820,35 182,80 183,20 499,50 500,50 471,00 472,00 125,74 ½ 126,00 ½ 894,10“„ 895,90 2197,80 2202,20 1633,35 1636,65

8

6. Oktober

Brief 3928,95

39,55 868,40 1466,50 2277,30

2752,75 177,70 488 00 459,00 121,25 ½ 883,40 2137,85 2142,15 1588,40 1591,60

6 47 130,15 18,07

Geld 3921,05

39,45 866,60 1463,50 2272,70

2747,25 177,30 487,00 458,00 120,99 ½ 881,60

Buenos Aires (Papier⸗

e“ Brüssel und Antwerpen Christiania .. Kopenhagen Stockholm und Gothen⸗

b Helsingfors. Italien London

New York Ehn 8 Schweiz. Spanien.. Wien (altes). Wien (Dtsch.⸗Oeste abgestemp...

Prag .. Budapest Bulgarien. Konstantinopel..

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7,12 131,65 17,97

7,08 131,35 17,93

9 οo 292 8292 —0

Ausländische Banknoten vom 6. Oktober. Geld Brief 119,95 120,25 118,85 119,15 854 00 856,00

2267,50 2272,50 456,50 457,50

2 und 1 Doll.... ) . 455,00 456,00

für 100 Fres.. für 100 Kr... große (100—500 Lstrl. 1 Lstrl. u. darunter.

100 Frcs. . 0 100 Fl.. 8

100 Lire 6 100 Kr. .1 alte 8800 11,9o-I alte (10 —100 Kr.).

neue (1000 Kr.) . neue (10 u. 100 Kr.)

Belgische Dänische

Englische

Füsctset Französische olländische Italienische Norwegische Oesterreichische 1 9

174,75 175,25 874,00 876,00 3929,00

485,50 1461,50

—,— —,—

415 4,15 106,25

2745,25 2132,25 1576,75 130,25 127,25

.⁴ 90 20 0

3921,00 484,50 1458,50

7

8 4,05

Rumärüsche Schwedische

4,05 500 u. 1000 Lei. 105,75 unter 500 Lei

für 100 Kr. . Schweizer

5 für 100 Fr... Sp is 0 2 2 2 20 0 0 2 Vichecho⸗s. low. Staclsnot, neue (100 Kr. u. darüber

nuaauauaaasnangan aae

2739,75

1573,25 129,75

. 2127,75 ) 126,75

unter 100 r. .

Zur Verkehrslage im Ruhrrevier teilt „W. T. B.“ 8 bahnbetrieb im Ruhrbezirk wickelte sich in

der vergangenen Woche ohne besondere Schwierigkeiten ab. Die für den Fall der Aufhebung der Sanktionen zur freieren Entfaltung des Verkehrs getroffenen Vorbereitungen wurden sofort in Kraft gesetzt, nachdem mit Sicherheit die Aufhebung der Sanktionen für den 30. September Abends bekannt geworden war. Die Rückleitung der Güter, welche zur Behebung von betrieblichen Schwierig⸗ keiten aus Anlaß der Sanktionen umgeleitet werden mußten, auf den alten, ihnen organisch zugewiesenen Weg geschieht so schnell als möglich. Die Wagengestellung war in der letzten Woche, besonders für Brennstoffe, sehr ungünstig. Trotz aller Bemühungen war der Zulauf an leeren Wagen so gering, daß größere Ausfälle am Schluß der Woche nicht vermieden werden konnten, was wohl in erster Linie auf den gesteigerten Versand von Feldfrüchten, insbesondere Kartoffeln, zurückzuführen ist. Der Mangel an gedeckten Wagen hat an Schärfe noch zugenommen. Für Kohlen, Koks und Briketts wurden in der vergangenen Woche im arbeitstäglichen Durchschnitt einschließlich der nachträglich bestellten Wagen 21, 452 Wagen (gerechnet zu 20 t) angefordert, gestellt wurden arbeitstägli ducchfchnittlich 212 Wagen. (Höchstgestellung am 28. September 21 152.) Im gleichen Zeitraum des Vorjahres betrug die Durchschnittsgestellung 20 061 Wagen. Die Lagerbestände auf den Zechen haben von 356 805 auf 359 104 t zugenommen. Die Schiffahrtslage auf dem Rhein hat sich leider immer noch nicht ge⸗ bessert. Infolgedessen wird der Mangel an Laderaum fühlbarer. Auch die Schleppsätze ziehen neuerdings an. Der Cauber Pegel ver⸗ zeichnete am 1. 8 er einen Stand von 1,12 m. Der Umschlag an den Duisburg⸗Ruhrorter Kippern belief auf 22 078 2142) t werktäglich. scn den Zechenhäfen der Kanäle wurden 5 261 (26 026) t umgeschlagen. b 5 Margarineverband E. V. teilt dem „W. T. B. mit; Die Steigerung der Preise für die von der Margarineindustrie benötigten Rohstoffe auf dem Weltmarkt und der starke Rückgang des deutschen Markkurses veranlaßte die deutsche Margarigeindustrie Mitte September zu einer gemeinsamen Aussprache über diese Verhältnisse und zu einer Verständigung Fber die Preise der fertigen Margarine. Eine aus den Kreisen der In⸗

tober.

der Zwischenzeit ist dieser Kurs um 33 vH auf 40 und darüber gestiegen. Diese Steigerung hatte eine Erhöhung der Oelpreise im Inland und auch ein weiteres Anziehen der Weltmarktpreise für die Rohstoffe zur Folge. Die Marngarineindustrie war gezwungen, dieser Entwicklung der Dinge zu folgen, und die dazu berufene Kommission hat in einer am 4. Oktober abgehaltenen Sitzung beschlossen, eine weitere Preiserhöhung eintreten zu lassen, um wenigstens einigermaßen die ungünstigen Verhältnisse auszugleichen. Die sofort in Kraft tretende Preiserhöhung beträgt für die beste Margarine, sogenannte Ueber⸗ marke, 2,— für das Pfund, für die übrigen Marken 2,50 ℳ. Die neuen Margarinepreise stellen sich demnach wie folgt: für die Extra⸗ marke 19,— ℳ, für die Spezialmarken 17,50 ℳ, für die erste Handelsmarke 16,50 ℳ, für die zweite Handelsmarke 15,50 für das Pfund. Der Preis für Schmelzmargarine ist um 3,— für das Pfund erhöht worden.

In einer am 3. Oktober abgehaltenen Delegiertenversammlung des Schutzverbandes für deutschen Grundbesitz, Berlin, zu der neben Vertretern sämtlicher bürgerlichen Parteien des Reichstags und des Preußischen Landtags der Reichsarbeitsminister sowie die preußischen Minister der Finanzen, für Landwirtschaft, ferner die führenden Verbände des Handels und der Industrie Vertreter entsandt hatten, wurde eine Entschließung angenommen, die u. a. jede dingliche Beteiligung des Reichs und des Staats am Realwerte ablehnt, die Goldzwangsgrundschuld verwirft und jede Bestrebung ver⸗ urteilt, die vorwiegend auf parteipolitische Ausnutzung des Real⸗ werts und auf Enteignung großer Teile des Volksvermögens abzielt und die Gefahr der Auslieferung des deutschen Grundbesitzes und der deutschen Industrie an den Feindbund herbeiführt. Der Verband fordert grundsätzlich die Wahl von Ertragssteuern und hält die Erhebung von Besitzsteuern nur ausnahmsweise und nur in⸗ soweit für zuläfsig, als sie die Möglichkeit offen lassen, die Produktion zu erhalten nnd zu steigern. Betreffs einer laufenden Vermögensabgabe müsse verlangt werden, daß die Vermögensfest⸗ stelung auf Erund gesetzlicher Vorschriften durch unabhängige In⸗ stanzen mit der Möglichfeit eines Rechtsmittelzugs erfolgt. Im Hinblick, auf den Entwurf eines preußischen Gesetzes über die Erhebung einer vorläufigen Steuer vom Grund⸗ vermögen müsse ebenfalls die Ertragesteuer, gefordert werden, wenn nicht die Besteuerung zur Beschränkung der Prs. duktionsmöglichkeiten führen soll. Zum Schluß betont die Ent⸗ schließung, daß die Erfüllung unserer auswärtigen Verbindlichkeiten und die Herstellung des Gleichgewichts im Innern mit steuerlichen Maßnahmen auch nicht entfernt erreicht werden kann und daß man diesem Ziele nur durch Einstellung der Notenpresse, vollkommene Umgestaltung der Ausgabenpolitik und äußerste Anspannung der ge⸗ samten Arbeitskräfte der Nation näher zu kommen vermag.

Der Aufsichtsrat der Reichelbräu⸗Aktiengesell⸗ schaft, Kulmbach, beschloß laut Meldung des „W. T. B.“ einer auf den 31. Oktober 1921 einzuberufenden ordentlichen General⸗ versammlung die Verteilung einer Dividende von 12 vH sowie eines Bonus von 60 pro Aktie vorzuschlagen. Ferner soll Beschluß gefaßt werden über Erhöhung des Grundkapitals a uf 8 000 000 durch Ausgabe von nom. 2 250 000 Stammaktien und nom. 2 000 (00 6 % Vorzugsaktien. Pns alts der Stamm⸗ aktien wird den bisherigen Aktionären ein ;. eingeräumt, und zwar auf je zwei alte Aktien eine neue zum Kurse von 163 vH.

Graz, 5. Oktober. (W. T. B.) „Tagespost“ meldet aus Belgrad: Zur Besserung des Kurses des jugoflawischen Dinars im Auslande hat das Finanzministerium ein Moratorium für die Schulden der jugoslawischen Handelswelt im Auslande für die Dauer

eines Jahres erklärt.

Wagengestellung für Kohle, Koks und Briketts. am 4. Oktober 1921.

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Ruhrrevier Oberschlesisches Revier Anzahl der Wagen

Sb

20 386 1 414

18 940

Gestellt..

Nicht gestellt.

Beladen zurück⸗ geliefert..

Die Elektrolytkupfernotierung der Vereinigung für deutscke Elektrolptkupfernotiz stellte sich laut Berliner Meldung von W. T. B.“ am 5. Oktober auf 3665 (am 4. Oktober auf

3528 ℳ%) für 100 kg. eisefette. Bericht von Gebr. Gause. Berlin, 5. Ok⸗ I““ Feinste reinschmeckende Sachen sind snap und gesucht, auch für zweite Sachen zeigt sich regeres Interesse, so daß sich auch hierin die Lager bald räumen dürften. Die heutigen Notierungen sind: Einstandspreise per Pfund inkl. Faß frei Berlin Ia Qualität 29,50 ℳ, II a Qualität 25 28 ℳ, abfallende 17 bis 23 ℳü. Margarine. Lebhafte Nachfrage. Schmalz. Die Nachfrage ist lebhaft, so daß die hiesigen Vorräte ziemlich aufgeräumt sind und besonders in Pure Lard in Tierces bereits eine empfindliche Knappheit besteht. Die Preise waren, beeinflußt durch die Devisenkurse, lebhaft schwankend. Die Packer⸗ forderungen waren infolge steigender Notierungen an der Chicagoer roduktenbörse erhöht. Die heutigen Notierungen sind: Choice estern Steam 16,50 ℳ, Pure Lard, kleinere Packungen 17,50 ℳ, Berliner Bratenschmalz 17,50 ℳ, Speck. Gute Nachfrage bei steigenden Preisen. Gesalzener Rückenspeck notiert 16,50 bis 17,50

je nach Stärke. 8

Berichte von auswärtigen Weripapiermärkten.

ei pzig, 5. Oktober. (W. T. B.) Sächsische Rente 51,00,

50 e ptiter Stadtagleit 99,00, Creditanstalt 289,00, Bank für Grundbesitz 210,00, Chemnitzer Bankverein 265,00, Leipz. Immobilien Gesellschaft —,—, Ludwig Hupfeld 755,00. Piano Zimmermann 734,00, Leipziger Baumwollspinnerei 1330,00, Sächs. Emaillier⸗ u. Stanz⸗ werke vorm. Gebr. Gnüchtel 748,00, Stöhr u. Co. 2060,00, Thür. Wollgarnspinnerei 1450,00, Sächs. Wollgf. vorm. Tittel u. Krüger 1200,00, Tränkner u. Würker 1200,00, Chemnitzer Zimmermann 702,00, Germania 680,00, Peniger Maschinenfabrik 485,00, Leipziger Werk⸗ eug Pittler u. Co. 870,00, Wotan⸗Werke 1425,00, Leipz. Kammgarn⸗ sohinere —,—, Kugo Schneider 700,00, Wurzner Kunstmühl. vorm. Krietsch 450,00, all. Zucker⸗Fabrik 890,00, Mittweidaer Kratzen 755,00, Fritz Schulz sun. 910,00, Riebeck u. Co. 625,00, Thüring. Gas 705,00, Hallesche Pfännerschaft 560,00. g- Sehr fest. Köln, 5. Oktober. (W. T. B.) (Amtliche Notierungen.) olland 4005,95 G., 4014,05 B., Frankreich 890,10 G., 891,90 B. Helcten 874,60 G. 876,40 B., Amerika 124,62 G. 124,88 B., England 467,50 G. 468,50 B., Schweiz 2192,80 G., 2197,20 B., Italien 497,50 G., 498,50 B., Dänemark 2287,70 G., 2292,30 B. Norwegen 1473,50 G., 1476,50 B., Schweden 2807,15 G. 2812, 85 B., Spanien 1623,35 G., 1626,65 B., Prag 130,85 G.) 131,15 B., Budapest 17,48 G., 17,52 B., Wien (neue) 758,00 G.,

Havag 379,50 bis 406,00 bez., Hamburg⸗Südamerika 564,00 bis 582,00 bez., Norddeutscher Lloyd 383,00 bis 412,00 bez. Vereinigte Elbeschiffahrt 745,00 G., 755,00 B., Schantunabahn 600,00 G., 620,00 B., Brasilianische Bank 840,00 G., 880,00 B., Commerz⸗ und Privat⸗Bank 276,00 G., 280,00 B., Vereinsbank 250,00 G., 253,00 B., Alsen⸗Portland⸗Zement 925,00 G., 935,00 B., Anglo⸗ Continental 840,00 bis 895,00 bez., Asbest Calmon 586,00 G., 590,00 B. Dpnamit Nobel —,— G., —,— B., Gerbstoff Renner 700,00 G., —,— B., Nordd. Jutespinneren 1300,00 G., 1G Mercksche Guano 553,00 bis 565,00 bez., Harburg⸗Wiener Gummi —,— G., B., Caoko 150,00 bz., Sloman Salveter 3900,00 bez, Neuguinea —,— G., —,— B., Otavi⸗Minen⸗Aktien —.— G., do. do. Genußsch. —,— G.,

Unregelmäßig.

Wien, 5. Oktober. (W. T. B.) Die Börse verlief heute stürmisch bewegt und sowohl auf dem Valuten⸗ wie auf den Effekten⸗ 1 markt trat dringende Nachfrage hervor. Der Besitzwechsel vollzog sich unter sprunghaften Kurssteigerungen, die bei zahlreichen Aktien werten Tausende von Kronen betrugen. Im Hinblick auf die Annabme der Bankvorlage im Budgetausschuß profitierten Anglobank 1060, Länderbank 1100 Kronen, doch büßten Länderbank auf Realisationen die Gewinne wieder ein. Am Anlagemarkt waren österreichische Kronenrente 2 8 % rückgängig, während österreichische Goldrente 38 und ungarische 90 % gewannen.

Wien, 5. Oktober. (W. T. B.) Türkische Lose 12 500 Staatsbahn 14 480, Südbahn 5495, Südbahnprioritäten 5501, Oester reichische Kredit 3500, Ungarische Kredit 7700. Anglobant 5760, Unionbant 3080, Bankverein 1970, Länderbank 5110, Sesterreichisch Ungarische Bank —,—, Alpine Montan 13 600, Prager Eisen 58 100, Rima Muranver 11 400, Skodawerke 16 490 Salgokoblen 26 900, Brüxer Kohlen 20 000, Galizia —,—, Waffen 3900, Llovd⸗Aktien —,—, Poldihütte 13700, Daimler 1590, Oesterreichische Goldrente 368, Oesterreichische Kronenrente 117, Februarrente 126, Mai⸗ rente 118, Ungarische Goldrente —,—, Ungarische Kronenrente 500, Veilscher —,—, Siemens⸗Schuckert 4125.

Wien, 5. Oktober (W. T. B.) Notierungen der Devifen⸗ zentrale: Amsterdam 989,50 G., Berlin 2397 Cz., Kopenhagen 566,75 G., London 114,40 G. Paris 217,80 G., Zürich 534,75 G., Marknoten 2395 G., Lirenoten 119,80 G. Jugoflawische Noten 4860 G., Tschecho⸗Slowakische Noten 3197 G.

Prag. 5. Oktober. (W. T. B.) Notterungen der Devisen⸗ zentrale: Berlin 76 G., Marknoten 76 G., Wien 3,00 G London, 5. Oktober. (W. T. B.) 2 ½ % Engl. Konsols 48 ¼, 5 % Argentinier von 1886 94 00, 4 % Brasilianer von 1889 50,00, 4 % Japaner von 1899 66,00, 5 % Mexikanische Goldanleihe von 1899 68,00, 3 % Portugiesen 22,50, 5 % Russen von 1906 8,50, 4 ½ % Russen von 1909 6,00, Baltimore and Ohio 50,50, Canadian Fec 150,50, Pennsyplvania 48,50, Southern Pacific 105,00, Union

egenah eaks g B.

7 W.

acific 161,00, United States Steel Corporation 105 00, Rio into 28,00, De Beers 11,25, Goldfields 1, Randmines 2,37.

London, 4. Oktober (W. T. B.) Wechsel auf Paris 52,65 ¼ Wechsel auf Belgien 53,42 ½, Wechsel auf Schweiz 21,40, Wechsel auf Holland 11,84 ½, Wechsel auf New York 373 ⅜, Wechsel auf Spanien 28,68 ½, Wechsel auf Italien 94 ⅛. Wechsel auf Deutsch⸗ land 463,50.

London, 5. Oktober. (W. T. B.) Silber 42 ⅛, Silber auf Lieferung 41 ⁄, do. auf Gold —,—. .

London, 4. Oktober. (W. T. B.) Privatdiskont 4 ½ 4 % fundierte Kriegsanleihe 75 ¼, 5 % Kriegsanleihe 89, 4 % Siegesanleihe 71 .

Paris, 5. Oktober. (W. T. B.) 5 % Französische Anleihe 81,45, 4 % Französische Anleihe 65,60, 3 % Französische Rente 55,70, 4 % Spanische äußere Anleihe —,—, 5 % Russen von 1906 27,25, 3 % Russen von 1896 —,—, 4 % Türken unifiz. 39,00, Suezkanal 58,50, Rio Tinto 598.

Paris, 5. Oktober. (W. T. B.) Devisenkurse. Deutschland 11,25, Amerika 1397,50, Belgien 98,25, England 52,44 ½ Holland 450,00, Italien 55,50, Schweiz 245,25, Spanien 183,00

Zürich, 5. Oktober. (W. T. B.) Devisenkurse. Berlin 4,55, Wien 0,35, Prag 5,90, Holland 183,75, New York 571,00, London 21,41, Paris 40,75, Italien 22,75, Brüssel 40,10, Kopen⸗ hagen 104,50, Stockholm 128,25, Christiania 69 60, Madrid 74,75, Buenos Aires 185,00, Budapest 0,82 ½, Bukarest 480,00, Agram 245,00. Amsterdam, 5. Oktober. (W. T. B.) Wechsel auf London 11,67 ½, Wechsel auf Berlin 2,50, Wechsel auf Paris 22,25, Wechsel auf Schweiz 54,47 ½3, Wechsel auf Wien 0,18, Wechsel auf Kopenhagen 57,70. Wechsel auf Stockholm 69,80, Wechsel auf Christiania 37,25, Wechsel auf New York 310,75, Wechsel auf Brüssel 21,87 ½, Wechsel auf Madrid 40,65, Wechsel auf Italien 12,42 ½. b 1

Amsterdam, 5. Oktober. (W. T., B.) 5 % Niederländ. Staatsanleihe von 1915 90 ⅜, 3 % Niederländ. Staatsanleihe 61 %, 3 % Deutsche Reichsanleihe, Januar⸗Juli⸗Coupon —,—, Königlich Niederländ. Petroleum 423,50, Holland⸗Amerika⸗Linie 158,00, Atchison, Topeka u. Santa Fs —,—, Rock Island —,—, Southern

acifie —,—, Southern Railway Union Pacisic —,—, 100,25, United States Steel Corp. 100,50. Matt.

Kopenhagen, 5. Oktober. (W. T. B.) Sichtwechsel auf London 20,18, do. auf New Pork 539,00, do. auf Hamburg 4,40, do. auf Paris 38,60, do. auf Antwerpen 38,00, do. auf Zürich 94,50, do. auf Amsterdam 174,00, do. auf Stockholm 121,25, do. auf Christiania 65,60, do. auf Helsingfors 8,00.

Christrania, b. Oktober. (W. T. B.) Sichtwechsel auf London 31,40, do. auf Hamburg 7,00, do. auf Paris 60,00, do. auf New York 845,00, do. auf Amsterdam 272,00, do. auf Zürich 148,00, do. auf Helsingfors 12,50, do. auf Antwerpen 60,00, do. auf Stock⸗ holm 189,00, do. auf Kopenhagen 151,00.

Stockholm, 5. Oktober. (W. T. B.) Sichtwechsel auf London 16,72, do. auf Berlin 3,65, do. auf Paris 32,00, do. auf Brüssel 31,60, do. auf schweiz. Plätze 78,25, do. auf Amsterdam 143,75, do. auf Le 82,50, do. auf Christiania 53,50, do. auf Washington 448,00, do. auf Helsingfors 6,70.

- Berichte von auswärtigen Warenmärkten.

Liverpool, 4. Oktober. (W. T. B.) Baumwolle. Umsatz 16 000 Ballen, Cinfuhr 2360 Ballen, davon amerikanische Baumwolle Ballen. Oktoberlieferung 14 89, Novemberlieferung 14,62, Dezemberlieferung 14,47. Amerikanische und brasilianische 43, ägyptische 100 Punkte höher.

Manchester, 4. Oktober. (W. T. B.) Garne Tuche gebessert.

und

entralblatts für das Deutsche Reich, herausgegeben im Reichsministerium des Innern am 30. September 1921, hat folgenden Inhalt: 1. Konsulatwesen: Ermächtigung zur Vornahme von Zivilstandshandlungen. 2 Bank⸗ wesen: Status der deutschen Notenbanken Ende August 1921. 3. Steuer⸗ und Zollwesen: Bekanntmachung über die vom 1. Oktober 1921 ab geltenden Se. des Branntweinmonopolausgleichs. Be⸗ kanntmachung über die Uebernahme⸗ und Verkaufpreise für Brannt⸗ wein im Betriebsjahr 1921/22. Nachweisung über Branntwein⸗

Nr. 42 des

dustrie gewählte Kommission beschlos am 15. September eine Erhöhung der. Margarinepreise. In der Zeit dieser Preis⸗ kest setzung wurde der holländische Gulden mit 30 bewertet. In

V

762,00 B. Hamburg, 5. Oktober. (W. T. B.) Börsenschlußkurse. Deut .Australlsche Dampfschiff⸗Gesellschaft 381,50 bis 395,00 bez.,

erzeugung und Branntweinverbrauch im ersten bis dritten Viertel