1921 / 289 p. 4 (Deutscher Reichsanzeiger, Sat, 10 Dec 1921 18:00:01 GMT) scan diff

Vorläufige Ergebnisse des deutschen Außenhandels in den Die Werte sind in Papiermark angegeben, sie beruhen in Aus⸗ und Einfuhr auf Anmeldungen. 3. Dca die Wertanmeldung für die Einfuhr erst neu vorgeschrieben wurde, unterliegen die Ergebnisse zum Teil noch der Nachprüfun

Monaten

September und Ntober 192

g.

abschnitt

Einfuhr

Ausfuhr

September

Mengen

Oktober

Werte in 1000 September

Oktober

Mengen

September Oktober

2 1““ Werte in 1000

September Oktober

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A. B. C. D. E. F. G. H. J. K. L. 6. A. B. C. D. E.

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Erzengnisse der Land⸗ und Forstwirtschaft und andere tierische und pflanzliche Naturerzengnisse; Nahrungs⸗ und Genuß⸗ AA“

Erzeugnisse des Acker⸗, Garten⸗ und Wiesenbaues. Erzeugnisse der Forstwirtschffft Tiere und tierische Erzeugnsse

Erzeuagnisse landwirtschaftlicher Nebengewerbe 16“ Erzeugnisse der Nahrungs⸗ und Genußmittelgewerbe, abschnitten A bis D nicht inbegriffen . . . .. Mineralische und fossile Rohstoffe; Mineralöle. Erden und Steiennee— Erze, Schlacken, Aschen.. . . . ... Fohsile Brennstosfe e*“ Mineralöle und sonstige fossile Rohstoffke . Steinkohlenteer Steinkoblenteeröle und Steinkohlenteerstoffe u““ ubereitetes Wachs. feste Fettsäuren, Parafsin und ähnliche Kerzenstoffe, Lichte, Wachswaren, Seifen und andere unter Eö“ von Fetten, Oelen oder Wachs hergestellte Barten“ öd““ Chemische und pharmazentische Erzeugnisse, Farben und Farb⸗ waren. ““ . Chemische Grundstoffe, Säuren, Salze und sonstige Verbindungen chemischer Grundstoffe, anderweit nicht genant .. Farben und Farbwaren...... 1114“ 4 Firnisse Lacke, Kitte... i““ Aether. Alkobole, anderweit nicht genannt oder inbegriffen; flüchtige (ätberische) Oele, künstliche Riechstoffe, Riech⸗ und Schönheitsmittel (Parfümerien und kosmetische Mittell))ll)l . .. Künstliche Düngemittel.. 1 16 Sprenagstoffe, Schießbedarf und Zündwaren. .. Chemische und pharmazentische Erzeuanisse, anderweit nicht genannt Bearbeitete tierische und pflanzliche Spinnstoffe und Waren daraus: II1X“ zugerichtete Schmuckfedern; Fächer und v4“ 11“ Wolle und andere Tierhaare (mit Ausnahme der Pferdehaare aus der Mähne und dem Schweife)ee“

Andere pflanzliche Buchbinderzeuastoffe, Pausleinwand, wasserdichte Gewebe, Gewebe mit auf⸗

getragenen Schleif⸗ oder Poliermitteln; Linoleum und ähnliche Stoffe Watte, Filze und nicht genähte Filzwaren . 1.“ 1 Pferdehagre (aus der Mähne oder dem Schweife) und Waren daraus Kleider, Putzwaren und sonstige genähte Gegenstände aus Gespinstwaren oder Filzen, anderweit nicht enanntn . . Künstliche Blumen aus Gespinstwaren, Regen⸗ und Sonnenschirme, Schuhe aus Gesvinstwaren oder Filze. . . . . .. Menschenaare und Waren daraus, zugerichtete Schmuckfedern, Fächer uhd Hüte ee“ . 11116“ Abfälle von Gespinstwaren und dergleichen 111“ Leder und Lederwaren, Kürschnerwaren, Waren aus D ebdeee 14*““ vdenren— 8 Kürschnerwaren Waren aus Därmen.. 4

““

. 9 6 6655 56 655 6.6655

82

rmen.

Nt“ Kantschukwaren.. .. Waren aus weichem Kautschuk .. Hartkautschuk und Hartkautschukwaren . ... Geflechte und Flechtwaren ans pflanzlichen nahme der Gespinstfasern... W“ Geflechte (mit Ausnahme der Sparterii)))))) Flechtwaren (mit Ausnahme der Hüte und der Sparteriewaret) . Sparterie und Sparteriewaren . . . .. . 8 8 Besen, Bürsten, Pinsel und Siebwaren. 6“ Waren aus tierischen oder pflanzlichen Schnitz⸗ oder Former⸗ 11*“ Waren aus tierischen Schnitzstoffen. Igcqea 114““ Waren aus anderen pflanzlichen Schnitzstoffen als Holz oder Kork oder Haaus anderweitig nicht genannten Formerstofen.. Napier, Pappe und Waren daranns.ñ. . 5 Bücher, Bilder, Gemälde . . . . . . . . .. . . . . .. . . .. Waren aus Steinen oder anderen mineralischen Stoffen (mit Ausnahme der Tonwaren) sowie aus fossilen Stoffen.. Tonwaren . . .... Glas und Glaswaren.. Edle Metalle und Waren daranass . Gold (Gold, Platin und Platinmetalle, Bruch und Abfälle von Metallen, Gold⸗ und Platinwaren) . . . ... Silber (Silber, Silbergekrätz, Bruchsilber, Silberwaren). Unedle Metalle und Waren daraaas Eisen und Eisenlegierungennn. . Aluminium und Aluminiumlegierungen.. Blei und Bleilegierungenn. Zink und Zinklegierungen. Zinn und Zinnsegierungen (einschl. des Britanniametalls) Nickel und Nickellegierungen. Kupfer und Kupferlegierun„aan.. Waren, nicht unter die Abschnitte A bis G fallend, aus unedlen Metallen oder aus Legierungen unedler Metale .. Maschinen, elektrotechnische Erzeugnisse, Fahrzenge...

Maschinen 1“ Elektrotechnische Erzeuglsse . Fahrzenhthtehahata *“

Feuerwaffen, Uhren, Tonwerkzenge, Kinderspielzeug Feitterwafften

„. 2 . . 2 * 0 0 2 0 0 2 2 2

8ö— 9 99öö

Stoffen mit Aus⸗

.„ 0222„22 à29 822 8 6 66565611111116141AX4X*X*“ 5 6 6 111111“

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Kinderspielzeug

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1 075 731

93 010

12 598 025 747 468

6 108 012 3 627 041

605 489

51 425 4 669 380

1 264 076 1 065 194 2 650

31 247

3 433

9 860

1 944 149 117

12 356 039

9 483 7 816 179 2 038 295 1 376 776 9 483 1 032 016

92 773

15 096 629

1 130 331 9 520 382 3 369 890

1 466 951 2 628

7 131 962

3 973 987 201 469 2 140 136 667 354 149 016

1 419 412 56 330 208 878

96 598 1 053 001

144 391 25 188

1 163 144 230 719

302 321 558 522

527 124 199 999

255 954

4 605

22 568

5 175 577

28 342 35 090

6 258 43 761

23 431 773

4 851 17 523 1 666 36 415 7 228

3 488 37 375

17 338 7 598

12 439

9 058 45

6 986 1 819 208

9 829 116

6 102 486 364 510

2 374 955 802 408

184 757 1 120 040 93 432 387 507 100 218

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57 716 8 701 880

41 237 23 620 12 410 76 088

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354 779 808 539 58 458

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5 170 10 012 24 368 63 963

38 646 25 317 666 817 277 989 4 961 47 604 3 533 37 886 4 517 285 229

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2 145 130

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10 736 241 2 718 453

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7 592 053 33 707 233 140

16 789

2 092 099

1 948 674 102 552 5 246

4 842 7 102 4 586

102 335 313

92 963

1 870

7 189 290 164 11 624

402 464 582 803 104 376

189

168 2 583 531 2 461 150

1 019 683

Unvollständig angemeldete Waren

ssler urt außerdem:

b““ Wasserfahrzenge ....

Davon: reiner Warenverkehr

Edelmetalle: 8

Feingold, legiertes Gold, Barren aus Bruchgold, Goldmünzen; Bruch⸗

gold, Goldasche, ⸗gekrätz (bei der Ausfuhr unter Silber) ..

2 272 2 11ö16 82 272 2

Feinfilber, legiertes Silber, Bruchsilber, auch in Barren, Silber⸗ münzen; Silbergekrätz . . . . . . .... ... 1..

25 326 015 10 867

10 668 443

10 641 769

22 928 3 746

13 875 052

13 814 359

35 914 24 779

949 755

345 4559 135 468

107 398 292 423 69 0l1

550 857 95 070

1777480 337 075

467 327 463 165

61 815 23 875 11 785

4 438

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30 443

50 034 13 214

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1 134 172 76 476

15 311

411 14 916 2-

23 219

191 943 9 395 112 0383 3 827-

66 688 306 588 57 687

65 080 204 129 239 521

89 821

38 107 51 719

2 080 085 1 627 19

36 841 23 724 62 399 8 301

3 958 194 25

122 807

1112 211

646 807 308 556 156 885 379 094 11 385 50 92* 316 785 16 482

9 711 406

9 681 483

Zusammen Edelmetalle..

Berlin, den 8. Dezember 1921

Statistisches Reichsamt. Delbrück.

26 674

das

Preußischer Landtag. 8

30. Sitzung vom 9. Dezember 1921, Vormittags 11 Uhr. Werich des Nachrichtenbüros des Vereins deutscher Zeitungsverleger*).)

Die zweite Beratung des Haushalts der Berg⸗, zütten⸗ und Salinenverwaltung wird fort⸗ esetzt. 8 e Abg. Hue (Soz.): Wir wissen, welche außerordentlichen Schwierigkeiten der neue Minister zu überwinden hat und wollen deshalb unsere Erwartungen seiner Leistungen nicht allzu hoch schrauben. Wir sind schon sehr zufrieden, wenn unter ihm eine erkbare Seneee in der ielrichtung eintritt und eine größere Aktivität in der Lösung der laufenden een Wir bitten den

Minister, unseren Antrag über den schnellen Erlaß eines Reichs⸗

berggesetzes wohlwollend zu behandeln. Die Bergverwaltung muß ründlich reformiert werden. Es muß mehr Dampf hinter die Perwaltungsreform gemacht werden. Die Betriebsergebnisse müssen uns rechtzeitig vorgelegt werden. In Bad Oeynhausen,

der Verwaltung des untersteht, ist es unter Duldung der Verwaltungsbehörde zu Mißhandlungen Kriegs⸗ beschäbigter durch deutschnationale Demonstranten gekommen. (Unruhe und Zurufe rechts.) Im Saarrevier haben sich alt⸗ zrenßische Beamte auch unter der französischen Verwaltung der Gruben als die größten Leuteschinder erwiesen. In Oberschlesien hat das Großkapital, dessen Vertreter sich früher hakatistisch ge⸗ bärdeten, mit den Polen verhandelt. (Hört, hört!) Redner ver⸗ breitet sich schließlich über die Lohntarifverhandlungen im Bergbau und sucht nachzuweisen, daß die Löhne der Bergarbeiter noch immer nicht der Teuerung entsprechend gestiegen seien. (Beifall bei den Sozialdemokraten.)

Abg. Steger (Ztr.): Hauptaufgabe der Staatsregierung muß es sein, die Staatsbetriebe in eine wirtschaftlichere und rentablere Form zu bringen. Ein entsprechender Gesetzentwurf sollte möglichst bald dem Hause zugehen. Die Industrie leidet immer noch Nangel an Qualitätskohle. Die Produktion des Bergbaues muß gefördert werden und zwar in erster Linie durch den technischen Ausbau unserer Gruben in Staats⸗ wie in Privatbetrieben. Der Rückgang der produktiven Kräfte im Bergbau ist bedauerlich. Die Bergarbeiter des Ruhrgebiets waren immer bereit, Opfer im Interesse der Allgemeinheit zu bringen, auch im vorigen Winter haben sie Ueberschichten im Interesse der gesamten Volkswirtschaft gefahren. Daß wir Qualitätskohle brauchen, beweist schon die große Einfuhr englischer Kohlen, von denen im September allein 150 000 Tonnen nötig wurden. Unsere Produktion kann aber nur in die Höhe gebracht werden, wenn den Bergarbeitern die Arbeits⸗ möglichkeit gegeben wird, und die ist abhängig zum größten Teil

(von ihrer Ernährung. Wenn von den Bergarbeitern schwere Opfer

gebracht und gefordert werden, so müssen diese Opfer auch von den andern Kreisen, so auch von der Landwirtschaft, ebenfalls ge⸗ bracht werden. Sie muß Kartoffeln liefern (Zuruf: Wagen!l), es liegt nicht allein an den Wagen, sondern auch an dem nötigen guten Willen. Auch die Arbeitgeber müssen Opfer bringen, nicht minder aber die im Eisenbahnbetrieb beschäftigten Angestellten und Arbeiter. Auch sie müssen zur Leistung von Ueberstunden bereit sein.(Zuruf von den Komm.: Beschäftigt die Arbeitslosen.) Soweit Arbeitslose dazu zu verwendn sind, wird kein vernünftiger Mensch dagegen Bedenken erheben. Der Waggonmangel führt zu geradezu unhaltbaren Zuständen. Man sollte die Haldenbestände abfahren, am 19. November belief sich der Haldenbestand auf 693 572 To. Steinkohle, Koks und Briketts. Ich danke dem Minister, daß er anerkennende Worte für die Leistung der Bergarbeiter ge⸗ funden hat, besonders für die unter Tage beschäftigten. Unbegreif⸗ lich sind die Angriffe, denen der Reichsarbeitsminister ausgesetzt ist wegen seines angeblich zu sehr entgegenkommenden Verhaltens den Arbeitern gegenüber. Die Bergwerkszeitung spricht von un⸗

berechtigter Bevorzugung der Bergleute gegenüber anderen Volks⸗

schichten, man hätte wenigstens das Ueberschichtenverfahren zur Grundbedingung machen sollen. Die Gefahren des Bergbaus find immer noch sehr groß. Im letzten Jahre waren bei Massen⸗

(unfällen 216 Tote zu beklagen, besonders bei dem Unglück auf

Mont Cenis. Die Brauchbarkeit der Grubenlampen muß dringend weiter geprüft werden, die Betriebsräte sollten sich auch damit be⸗ schäftigen, statt im Lande herumzufahren und Kartoffeln aufzu⸗ kaufen. Die Handwerkerorganisationen müssen zu den Lieferungen für die Bergverwaltung herangezogen werden, dabei würden die Arbeiten besser und billiger ausgeführt werden, als in eigener Regie. Bei Vergebung der Arbeiten sollte aber die religiöse und volitische Gesinnung keine Rolle spielen. Das Gleiche ist zu fordern bei der Besetzung der höheren Stellen, bei unteren Beamtenstellen ist man nicht so engherzig. Nur die Tüchtigkeit muß entscheiden. Der Bergarbeiter muß empfinden, daß solche Opfer, wie er sie im Interesse der Volkswirtschaft zu bringen hat, auch von anderen Kreisen gebracht werden, dann werden auch sie beitragen zur Rettung unserer Volkswirtschaft und unseres Vater⸗ landes. (Beifall im Zentrum.)

Abg Dr. v. Waldthausen (D. Nat.): Der Berghaushalt enthält als Einnahmeposten 20 Millionen Mark Ueberschuß. Diese

(Ziffer ist durchaus fiktiv. Nicht daß die Bergverwaltung 20 Mil⸗

löonen herausgewirtschaftet hätte, sondern die Ziffer ist gewählt, weil die Verwaltung eine fünfprozentige Verzinsung des in diesem Staatsbetriebe investierten Kapitals erwartet. Da es sich um Papiermark handelt, ist diese Erwartung überaus bescheiden, denn die Kapttalien der Bergverwaltung stellen im wesentlichen Gold⸗ werte dar, und schon vor dem Kriege hat man mindestens 7 bis 8 % Kente herausrechnen zu müssen geglaubt. Es wäre nicht unbe⸗ scheiden, eine Ausbeute von 15 % in Papiermark zu verlangen, und das würde einen Ueberschuß nicht von 20, sondern von 60 Millionen bedeuten; aber auch der Ueberschuß von 20 Millionen kommt nur dadurch zustande, daß man dem Ausgleichsfonds 10 % Millionen entnommen hat. Hält man dem gegenüber, daß die

rwaltungsunkosten etwa 11 % Millionen Zuschuß erfordern, so fäfsbt sich für 1921 überhaupt kein Ueberschuß, sondern ein Aus⸗ fall von 2 Millionen, ein durchaus trübseliges Resultat. Der ganze Voranschlag steht überhaupt nur auf dem Papier; bei der Un⸗ sicherheit der Gestaltung der Löhne und Materialpreise kann die Betriebsverwaltung einen auch nur einigermaßen zutreffenden Vor⸗ infchlag überhaupt nicht herstellen. Der Gang der Dinge in Ober⸗ schlesien wirft den Voranschlag vollends über den Haufen. Es tut mir außerordentlich leid, dem Wunsche des Ministers nicht will⸗ fahren zu können, hier über Oberschlesien nicht zu sprechen. Es ist nicht nur angebracht, sondern entspricht dem tiefsten Empfinden meiner Parteifreunde und hoffentlich des ganzen Hauses, auch hier noch nachträglich der starken Erregung darüber Ausdruck zu geben,

ldaß der Völkerbundsrat eine Entscheidung treffen konnte, die bis

zu 90 % der oberschlesi Kohle den Polen zuwendet. Einer Kommission, die 86 6 Spanier und einem Belgier aus⸗ gerechnet aus einem Brasilianer und einem Chinesen bestand, war land schieden, über Gebietsteile, die über 700 Jahre zu Deutsch⸗ Bn gehört hatten, einen Schiedsspruch zu fällen, der ohne sachliche vafgründun ohne Augenschein an Ort und Stelle, den allerwert⸗ dallten Teil des Landes uns entreißt. Schon erleben wir, daß UiecPolen die ihnen so angefallene hochwertige Industrie an Eng⸗ ind r und Franzosen abtreten, nur weil sie selbst nnicht imstande 5 mit eigenen Kräften dieses große, von deutscher Tatkraft ge⸗ saffene Werk aufrechtzuerhalten. (Sehr wahr! rechts.) Da wir

Voranschlag, wie gesagt, nichts anfangen können, muß

veral Weg betreten werden. Wir müssen aus der alten und raltoten kameralistischen Buchführung heraus, die nur Ver⸗

g, il

wirrung schafft; wir verlangen eine kaufmännische Bilanz. Eine

Aufmachung des Etats in einigen Positionen reicht Fessel aus; die Betriebsverwaltungen müssen von den Reersn des Etats überhaupt befreit werden. Der der Be⸗ —erwaltang übergeordnete Instanzenzug ist für jene nur ein

* Mit Ausnahme der durch Sperrdruck hervorgehobenen Reden se denen Minister, die im Wortlaute wiedergegeben sind. 8 8 8 8 8 8 1

½ 8 18 8 8

1 Hemmnis. Ein Barackenbau, der 50 000 kosten sollte, hat, als

endlich die Genehmigung aller höheren Instanzen erteilt war bereits 500 000 ℳ, also das Zehnfache, erfordert. Pen vom Haupt⸗ ausschuß gestellten Anträgen schließen wir uns im wesentlichen an. Wir freuen uns, daß für Arbeiteransiedlungen und Wohnungs⸗ bauten ein Fonds von 20 Millionen in das Extraordinarium ein⸗ estellt ist, vovon in diesem Jahre 5 Millionen zur Verwendung ommen 18— In der sehr schwierigen Frage der Unterstellung der Berufskrankheiten des Bergmanns unter die Unfallversicherung ist unsere Fraktzon nicht ganz einheitlich; die überwiegende Mehr⸗ heit hat große Bedenken. Der Reichsrat hat von der dem Bundes⸗ rat in § 547 RVO. erteilten Ermächtigung bisher aus wohl⸗ erwogenen Gründen keinen Gebrauch gemacht. Gewiß hat im November die Förderung zugenommen, aber das wiederholt sih alle Jahre, im allgemeinen zeigt sich eine sinkende Tendenz Zur⸗ zeit haben wir schärfsten Kohlenmangel, und diese Kalamität wird in erster Linie durch die Transportschwierigkeiten hervorgerufen. Leider können wir unsere Klagen über den Wagenmangel nicht mehr dem preußischen Eisenbahnminister vortragen. Vielleicht würde eine ezentralisation der jetzt im Berliner Zentralamt ver⸗ einigten Wagengestellung einen Fortschritt bedeuten. Jedenfalls muß der Fuhrpark dem wirklichen Bedürsnis entsprechend aus⸗ hestattet werden. Auch der Reichskohlenkommissar hat erklären assen, daß Katastrophen unvermeidlich seien, wenn der Wagen⸗ mangel andauert. Von einem Abbau der Kohlenzwangswirtschaft kann zurzeit noch keine Rede sein. Mit allen Mitteln muß auf eine Erleichterung der uns für die Lieferung von Reparationskohle auf⸗ erlegten Bedingungen hingewirkt werden. Eine Kohleneinfuhr muß bis zu einem gewissen Grade zugelassen werden, sie kommt wesentlich den für den Export arbeitenden Industrien zugute, die uns die Devisen hereinbringen. Unsere Produktion ist gegen 1913 immer noch, trotzdem die Belegschaft von 400 000 auf 500 000 Mann gestiegen ist, um ein Viertel zurück. Die Hauptsache ist also Produktionssteigerung und Wiederherstellung der früheren ö der Gruben über und unter Tage. Wenn wir den Ausfall des Saargebiets und Oberschlesiens decken und wieder mehr exportieren wollen, muß nicht allein im Bergbau, sondern überhaupt mehr gearbeitet werden. Von Arbeitsunlust der Berg⸗ leute ist mir im Ruhrrevier nichts bekannt geworden. Wir müssen wünschen, daß die Bergarbeiter sich zu einem neuen Ueber⸗ schichtabkommen verstehen. Die Verdoppelung der Kohlensteuer auf 40 v. H. möchte für das Reich ein äußerst schlechtes Geschäft sein. Eine derartige Verteuerung der Hausbrandkohle bedeutet eine weitere entsprechende Verteuerung der Lebenshaltung, und das Reich würde auch auf dem Gebiete der Reparationen und infolge des Wiesbadener Abkommens diese hohe Kohlensteuer sehr hart zu fühlen bekommen. Auf dem Gebiete der Kaliindustrie hat sich neuerdings die Konkurrenz des Elsaß stark bemerkbar gemacht, und es ist noch ein Glück, daß das Elsaß nicht alle Sorten liefert. Mit Genugtuung haben wir gehört, daß das Grubensicherheitsamt zum neuen Jahre ins Leben treten soll. Wir hoffen und wünschen, b9 auch dieses Organ dazu beitragen wird, den gfahrvollen Beruf des Berg⸗ manns erträglicher zu gestalten. (Beifall rechts.)

Abg. Seidel (D. Vp.): Irfolge des Verlustes der fiskalischen Saargruben und der staatlichen Kohlengruben in Oberschlesien werden uns von den ursprünglichen 20 Millionen Tonnen nur noch 5 Millionen übrig bleiben. Trotzdem muß der staatliche Kohlenbergbau erhalten bleiben. Seit der Revolution herrscht bei uns chronische Kohlennot. Heute ist es wieder so, daß die Gas⸗ werke und Elektrizitätswerke Kohlenmangel haben, und auch bei der Eisenbahn 2 bereits Züge eingestellt werden. Aus dem besetzten Rheinland kommen schwere Klagen, man glaubt dort, daß die Regierung dorthin absichtlich weniger Kohlen liefert, um den ranzbfen den Kohlenmangel in Deutschland zu zeigen. Man hat Mühe, den Rheinländern diesen Glauben zu nehmen. Alle andern Länder haben Kohlenüberfluß, während bei uns Mangel herrscht. Gegen die Vorkriegszeit hat sich das Bild auf dem Welt⸗ markt der Kohlen vollständig verändert. Früher fand ein Aus⸗ gleich statt, woran auch Deutschland teilnahm, das jetzt vollständig ausgeschaltet ist. Wir haben in Deutschland noch die Zwangs⸗ wirts 38 und können auf den Weltmarkt nicht heraus, weil wir insolge der Kohlenlieferungen an andere Staaten selbst zu wenig Kohle haben. Durch das Spaa⸗Abkommen sind wir gezwungen, den Franzosen Kohlen zu liefern, die sie in dem Umfange gar nicht irsexraraee konnten. Die Franzosen weisen auch rücksichtslos Kohlen⸗ jeferungen zurück, die nach unseren Begriffen durchaus einwandfrei sind. Es ist ein moralisches Recht, wenn wir verlangen, daß entsprechend der zunehmenden Förderung in Frankreich die deutschen Lieferungen herabgesetzt werden. Eine der⸗ Herabsetzung würde auch die uns drohende Gefahr der englischen Lieferungen beträchtlich vermindern. Ob wir es erreichen werden, daß unsere Reklamationen Erfolg haben, ist nach den bisherigen Erfahrungen allerdings zu bezweifeln. Nur eine gesteigerte Kohlenförderung kann uns aus den Miß⸗ ständen herausbringen. Die Einrichtung des Reichskohlen⸗ kommissars darf nicht verewigt werden, der Bürokratismus ist für den Bergbau besonders schädlich. Ein Bedürfnis nach der Er⸗ werbung weiterer staatlicher Braunkohlengruben besteht nicht. Die Verluste in Oberschlesien werden durch Generationen hindurch nicht ausgeglichen werden können. Deutscher Fleiß und deutsche Tatkraft haben das Land kultiviert. Diejenigen, die uns dieses Land entrissen haben, haben wahrhaftig keinen Anspruch darauf, Gerechtigkeit geübt zu haben. (Beifall.)

Abg. Sobottka (Komm.): Der Minister ist sehr schlecht über das Begehren der Bergarbeiter unterrichtet; er hätte sonst hören müssen, und er hat es ja heute noch vom Abg. Hue hören können, daß die Bergarbeiter den deutschen Wiederaufbau nur von der Gezialisterung erwarten. Die hanlgmentarischen Vertreter der Gewerkschaften haben dem tatsächlichen Zustand entgegen die Meinung verbreite, die auch der ümiste zu hegen scheint. Das neue Reichsknappschaftzgesetz muß ebenfalls, wenn es etwas nützen soll, vom Geiste der Sozialisierung erfüllt sein. Jetzt soll endlich das Grubensicherheitsamt errichtet werden, das vor fünf Monaten versprochen wurde. Schwere Unglücksfälle haben seitdem wieder im Bergbau sich ereignet. Das Ruhrgebiet soll jetzt mit Kartoffeln versorgt werden. haben noch alle Minister den Bergleuten Versprechungen gemacht; vielleicht bleiben die Versprechungen des Ministers Siering ebenso Versprechungen, wie es die des Ministers wacae. geblieben sind. Unter dem Eindruck des gewaltigen Grubenunglücks auf Mont Cenis hat man den Arbeitern ein Zu⸗ eeständnis gemacht. Nur mit Zustimmung des Betriebsrats sollen ergpolizeiliche Vorschriften außer Kraft gesetzt werden können. Schon acht Tage später ist diese Vorschrift jeder Wirkung beraubt worden, indem unter Mitwirkung der Mehrheitssozialisten die „Zustimmung“ des Betriebsrats durch „Vereinbarung“ ersetzt wurde. In den Staatsbergwerken stellt man noch heute die Ar⸗ beiterschaft unter ein Ausnahmerecht; wer mißliebig ist, gült als Kommunist und wird als solcher behandelt. Die Vorrichtungs⸗ arbeiten auf staatlichen Gruben und Werken dürfen nicht an Privat⸗ unternehmer vergeben werden. Die Sozialisierung der Bodenschätze würde dem ganzen Volke zum Wohlstand verhelfen, heute hat aber nur eine ganz kleine privilegierte Herrenschicht alle Vorteile von dem, was der Allgemeinheit gehört, und das Volk, vor allem die Bergleute, verkommen im Elend. Nur durch Klassenkampf ist ein Wandel herbeizuführen. Schon im Februar und März 1919 haben sich die e wie ein Mann für die Sozialisierung erhoben. Durch gemeine Demagogie sind sie getäuscht worden; noch nicht den geringsten Anfang hat man damit gemacht, und doch ist Herr Hus nicht Spartakist geworden. Dse heutige Wirtschaft führt ledig⸗ lich zur Auswucherung der Staatsbetriebe durch das private Unter⸗ nehmertum. Wozu sind denn Zwischenhändler nötig, um das Grubenholz aus den Staatsforften an die staatlichen Berabetriebe zu liefern? Gelernte Bergarbeiter, die aus Not gestreikt haben, werden von den Staatszechen nicht wieder eingestellt; Bergräte aber, auch wenn sie noch so schandbar an den Bergleuten gehandelt haben, bleiben im Amt. Indem die Verwaltung ungelernte statt der entlassenen Hauer in die Gruben geschickt, macht sie sich an der Steigerung der Unfallgefahr und der Unfallzahlen . Die Uebertretung der bergpolizeilichen Vorschriften durch die pri⸗

bleibt fast durchweg straflos

gegeebesga ür das Unglück auf Zeche „Konstantin“ hat festgestellt, daß der Wetterkontrolleur den Betrieb zu befahren nicht in der Lage war. Untersuchungen auf Schlagwetter finden in vielen Betriebspunkten überhaupt nicht statt. Die Explosion auf der Zeche Mont Cenis ist eine Schlagwetterexplosion gewesen. Mit der Behauptung, daß sie durch Kohlenstaub verursacht sei, hat man die Oeffentlichkeit schamlos betrogen. (Die Redezeit ist abgelaufen.) Eine solche Behandlung werden sich die Bergarbeiter nicht mehr gefallen lassen; sie werden Schluß machen mit ihren Ausbeutern! Abg. Otter (U. Soz.): Die Situation ist ernst. Wenn Sie eine Katastrophe vermeiden wollen, dann lassen Sie die Hände davon, die Arbeitszeit der Bergarbeiter verlängern zu wollen. Iäm

Ruhrrevier sind aus nichtigen Gründen Zechen sti⸗ Plegt worden. or

Die Betriebsräte werden nicht gehört, wenn sie chläge für die Sicherheit in den Gruben machen wollen. Wir beantragen, den Minister zu ersuchen, alsbald Bestimmungen für das Bad Oeyn⸗ hausen zu erlassen, wonach die Benutzung nur denen zusteht, die einen entsprechenden Ausweis der Versicherungsträger und der zu⸗ ständigen Stellen der Z sowie einen ärzt⸗ lichen Nachweis beibringen. Antrag soll verhindern, daß sich in dem Bade nationalistisches Gesindel breit macht. Ferner be⸗

antragen wir, einen Gesetzentwurf vorulegen, womach sämtliche erhã

bergbauliche Unternehmungen nach dem ltnis ihrer För⸗ derung zu den Kosten der staatlichen Bergverwaltung und des berg⸗ baulichen Unterrichts herangezogen werden. (Beifall bei den Un⸗ abhängigen Corlaldemokranen.

Nach dieser Rede unterbricht das Haus die Beratung des Bergverwaltungshaushalts und nimmt die Abstimmungen über den Haushalt der landwirtschaftlichen Verwaltung und die dazu vorliegenden Anträge vor. Der Haushalt selbst wird nach den Anträgen des Hauptausschusses festgestellt. Die 36 vom Hauptausschuß gestellten Anträge gelangen im wesent⸗ lichen zur Annahme. Von dem Antrag: „Den von dem Land⸗ bund der Provinz Brandenburg angedrohten Lieferstreik auf das schärfste zu verurteilen und das Staatsministerium zu ersuchen, alle ihm zu Gebote stehenden Mittel anzuwenden, um diesen verbrecherischen Anschlag auf die konsumierende Bevölkerung zu vereiteln“, wird nur der erste Satz bis zu dem Worte „verurteilen“ angenommen, der Rest gegen die Stimmen der drei sozialistischen Parteien abgelehnt. Ebenso wird der Ausschußantrag, das Staatskommissariat für Volks⸗ ernährung mit dem nächsten Etatsjahr aufzuheben, gegen die⸗ selbe Minderheit verworfen. Endlich bleibt auch der Ausschuß⸗ antrag, der verlangt, daß an dem staatlichen chemischen Unter⸗ suchungsamt in Frankfurt a. M. die Nahrungsmittelchemiker als Beamte angestellt werden sollen, soweit sie zehn und mehr Jahre Dienstalter haben, in der Minderheit.

Von den durch den Hauptausschuß vorgeschlagenen Ent⸗ 8. ließungen wird nur diejenige abgelehnt, welche die Umwandlung der Gärtnerlehranstalt Dahlem in ein Staats⸗

institut verlangt.

Ueber die eingegangenen Eingaben beschließt das Haus nach den Ausschußanträgen.

Angenommen werden die Anträge der Deutsch⸗ nationalen auf Verbindung der Insel Fehmarn durch einen Damm oder eine Brücke mit dem Festlande, der Antrag der Deutschen Volkspartei, das Staatsministerium zu ersuchen, die zur Einrichtung der Landwirtschaftskammer

renzmark erforderlichen Verordnungen zu erlassen, der An⸗ trag der Sozialdemokraten, das Staatsministerium zu ersuchen, auf den Erlaß eines Reichsmilchgesetzes hin⸗ zuwirken.

Von den kommunistischen Anträgen gelangt keiner zur Annahme. Für die von ihnen beantragte Ent⸗ eignung des Großgrundbesitzes stimmen nur die Kommunisten und die Unabhängigen Sozialisten. Der Antrag der Kommu⸗ nisten, alle Schritte zur Auflösung der Zechniscen Nothilfe“ zu unternehmen, wird mit dem Antrage Limbertz (Soz.), alle Schritte zu unternehmen, um zu verhindern, daß die Technische Nothilfe als Streikbrecherorganisation benutzt wird, dem landwirtschaftlichen Ausschuß überwiesen.

Hierauf wird in der Beratung des Haushalts der Bergverwaltung fortgefahren.

Abg. Riedel (Dem.): Wir begrüßen mit Genugtuung, daß der Minister die Errichtung eines Sicherheitsamts für die Gruben in Aussicht gestellt hat. Was hat die Regierung im übrigen getan, um die Beschlüsse des Ausschusses durchzuführen, der sich seinerzeit eingehend mit diesen Fragen befaßt hat? i der bevorstehenden roßen Reform der Reichsversi muß bei der

egelung der sozialen Versicherung der Eigenart des Bergbetriebes besonders Rechnung getragen werden; wir wünschen dabei speziell, daß im die Selbstve tung im weitesten 88 sichergestellt wird. Eine ausreichende rsorgung der Bergarbeiter mit Nahrungsmitteln ist notwendig, wenn die Kohlen⸗ produktion gesteigert werden soll. Leider muß gesagt werden, daß gerade im Frvuseregebzet sehr hohe, geradezu wucherische Preise für Kartoffeln werden. Den Ausbeutern, die dafür ver⸗ ontwortlich sind, muß das Handwerk gründlich gelegt werden. (Beifall.) Der Beschaffung ausreichender Wohngelegenheit muß ganz besonders in dem an sich schon so dichtbevölkerten Ruhrgebiet esondere Aufmerksamkeit gewidmet werden. Meine politischen

Freunde haben es begrüßt, daß im Etat Stellen h die Beamten aus den Saarbergwerken offen gelassen worden sind, daß ihnen also damit jederzeit die Zuflucht der preußischen Staatsverwaltung offen S worden ist. Durch die Abtrennung von Oberschlesien werden allerdings die Ansprüche an den Staat in der Beziehun außerordentlich gesteigert werden. Ich nehme Veranlassung, * bei dieser Gelegenheit dem Gefühl der tiefsten Trauer darüber Aus⸗ druck zu geben, daß uns mit der Abtrennung von Oberschlesien so wertvolle und unersetzliche Bodenschätze und persönliche Wirtschafts⸗ kräfte verlorengegangen sind. (Lebhafter Beifall und Zustimmung.) Fogrsichts dieser Situation gewinnt die Frage einer ausreichenden Kohlenversorgung immer mehr an Bedeutung. Die Produktion muß mit allen Mitteln gesteigert werden, aber da⸗ neben darf doch nicht vergessen werden, daß es vor allen Dingen nottut, auch das Produzierte so rationell wie möglich zu verkaufen. Das durch geeignete Verwaltungsmaß⸗ nahmen durchzuführen, wird neben der Steigerung der Produktion die nächste und wichtigste Aufgabe der Bergverwaltung sein. Nachdem Preußen seinen wertvollsten Besitz, die Eisenbahn, an das Reich hat abgeben müssen, hat es um so mehr Veranlassung seinen Bergbaubesitz fest in der Hand zu behalten. Er darf nicht entfiskalisiert werden, der Bergbau dar nicht verstaatlicht werden. (Beifall bei den Demokraten.) Von der Linken hören wir zwar immer: Die Sozialisierung marschiert. Man kann zu einem Ziele hinmarschieren, man kann aber auch von einem Ziele weg⸗ marschieren (sehr gut! bei den Demokraten), und ich habe den Ein⸗ druck, Stinnes ich meine damit nicht die Person, sondern das durch Stinnes verkörperte Wirtschaftssystem weniger redet aber mehr handelt und deshalb größere Erfolge zu erzielen vermag, als Sie (nach links). Wir wünschen, im Gegensatz zu Herrn Stinnes, keine Entwicklung zu einer Wirtschaftsmonarchie. Wenn wir eine Entfiskalisierung ablehnen, so hat das nicht das geringste zu tun mit der Entbürokratisierung der Staatsbetriebe, für die wir mit aller Entschiedenheit eintreten. (Beifall bei den Demo⸗ kraten.) Diese Bürokratisierung führt auf dem Gebiete der Be⸗ soldung zu großen Unstimmigkeiten und sogar Gegensätzen zwischen den auf Vertrag angestellten und den nach dem Besoldungsgesetz angestellten Beamten. Auch auf diesem Gebiete muß durch eine organische Verwaltungsreform Einheitlichkeit geschaffen werden. Die Verwaltung des staatlichen Bergbaus muß von dem schwer⸗ een Instanzenzug befreit werden und vor allen Dingen bn ieser Etat unabhängig e Stand und bei d Wechsel Geld⸗