1868 / 142 p. 8 (Königlich Preußischer Staats-Anzeiger) scan diff

- des Königlichen Finanz-Ministeriums,

(96.) Cirkular - Verfügun

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Der vön dem Herrn Abgeordneten für Wiesbaden vorgeschla- gene neue Paragraph, der zwischen die $$.5 und6 einzuschalten sein würde, is ein solcher, dessen Annahme nach meiner Ansicht auf die Entschließungen des Bundesraths in Beziehung auf die An- nahme des vorliegenden Geseßes keinen Einfluß ausüben wird und gegen den ich mich deshalb nicht zu erklären habe.

In den Vorschlägen des Herrn Abgeordneten für Wics- baden zu $. 6 glaube ih meinerseits nur eine Verbesserung des ÿ. 6 sehen zu können. Ich komme nun sc{hließli< auf den vorbehaltenen $. 2. Jn Be- ziehung auf diesen Paragraphen glaube ich schon icht bestimmt aus- sprechen zu können, daß die verbündeten Regierungen entschieden Bedenken tragen werden, diesen Paragraphen gutzuheißen. Es handelt sich bei diesem Paragraphen einmal um die Ver- änderungen von Geseßgebungen in denjenigen Bundesstaaten, welche die Zwangs- und Bannrechte , sei es allgemcin aufgeho- ben, sei es für ablösbar erklärt haben, also um Aenderungen, welche durch diesen Paragraphen in die betreffenden Geseß- gebungen hineingetragen werden könnten; zu ciner Aenderung

der bezüglichen Geseßgebungen würden die betheiligten Regie- rungen si nicht entschließen können. Es handelt sih aber auch ferner bci diesen Paragraphen darum, die Zwangs- und Bann- rechte da aufzuheben, beziehung8weise für ablösbar zu erklären, wo sie no<h bestehen und dabei zugleich die Regulirung der ganzen Frage der Landesgeseßgebung zu überlassen. Jch glaube nicht, daß es sih überhaupt empfiehlt , in Bunde8geseßen der- gleichen allgemeine Säße auszusprechen, die erst durch die Lan- des - Geseßgebung konkret werden können , während man doch gar keine Garantie dafür hat, daß die Faktoren der Landes- Gesehgebung si< Über cine Ausführung des hier beschlos- senen allgemeinen Saßes überhaupt verständigen werden, und namentlih über eine Ausführung, wie man fie etwa hier sich angemessen denkt. Es kommt in dem vorliegenden Falle dazu, daß cs si< um Verhältnisse handelt , deren Umfang sich zur Zeit gar nicht übersehen läßt, sich nicht übersehen läßt von Seiten der Regierung , und sih nicht übersehen läßt von Seiten des Reichstages. Jch habe also in Beziehung auf den ÿ. 2 keinen Anstand zu nehmen , zu erklären , daß seine An- nahme die Zustimmung der verbündeten Regierungen zu dem vorliegenden Gesetze zu einer Unmöglichkeit machen würde.

Das »Amtsblatt der Norddeutschen Postverwaltung« Nr. 36 ent- hält General-Verfügungen von 15. Juni 1868, betreffend die Vereinfachun- gen in der Kartirung der ordinairen Fahrpostgegenstände in dem Fracht- kartenwechsel zwischen Eisenbahn-Postanstalten des Norddeutschen Post- gebiets; die Verwahrung der kleinen ordinairen Packete im Eisenbahn- Postverkehr; den Wegfall des Kopirens der ordinairen Frachtkarten bei den größeren Eisenbahn-Postanstalten; das spezielle Verlesen der ordinairen Packete im Eisenbahn-Postverkehr; die Berücksichtigung der zollamtlichen Verhältnisse bei der vereinfachten Kartirung ordinairer Fahrpost P,

Die Nr. 25 der «Annalen der Landwirthschaft in den Königli Preußischen Staaten« enthält folgende Aufsäße 4, Beschefenheit der russischen Landwirthscaft Und des Bodens im Centrum des Reiches (Gouvernement Tula). Von v. Falken - Plache>i. Allgemeines über Boden, Pflanzenbau und Viehzucht. Das Gut Sergiewsf. Zur Seidenbaufrage. (Neue Beiträge von Prof. F. Haberlandt. Die Zusammenseßung dcr Maulbeerblätiter. Studien von Peligot.) &Fortsezung. Eine neue Roçg nkrankheit. Eine bisher unbekannte H 2E

Nr. 12 des » Centralblatts der Abgaben-, Gewerbe- und Handels-Geseßgebung und Verwa tung« in den König- lich preußischen Staaten (vom 6. Juni 1868) hat folgenden Jnhalt : Cirkular- Berfügung des Königlichen Finanz-Ministeriums, den Wegfall der Pensions-Beiträge betreffend, vom 14. April 1868. ndirckte Steuern : „Abgaben vom Verkehr mit dem Auslande (Zoll- und Uebergangs-Abgaben) : (91.) Cirkular-Verfügung des Königl. Finanz- Ministeriums, die Befugniß des E sächsischen Nebenzollamt [. Groß-Schönau betreffend, vom 8. Apri S a Cirkular-Verfügung

Ç j ) ie Ausführung des am 9. März d. J. mit Oesterreich abgeschlossenen Zoll- M Handels-Ver- trags hinsichtlih der Zollbefreiungen und Zollermäßigungen betref- fend, vom 23. Mai 1868; (93.) Zusammenstellung der zu Folge des Handels- und Dollvertrages mit Oesterreih vom 9. März d. J. mit dem 1, Juni d. J. 1868 eintretenden Aenderungen des Zollvereins- Tarifs) (94.) Cirkular-Verfügung des Königlichen Finanz-Ministeriums, den nämlichen Gegenstand betreffend, vom 27. Mai 1868. Com- munications-Abgaben: (95.) Verfügung der Königlichen Ministerien der Finanzen und für Handel 2c, die Anlage von Uebergängen über Chausseegräben betreffend, A E März 1868. J. Salz-Abgabe:

1 Verfügung de niglichen Finanz - Ministeriums, die On der Königlich sächsischen teucrämter S icteA, Werdau au Kirschberg zur Erledigung von Begleitscheinen, über Salz be- Send! vom 4. April 1868; (97.) Cirkular-Verfügung des Königl nan Ministeriums, die Ausfertigung von Begleitscheinen über in- ändisches Salz betreffend, vom 6. April 1868. Personal-Chro-

nik: B. Verwaltu indi | L l der Stellenbesezung. - der indirekten Steuern : 1) Veränderungen in

Statistische Nachrichten.

Statistik der Anwalte und Notare. (Nach einer in Hilde brand's Jahrb. VI. J. I. Bd. Heft 2 und 3 enthaltenen Sine stellung von Dr. H. Df, In Preußen waren im Sire 1865 1696 Rechtsanwalte und Notare vorhanden, auf eincn Anwalt oder E Le i Lat

otare zählte die Prov. Westfalen (auf 7,793 Einwohner einen) und

per D El F e din (auf 8,199 E N en Schlesien (auf 14, inwohner cinen) und Po

E on Ce: j : / M M

n Oesterrei raf in den Ländern diesseits der Leitha im Jahre 1866 (1563 Advokaten und Notare) auf n 12,259 Cine ein Advokat oder Notar, in den Ländern jenseits der Leitha auf je 4,639 Einwohner cin Advokat. Das Verhältniß in den einzelnen österreichischen Ländern weicht erhebli< vom Durchschnitt ab; 1m Küstenland kommt hon auf 5,686 Einwohner, in Oesterreich u. d. E. auf 6,569 Einwohner, in Tirol und Vorarlberg auf 6,745 Einwohner, in Galizien dagegen erst auf 22,361 Einwohner ein Advokat oder A In ei Me N stei p sich die Einwohner- Bl, die auf cinen vokaten oder Notar tri von 3/572 (Ungarn bis auf 18,039 (Siebenbürgen). j R R

In P treffen (1867) auf einen Advokaten oder Notar 7,390, in Württemberg (1862) 7,028, im Großherzogthum H essen diesseits des Rheins (1864) 6,672, in Rheinhessen 4,532, in S.-Wei- mar (1864) 5189, in Baden (1862) 4,992, im ehemaligen Königreich E Aer (1865) 4,916 und im Königreich Sachsen (1867) 3,048

__ Wenn man die gleichen Verhältnißzahlen aus den verschiedenen eben. Provinzen zusammenstellt , so ergiebt ih folgende Auf 3— 4,000 Ew. 1 Advok. od. Notar: Kgr. Sachsen, Ungarn. » 4— 5,000 » » » » Rheinhs}s., Hannov., Baden.

5— 6/000 » » » » » S.-Weimar, österr. Küsten-

land, Dalmatien.

6— 7,000 » » » » » Oesterreich u. d. E., Großh. Hessen diess. d. Rheins, Tirol und Vorarlberg. Württemberg, Bayern, Salz- burg, Westfalen. Steyermark, Cöln, Kärnthen, Oesterreich o. d. E.

Graz.

Prov. Sachsen.

Prov. Pommern.

Prov. Posen, Brandenburg, Hohenzollern, Koblenz (ost- rhein. Theil).

Krain, Kroatien, Slavonien und Militair-Grenze.

Pr. Slesien, Pr. Preußen, Böhmen.

Mähren u. österr. Schlesien.

Die meisten Rechtsanwalte und

7— 8,000 » 8— 9,000

» 9—10,000 » 10— 11,000 » 12—1 3/000

» 13—14,000 » » 14—15,000 » » » »

y 15—16,000 D » » » » 18—19,000 » » » » » Siebenbürgen,

» 22—23,000 » » » » » Galizien und Bukowina

Na) einer » Statistik der Shwurgerichte« im Regie- rungsbezirk Danzig für 1867, die im Amtsblatte der Königlichen Regierung zu h mitgetheilt ist, hat im dortigen Regierungsbezirke im Vergleiche mit srüheren Jahren die Zahl der zur Kompetenz der Schwurgerichte gehörigen Verbrechen und Vergehen zugenommen. Jum Jahre 1864 belief sih die Zahl der abzuurtheilenden Verbrechen und Vergehen auf 391, 1867 auf 400, die Zahl der Angeklagten in 1864 auf 242, 1867 auf 317. Für \<uldig nah der Anklage wurden 1864 erfannt 219, 1867 195, für nit {uldig 1864 125, 1867 63. Diese Vermehrung zeigt \ih aber nur bei den Shwurgerichten zu Elbing und Preuß. Stargardt, wogegen bei dem Schwurgerichte zu Danzig eine Verminderung gegen das Jahr 1864 hervortritt. Was die Art der Verbrechen anlangt, so kam 1867 am häufigsten vor: \{werer

Diebstahl im ersten Rückfalle 47 Mal, s{<werer Diebstahl im wiederhol- ten Rückfall 43 Mal, Raub und Erpressung 37 Mal wi eiber A Do rafe ag DE eri A M. , Urkunden tuna / echen gegen die Sittlichkeit 1 Aßli - fiftuns j i -Mal f f ) Mal, vorsäßliche Brand genen mit Geivalt 9 Mal. Außerdem kamen vor: 6 Morde, 2 Kin- deîmorde, 7 schwere Körperverlc i Unz- verdrechen b #{ p chungen, 2 Vergiftungen, 2 Münz agten bei den Schwurgerichten: unter 16 Jahren 1, von 16 bis 24 Jahren 59, von 24 bis 40 Jahren 165, von 40 bis 60 Jahren 8; von 60 Jahren und darüber 7. Die Angeklagten im jüngeren Lebens- Aaalis N f e Tan waren hierna<h etwa 24 Prozent nmtl getlagten; dieselben waren meistens bei ) Diebstähle betheiligt ¡ stens bei den {weren ersonen weiblichen Geschlechts, zum größeren Theil bei dem = brechen des Diebstahls, dann aber auch My Bicineitee und pes Person auch bei dem Morde betheiligt. Jhren Berufs- und Er- werb8verhältnissen nah waren unter den Angeklagten: 182 Arbeits- 1 e4 fb ie B 13 Fabre 24 selb lenstboten, Knechte abrikbesiber, Großhändler 9 Handelsleute Krämer U. #. wWw. eee a belt

Widerseblichkeit in Zusammenrottung von Gefan-

\._w. Den Altersklassen na<h waren unter den Ange-

Es fanden si ferner unter den Angeklagten

stständige Det apitalisten Auf den Arbeiterstand tiefen

iernach 75 pCt. sämmtlicher Angeklagten. Was endli die er-

j annten Strafen betrifft, so wurden verurtheilt: zur Todes

ichen | zur Zuchtbauöftrafe 172, zur Gefängnißstrafe 99. Gegen 7 Angeklagte wurde auf lebenswierige

gesprochenen war verhältnißmäßig gering; sie betru

egen 7 Angeklagt Zuchthausstrafe erkannt. Die Zahl a Sea im vergangenen der Durchschnitt der Jahre 1861

Jahre nur 13,7 Prozent , währen bis 1864 das Berh s

ältniß auf 18,4 Prozent herausstellte,

nis 22,8 Sgr. preuß.) gegen 6,986,308 Thlr. im vorhergehenden Finanz-

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Jn Nr. 99 des Staats-Anzeigers is eine Uebersicht über die Bevölkerungszunahme in den älteren Provinzen des preußis<hen Staates von 1816—1867 mitgetheilt worden. Wir vervollständigen dieselbe durch eine Zusammenstellung der Bevölkerung der einzelnen Regierungsbezirke.

Jährliche i Jährliche Ein- | Qunahme Ein- | Zunahme

Regierungd- | wohner = |Regierungs- wohner b

Bezirke. | 1867. S Bezirke. | 1867. D

pCt. pCt.| pCt.

Königsberg. |1,067,313 1,07 | Oppeln .……1,237,293| 1,60) 1,26 Gumbinnen | 743/,783| 1/52| 0,75 | Liegniß .…..| 978,479/ 0/56| 0,19 Oanzig ...-| 513,227/ 1,91 0/62 | Magdeburg.| 832/235| 1,44| 0,77 Marienwer- Merseburg .| 8614/,493| 1,06) 0,24 SOE. ms .| 765/,354| 1,75] 0,67 | Erfurt 369,120/ 0/,69| 0/32 Posen 984,887 0,51) 0,23 | Münster .….| 439181} | —0,25 Bromberg. | 551/,298| 1,49| 0,36 | Minden .….| 476/584| 0,78| —0,/45 StadtBerlin| 702,437) 5,18| 3,67 | Arnsberg .…| 792,808 1,77| 2/33 Potödam ….| 994/,967| 1,17} 0,50 | Köln 595/671| 1,02| 0,61 Frankfurt .. 1,018,731| 1,04} 0,50 Düsseldorf. 1,242,276| 2,01| 1,68 Stettin .…..| 672,613| 1,1 5|—0,/25 556,131 0,79) Köslin 564,356 1,24/ 1,27 578/478 1/21/ 0,85 Stralsund... | 214,975| 0,86/—0,18 479,874| 0,96] 0,55 Breslau …. . [11,363,571] 1/27| 0,45

Von 1816 bis 1867 haben \i< in sämmtlichen vorgenannten Be- zirken im Durchschnitt 1000 Einwohner auf 1899 vermehrt. Eine erhebliche Zunahme über diesen Durchschnittssaß hinaus zeigen Berlin (3553), Köslin (2377), Oppeln (2358, Marienwerder (2298), Brom- berg (2252), Danzig (2157), Stettin (21244 Gumbinnen (2104), Arnd®- berg (2104), Düsseldorf (2102) Königsberg (2004), Potsdam (1939), Trier (1932). Lom ist der Zuwachs unter dem berechneten Durch- \hnuitt gewesen in den Bezirken : Köln (1817), Breslau (1794), Magde- burg (1781), Frankfurt (1779), Merseburg (1760), H (1712), Stral- sund (1673), Koblenz (1614), Aachen (1558), Erfurt (1546), Liegniß (1490) Minden (1406) und Münster (1253).

Der Bevölkerungszuwachs in der Zählungsperiode 1864 67 ist beinahe in sämmilichen Bezirken ein zum Theil erheblich geringerer, als in den vorhergehenden Jahren 1861—64 gewesen, nur in den Re- gierungsbezirken Arnsberg und Köslin hat sich das Resultat der lebten Zählung etwas ee gestaltet. Eine Abnahme der Bevölkerung eigen die Regierungsbezirke Minden um 1,36 pCt. , Erfurt um dos pCt,, Münster und Stettin um je 0,74 pCt., Stralsund um 0/53 pCt. und Koblenz um 0,02 pCt. Der leßtere Bezirk zeigt zwar in der vorstchenden Tabelle für 1867 eine höhere Bevölkerupgêziffer als für 1864; es sind in dersclben aber 13,752 Köpfe des chemaligen Landgräflichen hessen -homburgishen Amis Meisenheim mit eingerech- net; bringt man diese in Abzug, so ergiebt sih gegen 1864 die vor- berechnete, allerdings nur unerhebliche Bevölkerungs-Abnahme.

Die »Austria« enthält über die Zoll- und Steuereinnahmen Dänemarks folgende Angaben : Die gewöhnlichen Zoll- und Schiffs- abgaben, dann die Branntiveinsteuer 2c. haben im Finanzjahre vom 1. April 1867 bis 31. März 1868 zusammen bratto 7,357,302 Thlr. dá-

abre ergeben. Von der er?genannten Summe entfallen auf die cin- Lllièn Sézuern folgende Quoten: Einfuhrzoll neb Stempelsteuer für Spielkarten 5,856,657 Thlr., Lagersteuer 21,656 Thlr., Schiffs- abgaben, Siff8mesjun êgebühren 288,637 Thlr. y ranntwein- steuer 1,145,467 Thlr. Von dem Gesammtbelaufe der Bruttoein- nahmen in 1867—68 famen ca. 585 pt. allein auf das Zollamt in Kopenhagen, diese Stadt hat daher, wie E auch im leßten Finanzjahre eine durchaus überwiegende Bedeutung auf den Verkehr des Landes im Ganzen ausgeübt. Als AbgabenvergUtun oder als Rückzahlung erlegter Steuern sind im leßten Jahre 113, 40 Thlr. ausgezahlt worden (wovon 42,403 Thlr. auf die Branntîtoein- steuer und 70,937 Thlr. auf die übrigen Abgaben zu reclh)- nen sind), gegen 92,575 Thaler 1m Finanzjahre 1866 1867) von welch? leßterem Betrage 38,810 Thaler die Vergütung der Branntweinsteuer betrafen, während 53/765 Thlr. auf die verschiedenen anderen Einnahmen entfielen. Jn 1867—68 sind daher zu Vergütun- gen ca. 20,800 Thlr. mchr als im Vorjahre verwendet worden, welche Mechrausgabe übrigens größtentheils die gewöhnlichen Zollvergütungen, die sih um ca. 17,200 Thlr. vermehrt haben, trifft, während die Ver« gütungen von der Branntweinsteuer sih nur um 3600 Thlr. erhöht haben. Wenn der Belauf der Steuerver ütungen von dem G Bruttobetrage in Abzug gebracht wird, 10 reduzirt sich dieser [Be 186 bis 1868 auf 7,243,966 Thlr. und für 1866— 67 auf 6,893,733 Thlr., \o daß sih für das leßtverflossene Finanzjahr eine Mehreinnahme von A beläuft ih die Gesammtbevöl

ans der leßten Volkszählung beläuft sich die Gejamm ferung N Siiuten auf 4,911,610 Einwohner. Unter diesen sind 500,000 Kopten, bekanntlich die Abkömmlinge der alten Bewohner des Landes, 400,000 Beduinen, 250,000 Europäer und Syrier und 900,000 Türken (Muselmanen). Die Einwohnerzahl von Alexandria, d'e gegen Ende des vorigen Jahrhunderts kaum 40,000 betrug, ist jept bis auf 200,000 gestiegen, von denen etwa die Hälfte Araber, die anderen Europäer sind. Die leßteren vertheilen \si< auf 25,000 Griechen, 18,000 Italiener, 16,000 Franzosen, 13,000 Engländer und Malteser, 12,000 Syrier und andere Orientalen) 10,000 Deutsche und Schweizer und 6000 verschiedener anderer Nationen. Die Hauptstadt von Egyp- ten, Kairo, zählt mehr als 400,000 Einwohner. Sie besißt 140 Schu-

Entwürfen,

FKunst und Wissenschaft.

Unter dem Titel Archiv des Norddeutschen Bundes und des Zollvereins, JahrbuchfürStaats-Verwaltun qgs- Recht U. #. 1w., erscheint unter der Redaction des Dr. jur. A. Koller im Verlage von Fr. Kortkampf g Berlin eine Sammlung aller seit Annahme der Verfassung des Norddeutschen Bundes und der Zoll- vereinsverträge erlassenen. Geseßc, abgeschlossenen Verträge u. st. w., sowie aller hierauf bezüglichen Aktenstü>e. Von dem Archive wird alle se<s Wochen cin Heft ausgegeben, deren aht cinen Band bilden. s Band wird drei Abtheilungen enthalten: 1. Die durch den Reichstag des Norddeutschen Bundes und das Zollparlament zum Geseß erhobenen Vorlagen des Bundespräsidiums mit den Motiven, Abänderungsanträgen, die betreffenden Verordnungen, die vom Bundes-Präsidium/abgeschlossenen Verträge, dic Protofolle des Bundesraths des Norddeutschen Reichstags und des Zollvereins, und cinen Bericht über den Gang der Verhandlungen des Reichstags und des Zoll-Parlaments; Ikl. eine systematis< geordnete Sammlung aller auf den Norddeutschen Vund und den Zollverein bezüglichen diplomatischen Aftenstü>ke u. st. w.; 1]. eine Sammlung der wichtigeren Gesche fremder Staaten. Das gesammte Material soll amtlichen Quellen entnommen werden. Das vorliegende erste Heft giebt zunächst eine Uebersicht über die Verhandlungen des Reichs- tags des Norddeutschen Bundes in der Sibßungbperiode 1867 mit den Thronreden, und bringt dann dic Geseße Über das Paßwesen, über die Nationalität der Kauffahrtcischiffe, über die Salzabgabe, über die Freizügigkeit, Über die Post und das Posttaxwesen u. A. Die Motive, uszüge aus den Kommissions-Berichten, die Abänderungsvorschläge, Er- klärungen der Bundes-Kommissare u. dgl. sind fommcntarisch den betreffenden Paragraphen der Geseße beigedruckt. y : Der Kunfstverein in Barmen hat vor Kurzem seine dritte jährlihe Gemälde-Ausstellung geschlossen. Es gelangten 245 Oelge- mälde, 6 Aquarelle und 3 Handzeichnungen zur Ausstellung; erstere umfaßten 126 Landschaften, 52 Genrebilder, 28 historische Darstellun- en, 12 Portraits und 21 Sce-, Architektur- und Thierstücke. Unter en größeren Bildern sind hervorzuheben : »Gefecht bei Oeversce« von L’Allemand in Wien; »Ueberführung der Leiche Kaiscr Otto Ukl. übec die Alpen« von A. Baur in Düsseldorf und »Petrus und Johannes heilen einen Gichtbrüchigen« von Alfred Rethel), außerdem Werke von Knaus, Oswald Achenbad, Salentin , Leu, Hans Gude, Sell, Leuße, Nordarcen, Jü, Röting, Deiker, Stever, Fr. Volt, O. Heiden u. A. Von Privaten wurden 30 Gemälde im Werthe von 5600 Thalern erworben. Dancben faufte der Verein, außer cinem größeren Bilde für seine neu anzulegende eigene Sammlung, 17 Gemälde und 66 ausgewählte Stiche im Betrage von circa 3000 Thalern zum Zwe>e der Verloosung unter die Mitglicder. : i

Der Kaiserlich russishe Collegienrath Dr. Winne>e \chreibt der »Köln. Ztg.« aus Karlsruhe, daß er in der Nacht von Sonnabend auf Sonntag (13. auf den 14. d. M.) cinen teleskopischen Kometen in der Nähe von œ Perscus aufgefunden hat. Eine genäherte Posi- tion ist:

Juni 13 Mitternacht a/ = = 46° 50! s == c 47° 18!

Tägliche Zunahme E 1 n Der Komet zeigt eine schwache Schweifspur und einen schr kleinen Kern in stärkeren Fernröhren. Der Encke'sche Komet tritt gleichfalls gerade jeßt wieder in unseren Beobachtungskreis; derselbe hat jedoch fcinen Schwoeif. L

E 14. Juni. Die Modellirung des Standbildes Gocthe's, welches Se. Majestät der König hier errichten lassen will, ist dem Professor Max Widnmann Übertragen worden. Dasselbe wird in der hiesigen Königl. Erzgiefßerei gegossen werden und soll zeitig genug vollendet sein, um im nächsten Jahr, am 28. August, Gocthe's Geburtstag , aufgestellt werden zu können. Eine zu Weimar nach der Natur gefertigte Büste des Dichters wird dem mit der Mo- dellirung beauftragten Künstler zum Vorbild dienen.

Landshut (Bayern). Laut Bekanntmachung des betreffenden Comité soll die Enthüllung des Denkmals, das dem König Maximilian Il. bier errichtet werden soll , am 12. Oktober d. J. vor fich gchen. Modellirt i| dasselbe vom Bildhauer Bernhard y gegossen wird cs bei Lenz und Herold in Nürnberg. _ E

London, 15. Juni. Nachdem am Sonnabend gewissermaßen zur Vorfeier des Händelfestes im Krystallpalasic ein Feuerwerk abge- brannt worden, wie seines Gleichen in London {on lange nicht ge- schen wurde (es kam dabci das Musikstück zur Aufführung, welches Händel für das Feuerwerk fomponirt hatic, das zur Verherrlichung des Aachener Friedensabschlusses im Green Park 1749 abgebrannt wurde) hat heute Nachmittag das große Händelfest daselbst begonnen. Gegenstand der Aufführung ist der Mcssias. Das Wetter ist pracht- voll, der Zudrang groß. Frau Lucca hat ihre Abreise von hier auf furze Zeit vershoben. Sie tritt morgen zum ersten Male wieder als Afrikanerin auf; nachdem sie Unpäßlichkeit halber am leßten Donner- stag in der genannten Rolle nicht hatte auftreten können.

Landwirthschaft.

Hildesheim, 12. Juni. Die landwirthschaftliche Aus- cia Vdlcve am L 9, d. M. hier stattfand, hat, namentlich was be ausgestellten landwirthschaftlichen Geräthe und Maschinen, sowie die ausgestellten Pferde, Rindvich, Schafe, und Schweine betrifft, allgemein befriedigt. Außerdem fanden sih zahlreiche Wirthschafts- egenstände vorgeführt, die in engerem oder weiterem Zusammen- bihae mit der Landwirthschaft stehen. Jn besonderen Räumen fanden si< noh eine Ausstellung des hiesigen Gartenbauyv ereins mit anerkennenswerthen Leistungen und cine forstwirthf\ <haftliche Ausstellung, dic den Beifall der Sachverständigen fand. Der Ober- Präsident Graf zu Stolberg äußerte sich betreffs der Ausstellung in

len, 400 Dschamis, 1666 Kaffeehäuser und 11 öffentliche Marktpläße.

anerkennender Weise.