Lesewürfel..
Staatl Werke Jauderode
Bekanntmachung über Brennstoffverkaufspreise für
Burgk ℳ
lensyndikat aus Preußischen Staatsanzeigers
berichtigend nachzutragen, daß
das Niederschlesische Steinkoh Reichsanzeigers und
Harte Stücke.
Waschwürfel I. Waschwürfel II
Waschknörpel I
Waschknörpel.
Waschnuß.. 8 Waschelahrire::: . .
Stautkoble ....ö Gumant 8
8 3,90 Gasstücke.. . 83370
613,90 35/60 600
25/35 600,—
—
0
—,.—
¹
9/25 540,— 6/8
501,20
176 436,10 209,70
60,—
607,50 327,30 50/70 603,90 35/50 584,90 25/85 584,90 15/25 550,— 6/25 512,— 8/15 474,— 08 420,—
60,—
II. Für das Kohlensyndikat des rechtsrheinischen
Bayern.
Oberbaverische Pechkohlen:
Hausham. Penzberg, Peißenberg, M
über 200 mm. ..
75 — 200 „ 50 — 75 „
25 — 50
12 — 25
6—12
0,8
0,6 W“ 111A14“*“ Steinkohle Stockheim: Schmiedekoble “ Gasförderkohle.. “ Gasförder I... u1“ Förderkohlel. uu“ FI
arienstein: 481,— ℳ
7
480˙80 481,50 481.50 475 90 462,30 452,50 395,70 371,20 395,70 299,80 .
407 30 383 10 „ 358,80 „ 334,50
310,20 „
Könia Ludwig, Vereinigte Erbendorfer Gewerkschaft:
111414“A“; ( 1 Fördersteinkov8hge
Braunkohlen:
Schmid⸗
Gustav bei Schwan⸗ gaden Dettingen dorf Schwarzen⸗
6 1 S10 Förderkohle .. 100,90 03, Sort. Förderkohle 152, 118,— 126,30
Brifettes. 1499. 316,—
Brifettfräne .. 34. 211180 168,20
Klarteichkohle Koblengrus
—.—
7
8 0 Vürfel ..„ „ ex as
—.—
Nußkohle S 1
11“ —,—
407,30 ℳ 358,80 „ 334,50 „
Großweil Passau
ℳ 121,— 147,—
III. Für den Eschweiler Bergwerksverein im Aachener Steinkohlenrevier.
Anthrazit I.⸗ Stücke. 8 IIa — 70 0% „ . IS1“ IIe — 35 % „ III“ Wfl. A— Nuß 88 „ B— „ II 5 816q Nuß — Perl. 8 Fein — 5 mm... Halbfett I1b — 50 %. . Wfl. A—- Nuß I. „ B— „ II * — 2 8 Nuß . Fein — 10 mm... Fett 1 Stücke .. „ IIb- 50 % 1 3 II0 — 35 % „ . Nuß IIII Fein 10 mm..
Hochofenkobs . „ Gießereikoks .. 28 8 Brechkoks I/II.. 4
6 b69
IV. Für die Gewerkschaft Zeche N
u6 vbeeebebbee
eeen
552,70
ℳ
485,80 „ 451 20 „
413,60 306,40 671,30 693 — 671,30 534,70 516,70 458,50 494,30 667,70 675,— 657,— 574,20 458,50 552,40 494,30 431 70 631,90 586,80 467,50
669,— 683,— 728— 656,— 252,—
im Aachener Steinkohlenrevier.
ö1“ “ Gewaschene Nußkohle. 5. 4*““ . Wrechktes. . . 315 14.“ 8 EEV8“ 2
Die in der Bekanntmachung vom 28. April 19 Nr. 91) und vom 29. September 1920 (Reichsanzeiger Nr. 222) ent⸗ haltenen allgemeinen und Sonderbestimmungen gelten auch für die vorstehend veröffentlichten Brennstoffverkaufspreise.
V. Brennstoffverkauf ab oberrheinischen Umschlag⸗
plätzen.
Unter den Bedingungen der Bekanntmachung des Reichs⸗ kohlenverbandes vom 31. Januar 1921 (Reichsanzeiger Nr. 27)
dürfen für den
1
680,50 749,10
an ½Eee 2 82 2282 2 2
8
ordstern
M
979,80 „
997,80 763,70 465,05
ab oberrheinischen Umschlagplätzen
ab 1. Dezember 1921 bis auf weiteres folgende Zuschläge je Tonne zu den ab Werk geltenden Verkaufspreisen Braunkohlenbriketts des Rheinischen Braunkohlen⸗
syndikats erhoben werden:
1. Bingen — Kostheim — Weisenau —- Mainz — Gustavs⸗
ZEE“ 1
. Mannheim— Rheinau- Worms— Ludwigshafen 1.“ 3. Frankfurt a. M.— Offenbach (einschl. Werft⸗ und
—— 4. Karlsruhe — Speyer —
Bekanntgabe der neuen Zuschläge für d
rheinisch⸗westsälischen Brennstoffen folgt.
Leopoldshafen ....... Oberrheinverkauf v
1920 ( Reichsanzeiger
Brennstoffverkauf frei Eisenbahnwagen
128,40 ℳ 132,40 „
„ 22⸗22˙227272 136,40 0 149,40 .
vom 21. November 1 der Verkaufspreis für Tonne beträgt.
Gasförderkohle abgesiebt ℳ 620,90
über Brennstoffverkaufspreise für
VNerzeichets 8 Tierärzte, die an der Tierdrotlichen zu Hannover im Sommerhalb.ahr 1921 r medicinae veterinariae promoviert —.— — — g
Der Promovierten
Vor⸗ und Zuname Geburtsort zeitiger Wohnort
er Bekanntmachung . 1 Bebanntragüsche Kohlensyndikat 1 tsanzeigers vo gen, daß der; hle westl. Revier) 596,70
Nr. 278 des Deutschen m 28. November Verkaufspreis für ℳ beträgt.
das Rheinisch älische K Reichs⸗ und Preußischen Staa 1921 ist berichtigend nach Anthrazit Nuß I (Magerko Berrlin, den 29. November 1921.
8 Aktiengesellschaft Reichskohlenverband.
ienene „Arbeiter⸗Z für den Bezirk Hessen⸗ sachlich als Fortsetzung der bis 21 verbotenen Zeitungen „
Da sich die in Leipzig ersch Organ 8 Kommunistischen P Waldeck und Südh November 19. Kurier“ und „Sächsi Druckschrift, darstellt, edehnt worden. Leipzig, den 29. November 1921.
eiamt der Stadt L Dr. Kubitz.
Der Rote sche Arbeiter⸗Zeitung“, also als die alte
so ist das Verbot auch auf diese Zeitung
Preußen.
Ministerium für Handel und Gewerbe.
Der Gewerbelehrer Regierungs⸗ und Gew die planmäßige Stelle bei den Regierungen in in Koblenz verliehen worden.
chulrat ernannt worden.
eines Regierungs⸗ und Gewerbeschulrats
Koblenz und Trier mit dem Amtssitz
Ministerium des Innernr.
Der Staatsanwaltschaftsrat Mertens in Koblenz ist zum Regierungsrat ernannt worden un überwiesen worden.
d der Regierung in Kobl
Ministerium für Landwirtschaft, Domänen
retär Weidner in Berlin
Der Justizobersek Fust Ninisterium für Landwirtschaft, Domäne
Ministerialsekretär im M und Forsten ernannt worden.
Bekanntmachung.
Auf Grund des § 8 des Ges behörden vom 3. Juni in Abänderung meiner Be (Reichs⸗ und Staatsanzeiger N landwirtschaftlichen Verwaltung Kulturämter Provinzen Bran
etzes über Landeskultur⸗ 1919 (Gesetzsamml. S. 101) Bekanntmachung vom 1. Oktober 1919 r. 224, Ministerialblatt der S. 303) die Bezirke der es Landeskulturamts für die denburg und Pommern in Frankfurt a. O. in folgender Weise geändert: 1. das Kulturamt Belgard, zurzeit in Kolberg, wird aufgehoben. Die den Geschäftsbezirk des bisherigen Kulturamts Pelgard bildenden Kreise ; und Schivelbein werden dem Kultur⸗ t Köslin zugewiesen. 88 gs “ treten am 1. Januar 1922 in Kraft. II. Das bisher von Stettin aus verwaltete Kulturamt Stargard ist am 1. Oktober 1921 nach Stargard in Pommern verlegt
im Bezirk
Berlin, den 19. November 1921.
Der Minister für Landwirtschaft, Domänen und Forsten. J. A.: Articus.
Ministerium für Wissenschaft und Volksbildung.
Der Professor Dr. Gerloff in Innsbruck ist zum ordent⸗ lichen Professor in der wirtschafts⸗ und sozialwissenschaftlichen Falkultät der Universität in Frankfurt a. M. ernannt worden.
„Kunst
Evangelischer Oberkirchenrat.
Der bisherige Superintendent und Oberpfarrer an der Kirche zu St. Maria⸗Magdalena in Eberswalde Karow ist zum Mitglied des Evangelischen Oberkirchenrats im Hauptamt ernannt worden.
über die Eingliederung von Pyrmont in Preußen und in die Provinz Hannover ist dem „Wolffschen Telegraphen⸗ büro“ zufolge nunmehr in Arolsen abgeschlossen worden. Für Prreh unterzeichneten der Ministerlaldirektor Meister, der
Bekanntmachung. heren Lokalinhaber Kurt Engelbhardt in Berlin⸗Wilmersdorf, Laubacher Straße 37, habe ich die Wiederaufnahme des durch Verfügung vom 18. Mai 1920 (Amtsblatt Stück 22) untersagten Handels mit Gegenständen des täglichen Bedarfs auf Grund des § 2 Abs. 2 der Bundesrats⸗ verordnung vom 23. September 1915 (NGBl. fügung vom heutigen Tage gestattet.
Berlin, den 25. November 1921. Der Polizeipräsident. Abteilung W. J. V.: Froi
Dem frü⸗
S. 603) durch Ver⸗
Bekanntmachung.
Den Kaufmann Otto Storbeck, hier, Neuendorfer Straße 33, haben wir auf Grund der Bekanntmachung des Stellver⸗ treters des Reiche kanzlers vom 23. September 1915 (RGBl. S. 603) wegen Unzuverlässigkeit vom Handel mit Gegenständen des täglichen Bedarfs ausgeschlossen. Brandenburg, den 28. November 1921.
Die Polizeiverwaltung. Delius. .
Bekanntmachung. n Frau Käthe Brandt, hier, Fa en Tage auf Grund der Ver⸗ ptember 1915, betreffend die
Der Wirti Nr. 1, ist durch Verfügung vom heu ordnung des Bundesrats vom 23. Fernhaltung unzuverlässiger Personen vom Handel, mit Wirkung 1. Dezember 1921 ab jeder Ausschank⸗ und die Ab⸗ gabe von Speisen und Getränkensowiejeder Handel mit sämtlichen Gegenständen des täglichen Be⸗ darfs wegen Unzuverlässigkeit untersagt worden⸗ Iserlohn, den 28. November 1921.
Polizeiverwaltung. Der Oberbürgermeister Ge
chschulplatz für
rtenb ach.
G re Kösteritz, Reuß Franz Albrecht Greifenhagen 28 gera Theodor Baustaedt Nelzen . ernigerode
iedrich B ildstock Stadthagen 1a6“ I stecke rücken b. Bückeburg Richard Beramann Magdeburg Magdeburg 8b Wilhelm Berkefeld Gielde Gielde Heinrich Broder⸗ Hohenbünstorf Hohenbünstorf ann Jacob Dexheimer Spiesheim Gladenbach
— wügeser Nostan ilhelm Dreyer Berlin 1 alsrode Hicgen F 1 Engelnstet Bleckenstedt aul Geldsetzer Remscheiads Remscheid Pea Henne 1 Feel Bmetsiget l Henkels Barmen 8 d m Hohlwein Limburg a. d. Lahn “ ö“ Erbsen r Geötingen Branko Jwanoff Kotenovzy (Lom Pa⸗ Lom (Bulgarien) 8 de (Bulgarien) Rostoa rmann Jaco annover Rostock Hans Jacobsen ” “ i. Westpr. Friedrsch Kramer Celle 8 eermissen Bernhard Kranefved Bottrap ottrop Max Koßmag Berlin Hage i. Lippe Alwin Kreibohm Hildesheim — Lrlnehen c Treptow Tr 88 8 Tollense . in Le Mehlauken Stockholhlm Fhrvpin Ihner Speldorft— Duisburg⸗Meiderich Karl Mänecke Wennigsen Kloster Wennigsen Wilhelm Meyer Vilsen Hannober Otto Micheel Silzen Wacken 18 Franz Middendorf Walstedde Borghorst i. Westf Louis Mäöhling Rodenberg Krefeld Ludolf Nirmeyver Groß Döhren Delmenhorst Johannes Nolting Minden, Westf. Böklung bei 8 8 1ö. aul Nolkn Veltheim eltheim Peu Nonfügch Pr. Oldendorf Pr. Oldendorf Albert Oelkers Groß Lobke Dransfeld G Paul Otto Zörbig Halle, Saale Rieke Peteis Ost Großefehn Cassel Paul fa Jastrow Viersen Hans Pötschke I11“ Lübeck Georg Reiseneder Regensburg München Friedrich Rhdewald Springe Springe, Deister Alexander Röther Wickrath Wickrath, Rhld. Georg Scheifemann Hannover Halle, Saale Friedrich Shrape Heringen Hannover Walter Seifert Ostherbede Herbede, Ruhr Walter Semmler Dresden annover Emil Sönnichsen Hover Hoyer Heinrich Stefeen Bulsten Bulsten Derk Steggewentz Rinteln a. Weser. Rinteln a. We Kurt Steinhaff Hildesheimn Algermissen Seee. Worpen⸗ Lengerich “ erg 8
b Hannover, den 46. November 1921.
Der Rektor der Tierärztlichen Hochschule. Dr. Rievel.
liches.
Der Reichsrat versammelte sich heute zu einer Voll⸗
sitzung, vorher hielt der Ausschuß für innere Verwaltung eine Sitzung ab.
8*
Der Großbritangische Botschafter Lord D'Abernon hat
Berlin verlassen. Während seiner Abwesenheit führt der Botschaftsrat Addison die Geschäfte der Botschaft. 8 8
Der Staatsvertrag zwischen Preußen und Waldeck⸗ yrmoni
eh. Finanzrat Mackensy und der Geh. Regierungsrat von
Kameke, für Waldeck⸗Pyrmont der Landesdirektor Schmeeding.
Die Verhandlungen zwischen Deutschland und der Schweiz bezüglich des deutsch⸗schweizerischen Schieds⸗ vertrags haben am Montag in Bern begonnen. Die Ver⸗ handlungen werden von deutscher Seite durch den Geheimrat Gauß, von schweizerischer Seite durch den Prosessor Max Huber
geführt.
——
Vorgestern abend sprach Reichswirtschaftsminister Schmidt
in der Sladthalle in Cassel über die deutsche Wirtschafts⸗
lage und gab dabei einen Rückblick auf die Arbeitslage der
Industrie. 8 5 b
Die Textilindustrie, so führte der Minister laut Bericht des „Wolffschen Telegraphenbüros“ aus, beschäftige nur 80 Prozent ihrer Spindeln, ebenso liege der Baumarkt darnierer. Die Eisenindustrie habe eine große Zahl von Hochöfen nicht mehr im Betrieb. In der Zement⸗ und Kalkindustrie, für die heimische Rohstoffe genügend vorhanden seien, mache sich die volle Ueberlegenheit der Konjunktur⸗ lage infolge des Kohlenmangels, der auf die Zwangslieferungen an die Entente zurückzuführen sei, nicht bemerfbar. Die deutsche chemische Industrie leide unter der ausländischen Konkurrenz, die während des Krieges stark geworden sei. Die Land⸗ wirtschaft habe sich dagegen wieder erholt Die Haupt⸗
ursache der Preissteigerung liege in der Entwertung der Mark. Die
bisherige Unterlassung der Ersassung der Sachwerte sei mit ein Grund für den Valutasturz. Der Tiesstand der Mark wirke katastrophal. Amerikanischer Weizen koste z. B. jetzt 14 000 ℳ gegen 240 ℳ vor dem Kriege. Der jetzige Inlandspreis betrage 7000 ℳ. Auch die breise für Butter und Milch seien ungerechtfertigt hoch. Abgesehen von Rußland, Polen und Oesterreich sei die Teuerung in Deutschland am größten. Sehr wichtig wäre es, wenn man den Eisenmarkt ebenso binden würde, wie die Preis⸗ gestaltung der Kohle gebunden sei. Würden die Kohlen freigegeben, o gäbe das Preisentwicklungen, die alle bisberigen in den Schatten sallen würden. Der Minister sagte zum Schluß, man solle die Ein⸗
“
5 mancher Leute in den Ententeländern nicht überschätzen, die heute
chon erklärten, daß die Reparationsforderungen undenkbar seien. Der
Vorschlag der englischen Industrie laufe letzten Endes darauf hinaus, einen Teil der deutschen Aktien in ihren Besitz zu bringen und damit g L. Ze Einfluß auf die Führung der deutschen Industrie zu erha 1 “
1 32 . . 8
Bayern. Die Internationale Donaukommission begann
vorgestern die Beratung des Projekts der Benutzung der
Donau von Regensburg bis Die Kommission beschloß, ihre Zustimmung zur Aus ührung des Projekts unter dem Vorbehalt der Annahme gewisser Verbesserungen zu geben, die der Kommission in der heutigen Sitzung unterbreitet werden sollen. C16““
Oesterreich.
Der Nationalrat hat in der gestrigen Sitzung das Venediger Protokoll angenommen. Der Bundeskanzler Schober teilte im Nationalrat mit, daß ihm der slowakische Ministerpräsident Dr. Benesch die Mitteilung über den Durchtransport der von den Mächten zugesagten inter⸗ Ordnungstruppen aus Oberschlesien habe zukommen assen. —
Ungarn. 1
Dem „Ungarischen 1 zufolge hat Graf Bethlen die Aufgabe der Kabinettsbildung in die Hände des Reichsverwesers zurückgelegt.
— Die Christlichnationale Vereinigung hielt 888 eine Konferenz ab, auf der laut Meldung des Wolff en Telegraphenbüros“ folgende Entschließung einstimmig an⸗ genommen wurde:
Angesichts der in der Oeffentlichkeit immer wiederkehrenden Be⸗ hauptung, als wolle die Christlichnationale Vereinigung die Königs⸗ frage neuerdings aufrollen, erklärt die Partei, daß sie jede neuerliche Erörterung dieser Frage unter den gegebenen Verhältnissen verurteilt.
Weiter wurde ein! Antrag angenommen, in dem die Christlichnationale Vereinigung feststellt, daß sie die von der Partei der kleinen Landwirte für die Bildung einer Ein⸗ heitspartei aufgestellten Bedingungen nicht annehmen könne, daß sie aber die Bestrebungen des Ministerpräsidenten nach
Bildung einer Einheitspartei unterstütze.
Großbritannien und Irland.
„Der Kolonialminister Churchill ging vorgestern im weiteren Verlauf seiner Rede bei dem Festmahl der Uebersee⸗ banken auf die Reparationszahlungen ein und gab seiner großen Befriedigung Ausdruck üver das in den letzten Monaten zu beobachtende beständige Fortschreiten der Staatsmänner aller Länder in der Richtung auf einen gesunden Verstand in finanziellen Dingen. Der Minister sagte dem „Wolffschen Telegraphenbüro“ zufolge:
All das unsinnige Gerede, das allzu reichlich ausgeschäumt worden sei, und zwar nicht nur von Politikern in ihren Wahl⸗ predigten, sondern von „ernsten“ Finanzleuten und erlauchten Mit⸗ gliedern des Richterstandes über die Eintreibung von zwölf oder vielleicht auch 20 Millionen (2) Pfund Sterling von Deutschland sei abgedämpft worden auf eine viel praktischere Veranschlagung. Es sei erstaunlich, daß die elementare Tatsache, daß der Handels⸗ austausch und die Zahlungen von einem Land in das andere in großem Umfange nur in Form von Waren oder Arbeits⸗ leistuggen ausgeführt werden könnten, von neuem von den „erleuchteten“ Sachverständigen in den verschiedenen Ländern anerkannt werde. Manche Leute bildeten sich ernstlich ein, daß ein Staat von 60—70 Millionen einem anderen Staat, der sich in einer anderen geographischen Lage befinde, zwölf Millionen (7) Pfund Sterling zahlen könne. Dies sei unmöglich. Die vorhandenen Eisenbahnzüge und Schiffe wären nicht in der Lage, im Laufe eines ganzen Jahres die Waren zu befördern, die notwendig sein würden zur Bezahlung der Zinsen für eine solche Summe. „Wie können wir da“, so bemerkt Churchill, „unseren Wechselkursmechanismus tadeln, daß er mit diesem Wahn nicht Schritt halten kann! Der Mechanismus des Wertumsatzes ist brutal unterbrochen.“
Frankreich. Die Botschafterkonferenz wird sich morgen mit einer Note der englischen Regierung beschäftigen, in der von der Beschränkung der militärischen Kontrolle in Deutschland die
Rede ist.
— Die Reparationskommission hat kürzlich den Protokollvorschlag für die Lieferungen von Teer und daraus hergestellten Erzeugnissen, die von Deutsch⸗
(land an Frankreich auszuführen sind, der Agentur Havas
zufolge gebilligt. Portugal. Die Lage in Portugal ist nach der „Times“ sehr ernst geworden: die bolschewistischen Wühlereien verbreiten sich über das ganze Land. Die Konservativen und die gemäßiaten Parteien erklären, sie seien nicht in der Lage, der extremistischen Bewegung Herr zu werden. Nach dem genannten Blatt werde die Frage einer ausländischen Intervention in Form eines andats ernstlich erwogen. Frankreich, Italien und Spanien ollen für eine Mitwirkung bei der Lösung der augenblicklichen Krise in Frage kommen.
Dänemark.
Ger neuernannte amerikanische Gesandte in Kopenhagen Dr. Prince hielt im dortigen amerikanischen Klub eine Rede, in der er bezüglich der Washingtoner Konferenz, wie „Wolffs Telegraphenbüro“ mitteilt, u. a. erklärte, essei selbstverständlich unmöglich, zu diesem Zeitpunkt vorauszusagen, in welchem Umfange die Rüstungen eingeschränkt werden können, aber die Tatsache, daß die Welt nahe daran ist, unter den Steuerlasten zusammenzubrechen, von denen der größte Teil für Bezahlung der Kriege der Vergangenheit und Zukunft bestimmt ist, sollte genügen, um die öffentliche Meinung der
ganzen Welt zu einer begeisterten Unterstützung dieses Planes
aufzurufen. Litauen. Die bisherige litauische Vertretung in der Schweiz ist in eine Gesandtschaft umgewandelt worden.
Rumänien.
„Wie die „Agentur Orient⸗Radio“ erfährt, wird die Re⸗ gierung dem Parlament den Entwurf eines Wahlgesetzes vorlegen sowie Gesetzentwürfe über das Mittelschulwesen, Arbeiterversicherung und die Ratifizierung des Friedensvertrags von Ssvres. Ferner soll das Parlament mit dem Donau⸗ statut, der Ratifizierung des Abkommens über Luftfahrt, dem Handelsvertrage mit Polen und einem Abkommen mit den allijerten Staaten, betreffend die Anerkennung der Vereinigung Bessarabiens mit Rumänien, befaßt werden. 86
98 Präsidenten der Deputiertenkammer wurde Duiliu
Zamfiresco, zum Präsidenten des Senats General Coanda wiedergewählt.
Nach einer Meldung der Havasagentur ist Nureddin Pascha vorgestern mit den nationalistischen Truppen und Verwaltungsbeamten in Adana eingezogen. Nachdem die 2 1 Flenglichee e v „ hatten, ver⸗
eßen die französischen Truppen unter Ehrenbe
der türkischen Truppen die Stadt. 1 B.
— Der Kommissar für auswärtige Angelegenheit t der Nationalversammlung einen e den die Machtbefugnisse der Nationalver ammlung ausschließlich gesetzgeberischen Charakter erhalten sollen.
Amerika.
Einer Reutermeldung zufolge ist der Präsident Hardin der Ansicht, daß nach 2. Regelung der Hashang schwebenden Fragen ein ernstlicher Versuch unternommen werden wird, um ein Abkommen über Finanzfragen zu erzielen. Die Erörterung dieses Planes rücke den Vorschlag in den Vordergrund, daß sämtliche Fragen der Weltfinanz, insbesondere der Kriegsschulden und der Wiederherstellung der bankerotten Länder auf einer künftigen Konferenz erörtert werden sollen.
— Die Kommission für den Fernen Osten hat gestern die Prüfung der chinesischen Forderungen, be⸗ treffend die ausländischen Truppen, die Polizei und die tele⸗ graphischen und funkentelegraphischen Einrichtungen, fort⸗ gesetzt. Nach der Havasagentur habe die Kommission einen Beschluß über die Exterritorialitätsrechte in China ratifiziert. Dieser Beschluß sehe außerdem Bildung eines Untersuchungsausschusses vor, der aus einem Mitglied für jede vertretene Macht gesammengesetzt sein und sich an Ort und Stelle davon überzeugen fonle welche Nach⸗ wirkungen die Beseitigung der genannten Vorrechte haben werde. Er solle seinen Bericht in einem Jahr vorlegen. Der Ausschuß habe ferner eine Formel angenommen, die es China ermögliche, dem Beschluß beizutreten. Die gleiche Möglichkeit werde auch den nicht auf der Konferenz vertretenen Mächten geboten werden, die durch Vertrag die gleichen Exterritorialitäts⸗ rechte genießen.
— Nach einer e; haben die und die Hinezzich⸗ Delegation die Vermittlung von Balfour und Hughes für die Regelung der Schantung⸗ und der Nlar eseage angenommen.
“ Parlamentarische Nachrichten.
Im Reichstagsausschuß für Steuerfragen, der die Vorberatung des Entwurfs eines Vermögens⸗ teuergesetzes ortsetzte, erstattete, wie das Nachrichtenbüro des Vereins deutscher Zeitungsverleger berichtet, Abg. Dr. Fischer⸗ Köln (Dem.) ein Referat über die des Unter⸗ ausschusses, die bezweckten, den Tarif der bermögenssteuer der Geldentwertung bezw. der jeweilgen Geldwertveränderung (Kaufkraft des Geldes) anzupassen. Erstrebenswert erscheine eine automatische Anpassung des Tarifs an die Aenderung der Kaufkraft des Geldes. Diesem Ziel diene der Vorschlag des Berichterstatters, der auf die „Friedensmark“ zurückgreift. Die Schwierigkeiten, einen gerechten Divisor für die Umrechnung von Papiermark zu Friedensmark zu finden, seien zu überwinden; . sei als Rechnungsfaktor die äußere Kaufkraft (Valuta). Man müsse vielmehr von einer Inderziffer ausgehen (Ziffern des Reichsstatistischen Amtes oder der „Frankfurter Zeitung“). Trotzdem habe der Unterausschuß den Vorschlag zurückgestellt, da man seine Wirkungen für das gesamte Wirtschaftsleben im Augenblick nicht überschauen könne. Es werde das ganze Problem der Schaffung einer stabilen Werteinheit im Gegensatz zum Zahlungsmittel oder mit anderen Worten das Probtem der Einführung einer Doppelwährung angeschnitten. Deswegen habe man sich im Unterausschuß mit Mehrheit für eine vom Abg. Dr. Helfferich formulierte Uebergangsbestimmung entschieden, die den Grundgedanken des Vorschlags von Dr. Fischer anerkennt. Der Unterausschuß beantrage, im Gesetz einen § 21 a ein⸗ zufügen: „Die Höhe des steuerfreien Vermögensbetrags und der Aufbau in der Staffelung der Steuersätze sind im Falle einer er⸗ heblichen Veränderung der Kaufkraft des Geldes dieser Veränderung anzupassen, und zwar im Wege eines im letzten Vierteljahr, aber vor dem Veranlagungszeitpunkt zu erlassenden Reichsgesetzes’. Ohne Annahme dieses Antrags würde es kaum möglich sein, heute einen Tarif festzusetzen, der für den 31. Dezember 1922 (erfte Veranlagung) noch passe. Gleichzeitig beantrage der Unterausschuß, die Regierung zu ersuchen, das angeschnittene Problem der Schaffung einer stabilen Werteinheit nicht bloß für die Steuergesetzgebung, sondern für das ganze Wirt⸗ schaftsleben, einer eingehenden Untersuchung zu unterziehen unter Benutzung ausländischen Materials und unter Hinzuziehung von Währungssachverständigen. Abg. Dr. Hertz (U. Soz.) wandte sich segen den Vorschlag des Abg. Dr. Helfferich, der nur geeignet sei nsicherheit und Unruhe in die Steuergesetze hineinzutragen. Au sei es auffallend, daß man den Entwertungsfaktur nicht bei der Ein⸗ kommensteuer in Anwendung gebracht habe, sondern erst jetzt bei der Beratung der Vermögenssteuer vorschlage. Es komme auf eine Farce hinaus, während man die Bestimmungen treffen solle, sie bereits durch eine neue Maßnahme aufzuheben. Abg. Dr. Moldenhauer (D. Vp.) hielt diesen Aus⸗ führungen entgegen, daß es eher eine Farce wäre, den Tarif bei dem schwankenden Geldwert bereits für den 31. Dezember 1922 6 Die Frage sei weniger dringlich für Steuern, bei denen ein früheres Inkrafttreten vorgesehen sei. Abg. Dr Helfferich (D. Nat.) wies die Art und Weise des Abg. Dr. Hertz (U. Soz.), die sachliche Arbeit des Unterausschusses agitatorisch zu verwerten, zurück. Das vom demokratischen Antrag aufgerollte Problem der Doppelwährung müsse nach dem Beschluß des Unterausschusses durch die Re⸗ gierung noch geklärt werden. Angesichts der unaufhaltsamen und in ihrem Weg nicht vorauszusehenden Geldentwertung könnten wir heute noch keinen gerechten Steuertarif finden, der erst am Ende des ö Jahres und in den weiteren Jahren als feststehend an⸗ gewandt werden soll. Daher sei auch sofort eine Novelle zur ent⸗ sprechenden Aenderung des Einkommensteuergesetzes und Heraufsetzung des Betrags, bis zu dem die Einfommensteuer nur 10 vH betragen soll, und ebenso des steuerfreien Existenzminimums von uns verlangt worden, da die Steuerpflichtigen die jetzigen Lasten nicht länger mehr tragen könnten. Wir dächten also ebensosehr an die Besitz⸗ wie an die Arbeiterinteressen. Der Staatssekretär Zapf führte aus: Die Frage der Aenderung des Tarifs ist auch im Unterausschuß besprochen worden. Die einheitliche Auffassung ging dort dahin, daß unter Fest⸗ halten der Steuersätze der Tarif auseinandergezogen werden müsse, um auf diese Weise insbesondere die Belastung der kleinen und mittleren Vermögen der Geldentwertung anzupassen und ein zu scharfes Steigen der Sätze zu vermeiden. Die Regierung werde die Frage unter diesem Gesichtspunkt prüfen und gegebenenfalls einen Vorschlag machen. Mit Rücksicht auf die Geldentwertung sei auch der Einkommensteuertarif im Frühjahr geändert worden.“ Und die Geldentwertung sei der Anlaß, aus dem auch jetzt aus dem Ausschuß heraus eine abermalige Tarifänderung der Einkommensteuer angeregt sei. Bei der Abstimmung wurde der Antrag des Unteraus⸗
schusses (§ 21 a) gegen die Stimmen Zentrums li sige Eere; elehnt. e. 1h der senza. „Zur Debatte stand nun § 20 ff. der Regierungsvorl stimmt, daß steuerpflichtig nur der den Betrag von Mark übersteigende Teil des abgerundeten Vermögents ist. § 21 setzt die Staffelung der Vermögenssteuer fest Danach beträgt die e. mögenssteuer jährlich für die natürlichen Personen von den ersten angefangenen oder vollen 100 000 ℳ des steuerpfll shtigen Vermögens 1 vom Tausend, für die nächsten angefangenen odesr vollen 150 000 ℳ 1%⅛ vom Tausend, für die nächsten 250 000 ℳ 2 vom Tausend für die nächsten 250 000 ℳ 2 ½ van Tausend für die nächsten 250 000 ℳ 3 vom Tausend, für die nächsten 500 000 ℳ 4 vom Tausend usw. 22. die übrigen Steuer pflichtigen beträgt die Vermögenssteuer jährlich 1 ½ vom Tausend de steuerpflichtigen Ver⸗ mögens. Ein Antrag Höllein (Komm], bemängelte die in der Regierungsvorlage vorgesehene Staffelung. Steuerpflichtig solle der volle Betrag des abgerundeten Vermögens sein. Nur bei Vermö en bis zu 350 000 ℳ sollten von den ersten 100 000 ℳ Steuern nicht erhoben werden. Entiprechend empfahl der Antrag eine höhere Tarifierung durch Durchstaffelung nach, dem absoluten Betrag Der Zuschlag zur Vermögensstengr beträgt nach § 22 der Regierungsvorlage für die natürlichen Personen von den ersten an⸗ “ vollen 100 000 ℳ des st uerpflichtigen Vermögens 100 ür die nächsten angefangenen oder vollen 150 000 ℳ 150, für die nächsten 250 000 ℳ 200, für die weitenen Beträge 300 vom Hundert der Vermögenssteuer. Für die übrigen Steuerpflichtigen beträgt der Nclas 150 vom Hundert Wermögenssteuer. Der Antrag Höllein (Komm.) sieht eine entsprechenide Erhöhung vor, wie für die Vermögenssteuer. Abg. Dr. Helfferxich D. Nat.) bedauerte die Ab⸗ lehnung des Antrags des Unterausschusses. Nunmehr könne seine Fraktion zum Regierungsvorschlag des Taris’s nicht sofort Stellung nehmen. Wir seien auf dem Wege der öste; reichischen Geldentwertung; bald würden vielleicht hunderttausend, Mark das steuerfreie Existenz⸗ minimum werden. Der Tarifentrvurf für die Vermögenssteuer sei so alt, daß die Regierung ihn nicht mehr aufrecht erhalten könne. Ferner bedaure er, daß man von der Regierung immer noch keine Uebersicht über die Landes, und Gemeindesteuerlasten erhalten habe. Man müsse voc der Entscheidung über den Tarif wissen, wie sich die verschiedenen Belastungen des Besitzes zu dem geschwächten Einkommen verhalten. Die seinerzeit beim Wehrbeitrag getroffene Schutzmaßnahme über die Relation von Vermögen und Einkommen sei jetzt weder beim gewerblichen noch beim Kapitalvermögen vorgesehen. Beim Kapitalvermögen in Gestalt von Industrie⸗ und Bankaktien sei die Rente auf 2, ja auf 1 und unter 1 vH zurückgegangen. Es müsse also im Tarif eine obere Grenze für die Relation von Einkommen⸗ und Vermögenssteuer ge⸗ schaffen werden. Sonst könnten die deutschen Aktionäre den Aktien⸗ besitz nicht dauernd halten und nicht die weitere Ueberfremdung ab⸗ wehren. Ministerialdirektor Dr. Popitz legte unter Hinweis auf die Verhältnisse in Ländern und Gemeinden dar, daß es nicht mög⸗ lich sei, die durchschnittliche Belastung mit Landes⸗ und Gemeinde⸗ steuern anzugeben, da die Verhältnisse in den einzelnen Ländern und noch mehr in den einzelnen Gemeinden ganz verschieden lägen. 8 Bernstein (Soz.) äußerte Bedenken hinsichtlich des Antrags Höllein. Gegenüber den von anderer Seite erhobenen Einwänden erklärte er, daß die Erfassung der Sachwerte nicht zur Folge haben werde, den industriellen Unternehmungen 9* Betrie bskapital zu nehmen. Abg. Dr. Moldenhauer (D. Vp.) stellte den Antrag, an die Stelle der §§ 20 bis 24 die Vorschrift zu setzen: „Die Höhe des steuerfreien Vermögensbetrages und die Staffelung der Steuer⸗ sätze werden durch besondenes Gesetz geregelt, das spätestens bis zum 1. Oktober 1922 erlassen sein muß.“ Der Tarif soll progressiv auf⸗ gebaut werden. Ein deutschnationaler Antrag wünschte außerdem besondere Vorschriften über Steuerermäßigungen. Der Staats⸗ sekretär Zapf führte dazu aus: Der Staffeltarif ist gewählt worden, um eine allmählich ansteigende Belastung möglich zu machen. Schwierigkeiten entstehen den Finanzämtern dadurch nicht, da Tabellen, die für jedes Vermögen den Steuersatz sichtbar machen, angefertigt werden. So war es z. B. auch beim Notopfer und bei der Ein⸗ kommensteuer. Würde dagegen der Staffeltarif aufgegeben werden, so müßten für die Grenzfälle besondere Vorschriften gegeben werden, denn es müßte vermieden werden, daß ein Steuerpflichtiger mit einem großen Vermögen dadurch, daß sein Vermögen eben über eine neue Steuerstufe hinausgeht, durch Erhebung des hohen Steuersatzes an Vermögen weniger bebält als derjenige mit geringerem Vermögen. Die Aufgabe des Staffeltarifs würde also den Finanzämtern die Geschäfte nicht erleichtern, sondern erschweren. Abg. Herold (Zentr.) würde einen Ausweg darin erblicken, daß die Regierung einen neuen Tarif vorlege, obwohl er keine grundsätzlichen Bedenken gegen den Antrag des Unterausschusses geltend machen wolle. Abg. Kamann (Soz.) wünschte jeden Aufschub der Beratung vermieden sehen, gab aber zu, daß es möglich sei, daß evtl. in einem Jahre beim Fortgang der Geldentwertung eine Aenderung des Tarifs vorgenommen werden müßte. Derartige Maßnahmen könnten auch durch einen Beschluß von der Regierung gefordert werden.
Nach eingehender Aussprache unter Teilnahme von Vertretern aller Parteien, und nachdem Abg. Dr. 4 scher⸗Köln auf Grund der Erörterung festgestellt hatte, daß unüberwindliche sachliche Bedenken hinsichtlich der Beschlüsse des Unterausschusses im Ausschusse nicht zu bestehen schienen, wurde zur Abstimmung geschritten. Die Anträge der Deutschen Votkspartei und der Deutschnationalen wurden ab⸗ gelehnt, ebenso der Vorschlag des Abgeordneten Herold (Zentr.), über die Tarifierung erst nach dem Vorliegen eines neuen Tarifs zu verhandeln. Durch diese Stellungnahme der Parteien wurde eine positive Entscheidung über die §§ 20 bis 24 unmoöglich. § 20 wurde angenommen, § 21, der die Tarifsätze enthält, abgelehnt. Der Vorsitzende stellte fest, daß die verschiedenen Motive der Abstimmung klargestellt seien und also auch Einmütigkeit darüber bestebe, daß die jetzt im Gesetzentwurf klaffende Lücke über die Art und Höhe der Tarifierung in der zweiten Lesung ausgefüllt werden müsse. Auf Vorschlag verschiedener Mitglieder des Ausschusses wurde schließlich der Ausweg in Aussicht genommen, die zweite Lesung der “ nach Vorlegung eines neuen Tarifs vorweg⸗ zunehmen.
„Der Ausschuß wandte sich nunmehr der Beratung der Be⸗ über Veranlagung und Erhebung zu, die im wesentlichen in der Fassung der Regierungsvorlage angenommen wurden. Zur Annahme gelangten ferner die Straf⸗, Uebergangs⸗ und Schluß⸗ vorschriften. Eine wichtige Aenderung zu § 39 wurde auf Antrag des Abg. Dr. Helfferich beschlossen. und zwar dahin, daß der weiteren Abgabe in Höhe der Hälfte des Reichsnotopfers nicht die nach dem Hypothekenbankgesetz vom 13. Juli 1899 (RGBl. Seite 375) der Staatsaufsicht unterliegenden reinen Hypotheken⸗ banken unterliegen. Die Demokraten machten hierbei ihre Zustimmung von der künftigen Gestaltung des Körperschaftssteuergesetzes abhängig. Der Ausschuß beendete hiermit die erste Lesung des Vermögenssteuer⸗ gesetzes. Angenommen wurde noch ein Antrag des Unterausschusses, der die Reicheregierung ersucht, das Problem der Schaffung einer stabilen Werteinheit nicht bloß für die Steuergesetzgebung, sondern für das gesamte Wirtschaftsleben einer eingehenden Untersuchung unter Hinzuziehung des ausländischen Materials und von Währungs⸗ sachverständigen zu unterziehen. Dieser Antrag fand einstimmige Annahme, nachdem Abg. Dr. Hertz (U. Soz.) die Meinung des Ausschusses darüber eingebolt hatte, daß im Sinne des Wirtschaft lebens auch die Lohnverhältnisse der Arbeiter in die Prüfung ein bezogen werden sollen.
— Der Reichstagsausschuß für Verbrauchs steuern behandelte gestern den Entwurf eines Kraft fahrzeugsteuergesetzes. Der Berichterstatter Abg. Schiel (D. Nat.) referierte eingehend über die Regierungsvorlage, welch die Neuregelung in Form eines Sondergesetzes außerhalb des Reichs⸗ stempelgesetzes vorgeschlagen hat, weil das Reichsstempelgesetz zur Anpassung an die neue Steuergesetzgebung ohnehin grundlegenden Aenderungen unterzogen werden muß und es sich als zweckmäßig wiesen hat, die verschiedenen darin geregelten Steuern in besonderen Gesetzen zu behandeln. Da die Beförderungssteuer bereits die Beförderungen in weitem Umfang ergreift und nunmehr auch die
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