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und Heranziehung anderer Reserven hätten wir die erste Goldmilliarde nicht voll zahlen können. Denn unsere Aus⸗ fuhr bleibt zurzeit um 2 Goldmilliarden hinter dem Einfuhr⸗ wert zurück. Das deutsche Volk braucht also eine Ruhepause vor weiteren Reparationszahlungen. Es braucht auch die Hilfe des aus⸗ ländischen Kredits, um gesunden zu können; denn an Reparationslasten und sonstigen Verpflichtungen aus den feindlichen Diktaten und den Kosten der Besatzungen sind im nächsten Jahr etwa fünf Milliarden Goldmark zu leisten. Zusammen mit dem Defizit aus der Handels⸗ bilanz erreichten damit unsere Verpflichtungen dem Ausland gegenüber sieben Milliarden Goldmark. Da helfen keine neuen Steuern, da hilft cuch kein Ausverkauf Deutschlands. Den gesamten Wert der deutschen Aktiengesellschaften kann man heute schreerlich höher als zu 4 Goldmilliarden annehmen. Das Ausland interessiert sich aber wohl nur an der Hälfte, nämlich an den besten Gesellschaften. Selbst wenn man diese guten Werke der Industrie völlig expropriiert, kann man noch nicht einmal eine einzige Jahresreparationsleistung voll decken. Es wäre nur eine Atempause für ein halbes Jahr. Wir sind am Ende unserer Zahlungsfähigkeit, mögen wir noch so viel aus dem Fleisch des deutschen Wirtschaftskörpers herausschneiden. Denn die deutsche Valuta ist seit der Annahme des Londoner Ultimatums auf den vierten Teil gesunken. Die Großhandelspreise haben sich dem veränderten Markwert noch nicht völlig angepaßt. Unter der Herrschaft des Ultimatums können wir unsere Valuta nicht kräftigen. Mögen wir die dringend benötigten Nahrungsmittel zu dem teuren Einkaufspreis in den Handel bringen oder mit Hilfe von großen Reichs⸗ zuschüssen, wie bisher, billiger abgeben, es gibt auf alle Fälle ein neues Aufblähen unseres Banknotenumlaufs. Wir sind durch das Ultimatum und durch das kurzsichtige Verhalten der Feinde in eine unentwirrbare Entwicklung hineingeraten. Ich frage die Regierung, ob sie anderer Auffassung ist. Einen Ausweg finden wir keines⸗ falls durch Kredite und,. Verpfändungen von Sachgütern, eine Expropriation unserer Wirtschaft auf diesem Wege führt uns nicht in eine sozialistische oder kommunistische Wirtschaft hinein. Bei einer Erfassung der Sach⸗ und Goldwerte bekommt das Reich eigentlich nur die Produktionsmittel in die Hand. Dann ist die deutsche Regierung nichts anderes als die Durchgangsstation für die habgierige Entente, die der deutschen Regierung alles aus der Hand reifet, was sie aus Privat⸗ in Staatseigentum verwandelt. Nach dem Recht des Friedensvertrags und nach dem Völkerrecht ist das Privat⸗ eigentum heute der letzte Schutzwall. England hat in klarer Erkenntnis auf die weitere Lignidierung deutschen Privateigentums verzichtet, weil sonst eine Entwicklung des Handels unmöglich wäre. Die Sach⸗ verständigenkonferenz in Brüssel hat recht, wenn sie erklärt, daß man einem Volke Steuern nur in einer solchen Höhe zumuten könne, als sie mit dem Ertrag seiner Volkswirtschaft verträglich seien.
kommen⸗ und Besitzsteuern jetzt schon so hoch sind, daß sie auf die Dauer nicht getragen werden können. (Dr. Hertz: Ja, die Tarife, aber nicht die Steuern!) Ich kann mir die Tarife von den Steuern nicht losgelöst denken. Ferner kann auf dem Wege der Be⸗ steuerung nicht eine Expropriation durchgeführt werden. Es wäre der unerhörteste Rechtsbruch der Weltgeschichte, wenn Briand wirklich seine Hand auf das deutsche Privateigentum legen wollte. Frankreich muß genau wie England nach den allgemein anerkannten völkerrecht⸗ lichen Grundsätzen das Privateigentum als heilig und unantastbar anerkennen. Daran haben auch die Vereinigten Staaten von Amerika sowie die gante Welt ein Interesse, daß der Schutzwall des Privat⸗ eigentums für Bergbau, Industrie, Landwirtschaft, Handel und Ver⸗ kehr nicht angetastet wird. 8
Der Reicksminister der Finanzen Dr. Hermes führte aus: Ueber drei Punkte bestehe sicherlich Einigkeit im Aussschuß: erstens, daß wir versuchen müßten, aus eigener Kraft unser Budget in Ordnung zu bringen, zweitens, daß dies nicht möglich sei, wenn an den vorgeschriebenen Reparationsbedingungen festgehalten wird, und drittens, daß eine Atempause nicht eintreten werde, wenn wir nicht zuvor den Nachweis erbrächten, daß wir alles täten, um unser Finanzwesen zu regeln. Das Ziel müsse natürlich darin bestehen, unsere Wirtschaft zu erhalten und nicht zerschlagen zu lassen. Der Minister bedauerte, daß ausländische Presseberichte unsere Wirtschafts⸗ lage zu günstig schilderten. Wir hätten ein Interesse an richtiger Darstellung und Beurteilung unserer Lage. Was die Auswüchse der Börsenspekulation betreffe, so müsse allerd ings alles geschehen, sie zu unterbinden; andererseits solle man bedenken, daß der Stand unserer Währung nicht so sehr durch die Spekulation als durch Angebot und Nachfrage bedingt sei. Die Nachfragen entständen nun in erster Linie aus unseren Verpflichtungen. Der Minister trat noch den Aus⸗ führungen des Abg. Dr. Helfferich entgegen, der leitende Ge⸗ sichtspunkte in den Steuervorlagen der Regierung vermisse. Wie er bereits im Plenum des Reichstags ausgeführt habe, sei der Sinn der Regierungsvorlagen, an das Bestehende anzuknüpfen, jede vorbandene Steuerquelle aufs äußerste anzuspannen, aber eine für unsere Wirtschaft nicht mehr tragbare Belastung zu vermeiden. Der Minister gab dann eine Uehersicht über die Finanzgestaltung des Reiches im Rechnungsjahre 1922: Nach einer Mitte Oktober vorgenommenen Schätzung beträgt der Ausgabebedarf des Reichs beim ordentlichen Kousbalt — ohne die Kontributionsausgabe — rund 69 Milliarden Mark. Hierzu treten: der Mehrbedarf für Besoldungs⸗ erhöhungen ab 1. Oktober 1921 — ohne Post und Eisenbahnen — mit 2 ½ Milliarden Mark, dann der Mehrbedarf an Ueber⸗ weisungssteuern mit rund 500 Millionen Mark. Der übrige Mehrbedarf ist schon mit rund 12 Milliarden Mark in obigen 69 Milliarden Mart enthalten. Der Gesamtausgabebedarf beim ordentlichen Reichshaushalt für 1922 würde also 72 Milliarden Mark betragen. An ordentlichen Einnahmen sind für 1922 zu er⸗ warten: fortdauernde direkte Steuern rund 68 Milliarden Mark, einmalige direkte Steuern 3 Milliarden Mark. Zölle und Verbrauchs⸗ stenern 23 Milliarden Mark, allgemeine Verwaltungseinnahmen 6 Milliarden Mark. Hiernach werden also an ordentlichen Ein⸗ nahmen für 1922 rund 100 Milliarden Mark zur Verfügung stehen; mithin würde sich beim ordentlichen Haushalt ein Ueber⸗ schuß in Höbe von rund 28 Milliarden Mark ergeben. Beim außerordentlichen Haushalt werden ohne die Kon⸗ tributionsausgaben und ohne die Fehlbeträge der Post und Eisen⸗ bahn — schätzungsweise fünf Milliarden Mark benötigt. Was die Betriebsverwaltung betrifft, so wird mit rund 2 ¼ Milliarden Mark Fehlbketrägen bei dem außerordentlichen Hqushalt der Post ge⸗ rochnet. An ungedeckten Anleiheausgaben sind für Post und Eisenbahn rund 8 ¾ Milliarden Mark zu nennen, so daß der ungedeckte Ausgabenbedarf auf rund 11 Milliarden Mark zu beziffern sein wird, eine Summe, die in den außerordent⸗ lichen Haushalt der allgemeinen Reichsverwaltung übergeht. Das Reichsverkehrsministerium hofft, die bisherigen Fehlbeträge im ordentlichen Haushalt durch Ersparnisse und Tariserhöhungen aus⸗ gleichen zu können. Der Mehrbedarf aus Anlaß der am 1. August 1921 einget etenen Erhöhungen des Teuerungszuschlags gelegentlich der Pesodungserhöhung ist — ohne Post und Eisenbahn, aber einschließlich der Folgewirkungen für Angestellte, Arbeiter, Pensionäre usw. — für die allgemeine Reichsverwaltun auf jährlich 4 ½ Milliarden Mark veranschlagt. Aus Anla der Besoldungserhöhungen ab 1. Oktober 1921 ergibt sich ein weiterer Mehrbedarf von jährlich 2 ½ Milliarden Mark. Hierzu tritt bei der Post die Erhöhung der Teuerungszuschläge ab 1. August 1921 mit jährlich 1200 Millionen Mark und die Er⸗ höhung der Besoldung ab 1. Oktober 1921 mit jährlich 2600 Mil⸗ lionen Mark, hei der Eisenbahn die Erhöhung der Teuerungs⸗ zuschläge ab Angust und Oktober 1921 mit insgesamt jährlich 11 ½ Milliarden Mark. Der Gesamtmehrbedarf für die Besoldungserhöhungen stellt sich also jährlich auf rund 22 ½ Milliarden Mark. Dieser Mehrbedarf ist in den Voranschlägen für 1922 bereits herücksichtigt. Den Ländern und Gemeinden soll der Mehrbedarf für Besoldungserhöhungen insomweit erstattet werden als er nicht in Mehrerträgen aus Ueberweisungssteuern ge⸗ deckt wird. Eine Schätzung dieses Mehrbedarfs ist zurzeit kaum möglich. Für Sozialrentner sind in den Nachtragshaushalt für 1921 1400 Millionen eingestellt; für 1922 werden 2800 Millionen Mark gefordert. Für Kleinrentner sind in den Nachtragshaushalt für 1921 100 Millionen Mark eingestellt, für 1922 werden 200 Millionen
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Mark gefordert. Endgültiges ist jedoch noch nicht festgelegt.
Inzwischen ist auch bereits anerkannt worden, daß die deutschen Ein⸗
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Wegen
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der Kriegsbeschädigten schweben zurzeit Erwägungen.
— Im Reichstagsausschuß für Branntwein⸗ monopol wurde gestern in die Einzelberatung des Gesetz⸗ entwurfs über das Branntweinmonopol eingetreten. Es wurden im wesentlichen die §§ 1 bis 3 des ersten Abschnitts an⸗ cenommen, welche den Gegenstand und das Geltungsgebiet des Monopols betreffen. Ausgesetzt wurde noch die Beschlußfassung über § 1 Ziffer 5, wonach das Branntweinmonopol die Verwertung von Branntwein und den Branntweinhandel umsassen soll. Es soll eine endgültige Stellungnahme zu der Frage abgewartet werden, ob die Monopolverwaltung berechtigt sein soll, künftig auch andere als einfache Trinkbranntweine herzustellen. Angenommen wurden ferner vom zweiten Abschnitt über die Verwaltung des Monopols die §§ 4 bis 10, die allgemeine Vorschriften enthalten, die Stellung des Präsidenten der Reichsmonopolverwaltung und die Befchaffenheit der Reichsmonopolverwaltung und der Verwertungsstelle präzisieren. Bezüglich der letzteren Einrichtung wurde gefordert, daß eine schärfere Ueberwachung der Geschäftsführung des Monopolamtes eingeführt
werden soll.
Im volkswirtschaftlichen Ausschuß des
Reichstags brachten gestern die Mehrheitssozial⸗ demokraten einen Ankrag ein, vom 1. Dezember d. J. ab die Sätze der Erwerbslosenfürsorge um ein Drittel zu erhöben. Der Reichsarbeitsminister erklärte, daß er grundsätzlich angesichts der Preisentwicklung der letzten Zeit gegen eine Erhöhung keine Einwendungen erhebe, daß er aber bitten müsse, von dem Verlangen ihrer sofortigen Durchführung Abstand zu nehmen. Von der Gesamtzahl der Arbeitslosen in Deutschland befinde sich beinahe die Hälfte in Groß Berlin. Das sei vor allem darauf zurückzuführen, daß ein nicht unbeträchtlicher Teil von Empfängern Unterslützungen beziehe, ohne dazu berechtigt zu sein. Es schwebten zwischen der Stadt Berlin und dem Reichsarbeitsministerimm Verhandlungen, welche Sicherheitsmaßnahmen gegen die unzulässige Ausbeutung der Erwerbslosenfürsorge zum Zwecke haben. Vor Ablauf dieser Verhand⸗ lungen dürfe eine Erhöhung nicht Platz greifen. Diese Ausführungen des Reichsarbeitsministers gaben dem Ausschuß Veranlassung einen Antrag des Zentrums arzunehmen, grundsätzlich mit einer Erhöhung der Er⸗ werbslosenfürsorge um etwa ein Drittel ohne Befristung sich einverstanden zu erklären. Der Antrag des Zentrums war auch von den Deutsch⸗ nationalen unterstützt worden in der Erwartung, daß die Uebel⸗ stände in Berlin tatsächlich beseitigt werden. Zu erwähnen ist noch, daß die Reichsregierung für die zweite Hälfte des Rechnungsjahres 1921 in dem in wenigen Tagen zu erwartenden Nachtragsetat den Betrag von 100 Millionen Mark zur Unterstützung der Kleinrentner vorgesehen hat und für den Etat 1922 den Betrag von 200 Millionen Mark vorsehen will. Außerdem sollen noch zwei Drittel dieser Be⸗ träge von den Ländern und Gemeinden aufgebracht werden. Im Reichstagsausschuß für Beamten⸗ angelegenheiten wurde gestern eine allgemein gefaßte Ent⸗ schließung Deglerk (D. Nat.) und eine Entschließung Morath (D. Volksp.) mit bestimmten Einzelvorschlägen vorgelegt, die beide eine Verminderung der Beamtenzahl bezwecken. Abg. Morath kbegründete seine von der Fraktion der D. Volksp. beschlossenen Forderungen auf Sperrung der Einstellung von Beamten und Entlassung überzähliger An⸗ gestellten. Unberührt soll die Einstellung von versorgungsberechtigten Militärpersonen und Kriegsbeschädigten bleiben. Abg. Stücklen (Soz) erklärte, daß man zur Entschließung Morath nicht in allen Einzelheiten sofort Stellung nehmen könne; in den Hauptpunkten sei sie ihm sympathisch. Regierungsrat Densow betonte, daß die Finanzverwaltung nicht ganz auf Einstellung neuer Beamten verzichten könne. Ministerialrat Kühnemann war mit der Tendenz der Entschließungen einverstanden; er persönlich gebe der des Abg. Deglerk den Vorzug, weil sie den Behörden mehr Raum lasse und kürzer sei. Abg. Beuermann (D. YPp.) war mit den Abschwächungen des Vorredners nicht einverstanden. Der Reichstag habe lange genug ohne Erfolg allgemeine Wünsche ausgesprochen. Ganz bestimmte Vorschriften seien unentbehrlich. Abg. Sch midt⸗ Stettin (D. Nat.) verlangte Einwirkung auf die Länder, in gleicher Weise, wie es für das Reich beabsichtigt sei, den Abbau des Beamten⸗ apparats vorzunehmen. Regierungsrat König für Preußen eine Zusage machen zu können. Abg. Deglerk hatte Bedenken gegen zu detaillierte Vorschriften und empfahl nochmals seine Ent⸗ schließung. Nach längerer Aussprache wurde der Antrag Morath abgelehnt, der Antrag Deglerk mit einigen Zusätzen angenommen. Er lautet: „Die Regierung zu ersuchen, die Einstellung von Beamten⸗ anwärtern in allen Zweigen der Reichsverwaltnng bis zur Beratung des Reichshaushalts für 1922 zu untersagen und die freiwerdenden planmäßigen Beamtenstellen unbeschadet der Rechte der außer⸗ planmäßigen Beamten nach Möglichkeit mit Wartegeldempfängern und Beamten aus den abgetretenen Gebieten zu besetzen.“
Der Ausschuß beschäftigte sich sodann mit dem Gesetzent⸗ wurf über die Rechtsverhältnisse derehemaligen elsaß⸗lothringischen Beamten. Eine Forderung des Abg. Schmidt⸗Stettin (D. Nat.), Gewerbe⸗ und Handelslehrer höher zu stufen, wurde abgelehnt. Auf eine Anregung des Abg. Morath zugunsten der Rentamtmänner erklärte der Vertreter des Reichsfinanzministeriums, sich um die Unterbringung der letzten zwölf Rentamtmänner im Reichsdienst bemühen zu wollen. Ein Antrag Schuldt (Dem.), der die Einreihung der Regierungs⸗ sekretäre in den Ministerien in Gruppe 9 verlangt, wurde mit Stimmengleichheit abgelehnt.
— Im Reichstagsausschuß für Wohnungswesen wurde gestern die Beratung über den Entwurf eines Reichs⸗ mietengesetzes fortgesetzt. Angenommen wurde § 4 des Gesetz⸗ entwurfs, der bestimmt, was bei Bemessung der Zuschläge zur Friedensmiete als Betriebskosten anzusehen ist. Es wurde festgesetzt, daß Betriebskosten für das Haus zu entrichtende Steuern, öffentliche Abgaben, Versicherungsgebühren, Verwaltungskosten und ähnliche Unkosten sind und daß auch Zinsen einer in der Vorkriegszeit für die Gemeinde allgemein üblichen Belastung des damaligen Grundstücks⸗ werts und die Kosten für die Erncuerung dieser Belastung als Betriebskosten gelten § 5, der den Unterschied der laufenden und der großen Instandsetzungsarbeiten betrifft, wurde nach längerer Debatte abgelehnt. Es wurde beschlossen, einen Ausschuß zur Fassung eines neuen § 5 einzusetzen.
— Der Arbeitsausschuß des vorläufigen Reichswirt⸗ schaftsrats zur Beratung des Hausgehilsengesetzes hielt heute eine Sitzung. —
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Der sozialpolitische Ausschuß des Reichswirt⸗ schaftsrats begann am 17. Novemher die Beratung über den Entwurt eines Gesetzes, betreffend die Arbeitszeit gewerblicher Arbeiter. Der Entmurf nill die Arbeitszeit für Arbeiter, Werkmeister und Techniker in Gewerbebetrieben regeln. Als Norm wird die 48stündige Arbeitewoche festgelegt. Für Kinder, jugendliche Arbeiter und Arbeiterinnen gelten besondere Schutz⸗ bestimmungen. Die 48stündige Arbeitswoche wird durch eine Reihe von Ausnahmen durchbrochen; so kann der Reichsarbeitsminister im Verordnungswege die Ueberschreitung der täglichen Arbeits⸗ zeit um zwei Stunden zulassen, wenn besondere Betriebsnotwendig⸗ keiten vorliegen. Die Unterrichtszeit der jugendlichen Arbeiter wird nicht auf die Arbeitszeit angerechnet. Arbeitszeit und Unterrichtszeit zusammen dürfen 54 Stunden wöchentlich nicht überschreiten. Das nähere Verhältnis zwischen beiden soll von den Bezirkewirtschafts⸗ räten, bezw. vorläufig von den höheren Verwaltungsbehörden geregelt werden. Für die Aussicht gelten die Vorschriften der Gewerbeord⸗ nung. Die Aͤrbeitgeber im Ausschuß lebnten die gesetzliche Festlegung des eree Arbeitstages abweichend von ihrer bis⸗ herigen Stellungnahme ab. Sie besürchten eine Schädigung der Wirt⸗ schaft und halten das Wafhingtoner Uebereinkommen nicht für dazu geeignet, die Grundlage des Arbeitszeitgesetzes zu bilden, da England bereits die Ratifizierung abgelehnt habe und somit eine all⸗ gemeine Regelung nicht erfolgen werde. Deutschland würde mit der Annahme der Grundfätze des Uebereinkomméens von Washington seine
eber betrachteten es als ihre .
A“ und ein Gesetz zu schaffen, das den deutschen schaftsbedingungen entspricht. Dieses Gesetz müsse ein reines Arbeitszeit gesetz sein und dürfe deshalb nicht mit Materien verknüpft werden, die in die Gewerbeordnung gehören. Im einzelnen müßten die Arbeitgeber sich gegen die Nichtberücksichtigung der Doppelschichten wenden. Die Wirtschaft sei darauf angewiesen, die Produktionz⸗ mittel soviel als möglich auszunutzen. Ausnahmen müßten unhe⸗ dingt zugelassen werden. Die Einführung des Achtstundentags hänge wesentlich davon ab, wie weit diese Ausnahmebestimmungen die Notwendigkeiten der deutschen Wirtschaft berücksichtigten. Di⸗ Arbeitnehmer stimmten mit den Arbeitgebern in der N⸗ sicht überein, daß auf die wirtschaftlichen Notwendigkeite weitgehend Rücksicht genommen werden müsse. Sie könnten aber eine Schädigung der Wirtschaft durch den Achtstundentag nicht zugestehen. Was den vorliegenden Entwurf betreffe, so befriedige e sie ebensowenig wie die Arbeitgeber. Er entspreche einmal nicht dem Uebereinkommen von Washington und enthalte zum andern zu viel durchlöchernde Ausnahmebestimmungen. Außerdem beziehe er sich nur auf die Arbeiter und nicht auch auf die Angestellten, obwohl der Aus⸗ schuß seinerzeit einen dahin gehenden Wunsch an die Regierung ge⸗ richtet hatte. Es müsse entschieden ein einheitliches Gesetz ge⸗ schaffen werden, unter das auch die Landwirtschaft und die landwirtschaftlich⸗gewerblichen Nebenbetriebe fallen muüßten Die nicht zu umgehenden Sonderbestimmungen könnten in dieset Gesetz hineingearbeitet werden. Die Fehsb ng der Arbeitszeit der Jugendlichen auf wöchentlich 54 Stunden des Fortbildungsschulunter⸗ richts wegen könne nicht gebilligt werden. Der Unterricht sei eine Ergänzung der Lehre und müsse deshalb in die Arbeitszeit fallen In dem Entwurf müsse auch die Sonntagsruhe berücksichtigt werden, Von Regierungsseite wurde die Zugrundelegung des Washingtoner Uebereinkommens mit den Bestimmungen des Friedens⸗ vertrags gerechtfertigt. Die gemeinsame Regelung der Arkeitz, zeit der Arbeiter und Angestellten sei aus technischen Gruünden nicht für zweckmäßig gehalten worden. Es würde aber baldigst ein Gesetzentwurf für die Angestellten vorgelegt werden. In der allgemeinen Aussprache wurde noch auf die besonderen Be⸗ dürfnisse des Handwerks hingewiesen, das nicht gegen den Grundsatz des Achtstundentages sei, aber die Berücksichtigung der Eigenart seiner Produktionsverhältnisse fordere und entschieden der Schablonisierung widerstrebe. — Der Gesetzentwurf wurde einem neunköpfigen Arbeitsausschuß überwiesen. Die Regierung soll nach dem Wunsche des sozialpolitischen Ausschusses die Vorlegung des Entwurfs eines Gesetzes, betreffend Regelung der Arbeitszet der Angestellten, so beschleunigen, daß der Arbeitsausschuß es bei der Beratung obigen Entwurfs verwenden kann.
jhre Aufgabe, der Zerstörung der Wirischaf Wirt⸗
Der Hauptausschuß des preußischen Landtagz beriet über Provinz “ ulkollegien und Prüfung:⸗ ämter. Der Berichterstatter Abg. Holtz (UI. Soz.) trat für Ver⸗ einheitlichung der Verwaltung und für Beseitigung des Dualismu von Provinzialschulkollegien und Regierung ein. Die Aufsichtsinsten für Volks⸗ und höhere Schulen müsse einheitlich sein. De Oberschulräte seien überlastet. Mittelschullehrer⸗, Rektorprüfung und zweite Lehrerprüfung seien zu beseitigen, da dann eine Degradierung der Bildung der Volksschullehrer liege Der Berichterstatter forderte schleunige Bestätigung der in da Berliner Bezirken gewählten Direktoren und die Uebertragung der Aufsicht über staatliche Schulen in Berlin an den Oberstadtschulre Paulsen. Der Minister für Wissenschaft, Kunst und Volksbildung
gemacht würden für die Aufgaben der Erziehung. Ein enges Ja⸗ sammenarbeiten der Provinzialschulkollegien und der Regierung wüncch⸗ auch er; man dürfe aber der allgemeinen Verwaltungsreform nict vorgreifen. Abg. Hänisch (Spoz.) hielt die Vereinheitlichung schen vor der Verwaltungsreform für nötig. Er habe seinerzeit al Minister einen Gesetzentwurf zur Reform des Berliner Provinzialschulkollegiums der Landesversammlung vorgelegt, der aber am Widerspruch der Rechten gescheitert sei. Der Raner befürwortete die Abschaffung der Mittelschullehrerprüfung. Zu de Frage, ob Schüler zum Fest des Jungdeutschland⸗Bundes von Ministerium tatsächlich beurlaubt worden seien, erklärte ein Re⸗ gierungsvertreter, daß der Erlaß in den Tagen des Inte⸗ regnums des Kultusministeriums herausgegangen sei nach sorgfälliger Orientierung an maßgebender Stelle. Ministerialdirektor Jahnke bemerkte, daß der Entwurf eines Gesetzes zur Reform des Berliner Provinzialschulkollegiums den Staatsrat bereits passe habe und dem Hause vorliegen müsse. Weitere Lehrerprüfunen zu beseitigen, empfehle sich nicht, da man die Ker! nisse und Fähigkeiten der Bewerber feststellen müsse. Wildermann (Str.) sprach sich dafür aus, die Oberschulräte Befoldungsklasse XIII zu versetzen, und verlangte Gleichstellung Philologen mit den Juristen. Abg. Steffens (D. Vp) fort die Selbständigkeit der Provinzialschulkollegien und ihre Loslösumg von den Oberpräsidien. In Königsberg sei die Zahl der Oberschul⸗ räte zu vermehren. Frauen als Oberschulräte seien erwünscht, sonet sie tüchtig und erfahren seien. Abg. Oelze (D. Nat.) verlangte man solle nach Möglichkeit auch Piinisterialräte zu Leitern der Provinzialschulkollegien machen. Dem Provinzialschulkollegiun müsse die Möglichkeit zu schöpferischer Tätigkeit geboten werden Vor der Abschaffung der Prüfungen sei zu warnen. Abg⸗ Gott⸗ schalk (Dem.) forderte die einheitliche Staalsschule und damit anc die einheitliche Verwaltung. Statt der Bezeichnung „Oberschulrat empfahl der Redner den Titel „Landesschulrat“. Auf die zwelt Lehrerprüfung sei weniger Wert zu legen als darauf, daß erheblihe Mittel für Vertiefung der Bildung der jungen Volkslehrer flüssg gemacht werden. Der Minister Dr. Bölitz bemerkte, der Crlch der die Unterstellung staatlicher Berliner Schulen unter Paulsen ner⸗ füge, sei bereits aus dem Ministerium herausgegangen. Wenn man für den 9. November eine Beurlaubung der Schüler gestattet häle so müßte das Konsequenzen auch nach anderen Seiten haben.
Handel und Gewerbe. Heute fand kein Börsenverkehr statt.
Telegravhische Auszahlung.
19. November 18. November Gzeld Brief Geld. Bri⸗ 9815,15 9834,85 9325,65 92443
9050 9070 87,60 878 1938,05 1941,95 1878,10 18819 3996.— 4004. — 38846,15 38738 5054,900 5065,10 4955,— 4900,
6403,55 6416,45 6233 75 (246 1 559,40 560,60 539,45 80 1156,30 1158 70 1121,35 II2ih 111385 1116 15 1068,90 1071 1· 277,72 278,28 269,48 210,0 SPSe . 20,3,95 2008,05 1968,— 1972 Wien (altes) — —
abgestemp. Prag.. Budapest Bulgarien. Konstantinopel
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Amsterdam⸗Rotterdam Buenos Aires (Papier⸗ ““ Brüssel und Antwerpen C“ Fepenbeaeer. Stockholm und Gothen⸗ burh 1 Kelsingfors. 18 Italien London. New York
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Konkurrenzfäͤhigkeit auf dem Wellmarit in Frage stellen. Die Arbeit⸗
Dr. Bölitz versprach, dafür zu sorgen, daß die Oberschulräte sm
der Reichskohlenverband
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Dritte Beilage
Berlin, Sonnabend, den 19. November
Nr. 271.
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zeiger und Preußischen Staatsanzeige
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Handel und Gewerbe. (Fortsetzung aus der Zweiten Beilage
xRach der Wochenübersicht 15. November 1921 betrugen (in § die Aktiva:
- der Reichsbank vom Klammer +† und — im Vergleich mit
1919 ℳ 1 112 271 000 1ö1“
ℳ ℳ 18s 994 000 — 34 000) 993 710 000 1 091 653 000 1 091 732 999) 71 000) (— 5 000) (— 1 103 000)
5 233 273 000 20 812 620 000 (+ 673 045 000) 652 549 000)
6 947 000 2167 000 (+. 2 217 000) ( 547 000) 11322 994000 % 1 (+ 568 787 000) 152 s 944 00
.103 725 700 000 % *2779871000) (+ 8386097000)
52 635 000 (+ 1 876 000) 261 682 000 (— 12 839 000 6 605 774 000 (+ 42 497 000)
009 230 000
Metallbestand). 1 (+ 340 000)
1n. 1
darunter Gold. (+ Feichs⸗ u. Darlehns⸗ tassenscheine..
Noten and. Banken Pechsel u. Schecks
diskontierte Reichs⸗ schatzanweisungen
9 468 528 000 (*+ 9 901 000) 1t 2991 009 X 1 239 000)
34 068 476 000 (+. ê1803570000)
13 675 000
+ 4556 000) 229 270 000 (+ 2 299 000) 10 826 995 000 (s—357 884 000)
Lombardforderungen 8 590 000 (+ 1026 000)
131 879 000 (—. 1 481 000) 1 956 833 000 (— 10 663 000)
180 000 000 (unverändert) 99 496 000 (unverändert) 31 123 484 000
sonstige Mtiven...
die Passiva: Erundkapital.. 180 000 000 (unverändert) 121 413 000 (unverändert) .95 186 123 000 (+ 2576128000,
180 000 000 (unverändert)
104 258 000 (unverändert) 63 104 938 000
495 175 000)
Reserwwefonds. umlaufende Noten
sonstige tägl. fällige Verbindlichkeiten: 8) Reichs⸗ u. Staats⸗ guthaben..
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6 268 274 000 e „ (.3069525000],16, 995,894009 14 600 845 000, †+3405 ) (+ 3939226000) 1 862 580 000 5 455 115 000 3 692 565 000 (+ 77 141 000, +¼ 171 772 000 (— 192 942 000)
*) Bestand an kursfähigem deutschen Gelde und an Gold in Parren dder ausländischen Münzen, das Kilogran m fein zu 2784 ℳ berech net.
11 655 316 000 (+ 1947514000)
b) Privatguthaben. senstige Passiva.
1. Dezember, 1. Dezember,
— Auf Grund der Lohnvereinbarungen, die am 9. d. M. im Reichsrbeitsministerium zwischen Arbeitgebern und Arbeitneh mern der deutschen Bergbaurepiere mit Wirkung ab 1. November d. J.) getroffen worden sind, beschloß laut “ des „W. T. B.“ gestern — n gemeinsamer Sitzung mit de goßen Ausschuß des Reichskohlenrats folgende durch ses 6 t tliche Preiserhöhungen (ohne Stener): Ruhrreviirirr 132,— ℳ je t ab 1. Dezember, Niedersachsen... —. 145,— ℳ je t ab 1. Dezember, Schken.. . . . 135,30 ℳ je t ab 1. Dezember, Niederschlesien .. „ 128,30 ℳ j ab 20. November Rheinische Braunkohle: b Fö909-kZbe. ve“ 8EEE16. Mitteldeutsche und ostelbische 8 Braunkohle: b Briketts. ue . .80,— ℳ je t ab 21. November, Rohkohle 24.— ℳ je t ab 21. November. Lierbei mußte — unter Zustimmung der Reichsregierung — dem Einfluß der rapiden Geldentwertung der letzten Zeit in gleicher Weise wie bei den Löhnen auch bei den sonstigen Selbstkosten der Kohlen⸗ gewinnung, insbesondere den Materialien — die nachgewiesener⸗ maßen 40 vH und mehr der Gesamtkosten, also 67 vH und mehr dr Lohnkosten je Tonne Kohle betragen —, durch einen Zuschlag von 80 v9 auf die reinen Lohnmehrkosten Rechnung getragen werden. Die Beschlußfassung erfolgte nahezu einstimmig. — — Die Kohlenförderung des Ruhrbeckene (ein⸗ slieflich der linksrheinischen Zechen) hat, laut Meldung des „W. T. B.“, in Monat Oktober 1921 betragen: He eni. 8 Zahl 148 örderung Arbeitstage . Okioher 192221 9047 358 t 238 8 September 1921 7 853 871 t 26 Februar 1921 8 174 606 t 24 — Oktober 1913.2 9 895 090 t 27 366 48 „ Die arbeitstäglicke Förderung ist mithin von 302 072 t im September auf 309 514 t im Oktober gestiegen. Die Minder⸗ fererung beträgt im Vergleich zum Kebruar (dem letzten Ueber⸗ schicktenmorat) rund 31 100 t und im Vergleich zum Ottober 1913 nnd 57 000 t. Im rheinisch⸗westsälischen Steinkohlenbergbau waren 8n Oktober 551 730 Arbeiter beschäftigt gegen 550 502 Ende spiember 1921 und 519,685 Ende Oktober 1920. Seit Oktober . hat sich die Belegschaft um etwa 130 000 Mann vermehrt. die Lagerbestände sind von 359 104 t Ende September auf 634 634 t inde Oktober gestiegen. 2 Jendn Die Berliner Elektrizitätswerke weisen laut meldung des „W. T. B.“ für das Geschäftejahr 1920/2] einen keingewinn von 13 809 123 ℳ gegen 5 788 987 ℳ im Vorjahre aus und hringen 18 vH gegen 10 vH auf die Stammaktien in Vorschlag.
85 Generalversammiung wurde auf den 21. Dezember anberaumt. ie Gesellschaft hat gemeinschaftlich mit der A. C. G. die Mehrheit 9 Aftien der Mix & Genest⸗Gesellschaft erworben, deren Tätig⸗ int auf dem Gehiete der Schwachstromt chnik die der A. C. G. rerwünschter Weise ergänzt. Zur Aufrechterhaltung der Liquidität Faantragt die Verwaltung die Erböhung des Grund⸗ 6 vitals um 39,4 Millionen Mark mit Gewinn⸗ nteil zum 1. Juli 1921 zum Nennwert zuzüglich Unfosten. jgepon entfällt satzungsmäßig die Hälste auf die A. C. G., während 27 Millionen Mark den Stammaktionären im Verhältnis von Fülien angeboten werden. Es wird ferner beantragt, in Anpassung G te jetzigen Zwecke die Firma in „Bank elektrischer erte“ zu ändern. fab ie Verkaufsstelle vereinigter Isolierrohr⸗ 1,Mitanten, G. m. b. H., Berlin, hat für Lieferungen ab zeaovember 1921 die zu den Preisen der Pre sliste Ausgabe 24. Ok⸗ 1921 hinzuzurechnenden Aufschläge wie folgt festgesetzt: Bleirohr Zubchör 300 % Lackrohr, Galvanorohr. Gelblackrohr und und gn 300 %, Stahlvanzerrohr und Zubehör 400 %, Messingrohr bleibe ubehör 350 %, Schwarzes Papierrohr 350 %. Tie Rabatte b unverändert, frachtfreie Werklieferung über 3000 ℳ. Die gestrige außerordentliche Generalversammlung tteldeutschen Creditbank Berlin⸗Frankfurt a. M. laut Meldung des „W. T. B.“ die Ausgabe von
(+ 48 200 000), „
Norddeutsche 96 — 100 ℳ.
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—
alten Aktien zu einer neuen von 1 eboten werden. Die restlichen 20 Millionen Mark sollen freihändi egeben werden. Die Generalversimmlung ermächtigte ferner d Vorstand, bis weitere 30 Millionen Mark neue Aktien, jedoch spätestens zum 30. Juni 1922 nicht unker 180 v H. auezu S8S. .
— Die Roheinnahmen der Canada Pacific⸗Eisen⸗ bahn betrugen laut Meldung des „W. L b8 Pg No. 2 726 000 Doll. (Abnahme gegen das Vorjahr 951 000
r). 2 „Frankfurt a. M., 18. November. (W. T. B.) In der nächsten Woche finden Börsenversammlungen nur am Montag, den 21., und Donnerstag, den 24. November, statt. Devisen und Noten werden wie bisher notiert.
Wien, 19. November. (W. T. B.) Nach der Uebersich der Deßterreichtfchengarishen Bank vom e⸗ 2 vember 1921 betrugen (in Klammern Zunahme und Abnahme im Vergleich mit dem Stande vom 31. Oktober 1921) (in 1000 Kronen): die Anlagen Metallschatz: Goldmünzen der Kronen⸗ währung, dann Gold in Barren, in ausländischen und Handels⸗ münzen, das Kilo fein zu 3278 Kronen gerechnet, 74, Goldwechsel auf auswärtige Plätze und ausländische Noten (Pfd. Sterl., Franken und Mark,, eingestellt zur Münzparität nach Artikel 84 der Statuten. 6255, Silberkurant⸗ und Teilmünzen 4, zu⸗ sammen 6335 (Zun. 950), Kassenscheine der Kriegsdarlehens⸗ kasse 254 106 ( bn. 1317), Eskontierte Wechsel, Warrants und Effekten 6 186 748 (Zun. 161 069), Darlehen gegen Hand⸗ pfand 571 813 (Zun. 43 583), Effekten 90 389 067 (Zun. 6 490 630) Oesterreichische Staatsscheine 681 (Abn. 95), Oesterreichische Devisenzentrale —,— (Abn. —,—), Oesterreichisch⸗Ungarische Bank „Liquidationsmasse“, Uebertrag vom Jahre 1920 7 720 999 (Zun. 5), andere Anlagen 3 523 715 (Abn. 368 630). Ver⸗ pflichtungen. Banknotenumlauf 95 162 098 (Zun. 4 257 700), Giroguthaben und sonstige sofort fällige Verbindlichkeiten 6 834 983 214). C1“ 887 „Ungarischen Bank „Liquik masse 54 843 (Abn. 2 onstige Verpflicht
5601 542 (Zun. 1 866 761) I1I11“
——
Die
8 Elektrolytkupternotierung der Vereinigun 1 EEö“ stellte sich laut Berliner Mreldung es „W. T. B.“ am 18. November auf 7934 ℳ 7. No
d”f 7885 1) für 100 1 2 76 (am 17. November
—.—
der Preisberichtsstelle des Deutschen Landwirt⸗ schaftsrats vom 12. bis 18. November 1921.
In der verflossenen Woche brachten die ersten Tage der Berichts⸗ woche wieder zeitweise sehr feste Tendenz im Getreidegeschäft, und die Preise gingen erneut in die Höhe. Dann trat eine allmähliche Aende⸗ rung der Lage ein, die sich besonders scharf erst zum Schlusse der
Die Waggongestellung ist, seitdem die
Woche zur Geltung brachte.
Expedition der Kartofeln wegen des Frostes eingestellt werden mußte, wesentlich besser geworden und die Zufuhren und Ablieferungen früherer zu billigeren Preisen eingekaufter Getreidemengen haben sich ganz erheblich im Lande gemehrt. Hierzu kam die Tatsache, daß der Aus⸗
drusch ouch wieder neue ersthändige Offerten in größerem Umfange
war. Ernstere Anregungen von den Devisen vor. Wohl waren deren Schwankungen wieder recht erheblich, aber gerade durch die Unstetigkeit der Preise für ausländische Zahlmittel fehlte es an Neigung, neue Unternehmungen einzuleiten. So
einen nicht un⸗
die Nachfrage und die Preise zeigen wieder Am flauesten war dabei die Geschäftslage
erheblichen Abschlag. für Weizen. Hand sehr beträchtlich, und es fällt hierbei besonders Gewicht, daß der Weizen in seinem vollen Umfange den Verkauf am offenen Markt sucht. Soweit Erzeuger biervon eigentlich zur Umlage abzuliesern hätten, tauschen sie den
schnittlich feste Haltung etwas länger als beim Weizen aufrecht⸗ erhalten, weil hierbei fortdauernd viel Material zum Umtausch für die Umlage aus dem Markt genommen wurde. Zum Teil war dies auch noch die letzten Wochentage der Fall doch kam schließlich sobiel Material zum Angebot, daß der Artikel in direkt flauer Haltung schloß. Für Gerste ist die Kauflust vorsichtiger geworden, immerhin
getreides behauptet.
Getreidenotierungen in Mark für die Tonne (Welt⸗ marktpreise, umgerecknet zu dem jeweiligen Wechselkurse); die Zahlen in Klammern geben in Mark das Steigen (+) bezw. Sinken (—) der Preise im Vergleich mit der Vorwoche an:
Berlin, 17. November. Weizen, märkischer 7760 — 7920, mecklenburgischer 7800 — 8000, Roggen, märkischer 5940 — 6040, pommerscher 5940 —6040, Sommergerste 7600 — 7900, Hafer, märkischer 5960 — 6040, pommerscher 5940 — 6040, Mais, La plata November⸗Januar⸗Lieferung 6600.
Hamburg, 17. November. Weizen prompt 7800 — 8000, Dezemrer⸗Lieferung 7900 — 8100, Roggen prompt 6100 — 6300, Dezember⸗Lieferung 6200 — 6400, Hafer prompt 6100 — 6300, Dezember⸗Lieferung 6200 — 6500, Wintergerste 8500 — 8700, Sommergerste 8700— 8900, Tunis und Marokko 7400 — 7700, Mais, La Plata loko 6400 — 6600, Dezember⸗Januar⸗Lieferung 6500 — 6700. „Königsberg i. Pr., 15. November. Weizen bunt 7000 bis 7100, Roggen 5480, Gerste 6800, Hafer 5400 — 5500.
Wintergerste 6000, Sommergerste 7000, Hafer 5400. 8. S.S9d 8 14. g- 8 en 7660 — 7760, Roggen
— 5800, Sommergerste (sächsische) 7200 — 7500. afer 5700 — 5800, Mais 5800 — 6000. 8
Mannheim, 14. November. Weizen 8000, Roggen 6600 — 6700, Gerste 7750-8000, Hasfer 5900 600b0]. *
Chicago, 15. November. Weizen Dezember⸗Lieferung 9945 (+ 345), Mai⸗Lieferung 10 243 (+ 175) Mais Dezember⸗ Lieferung 4785 (+ 233), Mai⸗Lieferung 5335 (*† 139).
Kartoffelpreise der Notierungskommissionen des Deutschen Landwirtschaftsrats. Erzeugerpreise für Speisekartoffeln in Mark je Zentner ab Verladestation:
weiße rote gelbfleisch. 1 8b8 Kartoffeln Berlin, 18. Novembef: 83 —87 83 —87 Han . 17. November: 94 — 100 88 — 95 96 —104 EE“; 8 18, Feepet; Köln a. Rh., 16. November: Norddeuts gelbfleisch. 110—112, weiße und rote 105 ℳ.
d. Butterverstzigerungen:
illionen Mark neuer Aktien. Hiervon sollen Uionen Mank den alten Aktionären im Verhältnis von 3000 ℳ
ℳ zu 180 vH zum Bezuge an⸗
Wochenbericht 8
an den Markt führt, so daß die frühere Knappheit vorläufig beseitigt lagen diesmal nicht
gewann dann zuletzt das Angebot merkliches Uebergewicht über
Die Vorräte von dieser Getreideart sind in erster ing
Weizen gegen den Ankauf von Roggen ein, um letzteren abzuliefern. Für Roggen hat sich eine durch⸗
haben sich die Preise der Sommergerste etwas besser als die des Brot⸗
1
Washington
Berlin, 15. November. Zugeföhrt und versteigert wurden 245 Faß.
Höchster Preis 4270 ℳ, niedrmgsser Preis 3500 ℳ. Die erzielten
Preise betragen für Ostpreußen 3660 — 4110 ℳ, Westpreußen 3660 bis 3980 ℳ, Pommern 4020 — 4110 ℳ, Mecklenburg 4020 — 4110, T“ 8 Nees 3500 — 4260 ℳ, Dhdeehueg 3800 — 4270 ℳ, Schleswig⸗Holstein 4260 ℳ, S 3900 — 4080 ℳ abfallende Ware 3040—3878 . 111“ Hamburg, 17. November. Versteigert wurden: I. Qual. 318 Faß 2 82 3, 83 1 3 “ 1 „Erul 4. — . 29 Fa zu 4156 ℳ im Durchschnitt, höchster Preis 4165 ℳ, niedrigster Preis 4100 ℳ. II. Qual. 3 Faß zu 4060 ℳ im Durchschnitt. Bremen, 15. November. Versteigert wurden 102 Faß, Hannove 1. 6 — er 3970 — 4300 ℳ, Oldenburg 4180 — 4280 ℳ, Ostfriesland 4220 ℳ, Mecklenburg und Westfalen 4200 ℳ abfallende Ware 2250 — 3000 ℳ Nachfrage lebhaft, Angebot ungenügend.
Wagengestellung für Kohle, Koks und Briketts am 17. November 1921.
——
3 Ruhrrevier Oberschlesisches Revier Anzahl der
21 830 858
20 458
WDiel
“ Nicht gestellt.. Beladen zurück⸗
geliesert. .„.
Berichte von auswärtigen Wertpapiermärkien.
Köln. 18. November. (W. T. B.) (Amtliche Devifenkurse Holland 9790,20 G. 9809,80 B. Frankreich 2002 8889 Füercans. Belgien 1928,05 G., 1931,95 B. Amerika 277,72 G. 278,28 B. England 1111.85 G. 1114,15 B. Schweiz 5234,75 G., 5245,25 B. Italien 1148,85 G., 1151,15 B., Dänemark 5194,80 G. 5205,20 B. Norwegen 4020,95 G. 4029,05 B., Schweden 6493 50 G. 119 50 B. Spaftten 32796,20 G., 3803 80 B., Prag 294,70 G., ” Budapest 28,22 G., 28,28 B., Wien (neue] 8,98 G.,
Danzig, 18. November. (W. T. B.) Noten: Amerikani zahlungen: Warschau 8,18 ½ G., 8,21 ½ B., Posen 8,08 ½ G., 8,11 2 B.,
Ven ehen 18
Wien, 18. November. (W. T. B.) Trotz der klei Fr holung der Kronendevise in Zürsch eröffnete eis B r Feßr Stimmung. Unter dem Einfluß großer ausländischer Kaufaufträge und erneuter Gerüchte über eine Notenabstempelung kam es zu stürmischen Aufwärtsbewegungen, besonders für Alpine Montanaktien. Auch für Bankaktien herrschte reastes Interesse. Am Effektenmarkt bielt die feste Tendenz bis zum Schlluß an, während Valuten später⸗ hin eine leichte Abschwächung erfuhren. Nur polnische Zahlungs⸗ mittel gingen in die Höhe. Am Anlagemarkt waren österreichische Notenrenten höher, österreichische Goldrente erreichte 1220 dagegen schwächte sich ungarische Kronenrente bis 870 ab. Kriegsanleihe
waren ungleichmäßig. Wien, 18. November. (W. T. B.) Türkische Lose 32 800, Kronenrente 111,
Mairente 111. Februarrente 114 Oesterreichische Oesterreichische Goldrente 1220, Ungarischg Goldrente —.— Ungarische Kronenrente 870. Anglobank 16 90 ijener Bankverein 6760 Oesterreichische Kreditanstalt 5850, ssche Kreditanstalt 13 500, Länderbank rF7 900, Oesterreichisch⸗Ungarische Bank 15 200, Wiener Unionbank⸗6230, Olved Triestina —,—, Staatsbahn 26 000, Süd⸗ bahn 8700, Südbahnprioritäten 9230, Siemens u. Halsfe 8400. Alvine Montan 40 500, Poldibütte 27 000, Prager Eisen 78 000, Rima Murany 22 900, Skoda⸗Werke 34 000, Brüxer Kohlen 21 000, Salgo⸗Koblen 42 800, Daimler Motoren 3840, Beitscher Magnesit —,—, Waffenfabrik 6300*), Galizia⸗Petroleum 28 500. — *) exklusive. Wien, 18. November. (W. T. B.) Notterungen der Devisen⸗ zentrale: Amsterdam 20,6,45 G., Bexlin 2247 G., Kovenhagen 109,97 ½ G., London 23,59 G., Paris 42,58 G., Zürich 110,47 ½ G Marfnoten —,— G., Lirenoten 24,16 (G. Jugoslawische Roten 7880 G., Tschecho⸗Slowakische Noten 6197 G, Polnische Noten 197 ½ G. Prag 18. November. W. T. B.) Notrerungen der Devisen⸗ zentrale: Berlin 35,60 G., Marknoten 35,60 G., Wien 1,30 G. Pelnische Rolen 239 G, “ London, 18. November (W.T. B.) Devisenkurse. Paris 55,30 ¼ Belgien 57,15, Schweiz 21,28, Holland 11,36 ½ Nler Per⸗ 29008. Spanien 29,00 ½. Italien 95,75 Deutschland 1100 5* London, 18. November. (W. T. B.) Silber 39,00, Silber auf
Lieferung 38 ⅞. London, 17. November. (W. T. B.) Privatdiskont 4, Kriegsanleihe 88,00, 4 %
4 % fundierte Kriegsanleihe 79,50, 5 % (W. T. B.) Devisenkurse. Deutschland
Siegesanleihe 73 ½. 5 ¼16, Amerika 1384,00, Belgien 96,87, England 55,31 ½, 8 887,Go, Sislien 87,97, Schwetz 280,79, Spanen 18028: Holand Zürich, 18. November. (W. T. B.) Devisenkurse. Berli 2,02 ¼, Wien 0,19 ½, Prag 5,65, Holland 187,00, Ner York erin London 21,22, Paris 38,65, Jtalien⸗- 22,35, Brüssel 37,30, Kopen⸗ hagen 99,50 Stockholm 123,75, Christiania 78,00, Madrid 73 00 Buenos Aires 170,00, Budapest 0,62 ½, Bukarest 345,00, Agram 192,50. „Amsterdam, 18. November. W. T. B.) Devisenkurse London 11,36 ½, Berlin 1,03½, Paris 20,52 , Schweiz 53,45, Wien 0,10 8, Kopenhagen 53,00, Stockholm 66,30, Christiania 41,10, New York 287,75, Brüssel 19,87 ½, Madrid 38,87 ½, Italien 11,90. Amsterdam, 18. November. (W. T. B.) 5 % Nieder⸗ ländische Staatsanleihe von 1915 89,75, 3 % Niederkänd. Staats⸗ anleihe 62 ⁄⁄1., 3 % Deutsche Reichsanleihe Januar⸗Juli⸗Coupon —.—, Königlich Niederländ. Petroleum 399,00, Holland⸗Amerika⸗ Linie 148,50, Atchison, Topeka & Santa Fé —,—, Rock Igland Southern Pacisie —,—, Sonuthern Railwaxy —,—, Union
1
2 2
Breslau, 17. Norember. Weizen 7300, Roggen 5800, Hö Anaconda 98,75 United States Stzel Corp. 93,50. — Sehr ruhi 5
“ 18. November. .T. B. 1 London 21,58, New York —,—, deca 29 Antwerpen 37,75, Zarsch 101,50, Amsterdam 190,25. Stockholm 126,50, Christiania 78,25, Helsingfors 14,00.
Stockholm, 18. November. (W. T. B.) Devisenkurse. London
29,75, schweiz. Plätze
98 “ 8989.
80,75, Amstyrdam .00, Kopenhagen 80,50, Christiania 62,75
bi 1aeh3. dessengfer 970.7 A1X“X“ EIhristhanta. 18. November. (W. T. B.)
London 27.65, Hamburg 2,75. Paris 49,75, New York 692.00,
Amsterdam 244,00, Zürich 130,50, Helsingfors 14,25 48,50, Stockhejm 162,00, Kopenhagen 129,00. .“
Devisenkurse
Berichte von auswärtigen Warenmärkten.
Liverpool, 17. November. (W. T. B.) Baumwolle. Umsatz 6000 Ballen, Einfuhr — Ballen, davon amerikanische Baumwolle — Ballen. Novemberlieferung 10,03, Dezemberlieferung 10 05, ö 10,10. Amerikanische 20, brasilianische Baumwo 1 Punkt böher, ägpptische 25 Punkte niedriger.
Bradford. 17. Nobember. (W. T. B.) Am Wollmarkt herrschte heute bei weniger lebhafter Nachfrage willige Tendenz.