1904 / 44 p. 3 (Deutscher Reichsanzeiger) scan diff

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- die Ruhe aufrc<tzuerhalten und

Rücksicht darauf, wel<her Seite der Sieg zufallen w

Chinas und werde si< deshalb für die Erteilungen des Exequatur an China wenden und keiner anderen Macht das Recht einer Einmischung zuerkennen. Morgan, der jeßt auf der Reise begriffen sei, um seinen Posten anzutreten, werde nah San Francisco fahren und dann Yokohama berühren. Asien.

ur Richtigstellung der aus japanischer Quelle stammenden

Mittälungen über die “Eréignisse, die dem Abbruch der

diplomatishen Beziehungen mit Japan und der }

Eröffnung der Feindseligkeiten direkt vorangingen, véröffentliht der „NRegierungsbote“ nachstehendes: s: m 16. Januar ging die Kaiserliche Regierung sofort na< Ein- ang der leßten japanischen Vorschläge an deren Prüfung heran, am 3h, desselben Monats erhielt der Gesandte Kurino auf jetne Anfrage den Bescheid, der Kaiser habe die Beratung der Vorschläge einer besonderen Kommission übertragen, die am 28. zusammen- Vor ein 2. Februar errt lers weR S I E . Februar er : i efa Kalser, den Entwurf endaültiger In traten für den russishen Ge- sandten in Tokio auf Grundlage der Beratungen anzufertigen. Am di Grua fingen q den Statthalter Alexejew drei E N le den vollen Text d mmen le terer Brie Le ee B Hv n er japanischen isungen für de Gesandten in Tokio bef Tee Mee Me Atrort an die japanische diee ung enthielten, E Zeit zu sparen, gingen gleiche Telegramme aron von Rosen ab. h

Am 4. Feb vor Empfang der Meldung über den ÄAbbru eis ritten Beziehungen dur< Japan, teilte Graf Lamsdorff tem japanischen Gesandten die Absendung der gepuwortvorshläge an den Rh D e E S 9. Februa i tatthalter die A S Saug Dos Rosen über den, Emiang Ae ananisibe

m 6. Feb Nachmittaas, über r Gesardie, ait E Ls Minister des Auswärtigen zwei melbele unter Lin Bend baß Rußland der. Grieilung einer meldete unter dem Vorwand, daß N r E : Antwort auf die japanischen Borsaläge ausweiche, O E ¡weite Note den Abbruch der L Beziehungen me ial mit dem Hinzufügen, daß der japanishe Gesandte mit dem Persona der Gesandtshaft am 10. Sebriae St. Petersburg verlassen werde. Diese Noten waren bon einan E L bie Posten

s egic el, autgefproen murde, daß ih der Abbruch der diplomatischen Beziehungen iht k eit en werde. -

l Md elben O E der Statthalter Alerejew, wie Baron Rosen und die russischen Vertreter in Peking und bei den Großmächten durch dringende Telegramme von dem Abbruch der Beziehungen mit Japan und von dem Kaiserlichen Befehl bezüglich der Abreise des russischen Ge- sandten aus Tokio in Kenntnis gesetzt. Die erwähnte Zirkulardepesche legt au die Verantwortung für alle Folgen der japanishen Regierung auf. Das Telegramm Alexejews über den Empfang der erwähnten Zirkulardepesche ist vom 5. Februar datiert. Obgleich der Abbruch der Beziehungen durchaus nit die Eröffnung der Feindseligkeiten bedeutet, verübte die japanische Regierung! bereits in der Nacht auf den 9. Februar und sodann u Laufe E K R 4 n B rdelsfwite E

örender Angriffe auf russishe Kriegs- und Handelsschiffe unter Beclebuni der Be timmungen des internationalen Nehts. Der Befehl des Kaisers von Japan, betreffend die Erklärung des Krieges an Nußland, erfolgte erst am 11. Februar. Z

Ein Telegramm des Befehlshabers des Kreuzers „Warjag“, Kapitäns Roudnew, von gestern meldet, der „Russischen Telegraphenagentur“ zufolge:

Der Kreuzer „Warjag“ und das HoWlseekanonenboot „Korejeß“ bestanden einen Seekampf mit einem aus 6 Kreuzern und 8 Torpedo- booten bestehenden japanishen Geshwader. Der „Warjag“ wurde außer Gefecht geseßt und kehrte dann mit dem „Korejehßz“ nach der Reede. von Tschemulpo zurü; die Befeblshaber beider Shife sandten deren Besazungen an Bord der vor Tshemulvo liegenden fremden Kreuzer und \prengten darauf ihre Schiffe in die Luft, um sie nicht den

apanern auszuliefern. Kapitän Roudnew meldet sodann die Verluste aa der Besaßung des „Warjag“ und fügt hinzu, daß der „Korejeß“ {ne Verluste erlitten habe. Er betont, daß Offiziere und Mann- Weise idre Psliggt «Lavferkeit an den Tag gelegt und alle in edler ¡getan hätten. 4 luste a lichen genauen Ermittelungen betragen die Ver- 1 Offizier und 33"ng des russischen Kreuzers „Warjag : 2 L leiht verwundet 17 Mann {wer S f

er Generalquartiermeif egraphiert

aus Port Arthur: Bad Sf aenteiintins berichten aus Sents<hou daß E e keine Japaner ge- stoßen seien. Es heiße, def 5; sie auf kein na keine Japaner befänden. D} sih auch in Pingy ang die Russen. Das Eis aux e volkerung sei gleichgültig R Man glaube, daß bei fta dem Zalu sei am Üfer Siaztaa eintreten werde. Ein Teil Hodflut in fünf el ‘fei a einem Umkreise von zwei Wers eus E Bewegungen : . Schiffe seien nit h den. Ein neuer

riff auf die. Ei : eobachtet worden. El E s Gejcadnstrede habe nit stattgefunden. daß der Vizeköni Nu 4: „in Peking Lessar telegraphiert, Mann mit Artillerie mit diOlfai die Absicht habe, 10 L zu Tiber Eisenbahn von Paotingfu na

; er- <inesis<e / ; E richtet, der japani esandte hat, wie „W. T. B.“ be- folgeubs Note überreicht: egierung am 18. Februar

Japan und Nuß, i 6 gebrochen. Da aber China mit L nihre friedlichen Beziehungen ab- Fuße sleht und seine Regierun g große eiden Staaten auf freundlihem nabarlihen Beziehungen weiter zu ebaett darauf legt, die guten Je t n Befehle Schritte ¿g oalten, hat sie in Aueführung Neutralität zu beobahten, und Beri ronet, um die Geseßze der Behörden sämtlicher Provinzen diese aufaungen getroffen, daß die behörden sind ebenfalls angewiesen worden, in galten, sp De Lt ; den Handelstreibent bs der

istlihen Bevölkerung Schuß zu elstreibenden und de Srting bas Kaiserliche Mausoleum n Da in Mufkden und, in belegen sind, wurde der Generalgouverneur mit Kaiserlichen Paläste versehen, diese Bauten mit der größten Wa ds genauen Anweisungen ie Städte, Dörfer und amtli CLlamkeit zu s{üßen, ebenso die Städte, [E Privat Ae Gebäude in den drei östlichen or ben Till versonen und“ deren Eigentum, damit sié

Die chinesischen Truppen, die in diesen i . die Truppen der kriegführenden Staaten nicht angeclfel en twerden

soll den leßteren nit gestattet sein, die früheren G

der Peijangkommissar nah den Distrikten westlig n „Garnisonen, die E | d des Liao gelegt hat,

n der äußeren und inneren Mongolei die Geseze der Neutralität befolgt werben, Be daß die Truppen der beiden kriegführenden Mächte sich k

rif erlauben dürfen, und falls sie die Grenze fie

ollten, wid China Maßregeln zur Zurü>weisung die ; treffen. Solche Schritte Cha sollen jedo< niGt als Be uppen freundschaftlichen Beziehungen betrachtet werden. M der Mandschurei aber sind no< Pläte, die von A Truppen beseßt sind, und wo die Anwendung der Nelkralitätsge]eße außerhalb der Macht Chinas liegt. Die drei jelihen Prosnen sowohl, als au< die dort bestehenden ete sollen der <inesis<en Souveränität wor bleiben ohne

rd.

_Trägt der neue Entwurf den Eventualitäten Rechnung,

Die ja anische Ne ierung hat darauf dem chinesischen Gesandten in Tokio A 17. Februar folgende Note über-

geben:

Die Kaiserliche Regierung, von dem Wunsche beseelt, soweit wie möglich e Störung des friedlichen aen der jeßt in China hberrs<ht, zu vermeiden, wird in en Teilen des chinesischen Territoriums, mit Ausnahme desjenigen, der von Nußland befeßt ist, die <tnesis<e Neutralität achten, folange Nußland ein gleihes Verfahren nwendet. E / Á Die Kriegsgeseße, die den Kaiserlich japanischen Truppen im Felde zur Ri bnuk dienen, verbieten eine lis hi Zerstörung des Eigentums. Infolgedessen kann die Kaiserlih chinesishe Nes gierung darüber beruhigt sein, daß das Mausoleum und die Paläste in Mukden und Hsing-ting, sowie die öffentlichen Gebäude überall frgen Beschädigungen gesichert sind, soweit diese niht dur eine russische Aktion veranlaßt werden sollten. Ferner werden die Rechte der <inesishen Beamten und Einwohner innerhalb der Zone der militärishen Operationen, sowobl Aer laiseclider men als au des Cigentums, geachtet und dur< die Kaiserlichen Truppen bescüßt werden, soweit wie dieses die militärische fe Uge zuläßt. Sollten jedo< diese <inesis<en Untertanen Hilfe un Unterstüßung den Feinden Japans gewähren, so muß sich die Kaiserliche Regierung das Necht vorbehalten, solhe Schritte zu tun, wie die- Umstände es erfordern. : E K

Es erübrigt no<, \{ließli< zu erklären, daß der jeßige Krieg bon Japan nicht zu dem Zwecke geführt wird, Eroberungen zu maten, sondern einzia in Verteidigung seiner legitimen Rechte und Interessen, und daß die Kaiserliche Regierung nicht die Absicht hat, als Ergebnis des Ronflikts auf Kosten Chinas Gebiete zu annektieren. :

Die Kaiserliche Negierung wünscht ebenfalls, baß- si< die Kaiserlich binesishe Regierung darüber klar werde, daß, wel<hes au die Aktion sein möge, die Japan auf dem zum Kriegsshauplaß werdenden <hinesis<en Gebiet anzuwenden gezwungen sein sollte, dies immer nur in Ausführung der militärischen Notwendigkeit * der Fall sein werde und ni<ht zum Zwecke der Schädigung der <inesis<hen Souveränität.

Parlamentarische Nachrichten.

Die Schlußberichte über die gestrigen Sihungen des Reichstags und des Hauses der Abgeordneten befinden sich in der Zweitcn, Dritten und Vierten Beilage.

Jn der heutigen (38.) Sißung des Neichstags, welcher der Staatssekretär des. Reichspostamts Kraetke bei: wohnte, wurde die zweite Beratung des Neihs8haushaltsetats für 1904 bei dem Etat der Reihspost- und Telegraphen-

verwaltuna, und zwar bei dem ersten Ausgabetitel „Gehalt

des Staatssekretärs 30 000 4“, fortgeseßt. h

Zu den bei diesem Titel mit verhandelten Anträgen Gröber, Müller-Sagan und Erzberger ist inzwischen noh fol- gender Antrag der Abgg. Paßtig (nl.) und Genossen hinzu- gekommen:

„den Reichskanzler zu ersuchen, tunlihst bald dem Neichêtag eine Denkschrift über die Besoldungs-, Anstellungs- und Beförderungs- verhältnisse «der Beamten und Unterbeamten der Reichspost- und Telegraphenverwaltung vorzulegen und hierbei insbesondere nachzu- weisen : 1) wel<e Ungleihheiten in den Bezügen innerhalb derselben Ünterbeamtenklassen (Postschaffner usw.) dadur<h entstanden sind, daß den seit 1. April 1895 “angestellten Unterbeamten Militärzeit und Probejahr ni<t mehr angere<net werden, und wie lange diese Uebergangszeit voraus\ihtliGß dauert ; 2) welde Besoldungsverhältnisse für die höheren Beamten #< seit Einführung der Personalreform von 1900 und im Vergleich zu dem früheren System der Besoldung nah dem Durhschnitt8gehalt ergeben haben; 3) wel<he Mittel es erfordert, wenn allgemein im Be- reih der Post- und Telegraphenverwaltung die ersten Dienstalters- slufen von 3 Jahren auf 2 Jahre abgekürzt werden.“

(Schluß des Blattes.) ,

Das Haus der Abgeordneten sehte in der heutigen (24.) Sißung, welcher der S für Handel und Gewerbe Möller beiwohnte, die zweite Beratung des Staatshaus- haltsetats für das Rechnungsjahr 1904 im Etat der Handels- und Gewerbeverwaltung bei den Aus- gaben für den an an der Berliner Börse fort.

Abg. Broemel (Fr. Vag.): Die gestrige Rede des s von Zedlitz Gai bewiesen, daß er \ahliher Belehrung zugänglih ist; er erklärte si< für die Aufhebung des Verbots des Terminhandels mit Bergwerks- und Industriewerten. Die Schwäche der deuts<hen Börsen ist nah meiner Meinung im wesentlichen auf die Wirkung des Börsen- geseßes und vor allem auf das Verbot des Terminhandels zurü>- zuführen. Auch die Konzentration der Börsengeshäfte in den großen Banken is eine Folge dieses Gesetzes, das den kleinen und mittleren Bankiers tas Geschäft wesentli<h ers<hwert hat. Die Stempelsteuer trifft diese weit höher als die großen Banken. Ueber die Notwendigkeit der Reform des Börsengeseßes - und des Börsensteuergeseßzes A hier und im Reichstage kaum no ein Zweifel. Nach den Mitteilungen des Handelsministers ist eine Novelle zum Börsengeseß zu erwarten; der Minister hat aber die Herren von der Börse ermahnt, -mit dem vorlieb zu nehmen, was ihnen geboten wird. Das ist doch eine kleinliche Auffassung. An der Eriftenz einer soliden, leistungsfähigen Börse hat au der preußishe Staat ein erhebliches Snteresse. Nur eine leistungsfähige Börse kann die preußischen An- leihen auf cinem möglihst stetigen Kurse erhalten. Die Schwierig- feit einer Reform wird von keiner Seite verkannt. Die „Kölnische Zeitung“ hat sih cin Verdienst erworben, indem sie zuerst mit vollem Nachdru>k im Anschluß an die Ereignisse vom 8. und 9. Februar auf die Notwendigkeit einer Börsenreform hingewiesen hat. Der Handels- minister sollte auf die Aufhebung des Terminhandels hinwuken.

Abg. Fun> (fr. S R Die Ausführungen des Handels- ministers haben au< uns enttäusdt. Die Art und Weise, wie er diese wichtige, in das Volksleben tief eingreifende Frage behandelt hat, erscheint mir sa<li< nicht bere<tigt. Er sagte; die Novelle wolle eine Reparatur von Treu und Glauben im Börsengeschäft herbeiführen. Das Börsengeseß hat die unlauteren Elemente an die Oberfläche ge- braht. Kein Wort sagte er von einer Ermäßigung der Stempel teuer, die den kleinen Bankier so empfindlich trifft. Der \pringende Punkt ist aber, daß der Minister eine Beseitigung des Terminhandels nicht in Aussicht gestellt hat. Die große Mehrheit dès Börsenaus\{usses hat ih für eine unbedingte Aenderung der Bestimmungen über den Terminhandel auégesprohen. Auffällig ist, daß der Minister nit mit einem Worte die Vorgänge vom 8. und 9. Februar erwähnt hat. Das Wohl und Wehe vieler kleinen Leute bängt do mit der Börse zusammen, und die Börse hat so wenig Widerstandsfähigkeit be- wiesen, daß ih nit verstche, weshalb der Minister die allgemeinen Gesichtspunkte niht einmal gestreift hat. Ich kann mir nicht denken daß das Staatsmiuisterium diese Frage nicht erörtert hat. Wie stellt ih der Ministerpräsident zu der ganzen Frage? Fürst Bismar> hatte für die Bedeutung der Börse, für die internationalen Verhältniße ein sehr feines Gefühl; er würde fofort eine Reparatur haben eintreten

lassen. Diese Gesebgebung ist do< außerordentlich wichtig für ganze auswärtige Politik. ini : nre 008 zustande Prie Es He N inister will das

eine Magen nationale wirts{aftlihe Frage, N da i

man n mS ._Eimgen - vorsihtigen Le tERaries herum.

L l ie jeßt cin- getreten sind? Der Reichstag ist mit Arbeiten nicht so überlaste daß die Novelle niht schon jeßt eingebra<t werden könnte. J glaube, die. Rücksicht auf die Me rheit des Neichstags ver- zögert die Ginbringung. Die Nationalliberalen sollten etwas

.

Kraft" f | S Si [erth (3. Vorstellung im 11. Schiller-Zyklus), Abends

mehr auf die Einbringung der Novelle zum Börsengeseß hinwirken und die Regierung sollte damit nicht zögern, ‘wenn diese Novelle au) keine großen Aussichten haben sollte. its von Zedliß hat den rioroliben Mut gchabt, im Gegensaß zu seinen Freunden für die Aufhebung des Terminhandels mit Montan- und Industriewerten einzutreten. Wenn“ er aber glaubt, daß die Zulassung des Differenzeinwandes für diejenigen, welche 3000 bis 5000 Æ Einkommen haben, die Bankiers verhindern werde, mit diesen Leuten au fernerhin Ie zu maten, so irrt er sih, und au< der von dem Minister hingestellte Zwe> einer Reparatur von Treu und Glauben wird damit nit erreiht. Wirken Sie (re<ts und im Zentrum) au< einmal mit uns zusammen, ändern Sie diese ab irato gemachte Gesetzgebung ab. Es handelt si um keine Mee: wir find alle mehr oder minder daran beteiligt. Die

orgänge. vom 8. und 9. ra haben die Situation blißartig er- hellt; wir haben die Gefahr und den Abgrund gesehen, vor dem wir stehen. Legen Sie_die bessernde Hand an, solange es no< Zeit ist! Das Gewicht der sahlihen Gründe steht auf unserer Seite. Die Mehrheit des Reichstags wird \ih, wenn sie dies einsieht, ihrer Pflicht nicht entziehen.

(Schluß des Blattes.)

Vei. Der Bolte le wahl im 4. Hessen- Nassauishen Wahlkreise (Eshwege- Schmalkalden) er- hielt, na< der amilihen Zählung, der Zigarrenfabrikant Hugo- Cassel (Soz.) 5837, der Porzellanmaler Raab- Ham- burg A 4562, der Volksschullehrer Merten- Berlin (Fr. Volksp.) 4089, der Gutsbesißer von Christen- Werleshausen (Freikons.) 3519 Stimmen. Es hat Stichwahl zwishen Hugo und Raab stattzufinden.

Kunst und Wissenschaft.

Bei Eduard Schulte beginnt am Sonntag, den 21. Fe- bruar, eine neue Auéstellung, die Werke und Sammlungen von Eugen Bracht, Dreéden, Willi Döring, Kolonie Grunewald, Adolf Due: München, Philipp László, Budapest, Berta von Scharfenberg, Berlin, Ernst Stöhr, Wien, Max Tilke, Berlin, das Hauptwerk von Edouard von Gebhardt, Düsseldorf, „Die Bergpredigt“, ferner neue Arbeiten der e E für Original-Lithographie zu Berlin“ und endlih von Hermen Anglada, Paris, enthalten wird.

Aus Bern wird dem „W. T. B.* telegraphiert : Der Bundesrat bes<hloß, den Beitritt der Schweiz zu der Uebereinkunft, betreffend die Organisation einer internationalen Erd- bebenfors<ung mit dem Sitze in Straßburg, zu erklären, und bestimmte Erofessor Forel in Morges als Delegierten zu der für April bevorstehenden konstituierenden Konferenz.

“Theater und Mufik.

Neues Theater.

Die rührige Leitung des Neuen Theaters, die es an Wagemut wahrlih nicht fehlen ak, brachte gestern des Euripides Tragödie „Medea“ in der Ve g ee Ulrich von Wilamowitß-

a

Möllendorff zum ersten è zur Aufführung. Es {ließt

keinen Tadel in sh, wenn man es ausspri t, daß o der großen „Vorzüge der neuen Verdeutshung des Werks und der Tüchtigkeit der Inszenierung und Darstellung die

lebendige, unmittelbare Wirkung der Dichtung von der Bühne herab nur auf Augenbli>e si einstellte, und zwär nur da, wo das allgemein menschliche Empfinden, das heute wie vor Jahrtausenden Geltung hat in seine Rechte trat. Man wird sih aber eingestehen müssen, baß die an sih unhellenise Uebersinnlichkeit und Mystik, mit der Gri auer seine Medea ausgestattet hat, die Gestalt, wenn au< in anderer eise, weit eindru>svoller und unheimlicer auf uns einwirken läßt, als das im Geiste seiner Zeit moderne Weib des Eu aus verratener Licbe so fürhterlihe Vergeltuna übt, um Sonnengott »x machina dem Ort der

vom t entrüdt, bohn- lachend der Sühne zu entziehen. Das t auf Nache, das im en lebendig mar, das Triumphieren über den tödlih getroffenen Feind, sind

, das nur

Gefühle, die uns völlig fremd geworden sind, besonders seit der Um- eas des Hellenismus Zir Goethe, der mit dem Wort: „Alle menshlihen Gebrehen sühnet reine Menschlichkeit“ den für uns

gültigen Leitsaß aufstellte. So bleibt der’ gestrigen Aufführung der „Medea“ positiv nur das Verdienst eines interessanten literartscen Experiments, negativ aber dasjenige, wieder bewiesen zu haben, wie weit die Kluft zwishen antikem und modernem Geist do geworden ist. Daß namentlich der Uebersetzer alles getan hat, diese zu überbrüden, muß dabei aber voll anerkannt werden. Die \<{<werfälligen \e<s- füßigen Jamben des a verwandelte er in dem natür- lihen Fluß der deutshen Sprache besser entsprehende fünffüßige, vermied im Ausdru> alles philologische E age alle ungeheuer- lichen Wortbildungen; dem Chor wies er, ähnli< wie Schiller in ter «Braut von Messina“, einen Play in der Ls an, die er, um ihren etwas unvermittelten Sortgang wahrscheinlicher erscheinen zu lassen, in zwei Akte“ einteilte und mit einigen weni en, es<i>t eingefügten ergänzenden Versen versah. Der

Aufführung gebührt, wie {hon oben erwähnt, ebenfalls

uncinges<ränktes Lob. Frau Bertens, die als Darstellerin kom-

plizierter Frauencharaktere bekannt i, war die Aufgabe zu-

lie die Medea ‘zu spielen. Sie vermied glüdlih Lou ber-

ömmlihen Heroinenstil und gab ledigli< ein maßlos eifer-

süchtiges und leidenshaftlihes Weib, das zur Befriedigung seiner

Rache an dem ungetreuen Gatten selbft vor dem Kindesmord nicht zurücks<re>t. Mit Recht betonte sie aber au< die weicheren Regungen « der Seele der Kolcherin mit besonderer Stärke und übte da, wo die Mutterliebe Metea in ihrem furchtbaren Entschluß fast wankend macht

den tiefsten Eindru> aus. Die selbstgefällige Art des Fason zeichnete Herr von Winterstein mit sicheren Strichen, und den den düsteren „Vorgang einleitenden Worten der Unheil ahnenden Amme verlieh Fräulein Waupel die erforderliche Eindring- lichkeit. Vortrefflih einstudiert waren die Frauen<höre unter der Führung der Damen Durieux und Höflich, und auch die Herren Klein

tref “ans is (Aegeus) und Höfer (Bote) erwiesen h als

Im Neuen Königlichen Operntheat i Ras reiste Gage: in dieser ‘Over nt folgndns gl: die Vamen Herzog, Hiedler, i Goeye, Rothauser, Pobl, Parbs Ln ol * le Lid, P Ed

ist Dr. Mu>. Im Köni

Hoffmann, Mödlinger, Bachmann, Lieban, Krasa und Has, Dirigent |

„D lihen Schauspielhause wird morgen - Heinrich der Vierte“ (erster Teil) ausaesibet, Den König E Ludwig, den Prinzen inri Herr Christians, err Pohl, den Percy Les atlkowsky. Das Deutsche Theater hat H Spielplan aufgestellt: morgen abend, Do! „Der einsame Weg"; Montag und # „Faust*; Mittwo< und näch!

„Die

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d’Andrea*. Als Nachmittagsvorstellung N 7 „Johannes“ angeseßt.

sunkene Glo>e", für : t Vmaterfant“ morgen und dm

Im Berliner Theater gelang Donnerstag uns Se

nächsten Sonntag, Mi und reitag wird rae N n zur Aufführung: Am V htale „Alt-Heidelberg- gegeben.

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am vittag wird « All-Heide ¿sten Sonntagnachmittag „Ueber unsere Kra [ Theil) aufge e allnertheater wird morgen naths

mittag „Do! n Carlos

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