Reichs⸗ und Staatsanzeiger Nr. 269 vom 16. November 1928. S. 4.
für sie hätten und mit der Uebertragung ansteckender Krank⸗ heiten deshalb von neuem zu rechnen sei. Erst unter der Drohung, die Kinder kämen ins Waisenhaus, konnten die Eltern zur Zurück⸗ nahme gezwungen werden. Diese Not ist die Helling, auf die Sie (nach rechts) den 12 jetzt legen wollen! Lassen Sie es doch genug sein an der Drachensagat, die da drüben an Rhein und Ruhr ausgesät worden ist! Tragen Sie doch nicht noch mehr Stoff der Erbitterung und Empörung in die not⸗ leidenden Menschenmassen hinein. Der Reichstag hat drei Tage lang über die Aussperrung an Rhein und Ruhr gesprochen, er hat bisher nichts gehabt als Worte. (Lärm bei den Kommu⸗ nisten.) Man wartet da drüben auf die Taten des Reichstags. Was wird man dort und was wird man im 15 Reiche sagen, wenn der Reichstag die Ausgesperrten warten läßt, bafür aber beschließt, den Panzerkreuzer zu bauen? Davor warne ich Sie 85 rechts), es könnte sich bitter, bitter an Ihnen rächen! (Leb⸗ hafter Beifall bei den Sozialdemokraten.) Inzwischen ist ein demokratischer Antrag eingegangen, der ein geschlossenes, militärtechnisch begründetes Ersatzbau⸗ programm für die Marine fordert, und zwar vor der Beschluß⸗ fassung über die zweite Rate des Panzerkreuzers.
Präsident Löbe stellt nunmehr den kommunistischen An⸗ trag zur Abstimmung, der die Vorlegung der Denkschrift des Reichswehrministers verlangt.
Reichskanzker Müller nimmt das Wort zu einer Er⸗ klärung, die nach Eingang des Stenogramms mitgeteilt werden wird.
Der kommunistische Antrag wird gegen die Stimmen der Antragsteller und der Nationalsozialisten ab⸗ gelehnt.
Abg. Heckert (Komm.) begründet den Antrag seiner
Fraktion über die Zurückziehung der ersten Rate zum Bau des⸗
Panzerkreuzers A und die Interpellation über den Beschluß des Reichskabinetts, den Bau des Panzerkreuzers durchzuführen. Er erklärt, der Abg. Wels habe hier nur versucht, einen Wahltrick aus den Maiwahlen fortzusetzen. Der Blut⸗„Wels“ vom 24. De⸗ zember 1918 stelle sich heute hierher und suche mit dem Thema „Kinderspeisung, Wohnungsfürsorge“ usw. Eindruck zu machen. Man dürfe nicht sagen: Herr Groener sei ein alter Gamaschen⸗ knopf, er wolle ein Spielzeug haben. Herr Groener sei ein ernst zu nehmender Militär, der genau wisse, was er wolle. Der Redner wendet sich gegen die Haltung der Sozialdemokratie bei dem kommunistischen Volksbegehren. Die deutsche Bourgeoisie brauche die Sozialdemokratie zur Fortsetzung ihrer imperialisti⸗ chen Politik. In Amerika würden gerade jetzt eine ganze Reihe solcher Panzerkreuzer gebaut, und man könne doch nicht an⸗ nehmen, daß die Leute von der Wallstreet ihr Geld für „Spiel⸗ zeuge“ hinauswerfen würden. Man 6 schon den Marine⸗ fachverständigen glauben, daß es sich bei dem Panzerkreuzer um ein ernsthaftes Kriegsinstrument handele. Die Welt solle jetzt neu verteilt werden, und dabei wolle die deutsche Bourgevoisie nicht fehlen. Darum solle der Abg. Wels den Reichstag mit solchem Schwindel verschonen wie er ihn hier vorgetragen habe. (Präsident Löbe ersucht den Redner, die Rede eines Abgeordneten nicht mit dem Wort ‚Schwindel“ zu bezeichnen. — Zuruf bei den Kommunisten: „Ihr seid aber sehr nervös geworden!“) Von den Völkerbundnationen werde jetzt ein viel schändlicherer Krieg⸗ vorbereitet als der von 1914 war. Die Arbeiterklasse suche man jetzt durch Lohnherabsetzung und Aussperrung unfähig zu machen, sich den imperialistischen “ der Bourgeoisie zu wider⸗ setzen. Die Sozialdemokratie sei dabei nicht nur ihr bester Bundes⸗ genosse, sondern ihr Vortrupp. Das Ganze stelle ein Bündnis die Sowjetunion dar. Der Rapallo⸗Vertrag sei eben in deren Augen ein „Dreck“. In der maßlosen Hetze gegen die Sowjetunion sei die Sozialdemokratie Spitzenführerin. Um der Futterkrippe willen verrate die Sozialdemokratie, die ein prole⸗ tarisches Vaterland nicht kenne, das Proletariat. Der Redner bezeichnet die Politik der Sozialdemokraten als Heuchelei und Schwindel. Das sozialdemokratische Panzerkreuzermanöver sei, der demokratischen Presse zufolge, nur schamlose Demagogie. Die Sozialdemokraten seien nur die Lakaien der Bourgevcisie, zu deren Gunsten sie fortgesetzt Arbeiterverrat trieben. Die Sozial⸗ demokratie sei eine wahrhaft imperialistische Partei. Hermann Müller solle nicht mehr der geheime Diplomat bleiben, der mit Hindenburg verabrede, was im Reichstag geschehen solle. Am 6. November 1928 habe der Abg. Scheidemann einen unver⸗ schämten Betrug gemacht: er habe in dem Koffer des sowjet⸗ russischen Kuriers Spartakusflugblätter hineingeschmuggelt. (Zu⸗ ruf bei den Kommunisten: Der Lump!) mit der Absicht, die diplomatischen Beziehungen mit Rußland zum Abbruch zu bringen. Die Sozialdemokraten hätten auch das Abenteuer des Generals v. vd. Goltz organisiert und finanziert. Wie stehe es mit dem Schreiben der Admiralität, die bei den Zeißwerken in Jena schon die optischen Instrumente für alle vier Panzerkreuzer bestellt haben solle? Die Sozialdemokraten wollten und würden in der Koalition bleiben, und wenn 20 Panzerkreuzer gebaut würden. Vielleicht werde die Koalition platzen, aber nicht in⸗ folge der Heldentat der Sozialdemokraten, sondern infolge des Angriffs von rechts. Von der Regierung erwarte man nichts. Von den Sozialdemokraten erwarte man nichts als neue Schand⸗ taten gegen das Proletariat. Die Worte „Frieden, Freiheit, Brot“ solle man doch ersetzen durch die Worte: „Infanterie, Kavallerie, Artillerie!“ (Heiterkeit). Der Pazifismus müsse ent⸗ larvt werden als Schindel und Betrug.
Reichskanzer Müller gibt hierauf in Beanwortung der Interpellation namens der Reichsregierung eine Erklärung ab, die nach Eingang des Stenogramms vervöffentlicht werden wird.
Reichswehrminister Groener (bei seinem Erscheinen auf der Rednertribüne von den Kommunisten mit stürmischen Rufen „Hundsfott“ begrüßt, in Anspielung auf sein bekanntes
Wort während des Krieges: „Ein Hundsfott, wer nicht arbeitet!“) Vizepräsident Gväf⸗Thüringen: Ich rufe den Abgeordneten, der diesen unparlamentarischen Zuruf gemacht hat. zur Ordnung. (Schallende Heiterkeit links. Rufe bei den Komm.: Sie haben ja keine Ahnung! Auf dem Stuhle sitzt ein Greis, der sich nicht zu helfen weiß!) Die Rede des Reichs⸗ wehrministers wird im Wortlaut nach Eingang des Steno⸗ gramms veröffentlicht werden.
Abg. Treviranus (D. Nat.): Sollen wir, will das hohe Haus den sozialdemokratischen Antrag tatsächlich ernst nehmen?
s verlohnt sich, den Hergang des Panzerkreuzers näher zu prüfen. Im Herbst 1927 entschied sich die Reichsregierung für den Bau. Am 17. Dezember erfolgte die Doppelvorlage, am 30. März d. J. bewilligte der Reichstag die erste Rate gegen die Linksopposition mit 200 gegen 170 Stimmen. Am 31. März wurde die Ver⸗ einbarung mit dem Reichsrat über den Baubeginn getroffen. Der letzte Wahlkampf wurde von der Sozialdemokratie unter der Parole: „Kinderspeisung statt Panzerkreuzer“ geführt. Das war schon der Hauptschlachtruf der Sozialdemokratischen Partei Deutsch⸗ lands lange vor der eigentlichen Wahl. Die Unsinnigkeit dieser
Parole beweist deutlich das sozialdemokratische Flugblatt Nr. 4:
„Hoch die roten Fahnen“; während der Bürgerblock sich außer⸗ tande erklärte, für arme Hungernde fünf Millionen zur Schul⸗ einzusetzen, bekannte er sich zu einem Panzerkreuzer⸗
rogramm, das rund 500 Millionen verschlingen wird! Durch Fanagh Maßlosigkeiten hat die Sozialdsmokratie ihren Wahlsieg am 1 8 “ 8 8
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20. Mai errungen. Ich zweifle nicht daran, daß die Sozial⸗ demokratie im Reich statt unwirtschaftlicher Filmexperimente und der Sanierung von Kriegsgewinnlern gern für die in der sozial⸗ demokratischen Agitation mit solcher Leidenschaft berührten Fragen Mittel beisteuern wird. Man hatte es den Massen, die sich heute noch an die Sozialdemokratie klammern, gesagt, daß vom Bau des Panzerkreuzers die proletarische Zukunft abhinge. Das war vor den Wahlen. Nach den Wahlen aber machte man Koalitions⸗ versuche, bei denen die Deutsche Volkspartei die Forderung stellte: Eintritt ins Kabinett nur unter der Bedingung der Bewilligung des Panzerkreuzers. Daß diese Forderung angenommen ist, beweist wohl die Tatsache, daß Herr Dr. Stresemann und Herr Dr. Curtius sich auf der Ministerbank befinden. Außerdem lag am 5. Juli der kommunistische Antrag vor, dessen Entscheidung die Sozial⸗ demokratie verhinderte, und der gegen den Widerspruch der Mehr⸗ heit an den Haushaltsausschuß verwiesen wurde, wo er vor⸗ gestern zur Behandlung stand. Am 10. August faßte das Kabinett den Beschluß, auf Grund dessen die Ermächtigung gemäß § 24 der Reichshaushaltsordnung gewährt wurde, sechs Millionen in har und 26 Millionen in Verträgen für den Bau des Panzer⸗ kreuzers A auszugeben. Darauf stürmische Entrüstung in der Linkspresse. Die Kommunisten hielten die Lage für günstig. Sie tellten ihr Volksbegehren, sie erlebten ihren⸗ Hereinfall. Wahr⸗ sihltenc⸗ hatten sich selbst in Kominterkreisen die Moskauer Haus⸗ haltszahlen herumgesprochen; wenn dieser verruchte Bürgerblock so viele Hunderte von Millionen für Rüstungen vergeudet, statt Kinder zu speisen und Wohnungen zu bauen, so wirkt das merk⸗ würdig. Sie messen mit zweierlei Maß. Ich erinnere nur an die Abwehrwoche 1927, an die Heeresfonds von zehn Millionen Rubel, an die Oscaviachin, die chemische Luftverteidigung, die heute einen Mitgliederstand von drei Millionen aufweist, sowie an die Zwangsgewerkschaftsmitgliederbeiträge. Das Volksbegehren läßt sich nur daraus erklären, daß sie die roten Brüder schwächen wollten, denn die Kommunisten sind sicherlich keine überzeugten Pazifisten im Sinne der deutschen Friedensgesellschaft. Die Sozial⸗ demokratie war gewiß erleichtert über diese kommunistische Pleite, hielt es aber für notwendig, zur Beruhigung der aufgevpeitschten Gemüter den grundsatzfesten Antrag einzubringen, der heute vor⸗ liegt. Von den Kabinettsministern heißt es heute, daß der Beschluß vom 10. August nur aus „budgetären“ Gründen gefaßt worden sei. Ja, warum denn nicht gleich eine so einfache Erklärung! Warum denn diese Schimpfkanonade in der Linkspresse gegen die eigenen Führer, diese Mißtrauenskundgebungen, diese Be⸗ ruhigungsaktionen usw.? Ist diese Ausrede berechtigt? Nein, sie ist faul! Das glaubt Ihnen niemand mehr. Sie haben dem Druck der Straße nachgegeben, sich das Rückgrat brechen lassen. Kenn⸗ zeichnend für die Beurteilung auf der Linken sind die Aus⸗ führungen von Geheimrat Saenger: „Und so glaubten eingeweihte Linkspolitiker, die keine Dogmatiker sind, die für die Imponde⸗ rabilien der Wehrpolitik in dieser gründlich verlogenen europäischen Atmosphäre ein Organ haben, der Kanzlerkandidat werde die Klippe umschiffen, für die Große Koalition den Weg im Herbst freihalten. Das mußte möglichst geräuschlos geschehen, unbemerkt von der Kontrolle der Oeffentlichkeit, soweit sich das nach den durch den Kreuzzug in Erregung gebrachten Stimmungen über⸗ haupt bewerkstelligen ließ. Verdammt schwer war es schon. Es lag etwas wie ein Betrug des Volkes vor, aber wo ist die Politik, die um des Guten willen ohne frommen Betrug auskommt?“ Also kein Vorwurf an sich, nur wegen der Plumpheit des Vor⸗ gehens. Aber auch die Fraktion war nicht so zielstrebend wie heute. Ich verweise auf die Sitzung des Aeltestenrats vom 27. August. Die Abgg. Henke und Stelling schwiegen zur kommu⸗ nistischen Forderung der Einberufung des Reichstags, obschon mein Freund Lindeiner erklärte, daß man den Panzerkreuzer⸗ antrag nicht aus Ferienlust ablehne, sondern weil der Panzer⸗ kreuzer gebaut werden solle, wie die „Rote Fahne“ schrieb, unter „beifälligem Schweigen“ der Sozialdemokratie. Diese Auseinander⸗ setzungen wollen wir den Brüdern überlassen. Aber ist das klar und ehrlich Worum geht es bei dem Ersatzbau für das Linien⸗ schiff „Preußen“? Zunächst um militärische Notwendigkeiten. Es handelt sich um den Ersatz 1902/1903 und um zwei aus 1926, denn das Lebensalter dieser Linienschiffe beträgt zwanzig Jahre, ist mit⸗ hin überfällig, und die Instandhaltung belief sich 1928 auf 23 Mil⸗ lionen. Die Erwägung beschleunigter Neubauten durch Außerdienst⸗ stellung der alten “ ist somit berechtigt, wenn nicht fortlaufende Schulung unentbehrlich, damit nicht „taktische Miß⸗ verständnisse“ von fast anekdotenhaftem Charakter auftreten, wie 1925 die Flottenmanöver vom obersten Kriegsrat beurteilt wurden. Ebenso ist die Kritik an mangelhafter Konstruktion überholt, nachdem die verantwortlichen Sachverständigen ihr Urteil ab⸗ gegeben haben. Der technische Vergleich mit dem Vorkriegsmaß⸗ stab hinkt, denn der Neubau wird jeder 10 000⸗To.⸗Nachkriegs⸗ konstruktion anderer Marinen überlegen sein; er soll nicht mit Großkampfschiffen konkurrieren. Wenn die Gegner des Panzer⸗ kreuzers das Argument vorbringen, gegen Deutschland würden stets Großmächte daher wäre jede kleine Seemacht wert⸗ los, nur Großmächte lebensberechtigt. Die Geschichte widerspricht dem! Auch das Argument, daß das Geld für andere Zwecke der Landesverteidigung besser angewendet würde, trifft nicht zu. Die Reichswehr ist in ihrer Größe und Ausrüstung durch den Ver⸗ failler Vertrag bestimmt, nur die Marine ist ausbaufähig, nur der Unterseebootbau ist uns verwehrt. Neubauten sind aber ohne kampfkräftigen Rückhalt wertlos. Ich erinnere auch an das Wehrgesetz vom 23. März 1921. Wenn der sozialdemokratische Antrag Annahme findet, so würde der morgige Tag würdig in die Reihe der schwarzen Tage der deutschen Geschichte einzureihen sein, und zwar besonders neben dem 30. Dezember 1851, an dem die deutsche Bundesversammlung beschloß: Nordseeflotte ist auf⸗ zulösen; ab 1. Januar 1852 keine weitere Einzahlung an Flotte; bis 31. Dezember 1852 Erledigung aller Verpflichtungen. Das war immerhin folgerichtig, nachdem von den einzelnen Regie⸗ rungsparteien zwar Mittel, aber so geringe in Aussicht gestellt waren, daß nicht einmal ein Fahrzeug ordnungsmäßig unterhalten werden konnte. Damals wurde Herr Fischer als Totengräber gebrandmarkt, künftig beansprucht Herr Wels scheinbar diesen zweifelhaften Ruhm. Es ist der alte Gedanke der Friedensgesell⸗ schaft, die Abrüstung zur See durch das eigene Vorbild zu fördern. Glaubt irgend jemand unter den ernsthaften Politikern, daß in absehbarer Zeit tatsächlich von den großen seefahrenden Nationen abgerüstet wird? Mag der Flottenpakt England⸗Frankreich ein Versuch gewesen sein, der in der Versenkung verschwunden ist oder nicht, das eine bleibt gewiß: Kommt es zu neuen Abrüstungs⸗ konferenzen, dann werden England wie Frankreich für das Schild über der Tür Sorge tragen: „Ueber das Thema darf nicht geredet werden.“ Muß ich Ihnen die Worte in das Gedächtnis zurück⸗ rufen, die Coolidge am 12. d. M. bei der Waffenstillstandsfeier gesprochen hat: „Allenthalben wird die Forderung aufgestellt, wir wollen keinen Krieg mehr. Aber das erste Gesetz des Fortschritts verlangt, daß die Welt die Tatsachen ins Auge faßt — und es ist ganz klar, daß die Vernunft und das Gewissen noch keineswegs in den menschlichen Angelegenheiten allein maßgebend sind. Der ererbte Instinkt der Selbstsucht ist noch lange nicht ausgerottet. Der Friede hat wenig Wert, wenn er dauernd von tatsächlichen Verletzungen nationaker Rechte begleitet ist. Wenn die Völker Europas in ihren Verteidigungsmaßnahmen lässig gewesen wären, würde der Krieg wahrscheinlich noch eher eingetreten sein. Alle menschliche Erfahrung scheint zu beweisen, daß ein Land, das vernunftgemäße Verteidigungsmaßnahmen trifft, weniger einer Verletzung seiner Rechte ausgesetzt ist, die zum Kriege führen könnte.“ Es wäre somit ein Pflichtvergessen, wenn der Ersatz unserer überalterten Linienschiffe mit dem Ersatzbau A beendet wäre. Wir halten vielmehr die planmäßige Ausnutzung der Ver⸗ sailler Möglichkeiten für lebensnotwendig. Noch wichtiger als die rein militärische F age ist die politische Notwend Ich er⸗
gle ist der Kampf der militärischen
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innere an Ostpreußen, mit dem wir nur auf dem Seeweg Ver⸗ bindung haben. Ich erinnere an die Zufahrt, an den Erzweg, an die Ostseesicherung überhaupt. Ich erinnere an die Hunger⸗ blockade des Weltkrieges. Haben wir keine schlagfertige Flotte, können wir auch in Kriegszeiten die Kinderspeisung nicht sicher⸗ stellen. Auch die psychologischen Wirkungen dürfen nicht außer Betracht gelassen werden. In Ostpreußen herrscht heute vielfach das Gefühl: Ostpreußen ist abgeschnitten, abgeschrieben, wird aus⸗ gehandelt! Die Ablehnung des Baues des Panzerkreuzers würde diese Stimmung noch verstärken, ja die “ würde sogar die Ermutigung mancher Nachbarn bedeuten. Ob das die sozial⸗ demokratischen Minister eingesehen haben? Die polnische Publi⸗ zistik uns bis zur Stunde mit dankenswertem Material über Polens Pläne. Ostpreußen ist das letzte Bollwerk deutscher politischer Freiheit und Zukunft, und so ist das Schicksal der ost⸗ preußischen Menschen das Schicksal des ganzen deutschen Volkes. In einer polnischen Zeitschrift wurde kürzlich ausgeführt: „Im Falle eines Krieges mit Deutschland müssen wir auch zur See die Verbindung zwischen Deutschland und Ostpreußen unterbinden.“ Sind die Tage von Fiume, Wilna, Memel schon vergessen? Der Versailler Vertrag gibt den Anreiz zu Polens Hegeheichteit weil Ostpreußens Munitionsvorräte festgesetzt und eine solche Anferti⸗ gung in der Provinz selbst verboten ist. Noch im Juli d. F. schrieb der „Naval and Military Record“: „Wir sind der Ansicht, daß eine angemessene und schlagfertige deutsche Flotte eine not⸗ wendige Sicherung für den Frieden Europas bildet.“ Und nun komme ich zum dritten und entscheidenden Punkt: es geht nicht um den Panzerkreuzer, sondern um den Wehrgedanken schlechthin. Da gibt es allerdings nur eine reinliche grundsätzliche Scheidung. der Geister. Es ist kennzeichnend für das deutsche Volk, daß kluge gebildete Einzelwesen zu Kindern werden, sobald partei⸗ politische Weltanschauung sich verbreitet. Die Stimmung des Niedergangs, des Untergangs wächst, die seelische Verödung nimmt zu. Große Massen des deutschen Volkes fühlen nicht mehr die Kraft zum Opfer in sich, man drängt zur Herrschaft des Selbst⸗ betruges. Die Menschen lassen reine Nützlichkeitserwägungen die Betrachtung von Staat und Gesellschaft beherrschen, umrankt von blumiger Ideologie, weil sie sich der Nacktheit dieses Individualis⸗ mus schämen. Folgerichtig erheben sie den Ruf nach Frieden um jeden Preis; denn der Höherwertige darf nicht dem Untergeord⸗ neten geopfert werden. Kriegsdienst und Opfertod werden abgelehnt. Die „Frankfurter Zeitung“ wies noch kürzlich auf das klare Bild des arbeitenden Wirtschaftsstaates hin, das Gefahr liefe, ver⸗ wischt zu werden. Ich erinnere an die Worte Joseph Wirths vom 16. Dezember 1926: „Ich war mir mehr als einmal bewußt daß man das deutsche Volk mit Pazifismus als Idee nicht retten und sichern konnte.“ Ist heute alles an Befürchtungen aus⸗ geräumt? Ich erinnere an die Wegnahme Wilnas vor Jahren, ich erinnere an gewisse phantastische Pläne, die immer wieder in Polen auftauchen. Ich kann mir deshalb eine deutsche Politik nicht vorstellen, die nicht in allererster Linie die Sicherung dieses Deutschlands erstrebte. Aber es gärt in den Massen. Schönaich berichtet von den „tiefgehenden Differenzen über Wehrfragen unter Reichsbanner und Sozialdemokratie“. Welcher wetterfeste Kumpel würde nicht sich seiner selbst schämen, wenn ihm dieser Pazifismus als bodenständige Gesinnung aufgeredet werden sollte. Ueber die uralte Schicksalsfrage: „Was gilt Dir die Nation?“ kam die Sozialdemokratie in der Vorkriegszeit leicht hinweg; denn verneinte sie. 1914 wurden alle Schranken durchbrochen. Was wäre den sozialdemokratischen Führern, so⸗ weit sie nicht innerlich von dem erhabenen Vaterlandsgefühl er⸗ faßt worden wären, möglich gewesen, als beiseite zu treten! Ich erinnere daran, daß nach dem Umsturz Eberts feste Hand die Entscheidung für die Wehrmacht in Weimar erzwungen hat. Seither wühlen die Mäuse geschäftiger. Unsere Auffassung von der Pflicht des Lebens und Sterbens für die Nation steht fest. Wir sagen nicht wie Theodor Wolff: „Was sich gegenwärtig ab⸗ entalität gegen die sechte und Pflichten der Volksvertretung.“ Uns ist Hindenburg eine besseres Symbol. Zur Entscheidung steht die Frage, ob das deutsche Volk die Flagge streichen soll, ob der Wehrgedanke be⸗ graben werden soll. Ueber unsere Auffassung dürfte kein Zweifel bestehen. Die Sozialdemokratie läßt erklären, daß ihre eu“ mit der Fraktion stimmen. „Der Führer, der nicht den Mut hat, gegen den Willen der Massen seine eigene Ueberzeugung zu ver⸗ treten, weil er sie für der Sache dienlich hält, der ist in meinen Augen ein elender Kerl!“, so sprach August Bebel am 20. April 1907 in Berlin. Ist dem Herrn Reichskanzler dieser Ausspruch nicht bekannt? Ist diese Richtlinie nicht außer Kurs gesetzt in der sozialdemokratischen Partei? Herr Koch⸗Weser hat meines Wissens jüngst gesagt: „Demokratie ist Autorität.“ Ich sage: Tohuwabohu! Es ist eine moralisch unverantwortliche Spekula⸗ tion, ja der Gipfel der Unehrlichkeit. Der Wunsch der Sozial⸗ demokratie nach Rückzug aus der Regierung ist verständlich. Der Panzerkreuzer ist ja erst der erste Prüfstein für den Wert der Agitationsmethoden der Linken. Wir hätten die Möglichkeit, die Unehrlichkeit anzuprangern; aber der Wehrgedanke und die Sorge um den Osten sind zu groß und zu hoch, als daß wir sie zu taktischen Maßnahmen mißbrauchen. Wir werden den Zeit⸗ Fhant wählen, an dem wir dem Volke Gelegenheit geben, über ie Doppelzüngigkeit der Sozialisten zu Gericht zu sitzen. (Leb⸗ vafher Beifall recht.) Der Redner erklärt zum Schluß, daß seine Freunde sowohl gegen den sozialdemokratischen wie auch gegen den kommunistischen Antrag stimmen würden. (Erneuter Beifall bei den Deutschnationalen.)
Reichskanzler Müller ergreift abermals das Wort. Seine Ausführungen werden im Wortlaut mitgeteilt werden.
Abg. Leicht (Bayr. Volksp.) wird von den Kommunisten mit lebhaften Zwischenrufen begrüßt; Abg. Torgler (Komm.) ruft: Der Panzerkreuzer wird eingesegnet! — Heiterkeit. Der Redner kann 81 nach längerer Unruhe zu Worte kommen und erklärt dann: Namens meiner Fraktion habe ich folgende Er⸗ klärung abzugeben: Die Fraktion der Bayr. Volksp. gibt ihrem lebhaften Bedauern darüber Ausdruck, daß nach der bereits er⸗ folgten Entscheidung und Inangriffnahme des Baues des Panzerkreuzers A aus parteipolitischen Gründen diese Frage er⸗ neut aufgeworfen wird. Wir haben keine Veranlassung, unsere Haltung, wie wir sie in unseren früheren Erklärungen aus⸗ gesprochen und begründet haben, zu ändern und werden daher die Anträge en Einstellung des Baues ablehnen. (Ruf bei den Fomteuraesen⸗ men! — Große Heiterkeit.) Sie haben sich mal wieder gründlich geirrt, die Hauptsache kommt noch. Die Ver⸗ antwortung für alle Folgen dieser Anträge müssen wir ihren Urhebern überlassen. (Große Heiterkeit.)
Darauf wird gegen 6 ¾ Uhr die weitere Beratung auf Freitag 3 Uhr vertagt; außerdem kleinere Vorlagen.
(Fortsetzung des Nichtamtlichen in der Ersten Beilage.)
9 Verantwortlich für den Anzeigenteik: Rechnungsdirektor Mengering in Berlin Verlag der Geschäftsstelle (Mengering) in Berlin. Druck der Preußischen Druckerei⸗ und Verlags⸗Aktiengesellschaft, Berlin Wilhelmstraße 32.
Sechs Beilagen
(einschließl. Börsenbeilage und zwei Zentralhandelsregisterbeilagen), —— 1““ “
Verantwortl. Schriftleiter: Direktor Dr. Tyrol, Charlottenburg.
“
zugleich Zentralhandelsregister für das Deutsche Reich
Berlin, Freitag, den 16. November
1. Handelsregister.
Lüdenscheid. [70759]
In das Handelsregister A Nr. 946 ist heute die Fjsene Feene, Junker, Schellhase & Co., Schwenke, Post Halver, eingetvagen. Sie hat am 1. September 1928 begonnen. Persönlich haftende Gesellschafter sind die Kaufleute Heinrich Schürmann, Hugo Junker, Otto Schellhase, sämtlich in Halver. Zur Vertretung der Gesellschaft sind nur je zwei Gesellschafter gemeinsam er⸗ mächtigt. .
Lüdenscheid, den 5. November 1928.
Das Amtsgericht.
Magdeburg. [71025]
In unser Handelsregister ist heute eingetragen worden:
1. bei der Firma Förderstedter Kalk⸗ & Cement⸗Kalkwerke, Schenk & Vogel, Gesellschaft mit beschränkter Haftung in Magdeburg, Zweigniederlassung der in Förderstedt bestehenden Hauptnieder⸗ lassung unter Nr. 264 der Abteilung B: Die Prokura des Rudolf Bandau ist erloschen.
2. bei der Firma Wilhelma in Magde⸗ burg Zweigniederlassung der Allianz und Stuttgarter Verein Versicherungs⸗Aktien⸗ Gesellschaft, Berlin, mit dem Sitz in Magdeburg, Zweigniederlassung der in Berlin bestehenden Haupniederlassung, unter Nr. 815 der Abteilung B: Durch Beschluß der Generalversammlung vom 12. Juni 1928 ist der Gesellschaftsver⸗ tvag in § 4 (Sicherheitsleistung für den Anspruch weiterer Einzahlung auf die Aktien) geändert.
3. bei der Firma Max Siewert & Co. Gesellschaft mit beschränkter Haftung in Magdeburg unter Nr. 648. der Abteilung B: Die Vertretungs⸗ befugnis des Liquidators ist beendet. Die Firma ist erloschen.
Magdeburg, den 12. November 1928.
Das Amtsgericht A. Abteilung 8.
Mainz. [71026]
In unser Handelsregister wurde heute bei den Firmen: a) „Heinr. & Gust. Hirsch“ und b) „A. Dreydelsohn & Cie.“, beide in Mainz, Walpoden⸗ straße 3, eingetragen, daß die Prokura des Eduard Wagner in Mainz er⸗ loschen ist.
Mainz, den 12. November 1928.
Hess. Amtsgericht.
Mainz. [71027]
„In unser Hantbelsreg wurde heute
bei der offenen Handelsgesellschaft in irma „Hotel zur Stadt Coblenz riedrich Kölle“ mit dem Sitz in
Mainz eingetragen: Die Gesellschaft ist
aufgelöst. Die Firma ist erlo en. Mainz, den 12. November 1928.
Hess. Amtsgericht.
Mannheim. [71028]
Handelsregistereinträage vom 10. No⸗ vember 1928.
Badenia Bazar Max Pagelsohn, Mannheim: Die Firma ist erhaschen Pincus Jeredt, Mannheim: Die Firma 82 erloschen.
Handelsdruckerei Fa Alfred Katz, Mannheim: Die Gesellschaft ist 8 gelöst. Das Geschäft mit der Firmie ist auf den bisherigen Gesellschafter Kaufmann Wilhelm Katz in Mannheim übergegangen, der es unter der bis⸗ herigen Firma weiterführt.
Arthur Müller, annheim⸗Sand⸗ ho 8 üänes ist Rlascher lschaft Josep Vögele tiengesellscha Mannheim: Karl Emmel in Uschafr. heim⸗Neuostheim ist zum Gesamt⸗ Sn bestellt. Er ist berechtigt, gemeinsam mit einem Vorstandsmit⸗ glied oder einem anderen Prokuristen
die Firma zu zeichnen.
Rheinische Gummi⸗ und Celluloid⸗ Fabrik, Mannheim: Die Prokura des Fritz Keipp ist erloschen. Dem Her⸗ mann Straeßle in Mannheim ist Ge⸗ samtprokura erteilt. Er ist berechtigt, die Gesellschaft mit einem Vorstands⸗ mitglied zu vertreten.
Süddeutsche Telephonfabrik Aktien⸗ gesellschaf!, Mannheim: Die Prokura der Anna Bauder ist erloschen.
Süddeutscher Warenvertrieb mit be⸗ schränkter Haftung, Mannheim: Albert Korilla ist nicht mehr Geschäftsführer. Vereinigte Mannheimer Spiegel⸗ fabriken Peter & Co. und Friedrich Lehmann, Aktiengesellschaft, Mann⸗ heim: Kaufmann Franz Stump in Mannheim ist zum Vorstand bestellt. Franz Trost ist nicht mehr Vorstand. Durch Beschluß der Generalversamm⸗ lung vom 24. Oktober 1928 wurde der Gesellschaftsvertrag in den §§ 9, 15, 18 und 25 entsprechend der eingereichten Niederschrift, auf die Bezug genommen wird, geändert.
Amtsgericht Mannheim. F.⸗G. 4.
Marienburg, Westpr. [71029] Im Handelsregister A Nr. 87 ist heute bei der Firma ‚„Ferdinand Kluge⸗
2
Marienburg“ eingetragen: Die Firma ist geändert und lautet jetzt: „Ferdinand Kluge Nachf. Inh. Johannes Reimer, Marienburg. Inhaber ist der Kauf⸗ e Johannes Reimer in Marien⸗ urg.
Amtsgericht Marienburg, 31. Okt. 1928.
Münster, Westf. [71030] S im Handelsregister Manne 1196 eingetragene Firma ünsterische Brhetragene. Feein Inhaber Josef Korte in Münster i. W.“ soll von Amts wegen gelöscht werden. Der Inhaber der genannten Firma oder dessen 1 wird hiermit auf⸗ Pc dert⸗ seinen Widerspruch gegen die öschung bis zum 20. Februar 1929 bei dem unterzeichneten Amtsgericht geltend zu machen.
Münster i. W., 10. November 1928. Das Amtsgericht. Naumburg, Saale. [70765] „In das Handelsregister Abteilung B ist heute unter Nr. 91 eingetragen: Firma Herm. Dauterstädt Nachf., Ge⸗ ellschaft mit beschränkter Haftung. Sitz: Naumburg (Saale). Gegenstand des Unternehmens: Der Fortbetrieb der schon früher als offene Handels⸗ gesellscheft unter der Firma Herm. Dauterstädt in Crossen betriebenen Fabrik für Kinderwagen, Kinderauto⸗ mobile und dergleichen sowie die Be⸗ teiligung an anderen Unternehmungen und alle mit vorstehenden Zwecken mittelbar oder unmittelbar zusammen⸗ hängenden Rechtsgeschäfte. Stamm⸗ kapital: 45 000 Reichsmark. Geschäfts⸗ führer: Kaufmann Georg Legler, 84 Kaufmann Heinrich Hornung, Wesel. Gesellschaft mit beschränkter Haftung. Der Gesellschaftsvertrag ist am 8. De⸗ 1921 abgeschlossen. Er ist durch eschluß der Gesellschafter vom 18. März 1925 abgeändert. inI diesem Beschluß ist insbesondere auch bestimmt, daß die Dauer der G⸗senlsczaft bis zum 31. De⸗ zember 1934 festgesetzt wird und sich je⸗ weils um zwei Jahre verlängert, falls nicht ein anderweiter Beschluß der Gesellschafter erfolgt. In dem luß ist ferner bestimmt, daß die Gesellschaft einen oder mehrere Geschäftsführer hat und daß sie durch einen Geschäftsführer vertreten wird. Durch Beschluß der Gesellschafter vom 18. Mai 1928 ist der Sitz der 8 von Crossen nach
Naumburg (Saale) verlegt. Naumburg a. S., 3. November 1928. Das Amtsgericht. Neudamm. [71031] In das Handelsregister B (Firma Fritz Hildebrandt, G. m. b. H. in Neu⸗ damm) ist heute eingetragen worden, daß der § 7 Abs. 2 des Gesellschafts⸗ vertrags (Vertretungsbefugnis) ge⸗ ändert ist. Zum weiteren Geschäfts⸗ führer der Gesellschaft ist der Kauf⸗ mann Paul von der Heyden in Aachen bestellt. Er vertritt die Gesellschaft ge⸗ meinschaftlich mit einem anderen ge⸗ . oder mit einem Proku⸗ risten. Neudamm, den 7. November 1928. Amtsgericht. Oberstein. 70771] In unser Handelsregister Abt. A ist heute zu Nr. 856 — Firma Richard Baer & Co. Assekuranz zu Idar — ein⸗ getragen: Die offene Handelsgesellschaft ist hüügelöst. Die Firma ist ean., hen. Oberstein, den 8. November 1928. AmtsgerichF..
Oberstein. [70772] In unser Handelsregister Abt. K ist heute zu Nr. 1110 — Firma Hotel Schöfferhof, Inh. Joh. Kessel zu Ober⸗ stein — eingetragen: Die Firma ist erloschen. Oberstein, den 8. November 1928. Amtsgericht. Oberstein. 8 70773] In unser Handelsregister Abt. A ist heute zu Nr. 1111 — Firma Carl Mar⸗ töfe. zu Oberstein — eingetragen: Die irma ist erloschen.
Oberstein, den 8. November 1928. Amtsgericht. Oberstein. [70769]
In unser Handelsregister Abt. A ist heute zu Nr. 536 — Firma Mag Keller, Uhrketten⸗ und Schmuckwarenfabrik zu Oberstein — eingetragen: Max Keller ist am 8. August 1928 gestorben. Das Geschäft wird unter der bisherigen Firma von seinen Erben Witwe Max Keller, Emma Luise geb. Drey, in Ober⸗ tein, Lore Keller, daselbst, geboren am .6. 1921, Wolfgang Keller, daselbst, geboren am 15. 7. 1924, fortgeführt.
Oberstein, den 9. November 1928.
8 Amtsgericht. Oberstein. [70770]
In unser Handelsregister Abt. A ist heute zu Nr. 697 — Firma Jakob Gei zu Oberstein — eingetragen: Jako
Geiß, Sohn von Johannes in Oberstein, ist am 12. Juli 1924 gestorben. Die offene Handelsgesellschaft ist aufgelöst. Das Geschäft wird unter der bisherigen Firma von Ernst Geiß allein fortgeführt. Oberstein, den 9. November 1928. Amtsgericht.
Oelsnitz, Vogtl. [71032] Auf Blatt 292 des Handelsregisters, die Firma Moritz Hendel & Söhne in Oelsnitz i. V. betr., ist heute ein⸗ getragen worden: Prokura ist erteilt dem Kaufmann Hansjochen Hendel in Oelsnitz i. V. Er darf die Gesellschaft nur in Gemeinschaft mit einem anderen Prokuristen vertreten. Amtsgericht Oelsnitz, 8. Novbr. 1928.
Offenbach, Main. [70774] Handelsregistereintrag vom 9. No⸗
vember 1928 zur Firma Karl Heß,
Offenbach a. M.: Die Firma ist er⸗
loschen.
Hessisches Amtsgericht Offenbach a. M.
Offenbach, Main. [70775] Handelsregistereintrag vom 9. No⸗ vember 1928 zur Fene Koch & Cie., Neu 1“ iter Jakob Zinndorf in Offenbach a. wurde gemäß § 146² H.⸗G.⸗B. zum Liquidator an Stelle des seitherigen Liquidators Dr. Schäfer ernannt. Hessisches Amtsgericht Offenbach a. M.
Oppeln. 171033]
Im Handelsregister Abt. A ist heute bei der unter Nr. 151 eingetragenen Firma J. Krutschek, Oppeln, ein⸗ getragen worden, daß die verwitwete Frau Kaufmann Anna Krutschek, geb. Altwasser, in Oppeln jetzt Inhaberin der Firma ist. Amtsgericht Oppeln, 10. 11. 1928.
Peine. [71034] In das Handelsregister Abteilung A ist bei der Firma Meyer, Volheye & Co. in Peine (Nr. 105 des Registers) heute folgendes eingetragen: Die Prokura des Richard Liecke ist erloschen. Amtsgericht Peine, 6. November 1928.
Pirna. [71035] Auf Blatt 12 des Handelsregisters für den Bezirk des vormaligen Gerichts⸗ amts Gottleuba, betreffend die Firma Eisenhüttenwerke der Sächsischen Gußstahl⸗Werke Döhlen Aktien⸗ gesellschaft in Berggießhübel — Zweigniederlassung der Sächsischen Gußstahl⸗Werke Döhlen Aktiengesell⸗ schaft in Dresden — ist heute ein⸗ getragen worden: Die Firma der Zweigniederlassung ist erloschen. Amtsgerichts Pirna, 10. November 1928.
Quedlinburg. [71036] Im Handelsregister A Nr. 715 ist heute eingetragen: Firma „Otto Freundel Emaillewarengroßhandlung, Thale a. H.“. Inhaber Kaufmann Otto Freundel in Thale (Harz). Quedlinburg, 6. November 1928. Amtsgericht. Rathenow. [71038]
In unser Handelsregister Abtei⸗ lung B ist unter Nr. 103 die Firma Bekleidungs⸗Magazin Gesellschaft mit beschränkter Haftung in Berlin, Zweigniederlassung in Rathenow, ein⸗ getragen worden.
Gegenstand des Unternehmens ist der Verkauf fertiger Herren⸗ und Damen⸗ konfektion. Das Stammkapital beträgt 10 000 RM. Geschäftsführer ist der Kaufmann Georg Levy in Berlin. Der Gesellschaftsvertrag ist am 18. Sep⸗ tember und 12. Dezember 1925 abge⸗ schlossen und am 30. März 1928 ge⸗ ändert.
Rathenow, den 26. Oktober 1928.
Das Amtsgericht.
Rathenow. [71039] In unser Handelsregister Abteilung B ist unter Nr. 104 die Firma Chemische Fabrik Schleich Gesellschaft mit be⸗ schränkter Haftung in Berlin, Zweig⸗ niederlassung in Rathenow, eingetragen worden. Gegenstand des Unternehmens ist die Herstellung und der Vertrieb der von Herrn Professor Dr. med. C. L. Schleich erfundenen und noch zu er⸗ findenden Präparate auf hygienischem, kosmetischem und medizinischem Ge⸗ biet; Abschluß anderweitiger Geschäfte, welche direkt oder indirekt mit den vor⸗ stehenden Zwecken der Gesellschaft zu⸗ sammenhängen; Beteiligung an gleich⸗ artigen Unternehmungen.
Das Stammkapital beträgt 100 000 Reichsmark.
Zu Geschäftsführern sind bestellt: Generaldirektor Walter Gerstel in Berlin, Direktor Leo Baszynski in Berlin⸗Charlottenburg und Geschäfts⸗ führer Otto Liebing in Rathenow.
Der Gesellschaftsvertrag ist am 9. September 1907 abgeschlossen, am 21. Dezember 1911 neu gefaßt und am 18. September 1919, 14, Juni 1921,
5. Dezember 1922, 27. Juni 1924 und 1. Dezember 1924 abgeändert.
Der Generaldirektor Walter Gerstel in Berlin ist befugt, die Gesellschaft allein zu vertreten. Von der Beschrän⸗ kung des § 181 H.⸗G.⸗B. ist er befreit. Der Direktor Leo Baszynski in Berlin⸗ Charlottenburg ist befugt, die Gesell⸗ schaft gemeinschaftlich mit einem anderen Geschäftsführer oder mit einem Prokuristen zu vertreten. Der Ge⸗ schäftsführer Otto Liebing in Rathe⸗ now ist befugt, die Gesellschaft gemein⸗ schaftlich mit einem anderen Geschäfts⸗ führer zu vertreten.
Rathenow, den 26. Oktober 1928.
Das Amtsgericht.
Rathenow. [71037]
In unser Handelsregister Abtei⸗ lung A ist unter Nr. 721, betreffend die Firma Märkische Benzin⸗ und Oel⸗ vertriebsgesellschaft Inhaber Busse, Korn, Gammert in Rathenow, folgen⸗ des eingetragen worden:
Die Vertretungsbefugnis der Liqui⸗ datoren ist beendet. Die Firma ist er⸗ loschen.
Rathenow, den 3. November 1928.
Das Amtsgericht.
Rathenow. [71041] In unser Handelsregister Abtei⸗ lung A ist unter Nr. 394 bei der Firma Grünbeck & Co., Rathenow, folgendes eingetragen worden: Die Firma ist erloschen. Rathenow, den 6. November 1928. Das Amtsgericht.
Rathenow. 5 [71043] In unser Handelsregister Abteilung A ist unter Nr. 825 die Firma Otto Peters, Opera Optik Rathenow einge⸗ tragen worden. Alleiniger Inhaber der Firma ist der Kaufmann Otto Peters in Rathenow. Der Frau Franziska Peters, Rapsch, ist Einzelprokura erteilt. Rathenow, den 7. November 1928. Das Amtsgericht.
Rathenow. [71040] In unser Handelsregister Abtei⸗ lung A ist unter Nr. 206, betreffend die Firma J. Kröcher in Friesack, folgen⸗ des eingetragen worden: Die Firma ist erloschen. Rathenow, den 9. November 1928. Das Amtsgericht.
Rathenow. 8 (1c
In unser Handelsregister Abteilung A ist unter Nr. 784, betreffend die Firma Huxdorf & Co. Ges. f. mod. Optik Rathenow, folgendes eingetragen wor⸗ den: Die Firma wird gem. § 31 Abs. 2
H.⸗G.⸗B. und § 141 F.⸗G.⸗G. von Amts wegen gelöscht. Rathenow, den 9. November 1928. Das Amtsgericht.
Ratibor. [71045] In unser Handelsregister B ist bei Nr. 14 Stellawerk Aktiengesellschaft vorm. Wilisch & Co. in Homberg a. Rhein Zweigniederlassung Rati⸗ bor am 5. November 1928 folgendes eingetragen worden: Die Kollektivpro⸗ kura des Wilhelm Vogel zu Breslau⸗ Krietern ist auf sämtliche Nieder⸗ lassungen der Gesellschaft ausgedehnt. Dem Direktor Edmund Bieneck zu Breslau⸗Krietern und dem Betriebs⸗ direktor Fritz Keydel zu Köln ist Kol⸗ lektivprokura für alle Niederlassungen erteilt. Die Prokuristen Karl Springer, Wilhelm Vogel, Edmund Bieneck und Fritz Keydel vertreten die Gesellschaft in Gemeinschaft mit einem Vorstands⸗ mitglied, einem stellvertretenden Vor⸗ standsmitglied, einem Prokuristen oder Handlungsbevollmächtigten. Amtsgericht Ratibor. Ratibor. [71044]
Am 6. 11. 1928 ist in unser Föres. register B bei Nr. 84 Plauiawerke Gesellschaft für Kohlenfabrikate m. b. H. in Ratibor eingetragen, daß der Kaufmann Max Niesner in Berlin zum Geschäftsführer bestellt ist. Dem Kaufmann Martin Jonas in Berlin ist ä mit der Maßgabe er⸗ teilt, daß er die Gesellschaft gemein⸗ schaftlich mit einem Geschäftsführer vertritt. Amtsgericht Ratibor. Ravensburg.
Im Handelsregister tragen:
A Einzelfirmenreg. neu am 22. Ok⸗ tober 1928 die Fa. Stoffhaus Inh. Mathilde Christ in Ravensburg. In⸗ haber Frau Mathilde Christ in Lud⸗ wigsburg. Handel mit Samt, Woll⸗ u. Seidenstoffen. — Die Fa. Heinrich Hirsch in Ravensburg. Inhaber Hein⸗ rich Hirsch, Kaufmann in Ravensburg Industriebedarfk. — Am 27. Oktober 1928 zur Fa. Ernst Schober Krumms Nachf. in Ravensburg: Firma erloschen. — Zur Fa. Drogerie Körpel Richard Löscher in Ravensburg: irma er⸗ 8 “ .
[70782]
wurde einge⸗
loschen. — Am 6. November 1928 zur Fa. Josef Heine z. Württemberger⸗Hof in Ravensburg: Firma erloschen.
B Gesellschaftsfirmenreg. am 18. Ok⸗ tober 1928 zur Fa. Bürgerliches Brau⸗ bns Ravensburg Aktiengesellschaft in
ravensburg: Das Vorshandamh lied Wendelin Ruile ist aus dem Vorstand ausgeschieden. Zum stellvertretenden 11“ ist bestellt: 1.9n Löslein, Kaufmann in Ravensburg. Das Vorstandsmitglied Wilhelm Schu⸗ ler u. das stellvertretende Vorstands⸗ mitglied Peter Löslein sind nur in Ge⸗ meinschaft miteinander zur Vertretung der Fivma berechtigt. Die Prokura des Peter Löslein ist erloschen. Dem Richard Ehringer, Kaufmann in Ravensburg, ist Gesamtprokura erteilt in der Weise, daß er gemeinsam mit dem Vorstandsmitglied oder dem stellv. Vorstandsmitglied zeichnungsberechtigt ist. — Am 31. Oktober 1928 zur Fa. Verlags⸗ und Druckereigesellschaft mit beschränkter Haftung, Stuttgart. Sitz in Stuttgart, asfung in Ravensburg: Durch Gesellschafter⸗ beschluß vom 5. September 1925 ist der Wortlaut der 1 geändert in: Verlags⸗ u. Druckereigesellschaft mit beschränkter Haftung Stuttgart⸗Ravens⸗ burg. — Am 6. November 1928 zur
Jamaica Bananen⸗ und Früchte vertrieb Gesellschaft mit beschränkter Haftung, Sitz in Bremen, Zweignieder⸗ assung in Ravensburg: In der Gesell⸗ schafterversammlung vom 26. Juli 1928 ist der neue Gesellschaftsvertrag gemäß der eingereichten Urkunde beschkossen worden. — weiteren Geschäftsführer ist bestellt der Kaufmann Friedrich Carl Heesch in Köln. Dem Emil Heinrich
Weber in Bremen ist dergestalt Pro⸗
kura erteilt, 8 er berechtigt ist, die
Gesellschaft in Gemeinschaft mit einem
anderen Prokuristen zu vertreten. Amtsgericht Ravensburg.
W 7100 unser register A ist heute unter Nr. 20 bei der „Rüthener⸗Ketten⸗ u. Kleineisenwarenfabrik H. d'Hone in Rüthen“ eingetragen worden: Der per⸗ sönlich haftende Gesellschafter . d'Hone senior ist durch Tod aus der Ge⸗ sellschaft ausgeschieden. Durch Ein⸗ tritt von drei Kommanditisten ist die offene Handelsgesellschaft in eine Kom⸗ manditgesellschaft umgewandelt.
Rüthen, den 8. November 1928.
Das Amtsgericht. Schirgiswalde. [71048]
Auf Blatt 281 des hiesigen Amts⸗ gerichts, die Firma Ernst Schöne, Ge⸗ sellschaft mit beschränkter Haftung mit dem Sitze in Sohland a. Sp. betr., ist heute eingetragen worden:
Durch Beschluß der Geger gefütr vom 27. Oktocer 1928 ist die Gesell⸗ schaft aufgelöst. Zum Liquidator ist bestellt der Kaufmann Ewald Schöne in Sohland a d. Spree.
Amtsgericht Schirgiswalde, 12.11.1928.
Schlochau. [71049] „In unser Handelsregister Abt. K ist eingetragen unter Nr. 204 am 17. 10. 1928 die Firma Kurt Buchholz, Grenz⸗ markdrogerie, Schlochau, und als deren Inyaber der Kaufmann Kurt Buchholz in Schlochau, unter Nr. 205 am 18. 10. 1928 die Firma 8. Eiden, Schwanenapotheke und Drogenhand⸗ lung, Schlochau, und als deren In⸗ haber der Apothekenbesitzer inrich Eiden in Schlochau, unter Nr. 206 am 24. 10. 1928 die Firma Karl Wendt⸗ landt, Schlochau, und als deren In⸗ “ der Kaufmann Karl Wendt⸗ landt in Schlochau, bei Nr. 181, Firma Albert Hoffmann, Prechlau, am 26. 9. 1928, desgleichen bei Nr. 118, Firma Max Poll, Schvanenapotheke und Drogenhandlung, Schlochau, am 3. 10. 1928, desgl. bei Nr. 196, Firma Aloisius Hoppe, Prechlau, am 25. 10. 1928: Die Firma ist erloschen.
Amtsgericht Schlochau, 1. 11. 1928.
Schwaan. 71050] In unser Handelsregister ist bei der Albert Woderich in Schwaan eute eingetragen: Die Gesamtprokura des Maurermeisters Heinrich Schön und des Technikers Hans Roß, beide in⸗ Schwaan, ist Dem Techniker Hans Roß ist Prokura erteilt. Schwaan, den 9. November 1928. Amtsgericht. Schwerin, Mecklb. [71051] Handelsregistereintrag vom 1. 11. 1928 zur Firma “ Bank, Filiale Schwerin, Aktiengesellschaft: In Ver⸗ folg der siebten Durchführungsverord⸗ nung zur Goldbilanzverordnung ist nach Zusammenlegung der auf 40 RM lautenden Aktien der § 4 des Gesell⸗ Ebö11“ Das Grund⸗ kapital von 1 000 000 RM zerfällt nun⸗ mehr: a) in 1500 auf den Inhaber 882 Namen lautende Aktien zu je 20 RM, b) in 4850 auf den Inhaber lautende