1X“ . Mannigfaltiges.
Im Kapp⸗Prozeß ist eine Aenderung der Sachlage dadurch
eingetreten, daß vier der flüchtigen Angeschuldigten, nämlich der Oberst Bauer, der Korvettenkapitän Ehrhardt, der Major Pabst und der Schriftsteller Schnitzler sich bereit erklärt haben, sich dem Gericht zu stellen, wenn sie gegen Sicherheitsleistung mit der Untersuchungshaft verschont würden. Das R eichsgericht hat ihnen durch Beschluß vom 17. d. M. sicheres Geleit be⸗ willigt, sedoch nur unter der Bedingung, daß sie sich ungesäumt dem Untersuchungsrichter in Leipzig zur Vernehmung stellen, daß sie an einem im Benehmen mit dem Untersuchungsrichter zu bestimmenden oder von diesem zu bezeichnenden Orte im Inlande Aufenthalt nehmen, diesen Ort ohne richterliche Genehmigung, außer zur Wahrnehmung gerichtlicher Termine, nicht verlassen, und daß sie jeder Ladung zu einem gerichtlichen Termin folgen. Auf diese Weise wird es er⸗ möglicht, das Verfahren gegen den größten Teil der Angeschuldigten in der Kappsache, nämlich außer den Vorgenannten auch gegen die Angeschuldigten von Jagow, von Wangenheim und Dr. Schiele einheitlich durchzuführen. Der gegen letztere beréits auf den 27. d. M. angesetzte Hauptverhandlungstermin mußte daher aufgehoben werden. Das Verfahren gegen sämtliche Angeschuldigten wird nach Möglichkeit beschleunigt; mit dem Stattfinden der Haupt⸗ verhandlung ist in naher Zeit zu rechnen. (W. T. B.)
Memel, 19. Oktober. (W. T. B.) Ueber einen Brand in dem Ritterhaus des livländischen Adels in Riga, in welchem die Konstituante untergebracht ist, meldet das „Memeler Dampfboot“: Das Feuer brach am Montagabend kurz vor Beginn der Feierlichkeiten zu Ehren des Besuchs finnländischer Parlamentarier und führender Persönlichkeiten aus. Bis um 10 ½ Uhr Nachts gelang es der Feuerwehr, des Feuers Herr zu werden. Die oberen Räume, in denen sich der Sitzungssaal der Konstituante mit den wertvollen Kronleuchtern befindet, stürzten ein. Die zahlreichen Wappen der livländischen Ritterschaft, mit denen die Wände besetzt waren, wurden vernichtet. Viele Gemälde, Möbel usw., die in den unteren Räumen untergebracht waren, konnten in Sicherheit gebracht werden.
Paris, 20. Oktober. (W. T. B.) Gestern abend wurde dem amerikanischen Botschafter in Paris durch die Post ein Einschreibepaket zugestellt, das angeblich von einer Parfümerie⸗ fabrik kam. Das Paket enthielt eine Granate. Der Diener, der es aufmachte, wurde leicht verletzt. Der Bot⸗ schafter bekam die Sendung erst zu Gesicht, als der Inhalt fest⸗ estellt war.
Brüssel, 19. Oktober. (W. T. B.) Laut Havasmeldung veranstalteten nach Schluß einer kommunistischen Versamm⸗ lung, in der mehrere Redner dagegen eiferten, daß in Amerika italienische Extre misten zum Dode verurteilt worden seien, veranstalteten 200 Kommunisten eine Kund⸗ gebung vor der amerikanischen Botschaft. Sie wurden von der Polizei zerstreut.
Prag, 18. Oktober. W. T. B.) Gestern abend entgleisten infolge Schienenbruchs vor der Einfahrt in den Wein⸗ berger Tunnel sechs Wagen des Wien — Prager Schnell⸗ zugs. 19 Personen wurden leicht, zwei schwer verletzt.
HOßandel und Gewerbe.
Ueber die Verkehrslage im Ruhrbezirk wird dem W. T. B.“ aus Essen vom 19. d. M. berichtet: Der Eisenbahn⸗ betrieb im Ruhrbezirk wickelte sich in der letzten Woche ohne erheb⸗ iche Störungen ab. Da der 1“ noch zurückgegangen st, sind weitere erhebliche Mengen an Frachten vom Wasser auf die Eisenbahn übergegangen; hierdurch wird in Verbindung dem bereits eingetretenen großen Herbstverkehr eine er⸗ bebliche Inanspruchnahme der Eisenbahn, insbesondere des
Wagenparkes, herbeigeführt. Es gelang nicht, den großen Anforderungen gerecht zu werden, insbesondere machte es große Schwierigkeiten, die am Rhein — Herne⸗Kanal liegenden Zechen, deren Unforderungen vielfach um 100 vH und mehr gestiegen sind, mit eeren Wagen ausreichend zu versorgen. Der Verkehr der in großen Massen aufkommenden Feldfrüchte und der sonstige Herbstverkehr assen noch nicht nach, so daß eine Besserung zurzeit nicht zu erwarten st und weiterhin mit Mangel, insbesondere an gedeckten Wagen, ge⸗ echnet werden muß. Für Kohlen, Koks und Briketts wurden in der vergangenen Woche im arbeitstäglichen Durchschnitt, einschließlich nachtraglich bestellter Wagen, 23 377 Wagen (gerechnet zu je 10 Tonnen) angefordert. Gestellt wurden arbeitstäglich durch⸗ schnittlich 19 715 Wagen (Höchststellung am 12. Oktober 20 531). Im gleichen Zeitraum des Vorjahres betrug die Durchschnittsstellung 19 938 Wagen. Bei der Rheinschiffahrt haben sich die Verhältnisse während der Berichtswoche zunehmend schwieriger gestaltet. In⸗ folge verschiedener, durch das ständige Zurückgehen des Wasser⸗ standes verursachter Vorkommnisse, durch Sinken und gelegent⸗ liches Festsitzen von Kähnen infolge ihres Tiefganges hat sich die Rheinstrombauverwaltung zu besonderen Vorsichtsmaß⸗ regeln veranlaßt gesehen, um weiteren Sperrungen der Fahrstraße an den hauptsächlich gefährdeten Stellen vorzubeugen. Der Cauber Pegel zeigte am 18. d. M. nur noch eine Tiefe von 0,67 m; mit weiterem Sinken des Wasserspiegels ist, zu rechnen. Die Wirkung dieser Notlage auf dem Rhein zeigte sich auch bei der Kipperleistung in den Duisburg⸗Ruhrorter Häfen, die von 17 802 Tonnen auf 15 789 Tonnen zurückging. Der Gesamtumschlag in den Zechenhäfen und Kanälen blieb mit 233 615 Tonnen an⸗ nähernd der gleiche wie in der Vorwoche. Bei den Lagerbeständen ist ein Anwachsen von 357 492 Tonnen auf 392 493 Tonnen am 15. d. M. zu verzeichnen.
— In der Sitzung des Inlandsarbeitsausschusses des Eisen⸗ wirtschaftsbundes, die am 19. Oktober in Düsseldorf statt⸗ fand, wurde, wie „W. T. B.“ berichtet, ein Vorschlag der Gruppen der Ver⸗ braucherunternehmer, Handelsunternehmer und Erzeugerunternehmer zur Regelung des Eisenmarktes vom Eisenwirtschaftsbund nicht angenommen. Die gesamten Gruppen beantragten, daß eine auf freier Vereinbarung beruhende Kommission sich bemühen sollte, durch Feststellung angemessener Richtpreise dem Handel und den Ver⸗ brauchern die nöligen Unterlagen für ihre Preisstellung zu bieten, und luden die Vertreter der Arbeitnehmer zur Teilnahme an den Arbeiten dieser Kommission ein. Nachdem von den Arbeitnehmervertretern es ab⸗ gelehnt worden ist, dieser Einladung Folge zu leisten, haben sich die genaanten Gruppen der Verbraucherunternehmer, der Handelsunternehmer und der Erzeugerunter⸗ nehmer in dem Bestreben, die durch die gewaltigen wirtschaftlichen Veränderungen hervorgerufene Beunruhigung des Eisenmarktes so weit wie irgend möglich zu beseitigeu, zus am men⸗ geschlossen und folgende Vereinbarungen getroffen: 1. Sicherstellung des Inlandsbedarfs. Die Ausfuhr wird beschränkt nach der vom Außenhandelsausschuß festgelegten Bestimmung bezüglich der Mengenkontrolle. Darüber hinaus haben die Erzeuger sich unterschriftlich verpflichtet, jolgendes zu halten: Die Erzeuger übernehmen die Verpflichtung, die mit Verbrauchern und Händlern getätigten Abschlüsse über Walz⸗ werkerzeugnisse zu den vereinbarten Pressen und Bedingungen an⸗ zuliefern. Sie werden keinerlei Aufträge, die zu günstigeren Be⸗ dingungen später übernommen worden sind, in der Ausführung bevorzugen, soweit nicht betriebstechnisch erforderliche Maßnahmen nachweisbar es erforderlich machen. Die Werke erklären aus⸗
mit
drücklich ihre Bereitwilligfeit, den dringenden Inlands bedarf bevor⸗ zugt zu behandeln. 2. Feste Preise. a) Die Erzeuger ver⸗ pflichten sich, mit Handel und Verbrauchern nur Festpreisabschlüsse zu machen. Die gleiche Verpflichtung übernehmen die Händler den Verbrauchern gegenüber. b) Für die Preise selbst werden nach Bedarf erstmalig in dieser Woche bindende Richtpreise festge⸗
1
8 “ 2
stellt in einem Arbeitsausschuß. 3. Es darf kein Preis⸗ unterschied gemacht werden bei Lieferungen für In⸗ landsbedarf und für unmittelbaren Auslands bedarf. 4. Die Ueberpreislisten sind wiederum gültig. 5. Die Richtpreise (s. oben 2 b) sind mit zusammen 4 fü das Streckengeschäft und mit 20 vH für das Lagergeschäft bindend. 6. Forderungen der Erzeuger, die in der Bereststellung bestimmter Schrottmengen oder Devisenjieferung als Gegenleistung geltend gemacht werden, sind ungültig. 7. Alle Beschwerden über Nichteinhaltung dieser Vereinbarungen sowie etwaige Vertragswidrigkeiten anderer Art sind für alle Kreise der Beteiligten an den unter 2 b genannten Ausschuß zu richten. Auf Grund dieser Vereinbarungen hat ein aus Vertretern der genannten Gruppen bestehender Arbeitsaus⸗ schuß gestern folgende Richtpreise, die für den Verkauf am 20. Oktober d. J. in Kraft treten, festgesetzt: 1. Rohblöcke 2435 ℳ, 2. Vorblöcke 2655 ℳ, 3. Knüppel 2725 ℳ, 4. Platinen 2790 ℳ, 5. Formeisen 3150 ℳ, 6. Fluß⸗ und Stahleisen 3200 ℳ, 7. Universal⸗ eisen 3500 ℳ, 8. Blankeisen 3585 ℳ, 9. Walzdraht 3500 ℳ, 10. Grobbleche 5 mm und darüber 3500 ℳ, 11. Mittelbleche 3 bis unter 5 mm 4300 ℳ, 12. Feinbleche 1 bis unter 3 mm 4400 ℳ, 13. Feinbleche unter 1 mm 4450 ℳ. Die vorgenannten Preise sind wieder Grundpreise; sie verstehen sich für 1000 kg und für Lieferung in Thomashandelsgüte. Der Aufpreis auf Lieferungen in Siemens⸗Martin⸗Handelsgüte wurde auf 50 ℳ für 1000 kg fest⸗ gesetzt. Die vorgenannten Preise verstehen sich mit folgender Frachtgrundlage: zu 1 bis 4 Halbzeug ab Schnittpunkt, zu 5 Formeisen ab Oberhausen, zu 6 Flußstahleisen ab Ober⸗ hausen, zu 7 Universaleisen ab Oberhausen, zu 8 Bandeisen ab Oberhausen, zu 9 Walzdraht ab Werk, zu 10 Grobbleche ab Essen, zu 11—13 Mittel⸗ und Feinbleche ab Siegen oder Dillingen. Sie gelten bis zur anderweitigen Festsetzung durch den gemeinschaftlichen Arbeitsausschuß. Bei einer inzwischen etwa eintretenden Kohlenpreis⸗ erhöhung erhöhen sich die genannten Preise um 3,50 ℳ für jede Mark Kohlenpreiserhöhung, Der Handelszuschlag beträgt 4 vH im Werkgeschäft und 20 vH im Lagergeschäft. Die bis⸗ herigen Ueberpreislisten treten wieder in Kraft.
Der Aufsichtsrat der Aktiengesellschaft Max Schorch u. Cie, elektrotechnische Fabrik in Rheydt, beschloß in seiner Sitzung am 15. Oktober, der Generalversammlung die Ver⸗ teilung einer Dividende von 10 vH vorzuschlagen.
Paris, 19. Oktober. (W. T. B.) Frankreich hat in den ersten neun Monaten dieses Jahres 24 806 681 Tonnen Waren im Werte von 15 833 528 000 Franken eingeführt. Im Jahre 1920 betrug in der gleichen Zeit die Einfuhr 36 135 285 Tonnen im Werte von 38 014 020 000 Franken. Die Ausfuhr Frankreichs betrug in der gle ichen Zeit des laufenden Jahres 10 727 693 Tonnen im Werte von 15 862 655 000 Franken. In der gleichen Zeit des Jahres 1920 führte Frankreich 8 951 680 Tonnen Waren im Werte von 19 847 795 000 Franken aus.
Stockholm, 20. Oktober. (W. T. B.) Die schwedische Re “ hat ihren Diskontsatz von 6 auf 5 ½ vH herab⸗ gesetz!
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6 8 LBEEEö11“ ö6 EETEWETW13““ ür Kohle, Koks und Briketts
Wagenstel luna
Ruhrrevier Oberschlesisches Revier Anzahl der Wagen
am 17. Oktober 1921:
Gestellt.. Nicht gestellt.. Beladen zurück⸗ “ geliefert. 8 G 8 am 18. Oktober 192 21 004 3 162
19 905
Gestellt . Nicht gestellt.. Beladen zurück⸗
geliefert.. .
—.—
Die Elektrolytkupfernotierung der Vereinigung für deutsche Elektrolptkupfernotiz stellte sich laut Berliner Meldung von „W. T. B.“ am 19. Oktober auf 5348 ℳ (am 18. Oktober auf
8
A1.“
8
Speisefette. Bericht von Gebr. Gause. Berlin, 19. Ok⸗ tober. Butter. Infolge der verschwindend kleinen Eingänge frischer Butter zogen die Preise weiter an. Die heutigen Notie⸗ rungen sind: Einstandspreise für das Pfund einschließlich Faß frei Berlin I a Qualität 34 — 35,50 ℳ, II a Qualität 30 — 32 ℳ, ab⸗ fallende 25 — 28 M. Margarine. Lebhafte Nachfrage. — Schmalz. Während die Angebote von Amerika unverändert blieben, gingen die Preise hier infolge der Devisensteigerung von Tag zu Tag erheblich in die Höhe. Die Preissteigerung ist hier noch nicht voll in Erscheinung getreten, da die Kleinhändler, soweit sie noch früher gekaufte Vorräte haben, noch zu alten Preisen ab⸗ geben. So lange halten sie auch noch mit neuen Käufen zurück, so daß der Absatz vorläufig noch schwach ist. Die heutigen Notierungen sind: Choice Western Steam 25 ℳ, Pure Lard in Tirces 26 ℳ, Pure Lard, kleinere Packungen, 26,25 ℳ, Berliner Bratenschmalz 26,25 ℳ. — Speck. Preise infolge der Devisenhausse ste igend. Gesalzener Rückenspeck notiert 20 ℳ. . 8
Berichte von auswärtigen Wertpapiermärkten. Frankfurt a. M., 19. Oktober. (W. T. B.) Schantung⸗ Eisenbahn 659,00, Oesterreichisch⸗Ungarische Staatsbahn 1 39,00, Hamburg Packetfahrt 399,00, Norddeutscher Aoyd 415,00, Berliner Handelsgesellschaft 435,00, Darmstädter Bank 380,00, Deutsche Bank 461,00, Disconto Kommandit 470,00, Dresdner Bank 378,00, Nationalbank für Deutschland 380,00*), Mitteldeutsche Kredit⸗ bank 330,00, Oesterreichische Kredit 59,90, Allgemeine Elek⸗ trizitäts⸗Gesellschaft 670,00, Badische Anilin 650,00, Berg⸗ mann Elektr. 749,00, Bochumer Gußstahl 980,00, Chem. Gries⸗ heim⸗Elektr. 650, 00, Daimler 579,00, Deutsch⸗Luxemb. Bergw. 880,00, Felten u. Guilleaume 1080,00, Gelsenkirchener Bergw. 850,00, Harpener Bergbau 1035,00, Höchster Farbwerke 649,50, Laurahütte 630,00, Mannesmannröhren 1194,00, Oberschles. Eisenbahn⸗Bed. 800,00, Oberschles. Eisenindustrie 820,00, Phönix 1040,00, Rütgers⸗ werke 735,00, Schuckert 602,00, Siemens u. Halske 750,00, Lahmeyer 520,00, Deutsche Gold⸗ u. Silbersch. 1390,00, Holzverkohlungs⸗Ind. Konstanz 900,00*), Kaliwerke Westeregeln 1040,00, Zellstoff Waldhof 794,00, Adlerwerke 575,00, Aschaffenburger Zellst. 835,00, Gebr. Junghans 652,00, Mitteld. Gummi (Peter) 988,00, Fuchs Waggon⸗ fabrik 790,00, Pokorny u. Wittekind 775,00, Vereinigte deutsche Oel⸗ fabriken 775,00, Voigt u. Häffner 694,00, Wayß u. Freytag 756,00, Zuckerfabrik Frankenthal 760,00*), Zuckerfabrik Wahäuser 810,00*), eihe. Cement 720,00, Karlstädter Cement 998,00, Lothringer Cement 824,00, 3 % Deutsche Reichsanleihe 80,25, 5 % Mexikanische Silberanleihe 1100,00, 5 % Mexikanische Goldanleihe 2085,00, 3 % Mexikanische Silberanleihe —,—, 5 % Tehuantepec⸗Anleihe 1100,00, 4 ½ % Mexikanische Irrigationsanleihe 1145,00, Missouri Pacific Certif. 620 00, Elektr. Licht u. Kraft 499,00, Beck Henkel 940,00, Eßlingen 850,00*), Effektenbank 325,00, Taumalipas 560,00, Holz⸗ mann 724,00, Reiniger, Gebert u. Schall 650,00. *) rationiert. Danzig, 19. Oktober. (W. T. B.) Noten: Amerikanische 173,82 G., 174,18 B., Englische 684,30 G., 685 70 B., Polnische 4,36 ½ G, 4,39 ½ B. — Auszahlungen: Warschau 3,45 ½ G.,
3,51½ B., Posen —,— G., 3. 1 B.) Die Hausse an der
Wien, 19. Oktober. (W. Berliner Börse rief auch an der hiesigen Börse eine lebhafte Auf⸗ wärtsbewegung hervor. Die Bewegung wurde auch durch die kräftige Besserung der Züricher Kronendevise kaum beeinträchtigt, zumal da⸗
sie durch die neue Vermehrung des Banknotenumlaufs um 3,6 liarden Kronen paralysiert wurde. Die Börse schloß fest lebhaft zu höchsten Tageskursen. Einzelne Schrantenwund schnellten sprunghaft um Tausende von Kronen in die Hölt und Devisen und Valuten waren steif. Am Anlagemarkt 882 es nur zu beschränkten Umsätzen. — Türkische Lose b Staatsbahn 12 490. Südbahn 5000, Südbahnprioritäten 513 reichische Kredit 2830, Ungarische Kredit 6920, An Unionbank 2255, Bankverein 2020, Länderbank 7290, esterreichisch Ungarische Bank 6300, Alpine Montan 11 800, Prager Cisen 42 Rima Muranyer 9900, Skodawerke 15 800, Salgokohlen 24 500 Brüxer Kohlen —,—, Galizia 130 000, Waffen 4400, Aopd⸗Aktie, —,—, Poldihütte 14 950, Daimler 1540, Oesterreichische Goldineen 400, Oesterreichische Kronenrente 110, Februarrente 115, Maj rente 112, Ungarische Goldrente —,—; Ungarische Kronenrente 680,0 Veitscher —,—, Siemens⸗Schuckert 4599. Leg Wien, 19. Oktober. (W. T. B.) Notierungen der Devi zentrale: Amsterdam 1029,50 G., Berlin 1747 G., 576,25 G., London 117,90 G., Paris 219,05 G., Zürich Marknoten 1757 G., Lirenoten 115,15 G., 4170 G., Tschecho⸗Slowakische Noten 3122 G. Prag, 19. Oktober. (W. T. B.) Notierungen der Devisen. zentrale: Berlin 51,50 G., Marknoten 51,50 G., Wien 3,00 G Zürich, 19. Oktober. (W. T. B.) Devisenkurse. Berlin 3,05, Wien 0,35, Prag 5,65, Holland 182,50, New York 942,00
Mil⸗
sen⸗ Kovenhagen
8 ,557,75 G. Jugoslawische Noten
0,
London 21,10, Paris 38,60, Italien 21,10, Brüssel 38,25, Kopen⸗ hagen 101,50, Stockholm 123,00, Christiania 71,50, Madrid 70 80 u Aires 165,00, Budapest 0,70, Bukarest 390,00, Agram London, 19. Oktober. (W. T. B.) Silber 39 ⁄, Silber aut Lieferung 39 ¾, do. auf Gold —,—. G Paris, 19. Oktober. (W. T. B.) Devisenkurse. Deutschland 8,25, Amerika 1401,50, Belgien 98,50, England 54,63 ½, Holland 475,50, Italien 55,00, Schweiz 257,75, Spanien 182,75.
Amsterdam, 19. Oktober. (W. T. B.), Wechsel auf London 11,50, Wechsel auf Berlin 1,78, Wechsel auf Paris 21,07 ½ Wechsel auf Schweiz 54,30, Wechsel auf Wien 0,18 ½, Wechsel auf Kopenhagen 56,40, Wechsel auf Stockholm 67,90, Wechsel auf Christiania 38,25 Wechsel auf New York 294,50, Wechsel auf Brüssel 20,77 ½, Wechsei auf Madrid 38,95, Wechsel auf Italien 11,50.
Amsterdam, 19. Oktober. (W. T. B.) 5 % Niederländ. Staatsanleihe von 1915 90,25, 3 % Niederländ. Staatsanleihe 62 , 3 % Deutsche Reichsanleihe, Januar⸗Juli⸗Coupon —,—, Khniglich Niederländ. Petroleum 373,50 Holland⸗Amerika⸗Linie 149,00 Atchison, Topeka u. Santa Fé 97 , Rock Island —,—, Southern Hacifice —,—, Southern Railway —,—, Union Pacific 138,50 Anaconda —,—, United States Steel Corp. 93,25. — Stetig.
Kopenhagen, 19. Oktober. (W. T. B.) Sichtwechsel auf London 20,41, do. auf New York 525,00, do. auf Hamburg 3,20, do. auf Paris 37,25, do. auf Antwerpen 36,90, do. auf Zürich 97,00 do. auf Amsterdam 178,50, do. auf Stockholm 121,60 Christiania 68,00, do. auf Helsingfors 8,00.
Christrania, 19. Oktober. (W. T. B.) Sichtwechsel auf London 30,00, do. auf Hamburg 4,50, do. auf Paris 55,50, do. auf New York 766,00, do. auf Amsterdam 265,00, do. auf Zürich 145,00, do. auf Helsingfors 12,00, do. auf Antwerpen 54,50, do. auf Stock, holm 178,00, do. auf Kopenhagen 147,50.
Stockholm, 19. Oktober. (W.T. B.) Sichtwechsel auf London 16,90, do. auf Berlin 2,50, do. auf Paris 31,00, do. auf Brüssel 30,75, do. auf schweiz. Plätze 82,00, do. auf Amsterdam 148,00, do. auf Kopenhagen 83,00, do. auf Christiania 56,25, do. auf Washington 431,00, do. auf Helsingfors 6,75.
7
„
do. auf
8 1 88 A Berichte von auswärtigen Warenmärkten.
London, 18. Oktober. (W. T. B.) Bei der Fortsetzung Wollauktion kamen 10 062 Ballen zum Angebot, von de ungefähr 9000 Ballen verkauft wurden. Beste Sorten wurden zu d voll behaupteten vorigen Preisen glatt abgesetzt. Der Verkauf in geringeren Sorten gestaltete sich schleppend, die Preise neigten zur
Schwäche.
Liverpool, 18. Oktober. (W. T. B.) Baumwol Umsatz 8000 Ballen, Einfuhr 3200 Ballen, davon amerikanisch Baumwolle — Ballen. Oktoberlieferung 12,45, Novemberliefer, 12,19, Dezemberlieferung 12,06. — Amerikanische und brasilianische Baumwolle je 92, ägyptische 50 — 200 Punkte niedriger. 1
Manchester, 18. Oktober. (W. T. B.) Die Käufer von Tuchen und Garnen zeigten infolge der vorherrschenden Unsich heit größere Zurückhaltung.
Aeronautisches Observatorium. “ Lindenberg, Kr. Beeskow. 19. Oktober 1921. — Drachenaufstieg von 5 ⅛ a bis 7 ½ a.
Relative Wind Feuchtig⸗ Geschwind.
keit Richtung Setund⸗ 0 % Meter
94 50 42 30 30 33
33
Temperatur C °0
Seehöhe Luftdruck
oben unten
m
122
420 1180 1550 3140 3300 3550
mm
757,4 730 669 640 527 517 502
7,4
Theater.
(Unter den Linden.) bezugsvorstellung. Tosca. Anfang 7 ½ Uhr.
Sonnabend: Vorstellung zugunsten der Witwenpensionskasse des Vereins „Berliner Presse: Bohéme. Anfang 7 ½ Uhr.
Schauspielhaus. (Am Gendarmenmarkt.) Freitag: Karten⸗
Freitag: 213. Dauer⸗
Opernhaus.
reservesatz 207. Peer Gynt. Anfang 7 ½ Uhr. Sonnabend: König Richard der Dritte. Anfang 7 ½ Uhr.
———
Verantwortlicher Schriftleiter: Direktor Dr. Tyrol, Charlottenburz
Verantwortlich für den Anzeigenteil: Der Vorsteher der Geschäftsstele J. V.: Rechnungsrat Meyer in Berlin. Verlag der Geschäftsstelle (C. V: Meyer) in Berlin.
Druck der Norddeutschen Buchdruckerei und Verlagsanstalt, Berlin, Wilhelmstr. 32
Vier Beilagen inschließlich Börsenbeilage)
und Erste, Zweite, Dritte, Vierte und Fünft Zentral⸗Handelsregister⸗Beilage
chen Reichsanzeiger und Preu Berlin, Donnerstag, den 20. Rktober
ßischen Staatsanzeiger.
Betrieb der Zuckerfabriken des deutschen Zollgebiets
Deutsches Reich.
Amtliches.
(Fortsetzung aus dem Hauptblatt.) im Monat August 1921 und im Betriebsjahr 1. September 1920 bis 31. August 1921.
“
I. Es sind verarbeitet worden:
II. Es sind gewonnen worden:
Zeitabschnitt, auf welchen die Betriebsergebnisse sich beziehen
Roh⸗ zucker
brauchs⸗
Zuckerabläufe
Verbrauchszucker
Ver⸗ im
zucker
(als Einwurf usw.)
entzuckert
Hiervon wurden
mittels Rohzucker
Stron⸗
verfahren
aller Art
der
tian⸗
Kristallzucker granulierter Zucker
2.
Stangen⸗ und Würfelzucker
Brotzucker Platten⸗, Stücken⸗ und
Krümelzucker
nade
gemahlene Raffi⸗
gemahlener Melis
flüssige Raffinade
einschl. des Invert⸗ zuckersirups äufe
Speisesirup andere Abl
zusammen
d 2
—
Im August 19221.. In den Vorzaohaten 48 ammen in der Zei Jusenneptemberi 20 bis 31. August 1921. Dagegen v. 1. September 1919 bis 31. Aug. 1920
Im August 1921.. In den Vormonaten. . Zusammen in der Zeit voml. September 1920 bis 31. August 1921. 6 Dagegen v. 1. September f19 bis 31. Aug. 1920 4
65 684 994
8 684 994 47 962 481
6
Im August 1921. In den 8 ammen in der Zei Zusomnge semberl 20 bis 31. August 1921. Dagegen v. 1. September 1919 bis 31. Aug. 1920
“ In Auggaft 65 684 994
In den Vormonaten.. usammen in der Zeit voml. September 1920 bis 31. August 1921. [65 684 994
Dagegen v. 1. September 1919 bis 31. Aug. 1920 [47 962 481
2 289 539
2 314 563 1 769 918
9 005 259
9 288 204 7 303 152
25 024
257 921 138 959
396 880 930 474
576 761
576 761
602 760
282 945
—
15 241
15 241 14 933
920 9 808
10 728
15 196
4 212 26 843
31 055 2 770
5 132 51 892
57 024
32 899
44 243 397 014
441 257 103 519
44 243 397 014
441 257 103 519
4.
1. Rüben zuckerfabriken.
9 912 9 007 280
9 017 192
6 171 988 2.
3. M
44 243 397 014
593 elasse
441 257.
103 519 — Zuckerfab
44 243 9 912 397 014 9 009 550.
441 257] 9 019 462.
1 718 179
1 741 594
1 228 664
Zuckerraffineri
10 081
2 270]1 764 544 121 731
2 270]1 903 607
1 147 546 entzuckerungsanstal
3 723 112
3 885 824
103 519 6 172 581
2 527 996
3 019 307 529
23 415
310 548
113 551
45 658 1 441 045
139 063
1 486 703
1 584 413
234
240 389 164 073
240 623 164 073
151 786 riken 162 712
187 127
48 677 1 912 647
1 961 324
1 885 091
131 812
126 374
131 812 126 374
überhaupt ( 10 081 121 731
e n.
123 460
123 882
97472
97 472
54 133
54 133 50 573
16 251
55 176 8
26 215 227 311
422 69 327
69 749 253 526
199 289 ten.
99 69 209
56 914
69 308
53 296 5 1538 9)
26 314 393 992
18 551
422
420 306 268 836
126 038
7285
7 285
2 403
182 324 241 625
5 503 184 106
189 609 244 028
1 524 616 141
617 665
345 639
03 21
9 436
780 19 479
20 259
35 424
11 740 1 162 969
1 174 709
637 873
717292
717 792
487 226] 202 761
527 349 1 026 247
536 785 1 033 998 256 810 639 647
180 657
201 019
117 290
1 924 696
1 952 809
1 244 163
146 217 956
218 102
2 850 31 819
7 751
34 669
69 724
20 362
2 996 249 820
28 113
252 816
272 497
50 423 1 443 259
28 104
3 736 487
1 134 45 220
3 764 591 2 447 068
46 511 493 682
41 697 082 463
30 428 621 794
251 508
3 231 5 413 868
28 831
5 665 376 32 062 652 222
4 356 921]13 159 549 144
11 210 103 293
1 543 13 125
21 475 673 852
695 327 114 503
563 486
14 668
59 489
5 908 87 176
92 06
301 087 2 168 346
9 824 207
4 529 27 674
2 260 407 1 691 096
32 203 10 125 294 93 084
54 806
34 579 7 367 475
III. Gesamte Herstellung für die Zeit vom 1. September 1920 bis 31. August 1921 in Rohzucker berechnet: 10 918 225 dz, dagegen vom 1. September 1919 bis 31. August 1920: 7 018 958 dz.
Bei dieser Berechnung sind die unter I angegebenen Einwurfzucker in Abzug gebra
Berlin, den 19. Oktober 1921.
Statistisches Reichsamt. Delbrück.
t und die Verbrauchszucker im Verhältnis von 9:10 umgerechnet.
Rübenwerarbeitung und Inlandsverkehr mit Zucker im August 1921 und im Betriebsjahr 1. September 1920 bis 31. August 1921.
Der ausländische, gemäß der Bekanntmachung über vorübergehende
ist mit nautischen Zahlen nachgewiesen.
Die Mengen sind in den darüber stehenden Ziffern mitenthalten.
Zollerleichterungen vom 8. März 1915 (-RGBl. S. 136 Nr. 176 Anm.) nach den für inländischen Zucker geltenden Vorschriften behandelte Zucker
——
Monat August 1921
verarbeitet haben
Zahl der Zucker⸗ fabriken, die Rüben
Ver⸗ arbeitete Rüben⸗ mengen
Im Zollgebiet ¹) sind in den freien Verkehr gesetzt worden
gegen Entrichtung der Zuckersteuer ²)
steuerfrei
Rohzucker
zum Steuersatz von 14 ℳ
zum Steuersatz
von 2 ℳ (zur
Branntwein⸗ erzeugung)
andere kristallisierte sowie flüssige
Zucker
Zucker⸗ abläufe
fester Zucker (ohne das Gewicht des Vergällungs⸗ mittels)
Zuckerabläufe
a) un⸗ vergällt
b) vergällt (ohne das Gewicht des Vergällungs⸗ mittels)
dz rein
Anmerkungen
Königsberg Stettin ..
Oppeln.. Breslau. .
Brandenburg.. Groß Berlin.
Mecklenburg⸗Lübeck Unterelbe . . .. Schleswig⸗Holstein Unterweser. Oldenburg.. Hannover. . Münster i. W. Düsseldorf..
Cassel..
(
Thüringen. Magdeburg Cter
Dresden.
München
Nürnberg Würzburg. Stuttgart Karlsruhe.
Darmstadt. ... . .
1t 84 52 194
1 145 963 3
—342 342 1 28
1 157 1 156 15 176 138
2 730 2 730 29
78 954 4 241 37 052
26 943 56 34 238
3 195 19 089 1 369 5 350 3 587
¹) Außerdem: Bedarf für deutsche Schiffe: — dz Rohzucker, — dz Verbrauchszucker.
²) Darunter: Zuckerhaltige Waren unter Erstattung der Zuckersteuer⸗ vergütung 84 dz, wicht des darin enthaltenen ausländischen Zuckers 84 dz.
8) Berichtigt. Vom Landesfinanz⸗ amt Karlsruhe waren in den Monaten September 1920 bis Mai 1921 insgesamt 169 186 dz zu viel nachgewiesen worden.
Deutsches Zollgebiet: Zusammen im August 1921
Vom 1. September 1920 31. August 19222l . Im August 1920 ..
Vom 1. September 1919 11“*
.
„
39 39 328
2 757
4 863 163 854 19 940
1 013 437 17 315
10 204 340 353 090 660 165 114 034
8 106 319
9
600 832
7 441
8
65 967 1 046 7 983 1 438 85 514 33 575
178 550
2 277 753 37
19 028
1 529 523 7
Statistisches Reichsamt. Delbrück.
Berlin, den 19. Oktober 1921.