Unterschied gemacht werden zwischen denen, die das Interesse des Volks über ihr eigenes stellen und denen, die sich an der Not der Mitmenschen bereichern. Der illegale Zwischenhandel muß ausgeschaltet werden. Wo er ausgeschaltet war, sind z. B. im Frühjahr dieses Jahres vorjährige Kartoffeln für 28 ℳ nach Berlin geliefert worden. Meine Organisation hat auf Grund eines Ab⸗ kommens mit pommerschen Landwirten ihren Mitgliedern und auͤch andern Organisationen im Westen etwa 30 000 Zentner Kartoffeln um Preise von 52 ℳ frei Annahmestelle liefern können. (Zuruf links, das waren Agitationskartoffeln!) Wir hätten noch mehr liefern können, wenn nicht Wagenmangel eingetreten wäre. Die pommerschen Landwirte haben sich aber, obwohl inzwischen Auf⸗ käufer viel mehr geboten haben, verpflichtet, uns die feblenden Kartoffeln zu dem vereinbarten Preise zu liefern. Wenn man nach Pommern kommt, so findet man alle Hotels mit Auf⸗ käufern aus dem Westen und aus Schlesien überfüllt. Es ist menschlich begreiflich, daß Landwirte den höberen Preis, den die Aufkäufer ihnen auf den Tisch legen, nicht zurückweisen. Selbst wenn die Landwirte billiger verkauften, hätten die Verbraucher keinen Pfennig Nutzen davon, der Gewinn der Zwischenhändler würde nur um so größer sein. Das Aufkaufen von Kartoffeln sollte ganz unmöglich gemacht werden. Es sind genügend Kartoffeln vorhanden, wenn sie richtig verteilt werden, braucht niemand Not zu leiden. Eine vernünftige Preisbildung und Verteilung wird aber nicht er⸗ reicht durch gegenseitige Verhetzung, sondern nur durch gegenseitige Verständigung. Ich bin der Ueberzeugung, daß, wenn die Herren Unabhängigen und Kommunisten sich mit uns an den Beratungs⸗ tisch setzen, wir sehr bald zu einer Verständigung über Mittel und Wege zur Abhilfe gelangen würden. Dem Abg. Klausner stimme ich darin zu, daß ein außerondentlich geeignetes Mittel die ü chaffung von Erzeuger⸗ und Verbrauchergenossenschaften wäre, die vnter Ausschaltung des Zwischenhandels die Kartoffelversorgung zu eernehmen hätten. Die Staatsregierung muß die Fracht fhr Kar. vfeln ermäßigen und für vermehrte Wagengestellung sorgen. Aus den Ueberschußgebieten müssen regelrechte Kartoffelzüge nach den Bedarfsgebieten geführt werden. Es kommt alles darauf an, die Kartoffeln noch vor Eintritt des Frostes dorthin zu schaffen, wo sie gebraucht werden. Notwendig ist, daß von Regierungs wegen die Bevölkerung dahin aufgeklärt wird, daß genügend Kartoffeln vor⸗ handen sind. Wenn die Besorgnis der Bevölkerung geschwunden ist, dann wird sofort ein Preissturz in Erscheinung treten. Um zu ver⸗ hüten, daß Kartoffeln verfüttert werden, müssen die Landwirte andere Futtermittel erhalten. Alle die gekennzeichneten Uebelstände werden wir aber nur beseitigen können, wenn wir alle uns von dem Materialismus der Zeit freimachen, wenn wir eine Schicksalsgemein⸗ schaft bilden. Erst dann werden wir stark genug sein, gemeinsames Leid tragen zu können.
Abg. Kaulen (Zentr.): Es ist mit Recht gesagt worden, daß die Verbraucher über die hohen Kartoffelpreise stark erregt sind. Man ist nun geneigt, für die Preissteigerung in erster Linie die Er⸗ zeuger verantwortlich zu machen. Wenn ich es unternehme, diese falsche Annahme richtigzustellen, so weiß ich von vornherein, daß ich einen schweren Stand haben werde. Wir verurteilen den Wucher genau so scharf wie Sie, die Wucherer schädigen durch ihr Treiben den ganzen Stand. Die Lanzwirtschaft hat seit jeher dem Kartoffel⸗ anbau die gebührende Aufmerksamkeit geschenkt. Die Anbaufläche war auch diesmal genügend groß, und der Stand der Kartoffeln war in diesem Frühjahr ausgezeichnet. Noch Anfang Juli war die Ernteaussicht glänzend. Da setzte die katastrophale Dürre ein, die eine Mißernte befürchten ließ. Glücklicherweise hat sich diese Be⸗ fürchtung nicht bewahrheitet. Die Ernte hat ein Quantum er⸗ geben, das bei sparsamer Wirtschaft für die Versorgung der Bevölkerung ausreicht. Allerdings haben wir diesmal Bezirke, die eine völlige Mißernte zu verzeichnen haben, während sie sonst stets gute Ernten hatten. Aus diesem Grunde muß z. B. der Kartoffelbezug im Westen in ganz andere Bahnen gelenkt werden. Daß die Ernte nicht besser ausgefallen ist, bedauert die Landwirtschaft sehr, sie hat aber keine Schuld daran, sie hat vielmehr ihre volle Pflicht getan. Die Produktionsunkosten haben sich auch in der Landwirtschaft ganz wesentlich erhöht. Ein angemessener Grundpreis soll nicht überschritten werden. Für die sprunghafte Erhöhung der Preise sind an erster Stelle die Händler, die Betriebsräte und die Aufkäufer verantwortlich zu machen (Zustimmung rechts). Sie kamen, als die Kartoffeln noch in der Erde steckten, und boten schon damals Preise weit über 50 ℳ bis zu 75 ℳ! (Zuruf links: Die Landwirte haben die geschlossenen Lieferungs⸗ verträge nicht erfüllt!) Die Industrie ihrerseits verfolgt die durchaus löbliche Absicht, auf diese Weise ihren Arbeitern Kartoffeln zu schaffen, die sie ihnen dann weit unter dem Selbstkostenpreise abläßt. Aber für die Allgemeinheit hat diese Art der Preisbildung ihren Haken. Es heißt, der Landwirt dürfe die höheren, ihm gebotenen Preise nicht nehmen, wenn er zu mäßigeren Preisen liefern kann. Ich gebe das insoweit zu, wenn es sich um ein so ungeheuerlich hohes Angebot handelt, dann soll der Landwirt sich auf das Geschäft nicht einlassen; ich gebe es aber nicht zu, wenn es sich um ein nicht übermäßiges Gebot handelt, namentlich wenn es sich um Preise handelt, die sich etwa mit den offiziellen Notierungen decken. Bedingungslos ange⸗ botene Vorteile wird man doch nicht ablehnen. Gewiß hat auch der Wagenmangel einen Teil der Schuld an der jetzigen Lage, und es ist nur zu hoffen, daß die neuerdings getroffenen Ab⸗ hilfsmaßnahmen Erfolg haben, bevor der Frost eintritt. (Sehr richtig: rechts.) Wenn in den Großstädten und Industriezentren die Großhändler zu Notkäufen schreiten müssen, die dann zu jedem Preise getätigt werden, ist auch eine Verteuerung die unausbleibliche Folge. Wenn der Erzeuger auf die sofortige Wagengestellung und auf die sofortige Abfuhr der Kartoffeln nicht rechnen kann, muß er sie ein⸗ mieten, um sie vor dem Verderben zu schützen. Der Kartoffel⸗ konsument erblickt darin eine Böswilligkeit, er meint, die Kartoffeln würden ihm offenbar mit der Absicht vorenthalten, daß ihm im nächsten Frühjahr höhere Preise abgenommen werden sollen. In Wirklichkeit ist das Einmieten eine Tat der Fürsorge für die Allgemeinheit. Sind die Kartoffeln erst einmal eingemietet, ist diese Arbeit einmal gemacht, dann bleiben sie auch bis zum Frühjahr drin. Das Einmieten schützt die Kartoffeln viel besser und rationeller als in den meistens viel zu warmen Kellern der Großstadthäuser möglich ist. Die Tatsache, daß in den Kellern Verluste entstehen, sollte das Publikum veranlassen, zu den Gewohnheiten früherer Jahre zurückzukehren und den Bedarf nach und nach zu decken; das Verlangen, daß jeder am 15. Oktober seinen Winterbedarf im Keller hat, ließ sich schon im Frieden nicht erfüllen, und läßt sich jetzt erst recht nicht durch⸗ führen. Die vorhandene Kartoffelmenge ist ausreichend, um die Verbraucher vor Not zu schützen, das verbrauchende Publikum möge nur seine Ruhe und Besonnenheit bewahren. (Sehr richtig! rechts.) Im vorigen Jahre habe ich von dieser Stelle den gleichen Rat er⸗ teilt und damals habe ich recht behalten. Was muß nun zunächst ge⸗ schehen? Wir müssen verlangen, daß jede Ausfuhr an Kartoffeln ins Ausland unterbleibt, daß auch keine Kartoffeln, die sich zur mensch⸗ lichen Nahrung eignen, gebrannt werden. Einige Landräte haben in löblicher Absicht in ihren Bezirken Höchstpreise festgesetzt, die durch die Bank niedriger waren als die Notierungen. Für den Landwirt entstand daraus ein böser Zwiespalt. Verkaufte er 5 Hörsenpot erang so verfiel er dem Wuchergericht; nun hörte er, daß im Nachbarkreis womöglich höhere Preise anstands⸗ los bezahlt wurden. Ist es da zu verwundern, wenn er in dieser behördlich geschaffenen unklaren Lage die Kartoffeln aus dem Markte zurückhält, bis Klarheit geschaffen ist? Dringend möchte ich die Staatsregierung noch um folgendes bitten: Die große Knappheit an Futtermitteln läßt die Gefahr aufkommen, daß Kartoffeln als Viehfutter Verwendung finden. Um dieser Gefahr zu begegnen, gleichviel, ob sie groß oder klein ist, sollte man den Land⸗ wirten andere Futtermittel an die Hand geben. Die Reichsgetreide⸗ stelle wäre zu ersuchen, Kleie zu ermäßigten Preisen abzugeben, die in großen Massen vorhanden sein muß. hür die Folge sehe ich in dem Abschluß von Lieferungsverträgen zwischen Gruppen von Pro⸗ duzenten und Konsumenten ein geeignetes Mittel, den unseligen Zu⸗ ständen, wie sie heute herrschen, zu begegnen. Die starke Verteuerung der Kartoffeln also auf Vorkommnisse und
88 “
Preis bezahlen; die Frau aus dem Volke mag sehen,
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Verhältnisse zurückzuführen, welche zu beeinflussen und zu ändern der Landwirt außerstande war und ist. Die Land⸗ wirtschaft beklagt diesen Zustand, den die unselige Spannung zwischen Stadt und Land zum Schaden unseres Volkes noch vertiefen kann und wird nichts unterlassen, um lindernd und helfend einzuwirken. Insbesondere fordere ich von dieser Stelle namens meiner Fraktion die deutschen Landwirte auf, zur Linderung der Not in den Städten und Industriezentren Kartoffeln abzuliefern, so viel sie eben abliefern können und zu Preisen, so niedrig, als das Ernteergebnis jeweilig es ermöglicht.
Abg. Brandenburg (Soz.): Die Anfrage der Deutsch⸗ nationalen verlangt von der Regierung Aufklärung über die Möglich⸗ keit der Kartoffelversorsung im kommenden Winter. Diese Anfrage ist sehr merkwürdig, die Anfrager wissen ja ganz genau Bescheid. Mag sein, daß die Wagengestellung nicht ausreichte; auch das Treiben der Auffäufer spielt ja mit. Aber es steht fest, daß eine Ueberzahl von Landwirten ablehnt, jetzt Kartoffeln abzugeben und erst im Früß⸗ jahr verkaufen will. So töricht wie früher sind die Landwirte nicht mehr, daß sie hohe Preise fordern; sie halten die Kartoffeln zurück, bis ihnen Wucherpreise geboten werden. Der Kartoffelpreis ist heute dreißigmal so hoch wie vor dem Kriege. Als Gestehungskosten für den Zentner will ich sogar 40 ℳ noch gelten lassen; was aber gefordert wird, ist der unverschämteste Wucherpreis. Dabei sind es zu gleicher Zeit gerade die steuerscheuen deutschnationalen Landwirte, die stets und ständig über Steuerdruck und über die Not der Landwirtschaft klagen, so daß man ihnen bekanntlich schon lange vor 1914 den Spitz⸗ namen „Notleidende“ beigelegt hat. Wie es mit dieser Not tatsächlich bestellt ist, das beweisen die auf dem Lande nicht abreißenden Festlich⸗ keiten, bei denen der Sekt in Strömen fließt. Die Regierung könnte ganz anders gegen die Wucherer vorgehen. Freilich müßte dann die preußische Justiz nicht die preußische sein. Mit den schönen Worten des Regierungsvertreters läßt sich die Bevölkerung nicht abspeisen. Wenn es noch eines Beweises bedurfte, daß der Staatskommissar für Volksernährung überflüssig ist, so hat ihn der Staatskommissar heute erbracht. Die arbeitenden Massen werden wissen, was sie von der Antwort des Staatskommissars zu halten haben. Meine Freunde bestehen darauf, daß eine Zwangslieferung eingeführt werden muß. Die Regierung ist verantwortlich für die Folgen, die sonst in den nächsten Wochen unbedingt eintreten müssen. Die Volksernährung darf nicht von habgierigen Agrariern sabotiert werden. (Beifall bei den Soz.) 3
Abg. Jürgensen (U. Soz.): Die Deutschnationalen vertreten auch in dieser Frage den reinen Unteryehmerstandpunkt. Wäre es ihnen wirklich darum zu tun, den Wucher zu bekämpfen, dann müßten sie die Namen wucherischer Landwirte veröffentlichen und von diesen abrücken. Das Staatskommissariat für Ernährung in dieser Form könnte ruhig verschwinden. Wir hatten von ihm eigene Vorschläge zur Preisbildung für Kartoffeln erwartet, aber es ist gar nichts geschehen und es wird auch nichts geschehen, denn die heutige Regierung vertritt nur die Interessen der Erzeuger und des Kapitals. Auch die große Zentrumspartei in der Koalition erreicht nichts dagegen. Wir fordern die sofortige Einführung des Zwangsverfahrens und Ueber⸗ wachung des Handels sowie strengste Bestrafung des Wuchers. Die gewaltige Steigerung aller Preise muß durch sofortige kräftige Steigerung aller Löhne und Gehälter ausgeglichen werden. Be⸗ dauerlich ist die geringe Teilnahme an den heutigen wichtigen Ver⸗ handlungen. Die Deutschnationalen kommen nur, wenn eine Frage verhandelt wird, die ihren nationalistischen Instinkten entspricht. Die Organisationen der Arbeiter, Angestellten und Beamten können in ihrem Lohnkampf auf die Unterstützung der drei sozialistischen Parteien rechnen. (Beifall bei den Unabhängigen.)
bg. Frau Dönhoff (Dem.): Die Fene g an die bösen Erfahrungen der Kriegszeit, insbesondere an die des Winters 1916/17 stecken anscheinend den Hausfrauen noch zu tief in den Gliedern und verführen sie zu vielleicht übertriebener Vorsorge. Leider sind große Teile der Bevölkerung infolge der hohen Preise aller Lebensmittel in erster Linie auf den Verbrauch von Kartoffeln angewiesen. Wir haben eine knappe aber immerhin einigermaßen hinreichende Kartoffelernte, nur scheinen die Kartoffeln weniger halt⸗ bar zu sein. Wenn wir uns die Verhältnisse mit Ruhe anzusehen, dann bieten sie keinen von einer Katastrophe zu sprechen und auch keine Ursache zu so ausgedehnter und zum Teil so erregter Dehatte. Meine politischen Freunde sind von den Erklärungen des Regierungsvertreters auch nicht völlig befriedigt. Die Volksvertretung fühlt sich zwar souverän, aber auch voll verantwortlich, und wir sind der Ansicht, daß die Volks⸗ vertretung sich nicht abhalten lassen darf, durch Aussprache dazu beizutragen, die Sachlage zu entspannen. Der Regierungs⸗ vertreter hat erllärt, die von verschiedenen Rednern kriti⸗ sierten Kartoffelverschiebungen über die Grenze hätten sich nicht feststellen lassen. Wir sehen es für selbst⸗ verständlich an, daß die Regierung ihr Augenmerk in besonderem Maße auf die Kartoffelausfuhr richten muß. Es darf unser immerhin nur knapper Kartoffelvorrat nicht durch Verschiebungen nach dem Ausland verringert werden. Der Abg. Pischke hat geglaubt, darauf hinweisen zu sollen, daß durch das Wiesbadener Abkommen eine Schädigung unserer Volksernährung 8. zu befürchten ist, als in näͤgster Zeit so und so viele Züge mit Kartoffeln nach Frankreich gehen sollen. Da diese Darstellung geeignet ist, das Publikum zu beunruhigen, so möchte ich bitten, daß der Herr Vertreter der Regierung auf diesen Punkt noch eingeht. Verschärfend auf die Situation wirkt auch das Ver⸗ halten der Erzeuger, die der Versuchung nicht widerstehen können, ihnen gebotene höhere Preise anzunehmen. Dieser Vorwurf kann aber nicht nur gegen eine bestimmte Schicht erhoben werden. Ein derartiges Verhalten ist in allen Schichten der Bevölkerung zu be⸗ obachten. Es muß darauf hingewirkt werden, daß mehr und mehr die Einsicht Platz greift, daß alle Schichten der Bevölkerung aufeinander angewiesen sind. Auch das Verhalten des Publikums selbst trägt dazu bei, die Verbraucher zu schädigen. Es wird nichts anderes übrig bleiben, als daß das Publikum aus sich heraus eine Besserung der Verhältnisse herbeizuführen sucht. Die Aufhebung der Zwangswirtschaft erfordert, daß sich das Publikum auf die auch jetzt noch nicht wieder normalen, ja zum Teil noch anormalen Verhältnisse richtig einstellt. Die gesamten Polizeiorganisationen müssen in den Dienst der Bekämpfung des Wuchers gestellt werden, und das Publikum muß die Behörden in diesem Kampf gegen den Wucher dadurch unterstützen, daß es jeden Fall einer Preistreiberei anzeigt. Als ein gutes Abhilfemittel bea auch wir den Abschluß von Lieferungsverträgen an und wünschen, daß die Regierung derartige Abschlüsse begünstigt. Solche Lieferungsver⸗ träge werden hoffentlich dazu beitragen, daß die Kartoffeln nicht spazieren gefahren werden, sondern auf schnellstem Wege den Ver⸗ brauchern zugeführt werden. Notwendig erscheint es mir auch, streng darauf zu achten, daß das für Brennereizwecke freigegebene Quantum an Kartoffeln nicht überschritten wird. Auf eine Besserung der Ver⸗ hältnisse müssen alle Teile der Bevölkerung hinwirken, da sie ja doch aufeinander angewiesen bleiben. Wir müssen dahin kommen, daß jeder dazu beiträgt, durch einen möglichst milden gegenseitigen Aus⸗ tausch die Bedürfnisse des andern zu befriedigen.
Abg. Kilian (Komm.): Zwei Tage reden wir hier schon von der Kartoffelnot, aber das Volk draußen wird enttäuscht sein, es wird weiter hungern müssen, wie es schon Monate lang gehungert hat; es wird alles beim alten bleiben. Die Rede des Staatskommissars für Volksernährung illustrierte lediglich die alte Weise: „Auf dem Dache sitzt ein Greis, der sich nicht zu helfen weiß.“ Die Landwirte haben früher der Ablieferungspflicht den zähesten Widerstand ent⸗ gegengesetzt; jetzt, nach der Beseitigung der Zwangswirtschaft, ist ihre Zeit gekommen, sie triumphieren. Der freie Handel hat pöllig versagt; Butter muß heute mit 40 ℳ bezahlt werden, se ist binnen drei Tagen um 6 ℳ gestiegen. Der Handel faßt eine volkswirtschaftliche Aufgabe viel zu mechanisch auf. Großhandel, wie Kleinhandel haben es an jeder Voraussicht für die Kartoffel⸗ versorgung fehlen lassen; auch hier herrscht reine Anarchie. Frau Dönhoff hat sehr mit Unrecht den Hausfrauen ein Uebermaß von Besorgnis vorgehalten. Der Kartoffelpreis geht noch ständig weiter in die Höhe. Die Reichen, die Besitzenden können eben jeden wie sie
durch Anstehen Kartoffeln beschafft. Die Drohung des Abg.
88 zwar nicht aus in
burg, man werde eine Regierung stürzen, die diesem Nolstandrden⸗
tauben Ohren gegenüberstände, ist wirklich nicht ernst zu t Als sie in der Regierung saßen, sind Arbeiter⸗ b28 Soldnehmer. bestraft worden, wenn sie zurückgehaltene Kartoffeln herausholt⸗ wollten. Not leidet die Landwirtschaft tatsächlich, sie weiß nämlen nicht, wo sie mit allem Gelde hin soll. (Heiterkeit.) Dennoch s Wich sie weiter möglichst große Gewinne auf Kosten des Volksganzen eh erraffen und scheut vor dem schmutzigsten Wucher nicht zurück. (Nin ruhe rechts.) Wundern Sie sich nicht, wenn das wucherische Tre K. der Agrarier das Volk zur Verzweiflung treibt. (Beifall auf 8. äußersten Linken.) er
Abg. Held (D. Vp.): Es ist genau dieselbe Sache wie ; Vorjahr, und doch haben wir Kartoffeln gehabt, bis die 1 Kartoffeln kamen. (Zuruf links: Ja, Sie!) Die Nerposität 5 Publikums hat viel Schuld an der Preistreiberei. Wenn nic Streiks usw. wieder Erschütterungen bringen, werden die Preise sht selbst regulieren. Den schweren Vorwurf erhebe ich gegen die Re rung, daß sie aus der Lage des Vorjahres nichts gelernt und nüct besser für eine Zusammenführung der Produzenten und Konsumenten gesorgt hat. Machen Sie (nach links) doch nicht immer der Land⸗ wirtschaft Vorwürfe. In den Porzellanfabriken wird gestreikt und g stehen da viele Wagen, die nicht entladen werden koͤnnen, die sonft zum Transport von Kartoffeln dienen könnten. Die Kartoffelausfuh muß natürlich verhindert werden. Zur Parteifrage sollte man 558 Frage nicht machen, die das Wohl des ganzen Volkes angeht. Von der Regierung verlangen wir ein sofortiges Eingreifen im Sinne unseres Antrags. (Beifall bei der deutschen Volkspartei.)
Hierauf wird die Weiterberatung auf Freitag, 11 Uhr, ver⸗ tagt (außerdem stehen kleine Anfragen und der Landwirtschafts b eiat auf der Tagesordnung). 1
Parlamentarische Nachrichten.
Dem Reichstag hat der Reichsminister für Wiederaufbau das Wiesbadener Protokoll vom 6. Oktober 1921 betreffend deutsche Sachlieferungen an Frankreich, das Wiesbadener Protokoll vom 7. Oktober 1921, betreffend die Rücklieferungen und die Vieh⸗ und Kohlenliefe⸗ rungen an Frankreich, und den Notenwechsel vom 7. Oktober 1921, betreffend eine Ergänzung des Wies⸗ badener Protokolls vom 6. Oktober 1921, zur Kenntnis⸗ nahme vorgelegt.
8 8¹ Der Aeltestenrat des Reichstags hat in seiner gestrigen Sitzung, an der der Reichsminister der auswärtigen An⸗ gelegenheiten Dr. Rosen teilnahm, beschlossen, daß der Präsident des Reichstags sich zunächst mit dem Reichskanzler darüber ver⸗ ständigen soll, wann dieser die Regierungserklärung über die Genfer Beschlüsse abgeben kann. Danach wird der Präsident den Termin der Vollsitzung bekanntgeben.
— Die einzelnen Fraktionen des Reichstags haben sich gestern in eingehenden Besprechungen mit der allgemeinen politischen Lage beschäftigt. Es liegen darüber folgende Meldungen des „Nach⸗ richtenbüros des Vereins deutscher Zeitungsverleger“ vor:
In der Sitzung der sozjaldemolratischen Reichstage⸗ fraktion ergab die Aussprache als einmütige Auffassung, daß die Ent⸗ scheidung über Oberschlesien keinen Anlaß gibt, eine Regierungskrise zu er⸗ öffnen, und daß für eine solche kein Augenblick unglücklicher gewählt werden könnte, als der gegenwärtige. Die 8 lehnt es ebenso ab, die Frage des Verbleibens oder des Sturzes der gegenwärtigen Regierung in diesem Augenblick von der Lösung der komplizierten Steuerfrage abhängig zu machen, die langwierige und sachliche Beratungen erfordert. Sie ist
daher einmütig der Ueberzeugung, daß die Reichsregierung ihr Ver⸗
bleiben von nichts anderem abhängig machen darf als von dem Votum des Reichstags, das sofort nach Bekanntgabe der Entscheidung über Oberschlesien einzuholen 18. wird. Sie ist bereit, der gegen⸗ wärtigen Reichsregierung ihr Vertrauen auszusprechen. Dieser Auf⸗ fassung der Fraktion stimmten auch die Vertreter Oberschlesiens aus⸗ drücklich zu. Am heutigen Freitagvormittag trat die sozialdemo⸗ kratische Reichstagsfraktion mit dem Parteiausschuß zu einer gemein⸗ samen Sitzung zusammen. „Auch in der Ze ntrumsfraktion ergab sich völlige Einigkeit in den schwebenden politischen Fragen. Eine Stellungnahme in der oberschlesischen Frage erschien jedoch vusge schlssem solange nicht die amtlichen Unterlagen darüber vorliegen. Die Fraktion verfehlte aber nicht, ihre lebhafte Anteilnahme an der unglücklichen Lage unserer oberschlesischen Landesbrüder zum Ausdruck zu bringen. In dem Bericht der Hentrums⸗Herlameneakorrs onden, über den Verlauf und das Ergebnis der Beratungen innerhalb des Zentrums wird den Gerüchten entgegengetreten, die von einer durch Strömungen im Zentrum ins Auge n ten Neubildung des Kabinetts unter Führung eines anderen vom Zentrum zu benennenden Parlamentariers wissen wollten. Im “ scheint sich zu bestätigen, daß die Personen⸗ frage in den Hintergrund tritt und daß auch das Zentrum in dieser Hinsicht Schwierigkeiten nicht mehr machen wird, wenn die Sozial⸗ demokraten sich auf denselben Standpunkt stellen. In diesem Falle würden die Schwierigkeiten der Koalitionsbildung gemindert sein. In der demokratischen Partei sind die Meinungen insbesondere über die Regierungskrise geteilt, jedoch meint der über⸗ wiegende Teil, daß ein Rücktritt des Kabinetts Wirth unvermeidlich 1 8 olitischen Gründen oder wegen Unzufrieden⸗ eit mit der Politik des Reichskanzlers überhaupt, sondern um des⸗ willen, weil der Reichskanzler durch seine Erklärung, daß er mit der Entscheidung über Oberschlesien stehe und falle, sich so festgelegt habe, da Resiernse söiesen in Zukunft an Wert verlieren müßten, wenn aus diesen Erklärungen des Reichskanzlers nicht die Konsequenzen gezogen werden würden.
Ueber das [ der Beratungen innerhalb der Deutschen Volkspartei ist bis jetzt eine parteiamtliche Meldung nicht aus⸗ gegeben worden.
„Die Deutschnationalen halten an den Beschlüssen ihreg Mests Fen hae te in denen dem Kabinett Wirth schärfster Kampf angesagt worden ist, fest, und si werden ihre sachliche Ent⸗ scheidung erst nach der bevorstehenden Erklärung des Reichskanzlers im Plenum des Reichstags treffen und zu diesem Zweck eine weitere Ferfttonesisnns abhalten, bevor die Aussprache im Plenum beginnt.
s ist anzunehmen, daß nach der Erklärung des Reichskanzlers die Sitzung des Plenums vertagt wird, um den Fraktionen Zeit zu Be⸗ unter sich zu geben. Somit hatten die geftethen Be⸗ sprechungen der Deutschnationalen vorbereitenden Charakter und befaßten sch im wesentlichen mit der von der Partei zu be⸗ folgenden Taktik. G
üie der Bayerischen Volkspartei wurden gleichfalls kritische Aeußerungen über das Kabinett Wirth zum Ausdruck gebracht, und es erscheint ausgeschlossen, daß die Bayerische Volkspartei in eine Regierung Wirth eintreten könnte; für den Fall der Bildun hines Kabinetts ist jedoch diese Frage für die Partei noch offen ge⸗
ieben. 1 Ueber die Finanzfragen im besonderen, die mit die Haupt⸗ schwierigkeiten gebildet haben, hat gestern die interfraktionelle Verständ ig ungskommission, der neben je einem Vertreter der drei Koalitionsparteien auch ein Vertreter der Deutschen Volks⸗ partei s. abermals beraten. Wie verlautet, ist eine An⸗ näherung so gut wie erfolgt. — Die völlige Klärung der politischen Lage dürfte sich aus den Beratungen des Kabinetts auf Grund der Entscheidung über Oberschlesien und aus der unmittelbar darauf, vor⸗ ; tlich am Sonnabend, stattfindenden Vollsitzung des Reichstagen ergeben.
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1 2809,5 a 25 am go⸗ Grundsteuer⸗ schein atszügeben.
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Der Arbeitsausschuß des Verkehrsausschusses des vorläufigen Au
eichswirt schaftsrats zur Prüfung von Unterschriften und
eingaben über Mängel usw. im Eisenbahnwesen hält heute eine
Sitzung. — Im . 1 Rachri hr zrte gestern, wie, das 975 kachrichtenbüro des Vereins deuts her tungsverleger berichtet, Abg. Dr. von Dryander unter Hin⸗ s auf das vom Abg. Stresemann in Wesel und Magdeburg ab⸗ sebene weitgehende monarchistische Bekenntnis aus, daß die Deutsch⸗ mionale Volkspartei den für sie unverzichtbaren monarchischen Ge⸗ wacken mit der Deutschen Volkspartei und weiten Kreisen des ntrums teile. Die Monarchie käme nur als Endziel einer all⸗ hlichen verfassungsrechtlichen Entwicklung in Betracht. Daß der narchische Gedanke sich namentlich in unpolitischen Kreisen Formen äußere, die einer Berücksichtigung der gegebenen Verhältnisse t ganz Rechnung tragen, sei natürlich und weder verfassungswidrig 5 staatsgefährlich. Wer die Monarchie nicht auf verfassungs⸗ igem Wege erstrebe, entferne sich so weit von den Grundsätzen der
Deuntschnakionalen Partei, daß er als Deutschnationaler nicht betrachtet dabei
den könne. Ein erneutes Eingehen auf die Angriffe des sozial⸗ enokratischen Abg. Scholich wegen einer angeblichen Verbindung des Erzberger⸗Mordes mit der Deutschnationalen Partei müsse er nach den laren und bestimmten Erklärungen des Abg. Dr. von Kries ablehnen.
begrüße es, daß die Notwendigkeit eines geschlossenen Beamten⸗ ums als Korrelat des mit dem parlamentarischen System ver⸗ undenem häufigen “ auch von den Abgg. Loenartz (Ztr.) und Braun oz.) anerkannt sei. Die Verschmelzung des Uhen und neuen Beamtentums sei in der Erziehung des letzteren u unparteilicher Sachlichkeit, im übrigen auf dem Gebiete des Laktes zu suchen. Der Redner verlas Berichte des Oberpräsidenten Hörsing, in denen dieser energisch für die Aufrechterhaltung 9s Ausnahmezustandes in der Provinz Sachsen eingetreten ist, und wies im übrigen darauf hin, daß so schwere Reibungen mit der Reichsregierung,; wie sie gerade hinsichtlich der Tätigkeit Hörsings bestanden hätten, im Interesse des beiderseitigen Zusammen⸗ wirkens vermieden werden müßten. Der Staatsrat müsse aufrecht
werden. Alle anderen Kulturstaaten hätten das Zweikammersystem.
Finanzminister
Staat unvorbereiteten und
Kammer zu unterwerfen.
Hauptausschuß des preußischen Landtags 8
artige
Denkschrift zur Entgegnung auf
Denkschrift
würden erwogen.
seines
der Regierungspolitik absä Sichabschlie erhalten und eventuell anders in den Staatsapparat eingegliedert eh
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en gegenüber tellen sei.
efu
Ein solcher Anspruch sei aus den Preußen
Umständen anerken
sich noch dafür au
er den
lichkeiten in vorgeschrittenem Alter könne man derartiges nicht ver⸗ 640 710 19
langen, wohl aber sei zu fordern, daß die alten Beamten sich fest 2700 554 1,
auf den Boden der Veciscguns stellten und von jeder Sabotierung 2770 8
en. Zu verwerfen sei ein kastenmäßiges 3060 0 wie es viel⸗
der deutschnationalen
aus deutsch⸗
den neuen Beamten, Die Verbindung dem Erzberger⸗Mord
Südekum habe seinerzeit darauf hingewiesen, daß es schon im Interesse der Staatsfinanzen nicht angängig sei, den unbedachten Zufallsbeschlüssen einer Der Redner beanstandete auch, daß die reise für Luxuszüge auf deutschrn Strecken in französischer Währung rechnet würden. 1. Der Präsident des Staatsministeriums Stegerwald führte zur Frage der rechtlichen Stellung der Zentralstelle zur des Reichs aus, daß diese Stelle nur begutachtende A Lg Sie sei jetzt anscheinend der Auffassung, daß die Länder nicht ohne Kiel. Abg. ihre Mitwirkung unmittelbar miteinander über Gebietsaustausch u. dergl. verhandeln dürften. 8 ) ihrer Entstehungsgeschichte nicht gerechtfertigt. Ansprüche unter keinen Ministerpräsident bestätigte die Richtigkeit der Ausführungen des Abg. Dr. von Dryander und anderer in dr gilobhamburger Frage. In dieser Frage schlage Preußen positive Lösungen vor. E die von Hamburg herausgegebene ei vorbereitet. Den Helgoländern werde die Regierung behilflich sein, einen großen Badeort zu entwickeln. Die Gründung einer Spielhölle sei abzulehnen. Steuerliche Erleichterungen Der Ministerpräsident vertrat den Standpunkt. daß das Ultimatum eine neue finanzpolitische Situation geschaffen habe, die auch die Regelung der Grundsteuer, die in der vom früheren Finanzminister Lüdemann vertretenen Form seinerzeit nicht habe akzeptiert werden können, unter neue Gesichtspunkte stelle. Der Ministerpräsident Stegerwald sprach sich n Oberpräsidium für Schleswig⸗Holstein in Kiel bleiben müsse. Abg. Braun (Soz.) führte u. a. aus, daß arteifreundes Haenisch, wonach von den alten Beamten eine m innere Begeisterung für die republikanische Staatsform verlangt 122 werden müsse, nicht teilen könne. Von politisch gefestigten Persön⸗ 550
nationalen Pressestimmen. Abg. Hoff (Dem.) besprach die Großhamburger Frage. Schleswig⸗Holstein könne nicht ertragen, wenn nach dem Verlust der ersten Zone noch ein größeres Stück des Landes an Hamburg abgegeben würde. Schleswig⸗holsteinisches Gebiet komme für Hamburger Hafenzwecke überhaupt nicht in Frage. In der Frage des Sitzes des Oberpräsidiums und des Landeskulturamts müßten die sachlichen und die Verwaltungsinteressen der Provinz Gliederung entscheiden. Das Oberpräsidium müsse in Kiel belassen bleiben. Beim gnisse habe. Landeskulturamt sprächen die sa lichen Interessen ebenfalls für
Dr. von Campe (;. Vp.) nahm die Richter gegen den Vorwurf des Abg. Lüdemann in Schutz, daß sie in dem be⸗ kannten Urteil des Kammergerichts wegen der Zwangspensionierung der Richter befangen gewesen seien. Zu der Großhamburger Frage beantragte Abg. Lüde mann (Soz.) Einsetzung eines Ausschusses von 21 Mitgliedern. Abg. Severing (Soz.) stellte für die Einzelberatung eine eingehende Besprechung der Frage der Provinzial⸗ autonomie in Aussicht.
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ntersuchungssachen. 8 v Verlus⸗ u. Fundsachen, Zustellungen u. dergl. 3. Verkäufe, Verpachtungen, Verdingungen ꝛc. 4 PVerlosung ꝛc. von Wertpapieren. 5. Kommanditgesellschaften auf Aktien u. Aktiengesellschaften.
Gffentlicher Anzeiger.
Anzeigenpreis für den Raum einer 5 gespaltenen Einheitszeile 2 ℳ. Außer⸗
6. Erwerbs⸗ und Wirtschaftsgenossenschaften.
7. Niederlassung ꝛc. von Rechtsanwälten.
8. Unfall⸗ und Invaliditäts⸗ ꝛc. Versicherung.
9. Bankausweise.
10. Verschiedene Bekanntmachungen. 11. Privatanzeigen.
dem wird auf den Anzeigenpreis ein Teuerungszuschlag von 80 v. H. erhoben.
—,— — —— —
☛ Befristete Anzeigen müssen drei Tage vor dem Einrückungstermin bei der Geschäfts stelle eingegangen sein. ☚
beantragt:
1 Unterfuchungs⸗ sachen.
über 1000 ℳ, 8 A. G. zu Gronau i. Westf.
„und zwar die Nrn. 852, 853, 854, 855, 856, 857, 858, 859,,860 und 861.
Der Inhaber der Urkunden wird auf⸗ gefordert, spätestens in dem 7. Juli 1922, Vormittags 10 Uhr, vor dem unterzeichneten Gericht, Zimmer Nr. 8, anberaumten Aufgebotstermin seine Rechte anzumelden und die Urkunden vor⸗ zulegen, (widrigenfalls deren Kraftlos⸗
g, den 4. Oktober 1921. landgericht. Strafkammer I.
Beschluß. 1 Der Gefreite Emil Habraschka der erklärung erfolgen wird. 10. Komp. Inf.⸗Regts. 16, am 6. Juli 1899, wird für fahnenflüucktig erklärt. Oldenburg, den ℳ2. Oktober 1921. Das Landgerichk. Strafkammer I. Bothe. Beyersdorff. Mendelsohn. Ausgefertigt: nner, Obersekretär, tsschreiber des Landgerichts.
tember 1921. Das Amtsgericht.
[77162]
Aktien der Polyphonwer
[76753] Zwangsversteigerun vor dem
Im Wege der Sihbeex soll Aufgebotste
Neue Fifevreh6 13/15, drittes/ Stock⸗ werk, Zimmer Nr. 113/115, Frsteigert werden das in Berlin, Putbuse
belegene, im Grundbuche
hausertorbezirk Band 50
seingetragener Eigentüner am 4. Oktober 1921, dem Tage
erfolgen wird.
emeinen Deutschen Credit⸗ resden, der Direction d
1 er Eintragung des 1 Versteigerungsvernerks: Kaufmann Michael Pengsl. in Berlin Wo
ziermann zu Berlin) eingetragene Grund⸗ 1
1; Vordetwohngebäude mit rechtem 588 de Seitenflügel, Quergebäude und Hof, Ge⸗ ö“ v markung Berlin, Kartenblatt 26, Parzelle “
mutterrolle Art. 20
Berlin, den 10. Oktober 1921. Amtsgericht Berlin⸗Mitte. Abteilung 87. g⸗ nicht betroffen.
L763680) .
Der Fleischermeister Paul Lehmann zu Groß Buckow hat das Aufgeb Depotscheine der Sparkasse der Spremberg, Nr. III A/% 123 vo nuar 1921 über bei der S Stadt Sprember Stück 5 % Deuts⸗ gang 1916 Lit. C Nr. 9920 373 und Nr. III A/0 258 vom 1000 ℳ Der 2. Januar 1921über bei derselben Spar⸗ Urkunden wird aufgeford ing en 5 % Deutsche Reichs⸗ dem auf den 5. i enleihe Jaheßang 1916 Lit. E Nr. 6538 565 mittags 10 Uhr vüntrag Der Inhaber der Urkunden Gericht, Zim
rd a gefordert, spätestens in dem auf botstermine
[76364] Aufgebot.
i] Gothaer Grundkreditpfand vom Jahre 19
otstermine seine Rechte anzumelden hnd die Urkunden vorzulegen, widrigen⸗ dngie Kraftloserklärung der Urkunden [77174] Spremberg⸗L., den 21. September1921. Faf Kätra E“ Ser⸗ Eschenröder in Gelsenkirchen [76365]
Anfgebo Der Rechtsanwalt aul Hecking zu Ob
Pen folgender apgblich ihm am ..n Üätbaa g. Pewaeee bane hshhar
in Obe en,
1
Kirchstraße 4, gestohlenen Inhaberaktien
1. Aktie Nr. 2719 der B spinnerei Germania A. G. zu Epe i. Westf.
2. 10 Aktien der Spinnerei Deutschland
Gronau i. Westf., den 80. Sep⸗
1. Die Thüringische Landesbank, Akt.⸗ Ges., Abt. Erfurt, vertreten durch anwälte Justizrat Dr. Weydemann,. / Dr. Klemm und M. Weydemann in 2. die Allgemeine Deutsche Credi in Leipzig haben das wa zu 1 der
se Akt.⸗Ges. in
) f Wahren Nr. 430, 3578, 3819 und 3820 1 e ote, er b000, angn Ge. 7. Arglesn Ffr S
Zustellungen u. dergl. 8 hen ezen ans, Monteg, den
nterzeichneten Gericht, Peters⸗ steinweg 8 1.Bensner g2cht ö ; 8 ne ihre Rechte anzumelden um 18. Januar 19898, Bormictags und die Urkunden vorzulegen, widrigen⸗
10 Uhr, an der Gerichtsstelle Perlin, falls die Kraftloserklärung der Urkunden
Zu 2. Zugleich wird der Allgemeinen Deutschen Sugleich win in Leipzig, dyr Fri
Schulz jun. Akt.⸗Ges. in Leipzi kraftlos erklärt werden:
dem Bank⸗ Busse & „ Akt.⸗Ges. Inhaber der ng zu bewirken, ins⸗ ins⸗, Renten⸗ oder Ge⸗ me oder Fen esfs encger 5, Nutzungswert J“
b 8 5 bereits a ebenen Zins⸗, Renten⸗ oder 11 140 ℳ, Gebäudesteuerrolle Nr. 2075. Cerwian abelscheine 5 von dem Ver⸗
ig, den 15. Oktober 1921. Biys . varrichi. Abteilung I, 29.
Der Sanitätsrat Dr. Theodor Kellner in Erfurt, Wilhelmstraße 55, hat da Aufgebot der angebli 8 sech riefe 00, Ser. XXX 9 627 372 bis Abt. XIVa Nr. 12 460 — 65
1922, Vor⸗
or dem unterzeichneten 20, anberaumten Aufge⸗ liine Rechte anzumelden und
den 27. März 1922, um 9 Uhr, vor die Urkundo3 vorzulegen, widrigenfalls deren
dem Interzeichneten Gericht anberaumten K 1 fol vird Kraftloserflärung erfolgen wird. Hothe⸗ den 6. Oktober 1921. hüringisches Amtsgericht. 1.
Zahlungssperre. des Kaufmanns straße 213, vertreten durch den Rechts⸗ anwalt Justizrat Huchzermeier in Gelsen⸗ Notar Dr. jur. kirchen, wird der Reichsschuldenverwaltung ausen hat das Auf⸗ in Berlin betreffs der angeblich abhanden
9 962 487 über 1000 ℳ verboten, an anderen Inhaber als den oben Antrag⸗ steller eine 8r u bewirken, insbe⸗ sondere neue Zinsscheine oder einen Er⸗ neuerungsschein aulszugeben. — 81. F. 533. 21.
Berlin, den 19. Oktober 1921. Amtsgericht Berlin⸗Mitte. Abteilung 81.
[771751. Zahlungssperre.
Auf Antrag der Baverischan Staats⸗ bank München wird bezüglich der Aktien der Vereinigten Zwieseler und Pirnaer
arbenglaswerke A.⸗G. in München
r. 1242 und 1244 zu je 1000 ℳ an den Aussteller das Verbot erlassen, an den Inhaber der Aktien eine Leistung zu bewirken, insbesondere neue Gewinnanteil⸗ scheine oder einen Erneuerungsschein aus⸗ zugeben. 1 —
München, den 19. Oktober 1921.
89 Das Amtsgericht. 8
[77176) Bekanntmachung. /) 89 Grund des § 367 des / Handels⸗ esetzͤbuchs wird bekannt
hesect Wertpapiere in
ind: si 5 Aktien der Woerkmann Linie Nr. 4032 bis 35 und 16 à ℳ 1000 mit Divi⸗ dendenscheinen er 1921 und folgende. Hamburg., den 19. Oktober 1921. hie Polizeibehörde.
[76761] Aufruf.
Die unbekannten Inhaber der nachbe⸗ eichneten, von dem Allgemeinen Dehtschen CC“ auf Gegenseitigkeit in Stuttgart ausgestellten; . scheine werden hiermit gefacders ie Urkunden unter Anmeldung ihrer Rechte aus denselben spätestens innerhalb zweier Monate, vom Tage des Erscheinens dieser Belanihne ung an gerechnet, vor⸗ zulegen, widrigenfalls die Scheine für
1. Versorgungskassenversicherungsschein Nr. 520 927 vom 25. September 1905 für Emil Osterode, Kaufmann in Alt Heydlauken; 1
2. Versorgungskassenversichermhigsschein Nr. 543 239 vom 6. Juli 1918 und “ 129˙959 vom 7. November 1917 für Exsst Bahr, Fabrikant in Zoppot, früher in Rheda:;
3. Lebensversicherungsschein Nr. 271 237 vom 1. Juni 1920 füuür Friedrich Seitz, Stationsarbeiter in Mühlacker;
4. Lebensversicherungsschein Nr. 269 571. vom 24. März 1920 für Friedrich Illig, Eisenbahnfekretär in Rot am See, früher in Jagstheim; 8
5. Lebensversicherungsschein Nr. 170 665 vom (10. Dezember 1909 für Albert Markus in Alfeld, früher Feldwebel in Ban⸗St⸗Martin;
6. Lebensversicherungsscheine Nr. 184 309, 184 310 vom 21. Mai 1912 für Bruno Deckert, Militäranwärter in Altdamm, früher Sergeant in Bromperg; 1
7. Lebensversicherungsschäain Nr. 178 541 vom 26. Juni 1911 für Wilhelm Ihlen⸗ feldt, Steuerassistent in Pyritz, früher Sanitätssergeant in Lüben;
8. Lebensversicherungsschein Nr. 182 278 vom 9. 1912 für Hermann Reiner, izefeldwebel in Königs⸗ berg, frü Sanitätsunteroffizier in Rastenb † 1 9. Kriegsanleihetodesfallversicherungs⸗
Nr. 250 588 vom 19. April 1918 Friedrich Rheinländer, Kaufmann in Saarbrücken, früher in Metz. tuttgart, den 17. Oktober 1921. Axgemeine Deutsche Lebensversicherung b a. G. in Stuttgart
[76362] Aufgebot. [76377] Aufgebot.
Der Schaaffhausen'sche Bankverein, Der Schuhmacher Karl Plank in Fe ltehe Bonn, vertreten durch seinen bach hat beantragt,
orstand, Prozeßbevollmächtigter: Stellmacher Jakob Plank, geb anwalt Leyendecker in Bonn, 19. Oktober 1883 in Engelbach, zuletz Aufgebot des am 8. Dezember 1920 in wohnhaft in Engelbach, für tot zu er⸗ Oberdollendorf von der Firma Felten und klären. Der bezeichne Verschollene Niedecken ausgestellten, auf die Firma wird sich Wätestens in dem Kleine und Flume in Bonn gezogenen, auf den 12. Mai 1922, Vormittags von Adolf Lentschner iu Bonn akzeptierten, 9 Uhr, vor dem imterzeichneten Gericht. an die Antragstellerin trassierten, am Zimmer Nr. 6, anberaumten Auf⸗ 15. März 1920 in Bonn fälligen Wechsels gebotstermine zu melden, widrigenfalls über 5760 ℳ (fünftausendsiebenhundert⸗ die ärung erfolgen wird. An sechzig Mark) beantragt. Der Inhaber alle, welche Auskunft über Leben oder der Urkunde wird aufgefordert, spätestens Tod des Verschollenen zu erteilen ver⸗ in dem auf den 26. Mai 1922, Vor⸗ mögen, ergeht die Aufforderung, spätestens Viag 18 Uhr, facs 8 bntee chngg im AufgehgthteFmine dem Gericht Anzeige
erichf, Zimmer 87, anberaumten Auf⸗ zu machen. 1 gebots ine seine Rechte anzumelden und lebrabaßf. den 23. September 1921. die Urkunde vorzulegen, widrigenfalls die as Amtsgericht. Kraftloserklärung derlrkunde erfolgen wird. —öö—
Bonn, den 7. Oktober 1921. [76768] Aufgebot.
Das Amtsgericht. Abteilung 3 Der Pfleger Fritz Walterfang in Fronpehefaftrahe, 54, „ tragt, den verschollenen Metzger⸗ [767541 Aufgebot. wt⸗
Der Kaufmann Georg Kirchhoff in ö“ samn gt. Debem Hagenohsen hat das Aufgebot des Hypo⸗ Krkl re 1““ thekenbriefs über die im Grundbu “ sich spetestens we der Burgdorf Band XIII Bl. 517 muf den 18. Mat 192. Vormittags teilung 3 unter Nr. 3 eingetragene 8 . s- ag beantengt. Der Inhaber der 9 ½ Uhr, vor dem unterzeichneten Gericht, 1 8 späkestens Zimmer 202, anberaumten Aufgebots⸗ 23, Ja bg Srces termine zu melden, widrigenfalls die an 8. unterzei 2 Gericht anbe⸗ Todeserklärung erfolgen wird. An alle, raumten Aufgebotstermine seine Rechte 2 ch He 1““ den anzumelden ung, die Urkunde vorzulegen, die v-r2 spätestens se. Pas. widrigenfalls die Kraftloserklärung der ““ Urkunde erfollen wird 988 dem Gericht Anzeige zu
i. H., den 15. Oktober 1921. machen. Burgdorfi. H., Crefeld, den 14. Oktober 1921.
Das Amtsgericht. Das Amtsgericht. 8
76769] Aufgebot. 76763 Aufgebot. leb 8 — EEEe Friedrich Kreutzer in Eren.ganfmeem Michas, Gimnhel in Allstedt hat beantragt, seinen Pf wreiSee; . — eger befohlenen, den am 18. Februar 1 mit Genehmigung des Vormundschafts⸗ Allstedt geborenen Zimmermann Ferdi LSee— * 185 Albert Sito Kurze, zuletzt w hannes Müller, geb. 18. Februars187 in Allstedt, der Anfang der 188 in Schönstadt b. Marburg, Sohst Amerita ausgewandert Schmiedes Heinrich Müller und / seiner 88 ch llen ist für iot Ehefrau, Margarete geb. Gimbel, zuletzt beseschmese Verschollene wohnhaft in Düsseldorf, Adlexstraße 47 den 23. Junj 1922, Vormittags ertlaären. ichn cho ird m unterzeichneten Gericht aufgefordert, si spätes s in dem au widrigenfalls die Todeserklärung erfolgen „ ““ wird. Am klle, welche Auskunft über Leben Abt. 14 Zimmer 132 im Justizgebäude oder Tod des Verscholenen zu erteilen an, der Mühlenstraße, anberaumten Auf⸗ vermögen, drseht die Aufforderung, späte⸗ gebotstermine zu melden, widrigenfalls die stens im Aufgebotstermmne dem Gericht Todesertgkung erfolgen wird. An alle, Unzeige zu machen. velce Hesheehe ge Nepnr er. Tod 8 b erschollenen eilen vermögen, erge nllstede ven 13. Ntobgerec-. sdie Aufforderung, spätestens im Auf⸗ 9 gebotstermine dem Gerichte Anzeige zu
[76376] Aufgebot. I Düsseldorf, den 10. Oktober 1921 Die Bergleute Wilhelm Walendzik und fe Amlagericht. Atei da 2 August Walendzik in Lütgendortmundhaben Das Amtsgericht. Abteilung 14. beantragt, die verschollene Eigenkätsterfrau [7637808 Aufgebot. Eva Walendzik, geb. Pakuca,/geboren 1. Der Rangierführer Heinrich Becker in am 30. Juli 1843 in Gr. Rosipsko, zuletzt Essen⸗Dellwig, Zugstr. 26, 2. die Ehefrau wohnhaft in Goullonshof hei Drygallen, Josef Heitrich, Anna geb. Becker, ig E Kr. Johannisburg, für zu erklären. Borbeck, Germaniastraße 113, hape Die bezeichnete Verschollenen wird auf⸗ tragt, den seit 6. September 190 als Mus⸗ gefordert, sich spätestens in dem auf den ketier der 7. Komp. Infanterier 27. Juni 1922, Mittags 12 Uhr, Goldap verschollenen Wi vor dem unterzeichneten Gericht, Zimmer geboren am 23. Feb 1 heraumten Aufgebotstermin zu wohnhaft in Bergebogebeck, Poststraße 3, Gidrigenfalls die Todeserklärung für tot zu erklären. Der bezeichnete erfolgen wird. An alle, Auskunft Verschollene wird aufgefordert, sich spä- über Leben oder Tod der Verschollenen testens in dem auf den 5. Mai 1922, erteilen vermögen, ergeht die Auf⸗ Vormittags 11 Uhr, vor dem unter⸗ erung, spätestens im Aufgebotstermine zeichneten Gericht, Gerichtsstraße 29,
„ zuletzt
ppa. Dr. Kuhne. ppa. Rau.
“ E1“
em Gericht Anzeige zu machen. Zimmer 10, anberaumten Aufgebotstermine zu melden, widrigenfalls die Todes⸗
Bialla, den 28. September 1921. . Das Amtsgericht. ärung erfolgen wird. An alle, welche
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