1922 / 128 p. 2 (Deutscher Reichsanzeiger, Sat, 03 Jun 1922 18:00:01 GMT) scan diff

der Filmprüfftelle in München in ver Zeit vor

6

n 10. bis einschließ

30. Mai 1922.

Datum

Ursprungs⸗ Länge der land in m Ent⸗

scheidung

Antragsteller

Zugelassen

Erneut zu⸗ gelassen nach Beschwerde Bemerkungen oder 3 Widerruf

Prüfnummer dlichen füur Jugendliche verboten

auch vor Jugen Ausschnitte in m

Tautphoeus Patentverwer⸗ tungs⸗G. m. b. H., München

Florentin⸗Filmwerke

Selig, Amerika

Vitagraph, Amerika

Film, Eng⸗ lan

Der Klub der Milliardäre . Jupiter⸗Film, Turin

Serienfilmreklame Nr. 5

Der schwarze Leopard

Fattva Zauberhose .. . Der große Stierkampf in Valencia

Hamburg⸗Amerika⸗Linie, Stapellauf eines 8 Riesendampfeerss .Werbedienst G. m. b. H., München Hamburg⸗Amerika⸗Linie, ein Riesen⸗ v1e“ „Cabiriga“ oder Der Kampf um die Welt⸗ herrschaft, I. und II. Teil. .ZItalia⸗Film, Turin

Ara⸗Film⸗Ges. m. b. H., Wiesbaden

Münchner Lichtspiel⸗Kunst

Das Schloß des Schreckens..

Kauft Mariett⸗Aktien..

München, den 30. Mai 1922.

1922, Mai

Tautphoeus Patentverwer⸗ Inland 12. tungs⸗G. m. b. H., München

Florentin⸗Filmwerke K 3.

Jul. Baer, München Alnerika 88

England 20.

Italien 20.

Mfacess Lichtspiel⸗Kunst

Werbedienst G. m. b. H., Inland 70

München

Rhein Monopol⸗Film⸗ Italien 3385 vertrieb, Flügel, Frei⸗ burg.

Int. Filmvertr. „Expreß“, Hempfling & Co.

Münchner Lichtspiel⸗Kunst 8 5 A.⸗G. 3 8

60

Inland

Filmprüfstelle München. Dr. Leibig.

Nachzensiert, ursprünglicher Text

Nachzensiert

Bekanntmachung. A) Mit Wirkung ab 1. Juni 1922 gelten die folgenden Brennstoffverkaufspreise je Tonne einschließlich Kohlen⸗ und Umsatzsteuer: I. Rheinisch⸗Westfälisches Kohlensyndikat: 111l]“] X1*X*X*²“ꝝ CCEEöE“ II. Aachener Steinkohlensyndikat: Eschweiler Bergwerksverein: Beregiseessesaee“ 1743,30 1111611X“X“ III. Sächsisches Steinkohlensyndikat: Briketts (O. Förster und Morgenstern) . . .1591,— B) Unter den Bedingungen der Bekanntmachung des Neichs⸗ kohlenverbandes vom 31. Januar 1921 (Reichsanzeiger Nr. 27) dürfen ab 1. Juni 1922 für den Brennstoffverkauf frei Eisenbahnwagen ab oberrheinischen Umschlagplätzen folgende Zuschläge se Tonne zu den ab Werk geltenden Ver⸗ kaufspreisen erhoben werden: a) für Brennstoffe aus dem Bezirk des Rheinisch⸗ 18 Westfälischen Koblensvndikats: Bingen Mainz Kastel Gustavs⸗ Kohlen Koks burg Gernsbeim Worms Mannheim Rheinau Ludwigs⸗ 8 hafen vd111“*“ 359,85 Frankfurt a. M. Mainkur Offen⸗

bach seinschl. Werft⸗ und Main⸗ fanalgebübhren) . . 370,15 395 65 Aschaffenburag .. .. 8 . 390,90 417,10 Karlsruhe —Speyer.. 401 10 427,40 h“ 496,35 524 90 Lauterburg (frei Schiff) . . . C(CCCS 409 75 Kehl Straßburg (frei Schi 66I 477 25 für Braunkohlenbriketts des Rheinischen BVBraunkohlensvndikats: Ringen— SFostheim Weisenau —- Frei⸗Weinheim Main; Gustebehdhdhn 1 Mannbeim Rheinau Worms Ludwigsbafen 326,40 Frankfurt a M. Offenbach (einschl Werft⸗ und Maintanalgebihren)” 333,85 Karlsrube Spever Leopoldshaten. . 367,60 116161611 v111111“ Die in der Bekanntmachung vom 28. Avril 1920 (Reichs⸗ anzeiger Nr. 91) und vom 29. September 1920 (Reichsanzeiger Nr. 222) enthaltenen allgemeinen und Sonderbestimmungen gelten auch für die vorgenannten Brennstoffverkaufspreise. Berlin, den 1. Juni 1922. Aktiengesellschaft Reichskohlenverband. Brecht. Loeffler.

2

384,90

89 .

66“

Preußen.

Aluf Grund des § 1 des Gesetzes vom 31. Juli 1921 (Gesetzsamml. S. 485) über Abänderung der Verordnungag, be⸗ treffend ein vereinfachtes Enteignungsverfahren, vom 11. Serfember 1914 (Gesetzsamml. S. 159) wird bestimmt, daß dieses Verfahren auf das von der Emschergenossen⸗ schaft zum Zwecke der Verlegung des Schondeller⸗ baches oberhalb der Einmündung in die Emscher durchzuführende Enteignungsverfahren Anwendung findet. Berlin, den 18. Mai 1922. Das Preußische Staatsministerium. Der Minister des Innern. Der Finanzminister. Severing. von Richter. Der Minister für Landwirtschaft, Domänen und Forsten. Dr. Wendorff. 1 8 . Der Minister für Handel und Gewerbe.

—262

v Sier n g.

Ministerium für Landwirtschaft, Domänen und Forsten Dem Tierarzt Dr. Tang in Buchholz, Kreis Harburg, ist die fommissarische Verwaltung der Kreistierarztstelle des Kreises Mülheim a. Rhein in Berg. Gladbach (Reg.⸗Bez. Köln) übertragen worden. ““ Die Oberförsterstellen Kolpin im Regierungsbezirk Potsdam, Kladow⸗Ost und Neuhaus im Regierungsbezirk Frankfurt a. O., Schuenhagen im Regierungsbezirk Stral⸗ sund, Klosteroberförsterei Lüneburg im Forstverwaltungs⸗ bezirk Hannover, Hersfeld⸗Ost im Regierungsbezirk Cassel und Die; im Regierungsbezirk Wiesbaden sind bis zum 1. Ok⸗ tober 1922 zu besetzen. Bewerbungen müssen bis zum 1. Juli 1922 eingehen. v“ 8

während des Krieges vom 15. Februar 1917 genehmigte öffentliche Sammlungen.

Ministerium für Volkswohlfahrt. In der Woche vom 21. bis 27. Mai 1922 auf Grund der Bundesratsverordnu

Name und Wohnort des Unternehmers

Zu fördernder Wohlfahrtszweck

Zeit und Bezirk, in denen das Unternehmen ausgeführt wird

Stelle, an die die Mittel abgeführt werden sollen

Jüdische nstalt Deutschland, Berlin⸗Steglitz

Offizier⸗Vereinigung Inf.⸗Regt. General⸗Feldmarschall von Hindenburg Nr. 147, Berlin⸗ Friedenau, Feurigstraße 11

Vorstand der vereinigten Fürsorge für das Auslanddeutschtum, Leitung der Sammlung, Brüder in Not“, Berlin W. 56, Ober⸗ wallstraße 1 a

Magistrat der Stadt Emden

Zur Fesseüun der Not hungernden Ru

Auslandsflüchtlingen

Emden

Blindenanstalt für Zur Erfüllung ihrer Aufgaben

unter den ßlanddeutschen und den Reichsdeutschen und deutschstämmigen

Errichtung eines Denkmals für die ge⸗ fallenen Mannschaften des Kreuzers

31. Dezember 1922 für Preußen. Sammlung von Geldspenden durch Versendung von Werbeschreiben bis zur Höchstzahl von 2000 Stück an jüdische Kreise.

31. Oktober 1922 für Preußen. Sammlung von Gelespenden in den Kreisen der ehem. Angehörigen des Inf.⸗Regts Nr 147 durch mündliche Werbung, Werbeschreiben und Aufrufe in den Tageszeitungen

Verlängert 31. August 1922 für Preußen. Sammlung von Geld⸗ spenden durch Presseveröffent⸗ lichungen, öffentliche Anschläge, Werbebriefe und einmalige Haus⸗ sammlungen.

30 September 1922 für Preußen. Sammtung von Geldspenden durch Aufrufe in den Tageszeitungen.

Anstalt

Vereinigung

Vorstand

e

Der Minister für Volkswohlfahrt. J. A.: Hoffmann.

und Volksbildung.

Die Wahlen der Studienrätin Sasse an der städtischen Annette⸗von⸗Droste⸗Hülshoff⸗Schule in Münster i. W. zur Oberstudienrätin bei dieser Anstalt und des Studienrats Mulch am städtischen evangelischen Lyzeum nebst Oberlyzeum in Münster i. W. zum Oberstudienrat bei dieser Anstalt sind bestätigt worden.

Die Wahl des Studienrats Heinecke an der städtischen Cecilienschule in Breslau zum Oberstudienrat bei dieser Anstalt ist bestätigt worden.

Die am 21 April 1920 gegen Wilhelm Oberstebrink d. Ae. und seinen Sohn Wilhelm Oberstebrink d. J. erlaisenen Handelsverbote habe ich heute zurück⸗ genommen Barmen den 31. Mai 1922. Die Polizeiverwaltung.

11161A1X1AA“

Auf Grund des § 1 der Verordnung des Bundeßsrats vom 23 September 1915 über die Fernhaltung unzuverlässiger Personen vom Handel ist dem Kaufmann Hermann Bohlmann in Lüneburg der Handel mit Lebens⸗nnd Futtermitteln aller Art uüntersagt worden. 8

Lüneburg, den 30 Mai 1922.

Die Polizeidirektion. Meyer

Miichtamtliches. Deutsches Reich. Uebersicht über die Finanzgebarung des Reichs.

Vom Vom 21. Mai 1. April 1922 bis 1922 bis 31. Mai 31. Mai

1922 1922

Tausend Mark

Einnahme.

Allgemeine Finanzverwaltung: Steuern, Zölle Abgaben, 9 (darunter Reichsnotopfer) 266) Schwebende Schuld .. . 3 563 280 ²) 17 310 900 Fundierte Schul. 3 795

Summe der Einnahme. 6 381 177 42 135 499

1 2 814 102 24 824 599

v11“

Vom 1922 bis 31 Mai

1922

Tausend Mark

Ausgabe.

Ausgaben für die allgemeine Verwaltung und die hüusführung des Friedensvertrags unter Gegenrechnung der Verwaltungs⸗ a““

Fundierte Schuld. .

Zinsen für die schwebende Schuld..

Zinsen für die fundierte Schuld..

990 801 472 9391 5„ sag. 12 449 765

6 587 745 16 589 756

1 Betriebsverwaltungen. Reichs⸗Post⸗ und ⸗Telegraphenverwaltung: IAI 1111

Deutsche Reichsbahn: 11181“*“ 8 mithin Ablieserung 205 934 Summe der Ausgabe .† 6 381 81!

Die schwebende Schuld betrug an dis⸗ kontierten Schatzanweisungen am 20 Mai ZZZ1ö14“ . 285 682 785

Es traten hinzu 46 328 506

Es gingen ab 42 765 226

mithin zu 3 563 280 ergibt. . ³) 289 246 065

¹) Das tatsächliche Steuern⸗ usw. Aufkommen bis ein⸗ schließlich April 1922; von da ab das Aufkommen nach Abzug der von den Oberfinanz⸗ und Finanzkassen geleisteten Ausgaben. ²) Zur Beschaffung von ausländischen Zahlungsmitteln für die Erfüllung des Vertrags von Versailles sind seit dem 1. April 1922 = 17 180 492 178 Papiermark aufgewendet worden. ³) Davon: a) mit dreimonatiger Laufzeit (bei der Reichsbank diskomtigrt) . 1111u1u“ b) sonstige, mit einer längeren Laufzeit ausgegebene Schatzanweisungeu . 18 218 530

Vorläufiger Reichswirtschaftsrat. 39. Sitzung vom 2. Juni 1922. (Bericht des Nachrichtenbüros des Vereins deutscher Zeitungsverleger,

Die Beratung des Gesetzentwurfs zur Verlängerung der Pachtschutzordnung wird fortgesetzt. 8—

Albrecht (Arbeitnehmer) spricht sich für die Ausdehnung des sozialen Pächterschutzes auf Grundstücke bis zur Größe von 10 ha, wie ihn die Regierungsvorlage vorsah, aus. Weiter tritt er für eine Beschränkung des Kündigungsrechts der Verpächter ein. Es erscheine

der Umfang einer selbständigen Ackernahrung. ständige Ackernahrung“ soll dahin umschriehen werden, daß dafür Frundstücke in Frage kommen, zu deren Bewirtschaftung eine Familie

6 114 806 43 119 190

Ferechtfertigt, die Bestimmungen der Pachtschutzordnung über Pacht⸗ insausgleichung auch auf Pachtverträge über Jagd, Fischerei und

Teichnutzung auszudehnen. Dr. Maier (Arbeitgeber der Fischerei) beantragt die Aufnahme

einer Bestimmung, wonach die Pachtschutzordnung auf die Fischerei

nicht ausgedehnt werden soll. Auch die Organisationen der Pächter und Verpächter hätten sich in diesem Sinne ausgesprochen. Dr. Röhr (Arbeitnehmer) tritt für möglichst weite Aus⸗

dehnung des Pachtschutzes ein.

In seinem Schlußwort plädiert der Berichterstatter Freiberr von Richthofen nochmals für den Ausschußbericht und bittet, sämtliche Abänderungsanträge abzulehnen.

In der Abstimmung werden darauf sämtliche Anträge

Albrecht (Arbeitnehmer) angenommen.

Danach wird in dem Ausschußbericht der Absatz, der die An⸗

mfung des Pachteinigungsamts betrifft, gestrichen. Der soziale

Pächterschutz wird auf Grundstücke bis zur Größe von 10 ha aus⸗ jedehnt. Den obersten Landesbehörden wird jedoch anheimgegeben, iese Größengrenze hinauf⸗ oder herabzusetzen. Maßgebend dafür ist

Der Begriff „selb⸗

nter regelmäßigen Verhältnissen keiner ständigen fremden Arbeitskräfte edarf. Eigenes oder sonst genutztes Land ist nicht anzurechnen. Weiter wird das Kündigungsrecht solgenden Schutzbestimmungen unterstellt: Der Verpächter kann Pachtverträge nicht kündigen, s sei denn, daß außerordentlich wichtige Gründe vorliegen. Die Kündigung wird nur wirksam, wenn der Pächter die Zustimmung des Pachteinigungsamtes erzielt hat. Aus den angenommenen nträgen ist weiter hervorzuheben, daß bei Neuverpachtungen die Geldentwertung nicht als Grundlage für eine bestimmte Ausgleichung er Pachtpreise genommen werden darf, da die Vertragsschließenden e der Lage sind, den Konjunkturschwankungen durch Festsetzung von aturalwertleistungen oder auf andere Weise zu entgehen. Die Be⸗ stimmungen der Pachtschutzordnung über Pachtzinsausgleichung sollen uch auf Pachtverträge über Jagd, Fischerei und Teichnutzung aus⸗ ledehnt werden. Angenommen wurde auch ein Antrag Freiherr von Richthofen, daß die Pachtschutzordnung auch auf Grund⸗ stücke, die an Industrie, Bergbau und dergleichen zur Nutzung bergeben sind, sinngemäße Anwendung findet. Mit diesen Abänderungen wurde sodann dem Ausschußbericht zur Pacht⸗ schutzordnung zugestimmt.

Der Entwurf eines Hausgehilfengesetzes wird wegen der großen Zahl der dazu gestellten Abänderungsanträge von der Tagesordnung abgesetzt. Er soll aber noch vor den Sommerferien erledigt werden.

Dem Gesetzentwurf über die Neuregelung der sta⸗ tistischen Gebühr wird mit der Maßgabe zugestimmt, daß der Reichswirtschaftsrat gehört wird, bevor die Regierung von der Ermächtigung Gebrauch macht, die Gebühren abzuändern, wenn sie ihrer Bestimmung nicht mehr entsprechen.

Der Gesetzentwurf über Mieterschutz und Miet⸗ einigungsämter wird ebenfalls von der Tagesordnung ab⸗ gesetzt, da sich der Ausschuß über den § 17 (Wohnungen in Bergwerken) noch nicht habe einigen können.

Der letzte Gegenstand, der Gesetzentwurf, betreffend die Zwangsanleihe, muß ebenfalls abgesetzt werden, da der Berichterstatter Bernhard nicht anwesend ist.

Um 11 ½ Uhr vertagt sich darauf das Haus auf unbe⸗ stimmte Zeit.

Parlamentarische Nachrichten. 1 Dem Reichstag ist ein Weißbuch „Material über die

Konferenz in Genua“ zugegangen.

8 Statistik und Volkswirtschaft.

Ueber den Arbeitsmarkt in Deutschland im Monat April 1922 berichtet das „Reichsarbeitsblatt“ nach den statistischen Erhebungen, wie folgt:

Die Entwicklung der Arbeitsmarktlage bewegte sich den Berichten zufolge auch im verflossenen April in der bisherigen günstigen Richtung weiter. Verschiedene Anzeichen scheinen die Deutung zuzulassen, daß in einzelnen Industriezweigen ein gewisser Höhepunkt der Entwicklung erreicht ist. Es wird abzuwarten sein, ob nament⸗ lich in den auf den Erport und den auf die Rohstoffzufuhr aus dem Au lande angewiesenen Industrien dieser Stand sich wird behaupten lassen; einstweilen kann der Beschäftigungsgrad jedenfalls noch als durchaus befriedigend bezeichnet werden.

So zeigte die Mitgliederstatistik der Kranken⸗ kassen im Berichtsmonat weitere Zunahme der APflicht⸗ versicherten, mit anderen Worten also der Beschäftigten, im gleichen Maße wie im Vormonat, Bei den 6007 Kassen, von welchen Meldungen vorlagen, stieg die Mitgliederzahl von 13 021 057 am 1. April auf 13 305 900 am 1. Mai 1922, also um 284 843 oder 2,2 vH (im Vormonat 2,1 vH).

Auch die Arbeiterfachverbände konnten einen weiteren Rückgang der Arbeitslosigkeit unter ihren Mitgliedern feststellen; in den Verbänden der Textil⸗ und Metallindustrie war die Gestaltung nicht einheitlich und deutete eher auf gleichbleibende als auf verbesserte Lage hin. Von insgesamt 5 991 685 durch die Statistik erfaßten organisierten Arbeitnehmern waren am Stichtage 51 417 (39 644 männliche, 11 773 weibliche) oder 0,9 vH arbeitslos (im Vor⸗ monat 1, 1).

Bei den Zahlen der aus Mitteln der Erwerbslosen⸗ Fürsorge unterstützten Personen konnte eine wesentliche Abnahme festoestellt werden. Eigentliche (Voll⸗) Erwerbslose wurden am 1. April im ganzen 116 502 (95 150 Männer und 21 152 Frauen). am 1 Mai 69 017 (53 343 Männer und 15 674 Frauen) gezählt; die Zahl der mitunterstützten Familienglieder betrug zu den gleichen Zeitpunkten 158 890 bezw. 88 340; seither dürfte ein weiterer Rück⸗ gang eingetreten sein.

Die Tätigkeit der Arbeitsnachweise zeigte im April dem Umfang nach einen gewissen Rückgang, ohne indessen schon eine Ver⸗ schlechterung der Arbeitsmarktlage erkennen zu lassen. Die Zahl der Arbeitsgefuche sank auf 810 778 (gegen 911 649 im Vormonat), die Zahl der Stellenangebote auf 720 408 (gegen 807 243 im Vormonat), die Zahl der Vermittlungen auf 490 485 (gegen 560 031 im Vor⸗ monat). Das bedeutet einen Rückgang um 11,06 bezw. 10,76 bezw. 12,42 vH. Infolge des gleichmäßigen Rückgangs der Zahlen blieb die Andrangsziffer mit 113 Arbeitsgesuchen auf je 100 Stellenangebote nuf der Höhe des Vormonats. Die Zahl der auf se 100 Gesuche entfallenden Vermittlungen zeigte eine kleine Abnahme auf 60,5 gegen 61,43 im Vormonat), die Zahl der auf je 100 Stellenangebote kommenden Vermittlungen ging ebenfalls ein wenig zurück auf 68,08 (gegen 69,38 im Vormonat).

Verkehrswesen.

Die wesenklichsten Gebühren, die vom 1. Juli 1922 ab im Post⸗, Postscheck, und Telegraphenverkeh innerhalb Deutschlands gelten, sind folgende:

für Postkarten im Ortsverkehr 75 4; für Postkarten im Fernverkehr 1,50 ℳ; 8 für Briefe im Ortsverkehr bis 20 g 1 ℳ, über 20 bis 100 g 2 (Nneu eingeschobene Zwischenstufe), über 100 bis 250 g 3 ℳ; Briefe im Fernverkehr bis 20 g 3 ℳ, über 20 bis 100 g 4 ℳ, über 100 bis 250 g 5 1

(Für nicht oder unzureichend freigemachte Postkarten und Briefe wird das Doppelte des Fehlbetrags, mindestens aber ein Betrag von 50 nacherhoben.)

Die Drucksachenkarte als besonderer Versendungsgegenstand Ses Die Karten unterliegen der Gebühr für Drucksachen

Für Drucksachen bis 20 g 50 (neu eingeschobene Vorstufe), über 20 bis 50 g 75 q, über 50 bis 100 g 1,50 ℳ, über 100 bis 250 9,3 ℳ, über 250 bis 500 g 4 ℳ, über 500 g bis 1 kg 5 ℳ;

für Ansichtskarten, auf deren Vorderseite Grüße oder ähn⸗ liche Höflichkeitskormeln mit höchstens fünf Worten nieder⸗ geschrieben sind, 50

(Ansichtskarten, die weitergehende schriftliche Mitteilungen enthalten oder bei denen sich Mitteilungen auf der Rückseite befinden, unter⸗ liegen der Postkartengebühr);

für Geschäftspapiere bis 250 g 3 ℳ, über 250 bis 500 g 4 ℳ, über 500 g bis 1 kg 5 ℳ;

für Warenproben bis 250 g. 3 ℳ, über 250 bis 500 g 4 ℳ;

(Nicht freigemachte Drucksachen, Geschäftsvapiere und Warenproben werden nicht befördert. Für unzureichend freigemachte Sendungen dieser Arten wird das Doppelte des Fehlbetrags, mindestens aber ein Betrag von 50 ₰, nacherhoben.)

für Päckchen bis 1 kg 6 ℳ;

für Pakete bis 5 kg 7 Nahzone, 14 Fernzone, über 5 bis 7 ½ kg 10 Nahzone, 20 Fernzone (neu eingeschobene Zwischenstufe), über 7 ½ bis 10 kg 15 Nahzone, 30 Fernzone, über 10 bis 15 kg 20 Nahzone, 40 Fern⸗ zone, über 15 bis 20 kg 25 Nahzone, 50 Fernzone;

(Pakete von Verlegern, die nur Zeitungen oder Zeitschriften enthalten sogenannte Zeitungspakete bis zu 5 kg in der Nahzone kosten 3 ℳ),

für Wertsendungen die Gebühr für eine gleichartige ein⸗ geschriebene Sendung und die Versicherungsgebühr, welche beträgt a) bei Wertbriefen für je 1000 der Wertangabe 1 50 , b) bei Wertpaketen für je 1000 der Wertangabe 2 ℳ, mindestens bei einer Sendung 3 ℳ;

für Postanweisungen bis 100 2 ℳ, über 100 bis 250 3 ℳ, über 250 bis 500 4 ℳV, über 500 bis 1000 5 ℳ, über 1000 bis 1500 6 ℳ, über 1500 bis 2000 7 ℳ;

für Rohrpostsendungen a) wenn Aufgabeort und Be⸗ stimmungsort innerhalb des Geltungsbereichs der Ortsbrief⸗ gebühr von Groß Berlin liegen, für die Rohrpostpakete 4 ℳ, für den Rohrpostbrief 5 ℳ; b) wenn der Aufgabeort oder der Bestimmungsort außerhalb des Geltungsbereichs der Orts⸗ briefgebühr von Groß Berlin liegt, für die Rohrpostkarte 5 ℳ, für den Rohrpostbrief 7 ℳ.

Die Einschreibgebühr ist auf 2 festgesetzt.

Für die Eilbestellung sind bei Vorauszahlung zu entrichten: nach dem Ortsbestellbezirk für eine Briefsendung 3 ℳ, nach dem Landbestellbezirk für eine Briefsendung 9 ℳ; nach dem Ortsbestellbezirk für ein Paket 6 ℳ, nach dem Landbestellbezirk für ein Paket 12 ℳ;

für Zahlkarten bis 100 einschließlich 75 %, über

100 bis 500 einschließlich 1 50 ₰, über 500 bis 1000 einschließlich 3 ℳ, über 1000 bis 2000 einschließlich 4 ℳ,

hüber 2000 bis 5000 einschließlich 5 ℳ, über 5000 6 ℳ;

für Kassenschecke, die bargeldlos beglichen werden, ein Fünftel vom Tausend des Scheckbetrags (wie bisher), für Barauszahlungen mit Postscheck 1 vom Tausend des Scheckbetrags:

für gewöhnliche Telegramme für ijedes Wort 1 50 ₰,

mmindestens 15 ℳ, im Ortsverkehr jedoch 1 für jedes Wort, mindestens 10 ℳ.

Die Inlandsgebühren für Briefsendungen, Wertsendungen, Post⸗ anweifungen und Pakete gelten auch nach dem Saargebiet (jedoch Päckchen nicht zugelassen) sowie nach dem Gebiet der Freien

Stadt Danzig und dem Memelgebiet. Die Inlandgebühr en für Briefsendungen gelten ferner nach Luxemburg und Oesterreich (Päckchen nach beiden Ländern nicht zugelassen). Für Postkarten und Briefe bis 20 g nach Ungarn und Tschechoslowakei gelten niedrigere als die allgemeinen Auslandsgebühren.

Die Auslandsgebühren betragen vom 1. Juli 1922 ab:

für Postkarten 3,50 ℳ, jedoch nach Ungarn und Tschechoslowakei 2,75 ℳ, für Briefe bis 20 g 6 ℳ, jede weiteren 20 g 3 (Meist⸗ gewicht 2 kg), jedoch nach Ungarn und Tschecho⸗ lowakei bis 20 g 4,50 ℳ, jede weiteren 20 g 3 ℳ; für Drucksachen für je 50 g 1,25 ℳ; für Brindenschriftsendungen für je 500 g 50 (Meist⸗ gewicht 3 kg), jedoch nach Tschechoslowakei und Ungarn für je 500 g 10 ₰; für Geschäftspapiere für je 50 g 1 25 J, mindestens 6 ℳ; für Warenproben für je 50 g 1 25 ₰, mindestens 3 ℳ; Eilbestellgebühr für Briefsendungen 12 ℳ; Vorzeigegebühr für Nachnahmen auf Briefsendungen (vom Absender zu entrichten) 1 25 ₰; Gewichtsgebühr für Wertkästchen für je 50 g 2 50 ₰% mindestens 12 ℳ. Die Eiaschreibgebühr, Rückscheingebühr, Be⸗ handlungsgebühr für Wertpakete (ie 2 ℳ) sowie die Versicherungsgebühren und Postanweisungsge⸗ bühren sind unverändert geblieben.

Nr. 21 des „Ministerialblatts für die preußische innere Verwaltung“, herausgegeben im Mini⸗ sterium des Innern am 24. Mai 1922, hat folgenden Inhalt: Per⸗ sönliche Angelegenheiten. Allgemeine Verwaltungssachen. Vf. 20. 5. 1922, Bek. in den Reg.⸗Amtsblättern. Vf. 21. 5, 1922, Ausschuß zur Auswahl der Schöffen u. Geschworenen. Polizeiverwaltung. Aufgaben der Polizei. Vf. 15. 5.1922, Bauschverfügung f. Gefangenen⸗ Sammeltransporte. Vf. 20. 5. 1922, Ausfuhr von Gegenständen des tägl. Bedarfs im Reiseverkehr. Vf. 23. 5. 1922, Ausfuhrschäden von fremden Staatsangehörigen. Einrichtung, Behörden, Beamte: Im allgemeinen. Vf. 16. 5. 1922, Bürohilfskräfte bei der Schutzvol. Vf. 18. 5. 1922, Unterbringung der aus Kattowitz versetzten Pol.⸗ Beamten. Vf. 19. 5. 1922, Schreibdienst in den Revieren. Vf. 20. 5. 1922, Amtsbezeichnung kommunaler Polizeibeamter. Anstellung. Vf. 11. 5. 1922, Ausstellung des Zivilversorgungs⸗ scheines C. Unterkunft. Vf. 20. 5. 1922, Landjägerdienst⸗ wohnungen mit Garten oder Ackerland. Aerztliche Angelegen⸗ heiten. Vf. 13. 5. 1922, Aerztliche Versorgung bei Dienst⸗ entlassung der Schutzpol.⸗Beamten. Veterinärwesen. Vf. 20. 5. 1922, Ausrüstung der Dienstpferde der Schutzvol. Gefäng⸗ nisse. Vf. 19. 5. 1922, Brlaubsvertretung der Pol.⸗Gefängnis⸗ beamten. Staatsangehörigkeit. Vf. 21. 5. 1922, Gebührenerhöhung in Staatsangehörigkeitssachen. Vf. 19. 5. 1922, Abtransport ehem. russischer Gefangener. Kriegsübergangswirtschaft. Vf. 13. 5. 1922, Einigungsverfahren bei Abgeltung v. Kriegsschäden. Verord. 16. 5. 1922, Stundung v. Staatsdarlehen f. den Wiederaufbau in Ostpreußen. Bau⸗ und Verkehrswesen. Vf. 20. 5. 1922, Regel⸗ mäßige Luftverkehrslinien. Forstwirtschaft. Vf. 25. 4. 1922, Portepee f. d. Kommunalförster. Steuern und Abgaben. Vf. 21. 5. 1922, Beteiligung des Staates an den kommunalen Wert⸗ zuwachssteuern. Neuerscheinungen auf dem Büchermarkt.

Nr. 21 des „Reichsverkehrsblatts“, herausgegeben im Reichsverkehrsministerium vom 27. Mai 1922, enthält: Allgemeine Bedingungen für Privatgleisanschlüsse, gültig vom 1. Juli 1922.

Schlachtvieh⸗ und Fleischbeschau im Deutschen Reiche im 1. Vierteljahr 1922. 1e6“ v (Beschaupflichtige Schlachtungen.) 1 Zusammengestellt im Statistischen Reichsamt.

Pferde u“ und Ochsen

andere Einhufer

Schlachtvieh⸗ und Fleis wurde:

Kälber V bis Schweine

3 Monate alt

Provinz Ostpreußen.. 3 578 1 317 1 801 Stadt Berlin— 8 129 5 454 Provinz Brandenburg.... 2 268 6 543 1 Pommerrn 1304 375 3 096 Grenzmark Posen⸗Westpreußen. 7 85 355 Provinz Niederschlesien.. 136 4 062 8 006 Oberschlesien 1) . ( 5 091 3 221 I““ 2 577 4 948 Schleswig⸗Holstein 1 872 1 500 Hannovher 2 700 3 811 Westfalen. 4 760 5 141

8 Hessen⸗Nassau 5 061 1 902

Rßheinland).. 19 350 8 433

Hebdenzellett. ... 39 28

b to e—-gon— 0—̃

0 S⸗n Se o 8S⸗ SSESSSAevV

6 549 32 995 61 661 4 835 20 970 57 805 213 867 96 541 12 683 39 269 98 936 12 639

4 246 23 889 61 303 10 284

1 235 3 893 9 979 1 945 10 195 47 007 71 695 10 332

71466 22 747 110 133 2 293 10 44 29 678 110 187 23 717

7 883 28 733 66 862 4 006

6 584 26 803 108 779 18 285

9 581 51 371 114 798 7 982 13 194 41 403 163 814 19 397 53 085 19 9514 99 526 204 566 1

201 231 535 848 8

Preußen 1¹) 57 686 54 239

Bayern rechts des Rheins. 14 424 9 042 links des Rheins.. 2017 1 023

234 120 130 925 505 654 1 397 428 257 335 26 406

49 666 30 844 131 014 176 194 45 213 12 107 5 813 5 952 12 791 17 742 1 467 916

Bayern ²) 16 441 10 065

Sachsen. 10 795 10 838 Ba 3 42

dhgeingen 8 1 360 2 700 Hessen.. 2 071 2 2 389 Mecklenburg⸗Schwerin 97 lvbenkaa 1. 453 Braunschweig. 172 Anhalt EE““ 323 Breitten ..... 349 Lo 1“ Mecklenburg⸗Strelitz 91.eee

Schaumburg⸗Lippe

.

55 4709 36 796 145 805 193 936 46 680 13 023

34 823 6 848 79 782 227 226 42 687 11 473 3 794 18 829 38 412 45 772 7 275 2678 590 36 460 40 6817 7130 2700 462 19 974 131 755 10 823 5072 2 318 22 17 220 29 238 4 200 4468 25 669 75 087 13 883 420 24 491 34 900 3126 448 5 016 42 592 781 37 5415 62 154 3 507 2 323 13 268 1 985 4483 23 741 1 976 1““ 4 129 5464 533 1 647 4648 569 775 1720 E 627

I1

Deutsches Reich im 1. Viertel⸗ jahr 19289 )2) 53 166 Davon im Januar 1922. . 19 419 43 764 34 684

8 Februar 1922. „. 17 192 31 441 8 g

390 987 238 380

139 799 87 558 122 106 75 799 129 082 75 023

917 017 2 335 000 283 034 885 211 279 807 755 173 354 176. 744 616 1

402 822 67 680

770 309 13 385 115 656 13 706 116 857 40 609

A 22

= b 5 S &n

2 22

DDD 16 555 24 540 71 293

Hagegen im . Vierteljahr 1921 5) ) 80 464 65 794 Dagegen im Vierteljatr 137.)] 48 28 118 185 108 119

9 „F 2

278 163 141 216 384 233 180 373

597 920 1 642 216 236 252 65 8111 944 406] 4 057 544⁄ ꝑ428 105 123 084 2

892 +

¹) Ohne die Ergebnisse aus dem Kreise Pleß. ²) Ohne die Ergebnisse des Saargebiets. ³) Vervollständigtes Ergebnis.

⁴) Um die Vergleschbarkeit zu ermöglichen, sind die Ergebnisse des unter Anmerkung ¹) genannten Kreises in Abzug gebracht.

Berlin, den 2.

Delbrück.