Wilhelm⸗Kanal wurde mit dem Vorbehalt späteren Ei ispruchs zur Kenntnis genommen. — Nach einer Mitteilung des Reichs⸗ arbeitsministers soll bei der Bestellung der Mitglieder für die Landeseisenbahnräte darauf Nücksicht genommen werden, daß auch die Belange des Wohnungs⸗ und Siedlungswesens ihre entsprechende Vertretung finden. Darauf schloß der RNeichs⸗ minister des Innern Dr. Köster die letzte Sitzung vor den Pfingstferien.
Die vereinigten Ausschüsse des Reichsrats für Durch⸗ führung des Friedensvertrags, für Volkswirtschaft, für Ver⸗ kehrswesen, für Haushalt und Rechnungswesen und für Rechts⸗ pflege hielten heute eine Sitzung.
——ʒ—
Der litauische Geschäftsträger Victoras Gailius ist nach Berlin zurückgekehrt und hat die Leitung der Gesandtschaft wieder übernommen.
Die Neparationskommisson hat der deutschen Kriegslastenkommission in Paris laut Meldung des „Wolffschen Telegraphenbüros“ vorgestern folgende Antw ort auf das Schreiben des Reichskanzlers vom 28. Mai zugehen lassen:
Paria, den 31 Mai 1922. Die Reparations kommission an Herrn Reichskanzler Dr. Wirth.
Die Reparationskommission beehrt sich den Empfang des Schreibens des Reichskanzlers vom 28. d. M. zu bestätigen, in welchem die Maßnahmen mitgeteilt werden, welche die deutsche Regierung bereits ergriffen hat, und die weiteren Maßnahmen, zu denen sie sich verpflichtet, um den Bedingungen zu genügen, weiche von der Kommission in den Schreiben vom 21. März und 13. April hinsichtlich des teilweisen Aufschubs für die während des Jahres 1922 in Ausführung des Zahlungsplans zu bewirkenden Zahlungen gestellt worden find.
Die Kommission beehrt sich. Ihnen in der Anlage Abschrift ihrer Entscheidung Nr. 1976 a von beute mitzuteilen, in welcher gemäß dem im letzten Abschnitt der Entscheidung Nr. 1841 vom 21. März vorgesebenen Verfahren der vorläufige Zahlungsaufschub bestätigt wird. Bei der Bedeutung einer sofortigen Entscheidung über die Frage des Aufschubs hat die Kommission geglaubt, berechtigt zu sein, die genannte Entscheivung schon jetzt zu treffen, obwohl mehrere Punkte des Schreibens, dessen Empfang sie be⸗ stätigt, noch weiter aufgeklärt werden müssen. Sie hat dabei die Fragen die sie als noch nicht geregelt betrachtet, auf später vertagt, damit sie alsdann in der in dem Text der Entscheidung an⸗ gegebenen Weise bebandelt werden. Diese Fragen werden den Gegen⸗ stand einer weiteren Mitteilung bilden, die in nächster Zeit an den Reichskanzler gerichtet werden wird.
Dubois. John Bradbury.
Die dem Schreiben folgenden Worllaut:
Die Reparalionskommission hat das Schreiben des deutschen Reichskanzlers vom 28. Mai aufmerksam geprüft, in welchem die Maßnahmen mitgeteilt werden, welche die deutsche Regierung bereits ergriffen hat, und die weiteren Maßnahmen, zu denen sie sich ver⸗ pflichtet, um den Bedingungen zu genügen, welche von der Kom⸗ mission in den Schreiben vom 21. März und 13. April hinsichtlich des teilweisen Aufschnubs für die während des Jahres 1922 in Ausführung des Zahlungsplans zu bewirkenden Zahlungen ge⸗ stellt worden sind. Die Kommission bedauert, daß die deutsche Regferung mit diesen Maßnabhmen nicht eher begonnen hat. Sie erkennt aber in Berücksichtigung der von der deutschen Regierung gegebenen Erflärungen an, daß das, was die deutsche Regjerung bereits getan hat, und die neuen Mafmahmen, zu deren Ergreifung sie sich verpflichtet eine ernstliche Anstrengung bilden, um den Forderungen der Kommission zu entsprechen. Infolgedessen be⸗ schließt sie den am 21. März bewilligten vorläufsgen Aufschub für einen Teil der während des Jahres 1922 in Ausführung des Zablungsvylans zu bewirkenden Zahlungen zu bestätinen; dieser Autschub für das Jahr 1922 wird also mit dem 1. Juni entsprechend dem jetzten Abschnitt der Entscheidung Nr. 1841 vom 21. März 1922 endgültig.
Die Kommission nimmt davon Kenntnis, daß wegen der Einzel⸗ heiten verschiedener Abmachungen zur Erfüllung der von der Kom⸗ mission gestellten Bedingungen ein Benehmen zwischen der deutschen Regierung und dem Garantiekomitee stattfinden wird. Sie vermerkt andererseits, daß die Vorschläge hinsichtlich der schwebenden Schuld von der deutschen Regierung nur für den Fall als geeignet betrachtet werden, in die Praxis umgesetzt zu werden, daß Dentsch⸗ land eine ausreichende Unterstützung durch eine auswärtige An⸗ leihe erhalten kann.
Die Nevparationskommission muß darauf hinweisen, daß der hiermit bestätsate Aufschub gemäß dem Schluß des letzten Ab⸗ schnitts der Entscheidung Nr. 1841 in jedem Augenblick widerrufen werden kann, falls die Kommission später zu der Ueberzenaung gelangt, daß Dentschland es an der Erfüllung der festgesetzten Bedinaungen fehlen läßt. Unbeschadet ihrer allgemeinen Befngnisse, welche sie sich in dem genannten Abschnitt vorbehalten bat bebält sich die Kommission ausdrücklich das Recht vor, den Aufschub zu widerrufen, falls sie zu irgendwelchem Zeitpunkt von dem Fortschritt der Regelung der noch in Schwebe befindlichen Fragen nicht befriediäat sein sohlte oder falls Deutschljand in Ermangelung der von ihm gewünschten Hilfe mittels einer auswärtigen Anleibe die in dem Schreiben des Reichskanzlers vom 28 Mai 1922 binsichtlich der Begrenzung der schwebenden Schuld im einzelnen aufgeführten Maß⸗ nahmen nicht ausführen und andere Abmachungen zur Regelung der Fragen des Fehlbetraags im Hausbhalt und der schwebenden Schuld
Bemelmans. Raggi. beiliegende Entscheidung hat
nicht in einer die Kommission befriedigenden Weise siatt dessen zustande
kommen sollten.
Vorläufiger Reichswirtschaftsrat.
38 Sitzung vom 1. Juni 1922. (Bericht des Nochrichtenbüros des Vereins deutscher Zeitungsverleger) Zu Beginn der Sitzung wird das Andenken dreier Mit⸗ glieder, die seit der letzten Tagung verstorben sind, durch Er⸗
heben von den Plätzen geehrt.
Es folat der Bericht des sozialpolitischen Ausschusses zu dem Gesetzentwurf über Aenderun g des Ver⸗
sicherun gsgesetzes für Angestellte.
„Dr. Schroeder (Vorsitzender des Verbandes der Landes⸗ versicherungsanstalten) beantragt, den Bericht an den Ausschuß zurück⸗ zuverweisen mit dem Auftrage, das Gutachten dahin nachzuprüfen, zu berichtigen und zu ergänzen, daß
1. selbst im Falle einer augenblicklichen Nichtempfehlung der Ver⸗
schmelzung der Angestelltenversicherung mit der Reichs⸗ invalidenversscherung die Möglichkeit einer solchen Ver⸗ see saung für die Zukunft offen gehalten und dementsprechend ie Beitragserhebung in beiden Versicherungsarten gleichgestellt umd damit eine künftige Verschmelzung erleichtert wird. im Falle einer völligen Trennung der Zuogehörigkeit zur An⸗ gestellten⸗ und Invalidenversicherung unter Wahrung der wohl⸗ erworbenen Rechte der Versicherten Bestimmungen über eine alsbaldige finanzielle Auseinandersetzung zwischen der Reichs⸗ versicherungsanstalt für Angeftellte auf der einen Seite und den Landesversicherungsanstalten auf der andern Seite ge⸗ troffen werden. 6 Er halte den Weg der Verschmelzung für den einzig gangbaren. Die Vorschläge des Ausschusses seien völlig unzureichend und würden
den Interessen
d unserer Arbeiterschaft nicht gerecht. Die schmelzung würde auch die Verwaltungskosten erheblich verbilligen
Aufbäuser (Bund der technischen Angestellten und Beamten tritt für die Verschmelzung der Angestellten⸗ mit der Inpaliden⸗ versicherung ein und bekampft besonders den Gesichtspunkt, die Sonderversicherung desbalb aufrechterhalten zu wollen, um den sozialen Unterschied zwischen Angestellten und Arkeitern nicht zu verwischen Er halt die Vereinigung der heiden Versicherungen auch im Interesse der Angestellten für zweckmäßig, da die Angestelltenversicherung so bohe Verwaltungskosten erfordere, daß zu deren Bestreitung bereits die Reserven haben angegriffen werden müssen. Die Beschlüsse des Ausschusses lehne Aufhäuser ab, weil sie keine wirkliche zeitgemäße Reform bedeuteten, und weil sie die Rückwirkungen auf die anderen Sozialversicherungen völlig außer acht lassen. Er befürwortet eine Reihe von Abänderungsvorschlägen zu dem Ausschußbericht
Beckmann. (Gewerkschaftsbund der Angestellten) betont, daß sich die Mehrheit der Angestelltenvertreter im Ausschuß für die Sonderversicherung entschieden hätte. Die Vorteile der Angestellten⸗ versicherung gingen durch eine Verschmelzung mit der Invaliden⸗ versicherung verloren. Es käme nur darauf an, die Nachteile zu be⸗ seitigen, die sich beim Uebergang von der Angestellten⸗ zur Invaliden⸗ versicherung ergeben. Dies sei durch die Beschlüsse des Ausschusses geschehen. Redner bittet, den Antrag auf Zurückverweisung der Vor⸗ lage an den Ausschuß abzulehnen, da die Arbeit für die im Oktober im Reichstag zur Beratung kommende endgültige Novelle zu spät kommen würde
In einem Schlußwort plädiert der Berichterstatter noch⸗ mals für die Ausschußbeschlüsse, die sich gegen eine Verschmelzung beider Versicherungen und für den weiteren Ausbau der selbständigen Angestelltenversicherung aussprechen.
Die Ausschußbeschlüsse werden darauf unter Ablehnung aller Abänderungsanträge angenommen.
Darauf wird auf Antrag des Ausschusses für Siedlungs⸗ und Wohnungswesen eine Entschliebsung angenommen, die Reichsregierung zu ersuchen, die Einheitssätze des Landesdarlehens für das Quadratmeter Wohnfläche infolge der allgemeinen Preissteigerung auf mindestens das Fünffache als unterste Grenze für die Höchst⸗ sätze unverzüglich festzulegen.
Ein Regierungsvertreter teilt mit, daß durch Beschluß des Reichstages bereits die Erhöhung stattgefunden hat.
Weiter wird ein Antrag desselben Ausschusses ange⸗ nommen, die Reichsregierung zu ersuchen, er höhte Mittel für Arbeitgeberzuschüsse zur Erstellung von neuen Beamtenwohnungen zur Verfügqung zu stellen. Gleichzeitig soll auf die Länder in gleichem Sinne ein⸗ gewirkt werden.
Es folgt der Bericht des Ausschusses für Siedlungs⸗ und Wohnungswesen zu dem Gesetzentwurf zur Verlänge⸗ rung der Pachtschutzordnung.
Nach dem Referat des Berichterstatters werden Aussprache und Abstimmung wegen der schwachen Besetzung des Hauses auf morgen vertagt.
Dem Gesetzentwurf über die Ermächtigung zu Zollerhöhungen stimmt das Haus mit der Maßaabe zu, daß die Zahl der Ausschußmitalieder auf je sechs des Reichs⸗ tags, des Reichsrats und des Reichswirtschaftsrats erböht und die Wirksamkeit des Gesetzes bis zum 31. Dezember 1923 be⸗ fristet wird.
Darauf vertagt sich das Saus auf Freitag. 9 Uhr: Zwangs⸗ anleibe, Hausgehilfengesetz, Gesetzentwurf über Mivterschutz und Mieteinigungsämter, Weiterberatung der Pachtschutzordnung.
Schluß 3,45 Uhr.
9 Ver⸗
Parlamentarische Nachrichten.
Dem Reichstag ist der Entwurf eines Gesetzes über den Vertrag zwischen Deutschland und Dänemark, be⸗ treffend die Regelung der durch den nebergang der Staatshoheit in Nordschleswig auf Dänemark ent⸗ standenen Fragen zugegangen.
— —
Der Ausschuß des Vorläufigen Reichswirt⸗ schaftsrats zur Heranbildung unserer wirt⸗ schaftlichen Kräfte ist damit beschäftigt, Grundsätze f ür da 8 berufliche Bildungswesen, und zwar zunüchst in den einzelnen Zweigen der Urproduktion aufzustellen, die der zu erwartenden Reichsgesetzgaebung als Anbalt dienen fönnen. Nachdem einige Vorschläge für das landwirtschaftliche Bildungs⸗ wesen fertiggestellt waren, wandte er sich laut Bericht des Nach⸗ richtenbureaus des Vereins Deutscher Zeitungsverleger in seinen Sitzungen dem gärtnerischen Lehrlingswesen zu. Zu Beginn der Beratungen gab der Vorsitzende Kenntnis von dem gegenwärtigen Stand der Lehrlingsfragen und dem in diesen Fragen mit den verschiedenen Reichssteflen gehabten Schrittwechsel. Es wurde
allseitig dem Bedauern Ausdruck gegeben, daß das von allen
Seiten verlangte und von der Reichsregierung schon seit längerer Zeit in nabe Aussicht gestellte Lehrlinasgesetz noch immer nicht zur Vorlage gebracht sei. Die Landesregierungen hötten zum Teil bereits Veranlassung genommen, die Materie sesbständig zu regeln besonders in der Landwirtschaft und Gärtnerei, in denen eine Ordnung des Lehrlingswesens besonders dringlich sei. Man könne, bloß weil das Reich nicht zu den notwendigen Ent⸗ ließungen gelangen könne, den für die Heranbildung eines tüchtigen Nachwuchses unumgänaglichen Ausbau des Lehrlings⸗ wesens unmöalich noch länger hinausszieben.
Unter Mitwirkung von Sachverstöndigen der Gärtnerei wurden alsdann für die Anerkennung von Lebhrwirtsechaften für das Lehrverbältnis und die Lebhrlinasprüfung folgende Grund⸗ sätze aufoestellt: Da der Zweck der Lebrwirtschaften eine neuzeit⸗ lichen Anforderungen genügende praktische und theoretische Aus⸗ bildung der Lebrlince ist, können dazu nur solche Gart⸗enbau⸗ betriebe ausqewöhlt werden, deren Leiter nach ihren ver önlichen Eigenschaften Fäbigkeiten und Kenntnissen die Gewähr für eine gründliche Ausbildung und Erziebung bieten und deren Ein⸗ richtungen technisch auf der Höhe steben. Die Auswahl, Aner⸗ kennung und fortlaufende Kontrolle soll durch Gärtnereiausschüsse der Landwirtschaftskammern (oder wo solche nicht besteben, durch gleichartige öffentlich⸗rechtliche Berufsvertretungen) erfolgen unter Hinznziehnng besonderer Prüfungsausschüsse, in denen Arbeitgeber und Arbeitnehmer varitätisch vertreten sein müssen. Reber die paritstische Besetzung bestanden im Ausschuß Meinungs⸗ verschiedenbeiten insofern, als drei Vertreter der Arbeitoeber zwar für die Mitwirkung der Arbeitnehmer, aber gegen die zahlen⸗ mößige Gleichheit waren. Die Meinung der Mehrheit gina dahin, daß durch den Grundsatz der paritötischen Besetzung durch Arbeit⸗ geber und Arbeitnehmer die Hereinnahme dritter unbetsikigter Kreise, z. B. von Fachsehrern, in die Nrüfunasausschüsse eines⸗ wegs ausgessossen sein soflen. Menn sich ergibt, daß der Betrieb aus persönlichen oder kachlichen Gründen nicht mehr als Lebhrwirt⸗ schaft geeignet ist sofl die Anerkennung wieder entzogen werden können. Mit Rücksicht darauf, daß die Verabschiedung des Reichs⸗ gesetzes, welches das Lebrlingswesen regelt sich anscheinend noch weiter hinauszieht, obhen die Gätnereibetriebe, die Lebrlinge halten wollen, hinreichend Zeit ihre Anerkennung als Lehrwirt⸗ schaften zu beantrggen. Der Ansschuß Flaubte daber, schon jetzt den Grundsatz aufstellen zu können, daß nach Infrafttreten des Reichsagesetzes nur noch anerkannte Lehrwirtschaften Lehrlinge ausbilden dürsen.
Das Lehrverhältnis muß durch einen schriftlichen Lehrvertra
der die Dauer der Lehrzeit, die beiderseitigen Leistungen und d Voraussetzungen für eine Löfung des Vertrages enthält, geregelt sein. Falls im Lehrvertrag eine Entschädigungspflicht bei vor zeitiger Lösung des Lehrverhältnisses vereinbart wird, darf di
Pflicht nicht einseitig für eine Partei festgesetzt werden. Die
handlungen erstrecken sich dann auf eine Reihe von Einzelfragen,
den süddeutschen Ländern
8 ¹
wobei auf die vom Preußischen Landwirtschaftsministerium und von bereits vorweg erlassenen Be⸗ stimmungen zurückgegriffen werden könnte
Bei Beratung der Zulassungsbedingungen zu den praktischer Prüfungen wurde von Vertretern der Arbeitnehmer gewünscht daß die Lehrlingsprüfung allen, auch Nichtlehrlingen, zugänglich sein sollte, ohne an den Nachweis eines bestimmten Bildungs ganges gebunden zu sein, damit auch denen die Möglichkeit eine Fortkommens gegeben werde, die sich ihre Kenntnisse durch Selbst Vrn erwerben. Die große Mehrheit des Ausschusses war in dessen der Ansicht daß solche Ausnahmen nicht allgemein festgeleg.
werden könnten, wenn man ein geordnetes Lehrlingswesen nicht
von vornherein in der Wurzel zerstören wolle. Auch bietet d Ablegung der Lehrlingsprüfung durch einen Nichtlehrling an sich praktisch keine Erleichterungen für das Fortkommen im Berufe Andererseits zu bedenklichen Umgehungen der Lehrlingsvorschriften führen.
Der Unterausschuß des vorläufigen Reichswirt 8 9 Sitzung.
Verkehrswesen.
In den kletzten Monaten ist es Schwindlern wiederholt ge⸗
lungen, dadurch Zutritt zu Wohnungen, Geschäftsräumen usw. zu erlangen, daß sie vorspiegelten, sie sollten Arbeiten an der Fernsprechanlagen ausführen. Um Vertrauen zu erwecken
tragen sie nicht selten Postuniform oder auch nur eine Postmütze
Andere Schwindler treten in bürgerlicher Kleidung auf. Sie suchen es bei ihren Arbeiten so einzurichten, daß sie un keobachtet bleiben, und stehlen dann in wenigen Augenblickeu
was ihnen gerade in die Hände fällt. Unter dem angegebenen
Vorwande verschaffen sich die Schwindler auch Zutritt zu Höfen, Kellerräumen usw. und stehlen dann in günstigen Augenblicken wert⸗ Messingteile an
volle Metalle (Bleirohre der Wasserleitungen, Türen u. a.). Wieder andere kundschaften anscheinend eine Gelegen⸗ heit zu Einbrüchen aus. In einem Falle hat ein Dieb auf dem Hofe das Bleirohrkabel zerschnitten. in dem der Anschluß eines Teil⸗ nehmers lag, um diesem die Möglichkeit zu nebmen, die Polizei her⸗ beizurufen. schädigten ein Opfer ihrer deshalb angebracht, derartigen besondere Aufmerksamkeit zu schenken. Beamten und Arbeiter der Reichsvpost⸗ und Telegraphenverwaltung sind sämtlich mit einem Ausweis versehen. Dieser ist für Beamte zurzeit von gelber Farbe mit dem roten Ueberdruck „Nur für 1922 gültig“. Außerdem trägt er Namen und Amtsbezeichnung des In⸗ hobers. Die Ausweiskarten der mit der Einrichtung von Sprech⸗ stellen beauftragten Telegraphen arbeiter enthalten ein Licht⸗ bild des betreffenden Arbeiters. sich diese Ausweiskarten stets Nummer und Namen zu merfen. Eine zur Vorsicht ist bereits im „Amtlichen Fernsprechbuch für Berlin und Umgegend“ auf Seite 4 enthalten Zweckmäßi wären vor allem unbekannte Personen, die auf den Höfen oder in Kellern angetroffen werden und vorschützen, Arbeiten an den Fern⸗ sprechanlagen ausführen zu müssen, nach diesen Ausweiskarten zu be⸗ fragen 8 schnell ihre polizeiliche Feststellung zu veranlassen. Es wird bemerkt, daß die Obervostdirektion für die Ergreifung derartiger Schwindler, die Telegraphen⸗ und Fernsprechanlagen zerstören, namhafte Be⸗ lohnungen zahlt.
vorzeigen zu lassen und sich
Flugpostpaketverkehr mit Lettland. Nom 6 Jum an können nach Lettland auch dringende Pakete mit der Flugpost v sandt werden. Die Sendungen dürfen höchstens 5 kg wiegen und ir feiner Ausdehnung 60 cm überschreiten. Ein Flugpostpaket koster bis 1 kg 2,05 Goldfrank, über 1 bis 5 kg 2,25 Goldfrank (1 Gold⸗ frank zurzeit = 56 ℳ) an Paket⸗ und Eilbestellgebühren sowie 18 ℳ dringende Gebühr und für jedes angesangene Kilogramm 25 ℳ Flug⸗ zuschlag. Die Pakete werden sogleich nach der Ankunkt mit Vorrang vor den übrigen Sendungen verzollt und dann durch Eilboten den Empfängern zugeführt Die Flugbeförderung nach Riga und dite beschleunigte Zollabfertigung gewäßren gegenüber der gewöhnlicher Beförderung für Pakete einen erheblichen Zeitgewinn, der auf minde⸗ stens drei Tage zu veranschlagen ist.
——
Der Flugpostverkehr mit Daöͤnemark, her auf der Linie Hamburga — Kopenbagen in den nächsten Tagen eröfftnet werden sollte, kann dänischerseits nicht aufgenommen und muß deshalb bies zum nächsten Jahre verschoben werden.
Handel und Gewerbe.
— Die Kohlenförderung hat sich, wie W T. B. 1 im Mai sehr ungünstig gestaltet. Während schon im April 7225 t arbeitstäglich weniger gefördert wurden als im März, ist für den Monat Mai mit einem weiteren Rückgang zu rechnen, der sick voraussichtlich auf rund 18 000 t arbeitstäglich belaufen wird. Wird der 1. Mai, an dem nur wenig mehr als ein Drittel des arbeitstäg⸗ lichen Durchschnitts gefördert wurde, unberücksichtigt gelassen, so wird die arbeitetägliche Förderung voraussichtlich 11 500 t weniger als im April betragen. Die Lagerbestände sind stark zurückgegangen. Während am 25. Februar noch 1 139 000 t lagerten, sind heute noch etwa 700 000 t vorhanden.
— In der vorgestrigen Sitzung des Aufsichtsrats der Dresdner Bank, Berlin, wurde die Bflanz für 1921 vorgelegt. Der Roh⸗
9 gewinn beträgt einschließlich 3 744 302 ℳ Vortrag aus dem YPor⸗
jahre 835 489 845 ℳ (im Vorjahre 423 495 091 ℳ). Nach Abzug von 497 399 105 (im Barsahre 273 431 103 ℳ) Handlungsunkosten und 131 172 505 ℳ (im Vorjahre 40 837 861 ℳ) Steuern verbleibt ein Reingewinn von 206 918 234 ℳ (im Vorjahre 109 226 126 ℳ). Der Gesamtumsatz auf einer Seite des Hauvtbuchs stellte sich auf 1 664 187 372 612 ℳ gegen 1 089 647 748 714 ℳ in 1920. Vom obigen Rohgewinn entfallen auf (in Klammern 1920): Sorten und Zinsscheine 26 494 376 (11 862 915) ℳ, Wechsel und Zinsen 477 708 447 (230 199 186) ℳ, Provisionen, abzügl. gezahlter Provisionen 271 690 302 (175 124 019) ℳ, Effekten und Konsortialbeteiligungen 50 907 899 (—) ℳ, Erträgnisse aus dauernden Beteiligungen bei anderen Banken für 1920 3 811 718 (3 627 486) ℳ. Die Bilanz für 1921 weist folgende Posten auf: Aktiva: Kasse einschließlich Guthaben bei Noten⸗ und Abrechnungs⸗ banken, Sorten und Zinsscheine 833 831 215 (665 017 849) ℳ, Wechsel und unverzinsliche Schatzanweisungen des Reichs und der Bundesstaaten 8 479 576 264 (6 767 932 223) ℳ, Nostroguthaben bei ersten Banken und Bankiers 2 733 744 657 (894 573 333) 2ll, Revorts und Lombards gegen börsengängige Wertpapiere 480 450 119 [235 061 336) ℳ, Vorschüsse auf Waren und Warenverschiffungen 1 558 100 809 (456 789 660) ℳ, davon gedeckt 1 267 022 094,65 ℳ verzinsliche Schatzanweisungen des Reichs und der Bundes⸗ staaten 39 693 908 (53 789 477) ℳ, zusammen 14 125 396 975 (9 073 163 881) ℳ. dauernde Beteiligungen bei anderen Banken 118 096 456 (77 211 035) ℳ, Wertpapiere: Anleihen des Reichs und der Bundesstaaten 8 390 602 (11 918 267) ℳ, Sonstige Wertvapiere 115 642 088 (109 287 124) ℳ, Schuldner 6 002 933 307 (2 741 231 530) ℳ Konsortialbeteiligungen 53 547 389 (71 577 149) ℳ, Immobhilienkonto: Bankgebäude 118 780 478 (61 585 415) ℳ, verschiedene Grundstücke
könnten solche generellen Ausnahmebestimmungen
Crats für Landwirtschaft und Ernährung hielt heute ein 8
Wie sich fast regelmäßig berausgestellt hat, sind die Ge⸗ Leichtgläubigkeit geworden. Es ist Schwindlern und Dieben ganz Die im Fernsprechbau kätigen
Es wird dringend empfohlen,
ähnliche Mabhnung
Sind sie nicht im Besitz des Ausweises, so ist möglichst
379 (4 192 324) ℳ Mobilienkonto 18 699 622 (11 140 175) ℳ. — Passiva: Aktienkapital 550 000 000 (20 0 000 000) ℳ, Rück⸗ A 311 500 000 (51 000 000) ℳ, Räucklage B. 59 000 000 2 G ℳ, Gläubiger 19 293 795 869 (11 582 010 352) ℳ Akzeyte 160 230 801 (108 928 259) ℳ. Der Gesamtbetrag der in den Effekten⸗ und den Konsortialbeständen enthaltenen festverzinslichen Werte beläuft sich (außer den oben angeführten verzinslichen Schatz⸗ anweisungen des Reichs und der Bundesstaaten im Betrage von 2. 39 Millionen Mark) auf ca. 112 Millionen Mark die Zahl der bei der Bank geführten Konten auf 539 706 gegen 499 843 in 1920 Die Zahl der Angesteslten betrug am Jabhrcs'’chlusse 15 471, gegen 12 681 im Jahre 1920. Der auf den 30 Juni d. J. ein⸗ erufenen Generalversammlung soll vorgeschlagen werden: 50 000 000. ℳ dem Reservefonds (Rücksage B) zu überweisen, 50 000 000 ℳ auf Boneebände und 18 699 622 ℳ auf Mobilienkonto abzuschreiben, 3 000 000 ℳ dem Eugen⸗Gutmann⸗Fonds und 10 279 573 ℳ dem Pensionsfonds zuzuführen, der dadurch auf die Höbe von 30 000 000 ℳ gebracht wird, und eine Dividende von 16 vH zur Verteilung zu bringen, an der die neuen Aktien zur Hälfte vartizipieren. Nach Absetzung der statutenmäßigen Gewinnanteile verbleiben alsdann 4 351 876,75 ℳ zum Vortrage auf neue Rechnung.
— Die vorgestern in Berlin abgehaltene Generalversammlung der Keramischen Elektro⸗Osmose Aktiengesellschaft genehmiate eine Kapitalserhöhung bis zu 100 Millionen Mark und ermächtigte den Aufsichtsrat, die Einzelheiten der Begebung der Aktien zu bestimmen, abgesehen von einem Teilbetrag von nom. 3 Millionen Mark, den die Elektro⸗Osmose Aktiengesellschaft fest über⸗ nommen hat, mit der Verpflichtung, diese den bisherigen Aktionären im Verhältnis von 2:1 zum Kurse von 135 vH zum Bezuge anzubieten. Die jungen Aktien sind dividenden⸗ berechtigt ab 1. Juli 1922. Wie die Verwaltung dem „W. T. B.“ zufolge mitteilte, dient die Kapitalserhöhung in erster Linie dazu, die Mehrheit der Geschäftsanteile der Sächsischen Elektro⸗Osmose Kaolinwerke G. m b. H., Kemmlitz in Sachsen und die Mehrheit der Aktien der Karlsbader Kaolin⸗Elektro⸗Osmose Aktienaesellschaft, Chodau bei Karlsbad, von der Elektro⸗Osmose Aktiengesellschaft zu
erwerben.
— Der Aufsschtsrat der Oskar Skakler Aktien⸗ gesellschaft, Berlin, hat beschlossen, das Kapital das bisher 20 000 000 ℳ betrug, um weitere 10 000 000 ℳ zu erhöhen.
— Die Selve⸗Automobilwerke A.⸗G. in Hameln bielt vorgestern ihre ordentliche Generalversammlung ab. Den Passiven der Bilanz in Höhe von 25 391 000 ℳ, u. a. Aktienkapital 16 000 000 ℳ Kreditoren 7 550 000 ℳ, stehen als Aktiva u. g. Debitoren 4 081 000 ℳ, Bankguthaben 7 343 000 ℳ, Warenbestände 11 500 000 ℳ und Anlagen 1 500 000 ℳ gegenüber. Von einer Dividendenverteilung wird abgesehen. Das Unternehmen entwickelt sich gut und die Gesellschaft ist mit erheblichen Aufträgen in das neue Geschäftsfahr eingetreten. Neu in den Aufsichtsrat gewählt wurden Geheimer Kommerzienrat Max v. Guilleaume, Hans Kalmuth und Landtagsabgeordneter Direktor Dr. Horster Altena i. Westf.
— Die außerordentliche Generalversammlung der Ostdeutschen Hefewerke Akt.⸗Ges. in Tilsit hat beschlossen, das Grund⸗ kapital der Gesellschaft um 4 500 000 ℳ auf 8 000 000 ℳ zu er⸗ höhen. Zur Ausgabe gelangen 4050 Stammaktien und 450 Veorzugs⸗ aktien über je 1000 ℳ mit Dividendenberechtigung ab 1. Juni 1922. Die Aktien sind von einem Bankkonsortium übernommen worden mit der Verpflichtung, den alten Aktionären auf eine alte eine neue Aktie zum Kurse von 165 vH anzubieten. Der Vorstand schilderte die Lage der Gesellschaft als durchaus günstig und konnte berichten, daß der Umsatz gegen das YVorjahr die mehrfache Höhe erreicht hat.
— Die Ringsdorff⸗Werke A.⸗G, Mehlem a. Rh., die außer der Fabrikation von Kohlenbürsten aller Art auch die Herstellung von Kohlenbürstenhaltern Kontrollerteilen und Kontakt⸗ fingern betreibt, hat zum Ausbau und zur Erhöhung der Leistungs⸗ fähigkeit dieses Fabrikationszweiges die Halterbauabteilung der Firma Schäfer u. Montanus in Frankfurt a. Main übernommen.
— In der Generalversammlung der Cyklop Fahrrad A.⸗G. ElIsdorf (Rhld.) vom 18. Mai wurde einstimmig beschlossen, das Aktienkapital von 1 Million auf 3 Millionen Mark zu erhöhen. Die neuen Aktien übernimmt der Aufsichtsrat mit der Verpflichtung, sie den Aktionären im Verhältnis von einer alten Aktie zu zwei neuen zum Kurse von 110 vH anzubieten. Der Uebernahmepreis ist zahlbar bis zum 6. Juni 1922. Etwaige durch die Ausgabe der neuen Aktien sich ergebende Ueberschüsse fließen in die Gesellschaftskasse. In den Aufsichtsrat wurden Dr. Wirtz. Syndikus in Köln, und Heinr. Tils, Gutspächter zu Poulheim, gewählt.
— Die Roheinnahmen der Baltimore and Ohio⸗ Eisenbahn ergaben laut Meldung des „W. T. B.“ im April 1922 gegen das Vorjahr eine Zunahme von 365 000 Dollar, die Reineinnahmen ergaben eine Zunahme von 39 600 Dollar.
Kopenhagen, 29 Mai (W. T B). Mochenausweis der Nationalbank in Kopenhagen vom 27. Mai (in Klammern der Stand vom 20. Mai) in Kronen: Goldbestand 228 324 382 (228 324 262), Silberbestand 4 127 492 (4 020 421), zusammen 232 451 874 (232 344 683) Notenumlauf 405 810 660 (404 670 600), Deckungsverhältnis in vH 57,3 (57,4).
Stockholm 30. Mai. (W T. B.) Wochenausweis der Schwedischen Reichsbank vom 27. Mai (in Klammern der Stand am 20. Mai) in Kronen: Metallvorrat 274 151 472 (274 157 347z Ergänzungsnotendeckung 871 181 857 (882 895 533), davon Wechse’ auf Inland 418 476 157 (431 091 634) davon Wechsel aut Ausland 45 159 268 (45 866 294), Notenumlauf 525 819 734 (532 525 913) Notenreferve 147 483 110 (140 788 782), Girokonto⸗ guthaben 300 400 648 (297 743 879).
Wagengestellung für Koble, Koks und Briketts
Ruhrrevier Oberschlesisches Revier Anzahl der Wagen
am 30. Mai 1922:
Gestellt.
Nicht gestellt
Beladen zurück⸗ Ä“
Gestellt...
Nicht gestellt.
Beladen zurück⸗ J““
8
Die Elektrolvtkupfernotierung der Vereinigung
für deutsche Elektrolvtkupfernoti; stellte sich laut Berliner Meldung
des „W. T. B.“ am 1. Juni auf 8495 ℳ (am 31. Mai auf 8585 ℳ) für 100 kl.
Speisefette. Bericht von Gehr. Gause. Berlin, den 31. Mai 1922. Butter. Der Eigenbedarf des Landes in der Woche vor dem Fest I die Zufuhren noch nicht wesentlich ansteigen ebenso hat die Weidefütterung ihre volle Wirkung noch nicht erreicht, wie auch häufig vorkommende Blendlingsware beweist. Die Preise blieben daher unverändert. Die heutige amtliche Notierung ist: Einstandspreise für das Pfund inkl. Faß frei Berlin Ia Qua⸗ lität 66 ℳ, II a Qualität 58 — 62 ℳ, abfallende 50 — 55 ℳ. — Margarine. Die Nachtrage nach den teuersten und den billigsten Marken ist gut, dagegen sind die Mittelmarken vernachlässigt. — Schmalz. Die rückgängigen Devisenkurse führten eine Abschwächung der Schmalzpreise herbei, während die Forderungen der amerikanischen Packer weiter fest und leicht anziehend waren. Die Konsumnachfrage war ziemlich rege. Die heutigen Notierungen sind: Choice Western Steam 41 ℳ, Pure Lard in Tierces 42 ℳ, do kleinere Packungen 42 50 ℳ, Berliner Bratenschmalz 42,50 ℳ. — Spe ck. Nachfrage lebhaft. Gesalzener amerikanischer Rückenspeck notiert 38 — 41 ℳ, je nach Stärke.
Berichte von auswärtigen Wertpapiermärkten.
Köln, 1 Juni. (W. T. B.) (Amtkliche Devisenkurse.) Holland 10 491,85 G., 10 518 15 B. Frankreich 2459,40 G., 2565,60 B., Belgien 2272,15 G. 2277,85 B., Amerika 269,65 G., 270,35 B., England 1199,00 G. 1201,00 B., Schweiz 5158,55 G., 5171,45 B., Italien 1390,75 G., 1394,25 B., Dänemark 5802,70 G. 5817,30 B., Norwegen 4843,90 G. 4856,10 B., Schweden 6911,35 G., 6928,65 B., Spanien 4294,60 G., 4305,40 B., Prag 499,35 G., 500,65 B., Budapest 33,82 ½˖ G., 33,99 ½ B., Wien 2,58 G., 2,62 B.
Hamburg, 1. Juni. (W. T. B.) (Börfenschlußkurfe.) Deutsch⸗Australische Dampfschiff⸗Gesellschaft 450,00 bis 460,00 bez., Hamburger Paketfahrt 375,00 bis 378,00 bez., Hamburg⸗Südamerika 708,00 bis 711,00 bez., Norddeutscher Lloyd 291,00 bis 293,00 bez., Vereinigte Elbeschiffahrt 605,00 bez., Schantungbahn 415,00 bis 435,00 bez., Brasilianische Bank 1050,00 bis 1080,00 bez., Commerz⸗ und Privat⸗Bank 298,00 bis 300,00 bez., Vereinsbank 280,00 bis 290,00 bez., Alsen⸗Portland⸗Zement 1450,00 bis 1460,00 bez., Anglo⸗Continental —,— bez., Asbest Calmon 568,00 bis 592,00 bez., Dynamit Nobel —,— G., —,— B. Gerbstof Renner —,— bez., Norddeutsche Jutespinnerei —,— G., —,— B., Merck Guano —,— bez., Harburg⸗Wiener Gummi
1348,00 bis 1372,00 bez., Kaoko 200,00 bez., Sloman Salveter —,— G., Neugumeg —,— G., Otavi⸗Minen⸗Aktien 810,00 bez.
„ Leipzig, 1. Juni. (W. T. B.) Sächsische Rente 64,50, 5 % Leipziger Stadtanleihe 100,80, Allgemeine Deutsche Eredit⸗ anstalt 245,00, Bank für Grundbesitz 225,00, Chemmnitzer Bank⸗ verein 282,00, Ludwig Hupfeld 540,00, Piano Zimmermann 710,00, Leipziger Baumwollspinnerei 850,00 Sächs. Emaillier⸗ u. Stanz⸗ werke vorm. Gebr. Gnüchtel 405,00, Stöhr u. Co. 1500 00 Thür. Wollgarnspinnerei 1000,00, Sächs. Wollgf. vorm. Tittel u. Krüger 1080 00, Tränkner u. Würker 750,00, Zimmermann⸗Werke 425,00. Germania 550,00, Peniger Maschinenfabrik 325,00, Leipziger Werk⸗ zeug Pittler u. Co. 850,00, Wotan⸗Werke 865,00, Leipz. Kammgarn⸗ spinnerei 859,00, Hugo Schneider 640,00, Wurzner Kunstmühl. vorm. Krietsch 485,00, Hall. Zucker⸗Fabrik 925,00 Mittweidaer Kratzen 1380,00, Fritz Schulz sun. 1000,00, Rieheck u. Co. 485,00, Thüring. Gas 376,00, Hallesche Pfännerschaft 440,00.
Danzig, 1. Juni. (W. T. B.) Noten: Amerikanische 270,97 G., 271,53 B., Englische —,— G., —,— B., Französische —,— G. —,— B. Holländische —,— G., —,— B., Polnische 6,96 G., 6,99 B., Warschau —,— G., —,— B., Posen —,— G., —,— B. — Telegraphische Auszahlungen: London 1221,25 G., 1223,75 B., Holland 10 639,35 G., 10 660,65 B., Paris
G., B., Warschau 6,93 ½ G., 6,96 ½ B., Polen —,— G., —,— B., Posen 6,93 ½ G., 6,96 ½ B.
Wien, 1. Juni. (W. T. B.) Türkische Lose 85 000 Mai⸗ rente 148, Februarrente 150, Oesterreichische Kronenrente 145, Oesterreichische Goldrente 2500, Ungarische Goldrente 1 7 700 Ungarische Kronenrente 5350, Anglobank 21 200, Wiener Bankverein 7950, Oesterreichische Kreditanstalt 8270, Ungarische Kreditanstalt 24 300, Länderbank 19 400, Oesterreichisch⸗Ungarische Bank 34 000, Wiener Unionbank 7550, Lloyd Triestina —,—, Staatsbahn 191 000 Süd⸗ bahn 47 300, Südbahnprioritäten 70 100, Siemens u. Halske 10 800, Alpine Montan 134 400, Poldihütte 90 000, Prager Eisen 207 000, Rima Murany 52 300 Skoda⸗Werke 108 900, Brüxer Kohlen 211 000, Salgo⸗Kohlen 139 000, Daimler Motoren 4555, Veitscher Magnesit —,—, Waffenfabrik 5500, Galizia⸗Petroleum —,—, Kaiser⸗ Ferdinand⸗Nordbahn 745 000.
Wien, 1. Juni. (W. T. B.) Notierungen der Devisen⸗ zentrale: Amsterdam 438 750,00 G., Berlin 4170,00 G., Kopen⸗ hagen 246 375,00 G., London 50 300,00 G., Paris 103 150,00 G., Zürich 215 875,00 G., Marknoten 4190,00 G., Lirenoten 58 870,00 G., Fugoflawische Noten 15 758,00 G., Tschecho⸗Slowakische Noten 21 915,00 G., Polnische Noten 283,00 G., Dollar 11 169,00 G., Ungarische Noten 1369,50 G.
Prag, 1. Juni. (W. T. B.) Notierungen der Devisen⸗ zentrale (Durchschnittskurse): Amsterdam 2010.00, Berlin 19,15, Stock⸗ holm 1342,50, Christiania 932,50, Kopenhagen 1137,50, Zürich 991,00, London 230,25, New York 51,72 ½, Wien 0,43 ⅛, Mark⸗ noten 19,15, Polnische Noten 1,30 ¼.
London., 31. Mai. (W. T. B.) Privatdiskont 2 ⁄ 4 % fundierte Kriegsanleihe 86 ⅞, 5 % Kriegsanleihe 9911⁄11. 4 % Sieges⸗ anleihe 89,75.
London, 1. Juni. (W. T. B.) Devisenkurse. Paris 48,87 ½, Belgien 52,95 ½, Schweiz 23,28, Holland 11,49 ½, New York 4451 / Spanien 28,21, Italien 85,37, Deutschland 1197,00, Wien 48 500,
Bukarest 650. (W. T. B.) Silber 36,25, Silber auf
London, 1. Juni. Lieferung 36,25. Paris, 1. Juni. (W. T. B.) Devisenkurse. Deutschland 4,05, Amerika 1098,50, Belgien 92,40, England 48,90, Holland 426,00, Italien 57,20, Schweiz 210,00, Spanien 173,25. Amsterdam, 1. Juni. (W. T. B.) Devisenkurse. London 11,49, Berlin 0,94 ¾, Paris 23,47 ½, Schweiz 49,32 ½, Wien 0,02 ¼, Kopenhagen 56,50, Stockholm 67,00, Christiania 46,60, New York 258,00, Brüssel 21,67 ½, Madrid 40,55, Italien 13,45. Amsterdam, l. Juni. (W. T. B.) 5 % Niederländische Staatsanleihe von 1918 90,00, 3 % Niederländische Staats⸗ anleihe 63,75, 3 % Deutsche Reichsanleihe Januar⸗Juli⸗Coupon —,—, Königlich Niederländ. Petroleum 485,00, Holland⸗Amerika⸗ Linie 132,50, Atchison, Topeka & Santa Fé 106,25, Rock Island —,—, Southern Pacisic 95,50, Southern Railway 25 8, Union
2 7
Pacific —,—, Anaconda 114,75, United States Steel Corp. 104,75.
7
Berichte von auswärtigen Warenmärkten.
Liverpool, 31. Mai. (W. T. B.) Baumwolle. Umsatz 14 000 Ballen, Einfuhr 5200 Ballen. Junilieferung —,—, Juli⸗ lieferung 11,99, Augustlieferung 11,91. — Amerrkanische und bra⸗ silianische Baumwolle je 2 Punkte, ägyptische 20 — 50 Punkte höher.
Untersuchungssachen.
Aufgebote, Verlust⸗ u. Fundsachen, Zustellungen u. dergl. Verkäufe, Verpachtungen, Verdingungen ꝛc.
Verlosung ꝛc. von Wertpapieren. Kommanditgesellschaften auf Aktien u. Aktiengesellschaften.
tsanwälten.
. Erwerbs⸗ und “ e
6 8 Niederlassung ꝛc. von d
ffentlicher Anzeiger.
Anzeigenpreis für den Raum einer 5 gespaltenen Einheitszeile 15 ℳ
10. Verschiedene Bekanntmachungen. 11. Privatanzeigen.
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82☛ ꝑABefristete Anzeigen müssen drei Tage vor dem Einrückungstermin bei der Geschäftsstelle eingegangen sein. ☚ᷣ☚
8 [27666] 1) Untersuchungssachen [27658
Der Kaufmann Erich Beyer, geboren am 27. Juni 1902 in Weißenfels a. d. Saale, Kanonier der 6. Battr. Art.⸗Regt. 6 in Minden, wird für fahnenflüchtig erklärt.
Bielefeld, den 27. Mai 1922.
Der Oberstaatsanwalt.
———UVN——
Reichsanzeiger Nr. 66
erledigt.
2. Eskadron Reichswehr⸗Regts. 4 in Potsdam,
2. der Oberfunker Kurt Peschke,
3. der Oberfunker Artur Schröder
Der Reiter Walter Schulz der Amts wegen aufgehoben. 95 G 8
[96687]
Bekanntmachung. 1 Das Aufgebotsversahren zum Zwecke der — F. 834. 20. Kraftloserklärung der auf den Inhaber lautenden Aktie der Wayß u Freytag A.⸗G. in Neustadt a. Hdt. zu Die Zahlungssperre 1000 ℳ — veröffentlicht im Deutschen 07 ““ Nr. 9 795 985 über vom 18 März 0 /0 Kriegsanleihe Nr. 9 795 985 über
1922 — ist durch Rücknahme des Antrags Amtsgericht Berlin⸗Phi Abtei 8 f ; Amts erlin⸗N „Abteilung 83. Die im Deutschen Reichsanzeiger I
Nr. 10 vom 12 Januar 1922 veröffent⸗ [27664]
59] lichte Zahlungssperre wurde daher von Die Zahlungssperre
Amtsgericht Neustadt a. Hdt.
1 8 Der Gutsbesitzer Robert Sander in 3836, 3874, 4263, 4313, 4 von der 1. Komp. Nachr.⸗Abt. 3 in Pots⸗ Langenbernsdorf i. Sa. hat das Aufgebot 4586 zu je 600 ℳ wird aufgehoben, da
Amtsgericht Berlin⸗Mitte, Abt. 83. (27663]
hinsichtlich der ausfertigen. 500 ℳ ist aufgehoben. — F. 524. 21.
—ü ———
der Aktien des (27703]
Essen Nr. 4514, 1656, 289, 517, 672, 845, 1077, 1299, 1346, 1725, 1976, 2238, 2515, 2713, 3068, 3392, 3399, 3443,
dam, des ihm angeblich abhanden gekommenen die Aufhebung beantragt ist. ggericht in
4. der Kanonier Erwin Schütte der Mantels der Stammaktie Nr. 2191 des 12. reit. Batterie Art.⸗Regté. 3 in Pots⸗ Steinkohlenbauvereins Gottes Segen zu dam 1 Lugau über 100 Taler beantragt. Der
werden, nachdem gegen sie die öffent⸗ Inhaber der Urkunde wird aufgefordert,
7
1 b 8 2 den 3. Juli ist gemäß § 12 des Reichsgesetzes vom 1922, Vormittags 10 Uhr, vor dem 17 August 1920 für fahnenflüchtig erklärt. unterzeichneten Gericht anberaumten Auf⸗ gebotstermine seine Rechte anzumel und die Urkunde vorzulegen, widrigenfalls , G, die Kraftloserklärung der Urkunde erfolgen A.⸗
liche Klage wegen Fahnenflucht erhoben spätestens in dem auf
Potsdam, den 2. Mai 1922. Der Oberstaatsanwalt.
wird.
2) Aufgebote, Verlust⸗ 88 und Fundsachen, Zu Zahlungssperre
[27662
Das Aufgebotsverfahren der 5 % Reichsschuldverschreibungen Fr. 901 aber 2909 umnd Nrn. 16 174 980 und 15 041 36! über je [27661] 8 1000 ℳ ist eingestellt. — F. 789. 21. Die Zahlungssperre
Amtsgericht Berlin⸗Mitte, Abteilung 83. 5 % Kriegsanleihen Nr.
Sächsisches Amtsgericht Stollberg, den 6. Dezember 1921.
5 8 b hinsichtlich der vom 24. Mai 1921 geiperrten Mäntel zu
stellungen U. dergl. 5 %. Kriegsaneihen Nr. 6, 227 441, 6 227 442. 6 381 500, 6 382 129 6 382 13
über je 200 ℳ ist aufgehoben V hinsichtlich Amtsgericht Ch x Abteilung 83. Der Polizeipräsident. Abteilung IV. E.⸗D.
gg——U—
Effen, den 27. Mai 1922. Das Amtsgericht JE
27665] Beschluß.
Auf Antrag des Bankkassierers K Hüller in Schwabach wird die Zahlungs⸗ sperre über die Stammaktie Nr. 3918 der Harkortschen Bergwerke und chemischen Fabriken zu Schwelm und Harkorten, in Gotha, über 600 ℳ auf⸗ gehoben.
Gotha, den 30. Mai 1922.
Thüringisches Amtsgericht. 1.
[27668]
Erledigung. Die im Reich
anzumelden
[27667]
ℳ 2000 Hackethal Draht⸗Aktien sind ermittelt. 8 82 10 Berlin. den 31.5. 1922. (Wp. 166/21.) )
27669 Oesfentliches Aufgebot. ◻Ꝙ
1 184 899 und
20
lust geraten.
Magdeburg, den 29. Mai 1922. Wilhelma in Magdeburg Allgemeine Versicherungs⸗Actien⸗Gesellschaft.
E1ö1öu“]
Termin auf
Der von uns am 22. Juli 1919 auf unter Nr. 8.
hinsichtlich der das veben des Gastwirts Herrn Walter Haltermann in 1 ’ schlusse in Donrath ausgefertigte Ver⸗ Hypothek von 580 ℳ, b) des Hypotheken⸗ kommisse beantragt.
4 900 über je 2000 ℳ ist aufgehoben. sicherungsschein Nr. 159 887 ist in Ver⸗ briefs über die im Grundbuch von Peters⸗ 8 “ e Wenn innerhalb zweier dorf Band V Blatt 214 in Abt. III Monate der Inhaber des Scheins sich unter Nr. 1 für den Rentner Heinrich nicht bei uns meldet, gilt derselbe für Haltermann in Petersdorf eingetragene raftlos und wir werden eine Ersatzurkunde Hypothek von 800 ℳ, 2. Möller, des
Sparkassenbuchs Nr. 1839 Hauptbuch Fol. 4763 der Spar⸗ und Leihkasse der Stadt Burg a. Fehm., lautend auf 7825,01 ℳ, beantragt. Die Inhaber der Urkunden werden aufgefordert, spätestens in dem auf den 227. September 1922,
4X“ In dem Verteilungsverfahren gegen den -rmittags 9 Uhr, vor dem unterzeich⸗ Cöln⸗Neuessener Bergwerks⸗Vereins zu Regierungsobersetretär Mar Selianow Beg. in Potsdam ist zur Erklärung über den termine ihre Rechte anzumelden und die vom Gericht angefertigten ““ Urkunden vorzulegen, 4436, 1414, sowie zur Autfbrmg —. e⸗ 1993, 1I der Urkunden erfolgen Vormittags 11 Uhr, vor dem Amts⸗ 8 Potsdam, Straße 8, Zimmer A 59, bestimmt worden. Termin ordnung des Amtsgerichts geladen: der 8 t glettenb Malermeister Heinrich Glimann und Stockumschen Fideikommisses ist be⸗ die Rechtsanwälte 18 . Dr. Michelsohn, sämtlich früher in Geldsideikommiß. 2. Die Hälfte des Bromberg. jetzt unbekannten Aufenthalts. Kapitalvermögens des Fideikommisses wird Potsdam, den 18. Mai 1922. Der Gerichtsschreiber des Amtsgerichts. Abteilung 6.
widrigenfalls die
Burg a. F., den 27. Mai 1922. Das Amtsgericht.
werden auf An⸗ [276711 Bekanntmachung. In Sachen des von Plettenberg⸗
Kaiser⸗Wilhelm⸗
Silberstein und schlossen: 1. Das Fideikommiß gilt als
freies Vermögen des derzeitigen Fidei⸗ kommißbesitzers. Anwärter, die Beschwerde einlegen wollen, haben diese bei Verlust — des Beschwerderechts binnen einem Aufgebot. Monat seit dieser Bekanntmachung bei
„Der Landmann Jürgen Haltermann in 2† 1u“”] ng 4 wetahnc als Generalbevollmächtigter des dem unterzeichneten Auflösungsamte anzu⸗ Hsanzeiger 118 früheren Landmanns, Heinrich Haltermann des Aelteren in Peters⸗ dorf, Prozeßbevollmächtigter: Rechtsanwalt Jordt in Burg, 2. der Rentenempfänger [27672] Nicolaus Möller in Petersdorf haben das 8 h Ausgebot 1. Haltermann, a) des Hyvo⸗ Salzauer Primo⸗ und des Sekundo⸗ thekenbriefs über die im Grundhuch von genitur⸗Fideikommisses ist von den Westermarkelsdorf a. F. Band 1 Blatt 18 Inhabern Grafen für den Landmann Heinrich Blome die Aufnahme eines Familien⸗
bringen. 8 ““ Das Auflösungsamt für Familiengüter zu Hamm.
jetzigen Rentners
In Sachen des Gräflich Blome⸗
Arnold und Louis in Petersdorf eingetragene schlusses zwecks Anfhebung der Fidei⸗ Termin zur Auf⸗